DE567922C - Verfahren zur UEberfuehrung carbocyclischer oder mehrkerniger heterocyclischer Halogen-verbindungen in halogenaermere oder halogenfreie Verbindungen - Google Patents

Verfahren zur UEberfuehrung carbocyclischer oder mehrkerniger heterocyclischer Halogen-verbindungen in halogenaermere oder halogenfreie Verbindungen

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DE567922C
DE567922C DEI38689D DEI0038689D DE567922C DE 567922 C DE567922 C DE 567922C DE I38689 D DEI38689 D DE I38689D DE I0038689 D DEI0038689 D DE I0038689D DE 567922 C DE567922 C DE 567922C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C17/00Preparation of halogenated hydrocarbons
    • C07C17/23Preparation of halogenated hydrocarbons by dehalogenation

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zur Überführung carbocyclischer oder mehrkerniger heterocyclischer Halogenverbindungen in halogenärmere oder halogenfreie Verbindungen Es wurde gefunden, daß man bei carbocyclischen oder mehrkernigen heterocyclischen organischen Halogenverbindungen das Halogen ganz oder teilweise durch Wasserstoff ersetzen kann, wenn man sie mit Hy drazin oder seinen Derivaten in Gegenwart von Metallen, z. B. Kupfer, oder deren Verbindungen, zweckmäßig in organischen Verdünnungsmitteln, bei höherer Temperatur behandelt. Als Lösungs- oder Suspensionsmittel eignen sich besonders solche mit basischen Eigenschaften, z. B. Pyridin, Chinolin, Collidin, Dialkylaniline usw. Man kaim das Hydrazin auch in Form seines Hydrates oder eines Salzes anwenden, im letzteren Falle unter Zusatz, der äquivalenten Menge Alkali, um die Säurekomponente des Hydrazinsalzes zu binden.
  • Bei der Enthalogenierung der organischen Halogenverbindungen kann je nach der Bindung des Halogens und der Menge des angewandten Hydrazins sowie der übrigen Reaktionsbedingungen das gesamte Halogen oder nur ein Teil davon der organischen Halogenverbindung entzogen werden. Bei der Enthalogenierung von Halogenderivaten des Anthrachinons oder seiner Derivate wird vorzugsweise «-ständiges Halogen eliminiert.
  • Die in meist annähernd quantitativen Ausbeuten erhaltenen Reaktionsprodukte sind teils wichtige Zwischenprodukte zur Darstellung von Küpenfarbstoffen, teils selbst schon wertvolle Farbstoffe, die nach den üblichen :Methoden, z. B. durch Kristallisation, durch Reinigung über die Oxoniumsalze, durch Sublimation oder durch Behandeln mit Oxydationsmitteln usw., gereinigt werden können. Die nach dem Verfahren erhältlichen, ganz oder teilweise enthalogenierten Verbindungen der verschiedensten Körperklassen färben, soweit sie Farbstoffe sind, die Faser in den verschiedensten Tönen. Sie lassen sich nach den üblichen Methoden in ihre Leukoverbindungen, z. B. die Leukoester, überführen.
  • Es ist bekannt, daß aus Bromcyclohexan unter der Einwirkung von Hydrazin in alkoholischer Lösung bei 14o' das Brom abgespalten und dabei Cyclohexylhydrazin neben Cyclohexen gebildet wird. Ein Ersatz von Halogen durch Wasserstoff tritt hier nicht ein. Zwar wird im Halogensuccinimid sowie im i-Chlorpiperidin das Halogen unter der Einwirkung von Hydrazin durch Wasserstoff ersetzt. In diesen beiden Fällen handelt es sich aber um den Ersatz äußerst leicht beweglicher Halogenatome durch Wasserstoff. Daraus konnte man nicht schließen, ob man aus den sehr stabilen carbocyclischen oder mehrkernigen heterocyclischen Halogenverbindungen das Halogen durch Einwirkung von Hydrazin oder seinen Derivaten in Gegenwart von Metallen oder Metallverbindungen bei höherer Temperatur ganz oder teilweise durch Wasserstoff ersetzen kann.
