DD296705A5 - Verfahren zur fungiziden und antibakteriellen behandlung von haeuten und nach diesem behandelte haeute - Google Patents
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Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur fungiziden und/oder antibakteriellen Behandlung von Haeuten und nach diesem behandelte Haeute. Dieses Verfahren besteht aus der Behandlung dieser Haeute in einem Bad, das ein Lanthan- oder Cersalz beispielsweise ein Lanthanacrylat enthaelt.
Description
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung von Häuten und die so behandelten Häute.
Insbesondere betrifft sie ein Verfahren, das deren bessere Konservierung in biologischer Hinsicht gewährleistet, besonders im Verlauf deren Verarbeitungsverfahrens vor oder nach dem Gerben.
Gegenwärtig sind Häute im allgemeinen in verschiedenen Formen im Handel:
- im Rohzustand (eingesalzt, in Salzlake, trocken eingesalzt und frisch)
- im gepickelten Zustand (Behandlung mit einer Lösung einer Säure in Gegenwart von Salz)
- in reversibel vorgegerbtem Zustand (B. S. H. oder B. S. S, beispielsweise wet white (feuchtweiß), dry white (trockenweiß)
- in gegerbtem Zustand (beispielsweise durch eine Chrombehandlung
- als Halbfabrikat (genannt „stain" [gebeizt])
- oder im Endzustand.
Diese Häute werden häufig in Räumlichkeiten transportiert oder gelagert, die nich zu ihrer Konservierung geeignet sind, insbesondere begünstigen Feuchtigkeit und günstige klimatische Bedingungen bakteriellen Befall und/oder Pilzbefall der Häute.
Die verschiedenen Behandlungslösungen, die auf jeder Stufe der Verarbeitung der Häute eingesetzt werden, können eine antibakterielle oder fungizide Wirkung aufweisen. Dennoch ist dies nicht zur Gewährleistung eines genügenden Schutzes ausreichend.
Dazu ist schon der Einsatz von Produkten oder Zusammensetzungen vorgeschlagen worden, die Verbindungen mit fungistatischer oder antibakterieller Wirkung umfassen, wie beispielsweise Tri- oder Pentachlorphenole, p-/m-Kresol, o-Phenylphenol und ihre Natriumsalze, die Derivate des Benzothiazols (beispielsweise TCMTB), Isothiazolone und Metallsalze wie die Zink- oder Kupfersalze.
Diese speziellen Produkte weisen Nachteile auf, da sie im allgemeinen schwierig zu entfernen sind. Wenn beispielsweise die Häute mit solchen Produkten vor oder während den Wasserbehandlungen behandelt werden, sind diese in den im Verlauf der Hautbehandlung, beispielsweise der Abschabung anfallenden Abfällen, vorhanden. Diese verschmutzten Abfälle können, insbesondere zur Kollagenherstellung, nicht wiederverwendet werden.
Außerdem finden sich diese speziellen Produkte in den Behandlungsabwässern der Häute wieder und führen so zu einer nicht akzeptablen Umweltverschmutzung. Außerdem können diese Produkte einen toxischen Einfluß auf die Verfahren zur Behandlung der Abwässer (biologische Behandlung) haben, die in den Wasserreinigungsbecken erfolgen.
Des weiteren können diese Produkte ebenfalls bei der Hautverarbeitung, beispielsweise nach dem Gerben, störend sein.
vor, das die Behandlung in einem Behandlungsbad umfaßt, das mindestens ein Lanthan- oder Cersalz enthält.
vorzugsweise zwischen 0,04% und 1,25% beträgt.
eingesetzten Produktmenge, sofern nichts gegenteiliges vermerkt ist.
freie Vinylsäure, vorteilhaft zwischen 0,5% und 5% und vorzugsweise zwischen 1 % und 3%, bezogen auf die Darmhaut.
diese gegen sie schädigende Schimmelpilze zu schützen.
irreversible Weise an die Hautfaser anlagert und deshalb leicht durch Waschen entfernt werden kann.
den störenden Einfluß dieser Monomeren hemmt.
enthaltende Häute.
einer Trocknung bis zu einem konstanten Gewicht bei dieser Temperatur.
näher erläutert.
