DE2932406C2 - Verfahren und Vorrichtungen zum Strangpressen eines Gemenges auf pflanzlichen Kleinteilen und Bindemitteln - Google Patents
Verfahren und Vorrichtungen zum Strangpressen eines Gemenges auf pflanzlichen Kleinteilen und BindemittelnInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf Verfahren und Vorrichtungen zum Strangpressen eines Gemenges aus
pflanzlichen Kleinteilen und Bindemitteln, bei dem das in den Füllraum einsr Kolben-Kaltstrangpresse eingeführte
Gemenge durch einen die Querschnittsform des Stranges bestimmenden Kanal und dann durch einen
beheizten Aushärtekanal in verdichtetem Zustand geführt wird. Die Aushärtung kann durch Beheizung,
Hochfrequenz-Einwirkung oder dgl. bewirkt werden. Einzelheiten solcher Verfahren sind aus den DE-OS
22 53 121,25 35 989 und 24 54 280 bekannt
Bei diesen in der Praxis ausgeführten Verfahren hat man Kaltstrangpressen eingesetzt, die einen verhältnismäßig
kurzen Hub von z. B. 150 mm, eine verhältnismäßig hohe Frequenz z.B. 100 bis 120 Hübe/min und
demgemäß eine sehr hohe Verdichtung von z. B. 10 :1
besitzen. Ähnliche Werte sind in der Strangpreß-Herstellung von Spanplatten üblich. Der auf diese Weise
herstellbare Strang weist eine sehr hohe Dichte und demgemäß ein sehr großes spezifisches Gewicht auf.
Um die Dichte zu reduzieren und kontrollierbar einzustellen, wendet man in der Praxis ein Verfahren
nach der DE-OS 25 35 989 an, bei dem Wandabschnitte des Aushärtekanals während des Preßhubes geringfügig
ausweichen. Auf diese Weise wird die Reibung während des Strangvorschubes wesentlich vermindert. Außerdem
wird der Strang beim Rückwärtshub des Preßkolbens in eingespanntem Zustand belassen, was zur Folge
hat, daß die Abbindung der einzelnen Späne nicht so sehr durch pulsierende Kräfte gestört wird.
Die Struktur der (auf diese Weise) nach dem Stand der Technik hergestellten Stränge weist eine nahezu
gleichförmige Ausrichtung der Späne etwa parallel oder in konvexer Schichtung zur Preßfläche des Strangpreßkolbens
auf. Solche Stränge brechen unter Biegebelastung parallel zu dieser Schichtung der Späne.
Man hat nun versucht, die Späne im noch nicht ausgehärteten Zustand zusätzlich in einer Richtung zu
verformen, die im wesentlichen senkrecht zur Oberfläche des Stranges liegt, um erst danach den Strang
auszuhärten. Eine solche für Spanplatten-Herstellung bestimmte Lehre ist der DE-OS 17 03 414 entnehmbar.
Die Verformung der Späne glaubte man dadurch erreichen zu können, daß der Preßstempel in einen
stufenförmig verengten Zylinder eingeführt wird. Die
gleiche Tendenz beobachtet man aber auch, wenn der Zylinder keine solche stufenförmige Verengung aufweist,
und zwar deswegen, weil bei dem kurzen Hub des Preßstempels und der hohen Reibung des Stranges am
Form- bzw, Aushirtekanal sich im peripheren Bereich des Stranges ein größerer Widerstand als im mittleren
Bereich einstellt Stränge mit solchen peripher gekrümmt
verlaufenden Spänen haben keine wesentlich höhere Festigkeit gegen Biegebeanspruchung, Ihre
Bruchfläche weist eine Kalottenform auf
Andere Maßnahmen zur Beeinflussung des Späneschichtung und Verteilung im Strang sind bisher
unbekannt geblieben.
Mit der Erfindung wird die Aufgabe gestellt, ein Verfahren zum Strangpressen von mit Bindemitteln
versetzten pflanzlichen Kleinteilen aufzuzeigen, mit dem es möglich ist, die Bildung von parallel zur
Preßfläche des Kolbens ausgerichteter Spanlagen zu vermeiden und eine wesentliche Erhöhung der Bruchfestigkeit
(Biegefestigkeit) des Stranges zu erreichen.
Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß die Festigkeit eines stranggepreßten Gegenstandes umso
höher ist, je weniger die einzelnen Späne in der bei bekannten Verfahren üblichen, vorwiegend parallelen
Lage zur Preßfläche des Strangpreßkolbens verbleiben.
Diese Aufgabe konnte mit der Erfindung überraschenderweise dadurch gelöst werden, daß das Gemenge
vermittels eines wesentlich vergrößerten Kolbenhubes, insbesondere von mindestens 400 mm Länge,
während der Verdichtung in einen Verfilzungszustand überführt wird. Darüber hinaus ergeben sich weitere
Verbesserungen nach der Erfindung dann,, wenn das Gemenge im Verhältnis von etwa 2:1 bis 4:1
vorzugsweise 3:1, verdichtet oder/und wenn das Gemenge mit einer Vorschubgeschwindigkeit des
Strangpreßkolbens von etwa 0,04 bis 1,5 m/sec,
vorzugsweise 0,05 m/sec, verdichtet wird oder/und wenn der Strang mit einer Wichte von 350 bis
850 kg/m3, vorzugsweise 400 bis 600 kg/m3, hergestellt wird.
Es konnte überraschenderweise festgestellt werden, daß sich die Orientierung der Späne im Strang ganz
wesentlich ändert, wenn der Hub des Preßkolbens gegenüber bekannten Ausführungen erheblich verlängert
wird. Der verlängerte Hub des Preßkolbens führt « offenbar dazu, daß sich die einzelnen, ursprünglich
willkürlich im Füllraum angesammelten Späne auf dem Verdichtungsweg in eine mehr parallel oder schräg zur
Strangrichtung befindlichen Lage orientieren können und jedenfalls in keiner Weise vom Preßstempel in eine
auch nur angenäherte parallele Lage zu seiner Preßfläche gezwungen werden. Wenn man außerdem
die Vorscnubgeschwindigkeit reduziert, entsteht auch eine geringere Dichte des Stranges, die eigentümlicherweise
in Verbindung mit der erzielbaren Gefügestruktur eine wesentlich höhere Festigkeit des fertigen Stranges
als bei vergleichbaren bekannten Strängen erzielen läßt Wissenschaftliche Messungen haben ergeben, daß nach
dem Verfahren der Erfindung eine um dreißig Prozent höhere Festigkeit als bei den herkömmlichen Strang- w
preßverfahren erzielt werden konnte.
Diese Festigkeitssteigerung hat es möglich gemacht, nach der Erfindung hergestellte Stränge für die
Anfertigung von tragfähigen Balken einzusetzen, indem diese Stränge an einander gegenüberliegenden oder an
allen Seiten mit Maturholzschichten oder dgl. verleimt werden.
Ein anderes wesentliches Anwendungsgebiet für die nach der Erfindung hergestellten Stränge ist die
Verarbeitung zu Palettenklötzen, die alle vom Verwender
gewünschten Bedingungen, insbesondere Bruchunempfindlichkeit, Stoßfestigkeit, Abscherfestigkeit, Harte
und Zähigkeit der Mantelfläche, Verklebungseigenschaft und Nagelfähigkeit der Stirnfläche sowie
Witterungsbeständigkeit erfüllen. Da die erfindungsgemäßen Stränge eine gegenüber bekannten geringere
Wichte aufweisen, kommt zu den genannten technologischen Vorteilen auch die erhebliche Gewichtsersparnis
und daher Kostenminderung.
In der Praxis hat es sich als vorteilhaft erwiesen, den Hub des Preßkolbens mit ca, 400 bis 800 mm,
insbesondere 600 mm und die Vorschubgeschwindigkeit des Kolbens mit 0,02 bis 1,5 m/sec vorzugsweise
0,05 m/sec zu bemessen. Zweckmäßigerweise wird der Kolben im Preßhub mit einer überwiegend kontinuierlichen
Vorschubgeschwindigkeit angstrieben, wozu sich hydraulische Steuerungen besonders eignen. Es hat sich
aber auch als vorteilhaft erwiesen, die Vorschubgeschwindigkeit stufenweise zu verändern, indem bei
Beginn des Preßhubes mit einer ho'neren Vorschubgeschwindigkeit als im Endbereich gearbeitet wird. Die
Umschaltung auf die langsamere Stufe kann beispielsweise bei V5 des Preßhubes liegen.