  • Beispiel 42 Teile Bz-3-Bz-5-Dichloranthrachinon-4-chlor-2# i-benzacridon (dargestellt durch Kondensation von i-Chloranthrachinon mit Anthranilsäure, Überführung des Kondensationsprodukts in das entsprechende Acridon und Weiterchlorierung) -werden in 2 i o Teilen Pyridin nach Zugabe von 2,75 Teilen go%igem Hydrazinhydrat und 4 Teilen Kupferbronze unter Rühren so lange zum Sieden erhitzt, bis eine entnommene Probe eine rein rote Färbung liefert. Danach läßt man abkühlen und saugt ab. Das in roten Nadeln in annähernd quantitativer Ausbeute erhaltene Reaktionsprodukt, der Analyse nach ein Bz-3-Bz-5-Dichloranthrachinon-2. i-benzacridon, löst sich in konzentrierter Schwefelsäure orangefarben, liefert eine violette Küpe und färbt daraus die pflanzliche Faser in klaren roten, sehr echten Tönen. Der Farbstoff kann durch Kristallisation aus Nitrobenzol oder Schwefelsäure, in letzterem Falle über das Oxoniumsulfat bzw. Ammoniumsulfat, oder durch Umlösen aus Säuren erforderlichenfalls noch gereinigt und von den anorganischen Begleitern getrennt werden.
  • Die Reaktion kann mit dem gleichen Erfolg auch in anderen Lösungs- oder Suspensionsmitteln, z. B. in Nitrobenzol oder Trichlorbenzol, in Anwesenheit einer Kupferverbindung oder von Silber oder Nickel, durchgeführt werden.
  • Beispiel 2 47 Teile Dichlormonobromanthrachinon-2. i-benzacridon (dargestellt analog den Angaben des Beispiels i) werden in 235 Teilen Pyridin nach Zugabe von 3 Teilen Hydrazinhydrat und 2 Teilen Kupferoxyd unter Rühren so lange gekocht, bis eine entnommene Probe, in Schwefelsäure gelöst und in Wasser gegossen, rein rote Flocken abscheidet. Darauf läßt man erkalten und arbeitet wie üblich auf. Das in Form blauroter Nadeln erhaltene Reaktionsprodukt, der Analyse nach ein Bz-Monochlormonobromanthrachinon-2 # 1-benzacridon, löst sich in konzentriefter Schwefelsäure mit oranger Farbe und liefert aus violetter Küpe rote Färbungen von sehr guter Echtheit.
  • Die Reaktion kann auch in Abwesenheit von Pyridin oder in Gegenwart von Chinolin, Collidin oder anderen organischen Basen oder auch in Gegenwart von Trichlorbenzol oder Nitrobenzol durchgeführt werden. Beispiel 3 36 Teile Tetrabrompyranthron(dargestellt durch Bromieren von Pyranthron in Chlorsulfonsäure in Gegenwart von Schwefel) werden in i ooo Teilen Pyridin nach Zugabe von 2,5 Teilen Hydrazinhydrat, 5 Teilen Kupferoxyd und io Teilen Pottasche unter Rühren so lange gekocht, bis das erhaltene Reaktionsprodukt sich leicht in konzentrierter Schwefelsäure löst. Dann läßt man abkühlen, saugt ab, entfernt die anorganischen Bestandteile durch Behandeln mit verdünnter Mineralsäure und trocknet. Das erhaltene Reaktionsprodukt, der Analyse nach ein Di- bis Tribrompyranthron, kristallisiert in rotorangen Nadeln, löst sich in konzentrierter Schwefelsäure mit blauer Farbe, liefert eine violettrote Küpe und färbt die pflanzliche Faser in orangeroten Tönen von sehr guter Echtheit.