- Eine erste Versuchsreihe wurde mit einer vollständig entkalkten Rindshaut durchgeführt.
Diese Haut wurde zerschnitten und in Stücke mit einem Gewicht von 2000g geteilt. Jedes Stück ist mit einer Pickelsäurelösung behandelt worden, deren Zusammensetzung nachfolgend gegeben wird:
- Probe 1, Kontrollversuch
- Probe 2
- Probe 3
Eine Lösung aus Lanthanacrylat und Acrylsäure, die 172,8 g/l an La2O3 und 476,3 g/l Acrylsäure enthielt, wurde in ein Pickelbad gegeben, das 100% Wasser und 10% Salz enthielt, um eine Konzentration an Acrylsäure von 2% und an La2O3 von etwa 0,725% zu enthalten.
Diese Proben wurden in einem Schutzbehälter bei 18 bis 20°C und einer relativen Feuchtigkeit von 85% gelagert. Unter diesen Lagerbedingungen erschienen Schimmelflecken an der Vergleichsprobe 1 nach 18 Tagen Lagerung, während die Proben 2 und 3 keine Veränderung aufwiesen.
- Eine zweite Versuchsreihe wurde mit einer Rindshaut durchgeführt, die in einem Pickelbad, das 100% Wasser, 5% Natriumchlorid und 1,5% Schwefelsäure enthielt, gepickelt wurde.
Die Haut wurde in Streifen zerteilt, die anschließend in Stabilisierungsbädern zum Erhalt von B. S. H.-Häuten behandelt wurden. Diese Stabilisierungsbehandlung bestand in der Zugabe von 2% (Gewicht pro Darmhaut) Aluminiumpolychlorsulfat (0,16%, ausgedrückt in AI2O3) zur Pickellösung nach der Neutralisation in Form einer wäßrigen Lösung, die eine Basizität von 55%, einen Desulfatisierungsgrad von 82% und einen AI2O3-Gehalt von 8,3% aufwies, der nach dem in der EP-A-218487 beschriebenen Verfahren erhalten wurde.
Im Verlauf dieser Behandlung wurde ein fungizides und/oder antiseptisches Behandlungsmittel zum Stabilisierungsbad zugegeben unter Neutralisierung des Bades zum Erhalt eines pH-Wertes von etwa 4.
- Streifen Nr. 1
- Streifen Nr.2
Eine Lösung die Lanthanacrylat und Acrylsäure (172,8g, ausgedrückt als La2O3 und 476,3 g Acrylsäure) enthielt, so daß 0,4%, ausgedrückt als La2O3, bezogen auf das Darmgewicht (Hautgewicht), vorhanden waren.
- Streifen Nr. 3
23,8g Lanthanacrylat wurdenzum Stabilisierungsbad zugegeben, um einen Gehalt von 0,04%, ausgedrückt als La2O3, bezogen auf das Darmgewicht, zu erhalten.
- Streifen Nr. 4
Ein klassisches antiseptisches Mittel, das unter dem Handelsnamen „Busan 30" vertrieben wird, wurde zum Erhalt einer Konzentration von 0,07%, bezogen auf das Darmgewicht, zugegeben.