Es ist zwar in der DE-OS 26 02 822 angegeben, den Strang mit einer Vorschubgeschwindigkeit von
53 m/sec zu fördern. Dieser Wert ist aber mit demjenigen der Erfindung nicht vergleichbar, weil beim
bekannten Verfahren das Gemenge zunächst in horizontaler und dann in vertikaler Richtung vorgepreßt
wird, bevor es in den Wirkbereich eines dritten Preßkolbens gelangt, der die angegebene Vorschubgeschwindigkeit
erzeugt
Eine weitere Verbesserung der Erfindung wird dadurch erreicht daß die Preßfläche des Kolbens im
Mittelbereich gegenüber dem peripheren Bereich zurückversetzt ausgebildet und zusätzlich gewellt
profiliert ist wobei es sich empfiehlt, die Preßfläche des Kolbens entlang des Umfanges gewellt auszubilden und
die einzelne Welle unter Querschnittsverminderung in
Richtung zur Preßflächenmitte verlaufen zu lassen.
Kolben mit Unebenheiten in der Preßfläche sind an sich durch das DE-GM 18 22 688 bekanntgeworden,
wodurch man das Brechen des Stranges an den Stellen, an denen die Teilmengen des Preßgutej aneinanderstoßen,
verhindern will. Die erfindungsgemäße Profilierung erreicht darüber hinaus, daß die Eigenbewegung der
Späne während des Verdichtungsweges durch Ablenkung begünstigt wird, indem die Späne eine von der
ursprünglichen Preßrichtung seitlich abweichende Komponente erfanren. Der Verfilzungsvorgang wird
dadurch gesteigert
Einen günstigen Einfluß hat auch die Querschnittsgestaltung
des Form- und Aushärtekanals, wobei davon ausgegangen wird, daß im Anschluß an oinen Slrangpreßfttllraum
ein gekühlter Formkanal und daran anschließend ein beheizter Aushärtekanal vorgesehen
sind. Bekannt ist durch die DE-OS 24 54 280, den Querschnitt des Aushärtekanals anfangs sich verjüngend
auszubilden. Statt dessen lehrt die Erfindung, daß der Austrittsquerschnitt des Formkanals größer als
dessen Eintrittsquerschnitt, aber kleiner als der mit geringem Abstand davon distanzierte Eintrittsquerschnitt
des ersten Abschnittes des Aushärtekanals ist und daß der Aus/iärtekanal am Ende dieses ersten
Abschnittes einen bis auf das Fertigmaß des Stranges erweiterten Austrittsquerschnitt aufweist. Der erste
Abschnitt des Aushärtekanals sowie der Formkanal besitzen nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
der Erfindung starr angeordnete Kanalwände, wohingegen der sich anschließende Aushärtekanal mit beim
Preßvorschub ausweichfähig abgestützten Wandabschnitten versehen ist.
Mit einer solchen Anordnung des Form- und Aushärtekanals wird nicht nur, wie beim Stand der
Technik nach der DE-OS 25 35 989, die gewünschte Dichte des Stranges beherrscht sondern außerdem der ι ο
nach der hauptsächlichen Lehre der Erfindung gewünschte Fluß der Späne während des Verdichtungsvorganges
gefördert. Mit der erfindungsgemäßen Querschnittsgestaltung der Kanäle wird das Gegenteil
von der Lehre nach der DE-OS 17 03 414 herbeigeführt,
indem die peripheren Späne nicht etwa — wie beim Stand der Technik — parallel zur Mantelfläche des
Stranges umgebogen werden. Die Struktur der Späne und ihre Orientierung bleibt beim erfindungsgemäßen
Verfahren hinsichtlich der gegenseitigen Verfilzung 2» praktisch über den gesamten Querschnitt erhalten,
w obei lediglich beobachtet werden kann, daß die Späne im peripheren Bereich nicht umgebogen sondern eher
parallel über ihre ganze Länge zur Mantelfläche ausgelichtet sind.
Biegeversuche mit den erfindungsgemäß hergestellten Strängen haben überraschende Bruchlinien gezeigt,
die nicht etwa senkrecht zur Mantelfläche oder entlang einer konkaven bzw. kartenförmigen Fläche verlaufen
sondern ganz unvorhergesehen sich im spitzen Winkel jo zur Stranglängsachse erstrecken. Aus den Bruchlinien
kann man deutlich erkennen, daß sich die erhöhte Festigkeit der erfindungsgemäß hergestellten Stränge
aus der höheren Beanspruchbarkeit der einzelnen Späne und ihrer gegenseitigen Verklebung zufolge ihrer
Verfilzung und teilweisen Längsorientierung, parallel zur Strangrichtung, ergibt.