  • Durch Zugabe von weniger Hydrazinhydrat erhält man ein höher bromiertes, durch Zugabe von mehr Hydrazinhydrat ein niedriger bromiertes bis bromfreies Reaktionsprodukt. Beispiel 4 4o Teile Tetrabromdichlordibenzanthron, dargestellt gemäß den Angaben des Beispiels i des Patents 449169, werden in i ooo Teilen Collidin nach Zugabe von io Teilen Natriumacetat, i o Teilen Hydrazinhydrat und 4 Teilen Kupfercarbonat so lange unter Rühren gekocht, bis alles Hydrazinhydrat verbraucht ist. Dann läßt man abkühlen, saugt das gebildete Reaktionsprodukt ab und trennt es in der üblichen Weise von den anorganischen Bestandteilen. Das Reaktionsprodukt, Dibromdibenzanthron, ist ein dunkelblaues Pulver, das sich in konzentrierter Schwefelsäure mit violetter Farbe löst, eine violettblaue Küpe liefert und Baumwolle in marineblauen, sehr echten Ttinen färbt.
  • In analoger Weise erhält man aus Polychlor- oder Polybromdibenzanthronen oder den entsprechenden Polyhalogenisodibenzanthronen niedriger halogenierte Reaktionsprodukte.
  • Beispiel 5 39 Teile i # 3-Dibrom-2-anthrachinon werden in 25o Teilen Chinolin mit 5 Teilen Kupferamalgam, 17,5 Teilen Hydrazinsulfat und 8 Teilen Ätzkali langsam unter Rühren auf i io bis i3o° erhitzt und dabei gehalten, bis eine entnommene Probe einen Schmelzpunkt von etwa 300° zeigt. Dann läßt man erkalten und saugt das gebildete 2-Amino-3-bromanthrachinon ab. Es fällt in orangeroten Nadeln vom Schmelzpunkt - 305 bis 31 o° an.
  • Analog erhält man aus i # 3-Dichlor-2-aminoanthrachinon-2-Amino-3-chloranthrachinon. Durch Zugabe von mehr Hydrazinsulfatätz. kali und Erhitzen unter Druck erhält man 2 Aminoanthrachinon.
  • Beispiel 6 6o Teile Dibrombenzanthronpyrazolanthron werden in 72o Teilen Pyridin nach Zugabe von 6 Teilen Kupferpulver C, io Teilen Pottasche und io Teilen Hydrazinhydrat unter Rühren mehrere Stunden gekocht und heiß abgesaugt. Das dabei in kristalliner Form erhaltene Monobrombenzanthronpyrazolanthron löst sich in konzentrierter Schwefelsäure mit violetter Farbe und liefert auf Baumwolle aus blauer Küpe grünstichig marineblaue Färbungen von hervorragender Echtheit.
  • C'hlorbenzantbr onpyrazolanthrone bzw. C hlorbrom- oder Chlorjod- oder Chlorbromjodbenzanthronpyrazolanthrone lassen sich, ebenso wie Halogen-3 # 4. 8 # 9-dibenzpyren-5 # io-cliinone bzw. Halogen-.. 5 . S . 9-dibenzpyren-3. io-chinone, nach diesem Verfahren enthalogenieren.
  • Beispiel 7 So Teile 9# io-Dichloranthracen-i # 2 # 3 # 4.-tetrachlorid vom Schmelzpunkt 2o5 bis 2o7-werden in 2.1o Teilen Pyridin nach Zugabe von io Teilen Kupferpulver und io Teilen Hydrazinhydrat langsam unter Rühren zum Sieden erhitzt und so lange dabei gehalten, bis eine entnommene Probe nach Kristallisation aus Eisessig gegen 2o9' schmilzt. Dann läßt man erkalten und saugt das gebildete 9 # io-Dichloranthracen ab.
  • Olktobromcyclohexan, welches durch Bromieren von Cyclohexan in Chlorsulfonsäure in Gegenwart von Jod erhältlich ist und farblose Kristalle vom Schmelzpunkt 178 bis iS2' bildet, liefert, im Einschmelzrohr mit Hydrazinhydrat und Kupfer auf i5o bis i6o@ erhitzt, ein ole linisches gasförmiges Reaktionsprodukt.
