AT137314B - Verfahren zur Veredlung von Kunstfasern. - Google Patents

Verfahren zur Veredlung von Kunstfasern.

Info

Publication number
AT137314B
AT137314B AT137314DA AT137314B AT 137314 B AT137314 B AT 137314B AT 137314D A AT137314D A AT 137314DA AT 137314 B AT137314 B AT 137314B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
yarn
turns
finishing
meter
synthetic fibers
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Original Assignee
Heberlein & Co Ag
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Heberlein & Co Ag filed Critical Heberlein & Co Ag
Application granted granted Critical
Publication of AT137314B publication Critical patent/AT137314B/de

Links

Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D02YARNS; MECHANICAL FINISHING OF YARNS OR ROPES; WARPING OR BEAMING
    • D02GCRIMPING OR CURLING FIBRES, FILAMENTS, THREADS, OR YARNS; YARNS OR THREADS
    • D02G1/00Producing crimped or curled fibres, filaments, yarns, or threads, giving them latent characteristics
    • D02G1/02Producing crimped or curled fibres, filaments, yarns, or threads, giving them latent characteristics by twisting, fixing the twist and backtwisting, i.e. by imparting false twist

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Yarns And Mechanical Finishing Of Yarns Or Ropes (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Veredlung von Kunstfasern. 



   Kunstseide hat in den bisher bekannten Arten den natürlichen Fasern gegenüber unter anderem den   Nachteil grösserer   Sprödigkeit, der durch die verschiedensten Appreturbehandlungen nur in ungenügendem Masse behoben werden kann. Es ist schon vorgeschlagen worden, durch chemische Einwirkung die geringe Elastizität der Kunstfasern zu steigern, aber nennenwerte Erfolge waren auch in dieser Richtung nicht zu verzeichnen. 



   Durch die vorliegende Erfindung gelingt es in einfacher Weise, die erwähnten Mängel der Kunstseide zu beheben bzw. sehr zu vermindern und ihr zugleich eine neuartige Beschaffenheit zu verleihen. 



   Zu diesem Zwecke wird Kunstseidegarn auf einen gewissen höheren Drall gedreht, ausgehend vom   ungedrehten   Zustande oder von bereits mit normaler Drehung versehenen Fäden. Solches Garn wird auf Spulen gewickelt und in dieser Form einer intensiven Befeuchtung bei höheren Temperaturen ausgesetzt. Hierauf erfolgt ein sorgfältiges Trocknen des auf der Spule befindlichen Garns. Nach dieser Behandlung wird das Garn in der entgegengesetzten Richtung wieder aufgedreht, u. zw. in der Regel mit mehr als der ursprünglichen Zahl der Drehungen. so dass das fertige Garn einen dem ursprünglichen entgegengesetzten Drehungssinn aufweist. 



   Durch die Behandlung gemäss der vorliegenden Erfindung erfährt die Kunstseide eine bleibende   Kräuselung.   Die Elastizität wird erhöht und das relative   Wärmeleitungsvermögen   vermindert. Im ganzen entsteht ein Produkt von wollartigem Charakter, welches sich vor echter Wolle durch besonderen Glanz auszeichnet und den charakteristischen warmen Griff der Wolle anfweist. 



   Praktisch wird   zweckmässig   derart verfahren, dass das normal gedrehte oder, was namentlich für Kupferseide in Betracht kommt, das ungedrehte Garn auf einer geeigneten Vorrichtung, wie Zwirnmaschine od. dgl., überdreht wird. Das Mass der   Überdrehung   richtet sich sowohl nach Art und Titer des Kunstseidegarns wie auch nach dem gewünschten Effekt, ob mehr oder weniger   Kräuselung     erwünscht   ist. In der Regel ist mindestens das Vierfache einer normalen Drehungszahl erforderlich, um eine Veränderung im Sinne der Erfindung hervorzubringen.

   Wenn beispielsweise für Titer von 60-80 den als normal 100-130 Drehungen/Meter oder für Titer von 200-300 den als normal 100-150 Drehungen/Meter anzunehmen sind, so würden im ersten Falle   4. 00-1200 Drehungen/Meter, in letzterem   Falle   4. 00-600     Drehungen/Meter   mindestens benötigt werden. Um ausgeprägte Effekte zu erhalten, kann die Drehzahl wesentlich über die Mindestzahl hinaus gesteigert werden. 