Einen nicht unwesentlichen Einfluß auf den besonderen
Erfolg der Erfindung hat auch die Anwendung einer älteren, nicht vorveröffentlichten Lehre nach der
deutschen Patentanmeldung P 28 10 071.1 in einer modifizierten Form, wonach vorgeschlagen wird, die
Oberseite des Zylinders einer Kaltstrangpresse mit einem hin- und herbewegbar geführten, eine Durchtrittsöffnung
aufweisenden Schieber zu bilden, der die Austrittsöffnung eines darüber befindlichen Gemenge-Zuführbehälters
schließt und öffnet. Während bei der vorgeschlagenen Lehre der Schieber je Preßvorgang
nur einmal hin- und herbewegt wird, schlägt die Erfindung vor. diese Bewegung bei jedem Preßhub
mindestens zweimal, vorzugsweise dreimal, auszuführen. Auf diese Weise erreicht man einerseits eine
gleichmäßigere Befüllung des Füllraumes unter Vermeidung von Lunkerbildungen sowie ein besseres Entlüften
der im Zylinder vorhandenen Luft. Andererseits trägt diese Maßnahme wesentlich dazu bei, den Grad der
Verfilmung der Späne über den gesamten Umfang einstellbar zu machen. Je mehr Schieberbewegungen je
Kolbenhub stattfinden, desto intensiver wird die Verfilzung. Wenn es erwünscht ist, den Grad der «>
Verfilzung zu reduzieren, dann genügt in Kombination mit der Lehre des Hauptanspruches nur eine einzige
hin- und hergehende Schieberbewegung.
Einzelheiten sind in der Zeichnung schematisch und be; sjjielsweise dargestellt Es zeigt *"
Fig. 1 einen schematischen Längsschnitt durch eine Strangpreßvorrichtung,
Fig. 2 einen Querschnitt nach der Linie H-II gem.
Fig. 2 einen Querschnitt nach der Linie H-II gem.
Fig.l,
Fig.3 eine Stirnansicht auf einen Strangpreßkolben
und
Fig.4 einen Längsschnitt durch den Strangpreßkolben
entlang der Linie IV-IVgemäß Fig. 3.
Beim Ausführungsbeispiel der F i g. 1 wird das Gemenge aus pflanzlichen Kleinteilen und Bindemitteln
durch einen Zuführbehälter 1 in einen Füllraum 3 gebracht, wobei die Austrittsöffnung des Zuführbehälters
1 durch einen Schieber 2 verschlossen ist, der mittels einer Hubeinrichtung 6 gemäß Fig. 2 hin- und
herbewegbar ist. Eine im Schieber 2 befindliche Durchtrittsöffnung 5 kommt während dieser Hin- und
Herbewegung zur Austrittsöffnung des Zufiihrbehälters 1 in Deckungsgleichheit und erlaubt es, das Gemenge in
einen Füllraum 3 fallen zu lassen.
Wenn man den Schieber 2 vor jedem Preßhub, der durch einen Preßkolben 4 ausgeführt wird, mehrfach,
vorzugsweise dreimal, hin- und herbewegt, erreicht man eine bessere und homogenere Befüllung des Fiillraiimes
3, wobei zugleich auch die Entlüftung des Füllraumes 3 begünstigt wird. Außerdem erhält man durch die Anzahl
der Schieberbewegungen eine Beeinflußbarkeit des Verfilzungsgrades der Späne im gepreßten Strang. Der
Hub des Schiebers 2 ist vorzugsweise so bemessen, daß die Durchtrittsöffnung 5 am Ende jedes Hubes
außerhalb des Querschnittsbereiches des Füllraumes 3 bzw. drr Austrittsöffnung des Zuführbehälters I /u
liegen kommt.