  • Beispiel 8 46,3 Teile 4-Bz-2 . 3 # 4 # 5-Pentachloranthrachinon-2 # i-benzacridon (erhalten aus i # 4-Dicliloranthrachinon-2-carbonsäure durch Kondensation mit i Amino-2 # 3 # 4 # 5-tetrachlorbenzol und Ringschluß zum Acridonderivat) werden in Zoo Teilen Pyridin nach Zugabe von 4 Teilen Kupferpulver und 2,5 Teilen Hydrazinhydrat unter Rühren langsam auf 9o bis i oo° erwärmt. Dabei hält man i bis 2 Stunden, erhitzt dann mehrere Stunden zum Sieden, läßt erkalten und saugt das in theoretischer Ausbeute erhaltene Reaktionsprodukt, der Analyse nach ein Tetrachlorderivat, ab; es löst sich orangefarben in konzentrierter Schwefelsäure, liefert aus violetter Küpe gelbstichige Rosatöne von vorzüglicher Licht- und
    Wetterechtheit. Durch nochmalige Behand-
    lung dieses Reaktionsprodukts mit Hydrazin
    bei Gegenwart von Kupfer- oder Nickelpulver
    erhält man mit theoretischer Ausbeute ein
    kristallin anfallendes Trichlorderivat, dessen
    Eigenschaften (orange Farbe in konzentrierter
    Schwefelsäure, violette Küpe, klare, sehr echte
    orangerote Färbungen) mit dem Bz-3 # 4 # 5-Tri-
    chlorantliracbinon - 2 # i - benzacridon überein-
    stimmen. Die Reduktion von 4-Bz-2. 3 . 4. . 5-
    Pentacliloranthrachinon-2 # i-benzacridon kann
    auch in einem Arbeitsgang bis zum Bz-3 # 4 # 5-
    Trichlorderivatdurchgeführt werden , beispiels-
    weise dadurch, daß man die Reaktionsmasse
    erst mehrere Stunden zum Sieden erhitzt, dann
    auf 7o bis So' abkühlen läßt und nach Zu-
    gabe von 3 bis I Teilen Kupfer und 3 Teilen
    Hydrazinhydr at erneut zum Sieden erhitzt.
    Auf analoge Weise erhält man aus 4-Bz-
    2 # 3 # 4-Tetrachloranthrachinon-= # i-benzacri-
    don über das 4-Bz-3 # 4-Trichlorderivat das
    Bz-3. 4-Dichlorderivat, aus 4-Bz-2 # 3 # 5-Tetra-
    chloranthrachinon-z # i-benzacridon über das
    4-Bz-3 - 5-Trichlorderivat das Bz-3 # 5-Dichlor-
    derivat, aus 4-Bz-2 # 3-Trichloranthrachinon-
    2# i-benzacridon über das 4-Bz-3-Dichlorderivat
    das Bz-3-Chlorderivat, ebenso wie man bei-
    spielsweise aus 4-Brom-Bz-2 # 3 # 4-trichlor-Bz-
    5-bromantbrachinon-2 # i-benzacridon über das
    4-Brom-Bz-3# 4-dichlor-Bz- 5-bromanthrachinon-
    2 # i - benzacridon das Bz - 3 # 4 - Dichlor - Bz -
    5-bromderivat erhält.
    Aus 4-Chlor-Bz-5-chlor-Bz-3-nitroanthrachi-
    non-2 # i-benzacridon, erhältlich aus Bz-5-Ni-
    troanthrachinon-2# i-benzacridon mit Sulfuryl-
    chlorid in Nitrobenzol bei So bis ioo', erhält
    man mit Hydrazinhydrat und Kupfer in Gegen-
    wart von Pyridin das Bz-S-Chlor-Bz-3-nitro-
    derivat, während 4-Nitro-Bz-2 # 3 # 4-trichlor-
    anthrachinon - 2 # i - benzacridon hierbei in
    4-Amino-Bz-3 # 4-dichloranthrachinon-2. 1-ben,.-
    acridon übergeht. Letzteres kann man auch
    erhalten, wenn man 4-Amino-Bz-2 # 3 # 4-tri-
    chloranthrachinon-2 # i-benzacridon mit Hydr-
    ahin reduziert, .ebenso wie man aus 4-Bz-5-Di-
    chlor - Bz - 3 - aminoanthrachinon - 2 .# i - benz-
    acridon in analoger Weise das Bz-5-Chlor-Bz-
    3-aminoanthrachinon-2 # i-benzacridon oder aus
    4-Bz-5-Dichlor-Bz-3-methylanthrächinon-2 # i-
    benzacridon das Bz-5-Chlor-Bz-3-methylanthra-
    chinon-2 # i-benzacridon erhält.