200C gelagert.
der gespaltenen Haarseite durch Schimmel befallen.
und die Eigenschaften der erhaltenen gegerbten Häute nicht beeinflußt.
im Verhältnis von 1 χ 10s Zellen pro cm2 Leder beimpft worden waren.
entsprechenden Mikrobenschimmellösung beimpft worden war.
zu einen mit einer eine erfindungsgemäße antibakteriell Verbindung enthaltenden Lösung und zum Vergleich mit einerbekannten und üblicherweise verwendeten Verbindung, nämlich einem unter dem Handelsnamen „BUSAN" vertriebenen
| Antibakterielle | 3Tagen | 6Tagen | % Befall der Probe nach | 16 Tagen | 27 Tagen |
| Zusammensetzung | 50% | 100% | 12 Tagen | 100% | 100% |
| 10% | 60% | 100% | 80% | 80% | |
| Lanthanxylolsulfonat | 5% | 60% | 80% | 80% | 80% |
| Lanthangluconat | 5% | 60% | 80% | 100% | 100% |
| Lanthansulfat | 0% | 5% | 80% | 40% | 60% |
| Lanthanacrylat | 40% | ||||
| Lanthanacrylat+ | 0% | 5% | 5% | 15% | |
| Acrylsäure | 0% | 0% | 5% | 0% | 0% |
| Busan | 0% | ||||
Eine weitere Versuchsreihe wurde nach derselben Arbeitsweise, aber unter Verwendung von mit einer Aluminiumlösung vorgegerbten Häuten, bezeichnet als BSH-Haut, durchgeführt.
Dabei beobachtete man, daß die mit 0,4% Lanthan (ausgedrückt als La2O3) und Lanthanacrylat imprägnierte Haut zu 75% nach 6 Tagen befallen war und die mit einer Lösung von Lanthanacrylat in Acrylsäure imprägnierte zu 50% nach 10 Tagen und 75% nach 24 Tagen befallen war, während eine keine antibakteriellen Mittel enthaltende Haut zu 100% nach 3 Tagen befallen war. Diese Tests wurden ebenfalls mit Häuten, die einer pflanzlichen Gerbung unterzogen worden waren, durchgeführt. Es hat sich gezeigt, daß das Gemisch aus Lanthanactylat und Acrylsäure es ermöglicht, den Schimmelbefall um einige Tage (etwa 6 Tage) unter den Prüfbedingungen zu verzögern, während die unbehandelten Häute sehr schnell (nach 1 Tag) befallen werden.
Claims (12)
1. Verfahren zur fungiziden und antibakteriellen Behandlung von Häuten, dadurch gekennzeichnet, daß es aus ihrer Behandlung in einem Behandlungsbad besteht, das mindestens ein Lanthan- oder Cersalz enthält.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Lanthan- oder Cersalz ein in Wasser lösliches oder dispergierbares Salz ist, ausgewählt aus der Gruppe umfassend die Nitrate, Halogenide, Sulfate und organischen Salze.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die organischen Salze des Lathans oder des Cers Salze einer Vinylcarbonsäure oder einer Organosulfonsäure oder Gluconate sind.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Vinylcarbonsäuresalze Acryl- oder Methacrylsäuresalze sind.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Behandlungsbad eine freie Vinylcarbonsäure enthält.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Behandlung der Häute zugegebene Menge des Lanthans oder des Chers, ausgedrückt als Oxid, zwischen 0,02% und 1,25% und vorzugsweise zwischen 0,04% und 1,25%, bezogen auf die Darmhaut, beträgt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Behandlung der Häute zugegebene Menge an Vinylcarboxylatanion und/oder Vinylcarbonsäure, ausgedrückt als freie Vinylcarbonsäure, zwischen 0,05% und 5% und vorzugsweise zwischen 1 % und 3%, bezogen auf die Darmhaut, beträgt.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das fungizide und antibakterielle Behandlungsbad mit einem der Behandlungsbäder für Häute kombiniert wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es aus der Behandlung von gegerbten oder vorgegerbten Häuten besteht.
10. Häute, dadurch gekennzeichnet, daß sie Lanthan oder Cer enthalten.
11. Häute nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß sie Vinylgruppen in monomerer- oder polymerisierter Form enthalten.
12. Häute nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Lanthan- oder Cergehalt, ausgedrückt als Oxid, zwischen 0,04% und 1,2%, bezogen auf die Trockensubstanz, beträgt.
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