Der Kolben 4 weist einen gegenüber vorbekannten Ausführungsformen wesentlich vergrößerten Hub, beispielsweise
in einer Größenordnung von 600 mm auf. Er schiebt das im Füllraum 3 angesammelte Gemenge in
einen Formkanal 7, der beim Ausführungsbeispiel der Erfindung gekühlt ausgebildet ist. Der Eintrittsquerscl.
litt 10 dieses Formkanals 7 ist kleiner als dessen Austrittsquerschnitt 11 bemessen. In einem bevorzugten
Ausführungsbeispiel beträgt die Länge des Formkanals
7 zwischen 200 und 800 mm, während die in einer Dimension gemessene Vergrößerung des Austrittsquerschnittes
11 etwa zwischen 0,5 bis 4 mm größer als diejenige des Eintrittsquerschnittes 10 ist.
An den Formkanal 7 schließt sich ein erster Abschnitt
8 des Aushärtekanals mit einer gewissen Distanz an, die durch den Spalt 15 dargestellt ist. Die Breite dieses
Spaltes kann beispielsweise 3 bis 5 mm betragen. Da der erste Abschnitt 8 des Aushärtekanals beheizt ist, bedingt
dieser Spalt 15 eine thermische Isolierung zum gekühlten Formkanal 7. Der Abschnitt 8 kann auch mit
Hochfrequenz durchheizt werden. Der Eintrittsquerschnitt 12 des Abschnittes 8 ist wiederum größer .'s der
Austrittsquerschnitt 11 des Formkanals 7 ausgebildet. Bei einem Beispiel beträgt die in einer Dimension
gemessene Vergrößerung etwa 0,4 mm gegenüber dem Austrittsquerschnitt 11. Der erste Abschnitt 8 kann bei
diesem Ausführungsbeispiel eine Länge von ca. !500 mm besitzen. Am Ende weist der Austrittsquerschnitt
13 dieses Abschnittes 8 eine größere lichte Weite als der Eintrittsquerschnitt 12 auf. Die Differenz
zwischen beiden Querschnitten 12, 13 kann, in einer Dimension gemessen, beim Beispiel zwischen 0,4 bis
5 mm betragen. Erst mit diesem Austrittsquerschnitt 13 wird der Fertigmaßquerschnitt für den zu bildenden
Strang erreicht Der sich anschließende Aushärtekanal 9 weist dann in seinem Querschnitt die gleiche Größe wie
der Austrittsquerschnitt 13 auf. Während aber der Formkanal 7 und der erste Abschnitt 8 des Aushärtekanals
aus vorzugsweise ortsfesten Kanalwänden gebildet
wird, kann der eigentliche Aushärtekanal 9 ausweichfähig angeordnete Wandabschnitte besitzen, wie sie
beispielsweise in der DE-OS 25 35 989 offenbai' sind.
Mit dieser in tiner nicht unerheblichen Länge sich
fortsetzenden konischen oder keilförmigen Erweiterung der Kanäle 7, 8 wird zugleich das Quellvermögen des
verdichteten Stranges aufgefangen, ohne das es zu einer Blockierung des Stranges kommt.
In den Beispielen der F i g. 3 und 4 ist gezeigt, wie die
Stirnfläche 17 eines Strangpreßkolbens 4 zweckmäßigerweise gestaltet werden kann. Beim *,usführungsbeispiel besitzt der Kolben 4 eine zentrische Bohrung
16. Demgemäß ist der Kolben auf einer ortsfesten Stange geführt, die in nicht dargestellter Weise den
Zylinder 3 durchsetzt. Auf diese Weise ist es möglich, im Strang ebenfalls eine durchlaufende Bohrung zu
erhalten.
Dir Stirnfläche 17 des Kolbens 4 weist erhabene urd
7iiriirlfνρΓςρΐ7ΐρ Rprpirfip IR. 19 auf. dip sich helft
AusfOhrungsbeispiel vom Rand des Kolbens strahlenförmig in Richtung zum Mittelbereich erstrecken. Der
Mit.elbereich des Kolbens ist gegenüber dem Randbereidh zurückversetzt ausgebildet. Die erhabenen Bereiehe 18 weisen am Rand des Kolbens die größere Breite
auf und verjüngen sich in Richtung zum mittleren F ereich des Kolbens. Das gleiche ist bei den
lurückversetzten Bereichen 19 vorgesehen. Auf diese Weise wird eine Verzahnung der in Verdichtung
ίο befindlichen Masse mit der bereits verdichteten Masse
herbeigeführt. Zugleich erfahren aber die in einem gewissen Strömungsfluß befindlichen Späne eine quer
zur Strangpreßrichtung gerichtete Bewegungskomponente, welche den Verfilzungsvorgang der Späne
'> untereinander fördert.