    Sämtliche Reaktionsprodukte können nach
    den üblichen Methoden gereinigt werden, z. B.
    durch Kristallisation oder über die Oxo-
    niumsalze oder durch Auskochen oder durch
    Behandeln mit Oxydationsmitteln, etwa in
    Form ihrer wäßrigen Paste mit Alkalihypo-
    chlorit; sie lösen sich in konzentrierter Schwe-
    felsäure orangefarben, ihre Küpenlösungen
    sind violett, die nitro- bzw. aminogruppen-
    freien Produkte liefern auf der pflanzlichen
    Faser im allgemeinen violette bis orangefarbene Färbungen, während die entsprechenden Aminoverbindungen im allgemeinen farbtiefere, z. B. graue, blaue oder grüne Färbungen liefern.
  • Beispiel 9 393 Teile Bz-2 # 3 # 4-Trichloranthrachinon-2. i-benzacridon (erhalten aus i-Chloranthrachinon-2-carbonsäure durch Kondensation mit 3 # 4 # 5-Trdchloranilin und Überführung in das Acridonderivat) werden in 2ooo Teilen Pyridin nach Zugabe von 4o Teilen Kupfermehl und 35 Teilen go%igem Hydrazinhydrat unter Rühren langsam zum Sieden erhitzt und so lange dabei gehalten, bis eine entnommene Probe im Gegensatz zum gelbstichigrot färbenden Ausgangsmaterial blaustichigrote Färbungen liefert. Dann läßt man erkalten und saugt das erhaltene Reaktionsprodukt, der Analyse nach ein Dichlorderivat, ab. Die Ausbeute ist quantitativ. Es stellt ein kristallines rotes Pulver dar, das sich orangefarben in konzentrierter Schwefelsäure löst und mit alkalischem Hydrosulfit eine blauviolette Küpenlösung liefert; wahrscheinlich kommt dem Produkt die Konstitution eines Bz-3 # 4-Dichlorderivats zu. Es besitzt sehr gute färberische Eigenschaften und ist vor allem auch für den Druck geeignet.
  • Aus Bz-2 # 4-Dichloranthrachinon-2 # i-benzacridon erhält man in analoger Weise das Bz-4-Chlorderivat, aus Bz-2 # 3-Dichloranthrachinon-2 # i-benzacridon das Bz-3-Chlorderivat, aus Bz-2 # 3 # 4 # 5-Tetrachloranthrachinon-z # ibenzacridon das obenerwähnte Bz-3 # 4 # 5-Trichlorderivat, aus Bz-2 # 4-Dichlor-Bz-3 # 5-dibromanthrachinon-2# i-benzacridon das Bz-4-Chlor-Bz-3 # 5-dibromanthrachinon-z # i-benzacridon, aus Bz-2 # 3 # 4-Trichlor-Bz-5-bromanthrachinon-2 # r-benzacridon das Bz-3 # 4-Dichlor-Bz-5-bromderivat und aus Bz-2-Brom-Bz-3 - 5-dichloranthrachinon-z # i-benzacridon das Bz-3 # 5-Dichlorderivat, das mit dem in Beispiel i beschriebenen Reaktionsprodukt übtreinstimmt.
  • Beispiel io 36 Teile BZ-2-Chloranthrachlnon-2. i-benzacridon (erhälflich aus i-Chloranthrachinon-2-carbonsäure durchKondensationmitm-Chl.oranilin und Ringschluß) werden in 15 o Teilen Rohpyridin (Siedepunkt iio bis r40°) nach Zugabe von 4 Teilen Kupferbronze und 2,5 Teilen goo;oigem Hydrazinhydrat unter Rühren langsam zum Sieden erhitzt und so lange dabei gehalten, bis eine entnommene Probe praktisch halogenfrei ist. Dann läßt man erkalten und saugt das kristallin abgeschiedene Anthrachinon-2 # i-benzacridon ab. In analoger Weise erhält man aus Bz-3-Chloranthrachinon-z # i-benzacridon in Gegenwart von Nickelcarbonat oder Silbernitrat in Hydrazinhydrat unter Druck den halogenfreien Grundkörper.
  • Beispiel ii 328 Teile 3-Brom-2- i-pyridinoanthracliinon vom Schmelzpunkt z39° werden in r5oo Teilen Rohpyridin nach Zugabe von 3o Teilen Kupferbronze und 15 Teilen go%igem Hydrazinhydrat mehrere Stunden bei gewöhnlicher Temperatur gerührt und dann langsam auf r oo' erhitzt. Sobald eine entnommene Probe praktisch bromfrei ist, erhitzt man noch kurze Zeit zum Sieden, läßt dann erkalten und arbeitet in der üblichen Weise auf. Das erhaltene Reaktionsprodukt, ein grüngelbes Pulver, kristallisiert aus Eisessig in grüngelben Nädelchen, die bei 182 bis i84° schmelzen. Sie stimmen in allen Eigenschaften mit dem in der Literatur beschriebenen 2 # i-Pyridinoanthrachinon überein. Aus Mononitro-3-bromz # i-pyridinoanthrachinon erhält man auf analoge Weise Monoamino-2 # i-pyridinoanthrachinon.
  • Man erhält aus Pentabromperylentetracarbonsäuredimethyldiimid (erhalten aus PeiyIentetracarbonsäuredimethyldümid durch Bromieren in saurer Lösung) durch Reduktion mit Hydrazinhydrat in Gegenwart von Metallen, z. B. von Kupfer oder Palladium, bromärmere bzw. bromfreie Reaktionsprodukte. Beispiel 12 27,r Teile 2# 4-Dinitro-i # 3 # 6-trichlorbenzol werden in 25 Teilen Pyridin nach Zugabe von 8 Teilen Kupferbronze und 5 Teilen Hydrazinhydrat kurze Zeit bei gewöhnlicher Temperatur gerührt. Die Reaktionsmasse erwärmt sich; sobald die Hauptreaktion vorüber ist, erhitzt man noch kurze Zeit zum Sieden und arbeitet in der üblichen Weise auf. Das Reaktionsprodukt, das der Analyse nach 2 Atome Chlor verloren hat, stellt ein dunkles Pulver dar, kristallisiert aus Wasser" in strohgelben \adeln, die gegen 345° verpuffen.
  • Beispiel 13 2o Teile Perchlornaphthalin mit einem Chlorgehalt von 7o,63oio werden in ioo Teilen Pyridin nach Zugabe von 8 Teilen Kupferoxyd und i o Teilen Hydrazinhydrat kurze Zeit zum Sieden erhitzt und nach dem Erkalten in der üblichen Weise aufgearbeitet. Das in Form gelbbrauner Nadeln erhaltene Reaktionsprodukt, der Analyse nach ein Hexachlorderivat, kristallisiert aus Monochlorbenzol in farblosen Nadeln, die bei 2o2 bis 2o4° schmelzen, während das Gemisch mit dem bei 192 bis r93° schmelzenden Ausgangsmaterial bereits bei i68° geschmolzen ist. Beispiel 14 i o Teile Hexabrom-8. 8'-dioxydinaphthazin werden in ioo Teilen Pyridin nach Zugabe von 2 Teilen Kupferpulver und i Teil Hydrazinhydrat einige Stunden lang auf 9o bis i oo° erwärmt und dann noch kurze Zeit aufgekocht. Nach dem Erkalten saugt man das kristallin ausgefallene Tetrabrom-8 # 8'-dioxydinaphthazin ab. Es löst sich in konzentrierter Schwefelsäure blauviolett und liefert aus oranger Küpe rote Färbungen.