Es ist selbstverständlich möglich, die Profilierung der Stirnfläche 17 auch auf andere Weise durchzuführen,
indem man beispielsweise konzentrische oder spiralenförmiee Wulste und Vertiefungen vorsieht.
Claims (11)
1. Verfahren zum Strangpressen eines Gemenges aus pflanzlichen Kleinteilen und Bindemittel, bei
dem das in den Füllraum einer Kolben-Kaltstrangpresse eingeführte Gemenge durch einen die
Querschnittsform des Stranges bestimmenden Kanal und dann durch einen beheizten Aushärtekanal
in verdichtetem Zustand geführt wird, dadurch
gekennzeichnet, daß das Gemenge vermittels eines wesentlich vergrößerten Kolbenhubes, insbesondere
von mindestens 400 mm Länge, während der Verdichtung in einen Verfilzungszustand überführt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Gemenge im Verhältnis von etwa 2 :1 bis4 : !,vorzugsweise3 : !,verdichtetwird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gemenge mit einer
Vorschubgeschwindigkeit des Strangpreßkolbens von etwa (MM bis 1,5 m/sec, vorzugsweise 0,05 m/sec,
verdichtet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß der Strang
mit einer Wichte von 350 bis 850 kg/m3, vorzugsweise 400 bis 600 kg/m3, hergestellt wird.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder einem der folgenden,
bestehend aus einer Kolben-Kaltstrangpresse mit einem sich daran anschließenden Form- und
beheizbaren Aushärtekanal, gekennzeichnet durch die Anordnung eines Langhubkolbens (4) mit einem
Hub von ca. 400 bis 800 mm, i/isbesondere 600 mm, der mit einer Vorschub&eschwindigkeit von 0,02 bis
1,5 m/sec, vorzugsweise 0,05 m- ec, angetrieben ist
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (4) im Preßhub mit einer
überwiegend kontinuierlichen Vorschubgeschwindigkeit angetrieben ist
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorschubgeschwindigkeit des
Kolbens (4) im letzten Teil des Preßhubes, beispielsweise bei V5 des Preßhubes, stufenartig
reduziert ist
8. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder folgenden, mit in der Preßfläche des Kolbens vorgesehenen
Unebenheiten, dadurch gekennzeichnet, daß die Preßfläche (17) des Kolbens (4) im Mittelbereich
gegenüber dem peripheren Bereich zurückversetzt ausgebildet und zusätzlich gewellt profiliert (18, 19) so
ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Preßfläche (17) des Kolbens (4)
entlang des Umfanges gewellt ausgebildet ist und die einzelne Welle (18,19) unter Querschnittsverminderung
in Richtung zur Preßflächenmitte verläuft.
10. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, bei der im Anschluß an einen Strangpreßfüllraum ein
gekühlter Formkanal und daran anschließend ein beheizter Aushärtekanal vorgesehen ist, dadurch
gekennzeichnet, daß der Austrittsquerschnitt (11) des Formkanals (7) größer als dessen Eintrittsquerschnitt
(10), aber kleiner als der mit geringem Abstand (15) davon distanzierte Eintrittsquerschnitt
(12) des ersten Abschnittes (8) des Aushärtekanals (9) ist und daß der Aushärtekanal (9) am Ende dieses
ersten Abschnittes (8) einen bis auf das Fertigmaß des Stranges erweiterten Austrittsquerschnitt (13,
14) aufweist,
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch
gekennzeichnet, daß der Formkanal (7) und der erste Abschnitt (8) des Aushärtekanals (9) starr angeordnete
Kanalwände aufweisen, wohingegen der sich anschließende Teil des Aushärtekanals (9) beim
Preßhub ausweichfähige Wandabschnitte enthält
IZ Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, bei welcher die Oberseite des Füllraumes einer Kaltstrangpresse
mit einem hin- und herbewegbar geführten, eine Durchtrittsöffnung aufweisenden
Schieber versehen ist, der die Austrittsöffnung eines darüber befindlichen Gemenge-Zuführbehälters
schließt und öffnet, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schieber (2) vor jedem Preßhub mindestens zweimal, vorzugsweise dreimal, hin- und herbewegbar
angetrieben ist
Priority Applications (21)
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Applications Claiming Priority (1)
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