  • Aus 0ktochlor-8.8'-dioxydinaphthazin erhält man auf analoge Weise ein rot färbendes Trichlorderivat.
  • Beispiel i5 39,3 Teile 4-Brom-Bz-3 # 5-dichlorantlirachinon-2 # i-benzacridon werden in i oo Teilen Pyridin nach Zugabe von 4 Teilen Kupferbronze und 15 Teilen Plienylhydrazin so lange unter Rühren gekocht, bis eine entnommene Probe rein rote Färbungen liefert. Dann läßt man erkalten und arbeitet in der üblichen Weise auf. Das erhaltene Reaktionsprodukt stimmt mit dem nach Beispiel i erhaltenen überein.
  • Aus 4- Bz-3 # 5-Tribromanthrachinon-2# ibenzacridon erhält man auf analoge Weise das Bz-3 # 5-Dibromderivat, das blaurote Färbungen liefert.
  • Ebenso erhält man aus 4-Bz-5-Dibrom-Bz-3-chloranthrachinon-2#i-benzacridon (erhalten aus Bz-3-Monochlorailthrachinon-2 # i-ben7acridon durch Bromieren in Nitrobenzol bei Gegenwart von Jod') durch Behandeln mit Hydrazin und Kupfer in . Gegenwart von Nitrobenzol, Anilin oder Chinolin Bz-3-Chlor-Bz-5-bromanthrachinon-2# i-benzacridon, das blau: stichigrot färbt.
  • Beispiel 16 4:2,8 Teile 4-Bz-3 # 5-Trichloraiithracliinon-2 # i-benzacridon werden in 42o Teilen Pyridin nach Zugabe von 7 Teilen Kupferpulver und 4o Teilen Phenylhydrazin mehrere Stunden lang zum Sieden erhitzt. Die Aufarbeitung erfolgt in der üblichen Weise durch Absaugen, Waschen und Trocknen. Das in Form blauroter Nadeln erhältliche Reaktionsprodukt, vermutlich Bz-3 # 5-Dichloranthrachinon-2 # i-benzacridon, stimmt in seinen Eigenschaften mit dem nach Beispiel i erhaltenen Reaktionsprodukt überein.
  • An Stelle von Phenylhydrazin kann man auch Nitrophenylhydrazin oder Tolylhydrazin als Reduktionsmittel verwenden.
  • Beispiel 17 Man stellt eine Hydrazinlösung durch Umsetzung von 15 Teilen Hydrazinsulfat mit 2 o Teilen Bariumoxy d in 2 i o Teilen Pyridin, dem 2 Teile Wasser zugesetzt sind, her und filtriert vom Unlöslichen ab. In das Filtrat trägt man 6 Teile Kupferpulver und 42,8 Teile 4-Bz-3 # 5=Trichloranthrachinon-2 # i-benzacridon ein, kocht einige Stunden und saugt in der Kälte ab. Das erhaltene Reaktionsprodukt stimmt mit dem nach Beispiel i erhaltenen überein.
  • Die Hydrazinlösung kann z. B. auch durch Umsetzung von Hydrazinchlorhydrat mit Silberoxyd erhalten werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Überführung carbocyclischer oder mehrkerniger heterocyclischer Halogenverbindungen in halogenärmere oder halogenfreie Verbindungen durch teilweisen oder vollständigen Ersatz des Halogens durch Wasserstoff, dadurch gekennzeichnet, daß man die Halogenverbindungen mit Hydrazin oder seinen Derivaten in Gegenwart von Metallen oder Metallverbindungen bei höherer Temperatur behandelt.
DEI38689D 1929-07-12 1929-07-12 Verfahren zur UEberfuehrung carbocyclischer oder mehrkerniger heterocyclischer Halogen-verbindungen in halogenaermere oder halogenfreie Verbindungen Expired DE567922C (de)

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