   Die überdrehten Garne werden vorteilhaft auf perforierte Spulen aus Metall oder einem sonstigen   wasser-oder hitzebeständigen   Material gewickelt, was zweckmässig in einem Arbeitsgange mit dem Vorgang des Überdrehens geschieht. 



   Die wichtige Benetzungsbehandlung wird bei höherer Temperatur vorgenommen. Besonders bewährt hat sich ein Dämpfen bei atmosphärischem   Überdruck, welches   in einem   Dämpfkessel ausgeführt   werden kann. In gewissen Fällen genügt auch ein Einlegen der Spulen in kochendes oder nahe dem Siedepunkt befindliches Wasser. Zur Unterstützung der Netzwirkung können Netzmittel verwendet werden, die entweder vorher auf die Faser gebracht werden oder   der Netzflüssigkeit zuzusetzen   sind. Der   Netzvorgang   kann je nach Art des 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 Materials und des angewandten Netzverfahrens über eine kurze oder längere Zeit ausgedehnt werden. Wichtig ist, dass nach dem Benetzen ein völliges Trocknen des noch auf der Spule befindlichen Garns stattfindet. 



   Das Aufdrehen wird zweckmässig auf einer Zwirnmaschine oder einer   ähnlichen Vor-   richtung vorgenommen. Nach dem Verwendungszweck des fertigen Produkts richtet sich der Grad des Aufdrehens. Auf jeden Fall hat das Aufdrehen bis gegen den Nullpunkt zu geschehen. Für die meisten Zwecke wird aber über den Nullpunkt hinaus noch weitergedreht, so dass das fertige Garn wieder einen gewissen Drall, nun im entgegengesetzten Sinne, erhält ; man wird hiebei nur soweit als notwendig gehen, um an Arbeit zu sparen. 



   Das Verfahren eignet sich für alle Arten von Kunstseide für ungedrehte, gedrehte oder gezwirnte Gespinste. Auch Mischgespinste mit andern pflanzlichen oder tierischen Fasern können auf diese Weise veredelt werden. Das fertig behandelte Gespinst findet Verwendung für alle Zwecke der   Garnverarbeitung,   wie Gewebe, Gewirke, Geflechte, zu Stickzwecken usw. 



  Die aus den neuartigen Gespinsten gewonnenen Werkstoffe zeichnen sich durch besondere, bisher nicht erreichte Weichheit und Wollähnlichkeit aus. Sie lassen sich nach allen bekannten Methoden der Textilveredlung, wie Bleichen, Färben, Bedrucken usw., weiterverarbeiten. 



   Nach dem Verfahren der Erfindung behandelte Gespinste können auch nachträglich zu Stapelfasern zerschnitten und neu versponnen werden, wozu sich die künstlich gekräuselten Fasern besonders eignen. 



   Ausführungsbeispiele :
1. Kupferseidegarn vom Titer 150 den. mit der Drehungszahl 200 Meter wird auf 2000 Drehungen/Meter überdreht. Hierauf wird das überdrehte Garn, auf Nickelinspulen befindlich, bei 5 Atm. Überdruck während 20 Min. gedämpft. Nach dem Trocknen wird das Garn auf der Zwirnmaschine aufgedreht, über den Nullpunkt hinaus und auf 80 Drehungen/Meter im entgegengesetzten Sinne gebracht. 



   2. Viskosegam vom Titer 450 den. mit Drehungszahl 100 Meter wird auf
1200 Drehungen/Meter überdreht. Alsdann wird das auf der Spule befindliche überdreht Garn bei 2 Atm. Überdruck während einer halben Stunde gedämpft. Nach dem Trocknen wird das Garn aufgedreht über den Nullpunkt hinaus und auf 50   UmdrehungenlMeter   im entgegengesetzten Sinne gebracht. 



   3. Acetatseidegarn vom Titer 120 den. mit der   Drehungszahl   150 Meter wird auf 2000 Drehungen/Meter   überdreht.   Das auf der Spule befindliche Garn wird nun in kochendes Wasser eingehängt und während einer Stunde im kochenden Bade belassen. Nach sorgfältigem Trocknen erfolgt die Aufdrehung, wie in den vorangehenden Beispielen beschrieben, auf eine fertige Drehungszahl von 100 Meter im entgegengesetzten Sinne. 



     4.   Ungedrehtes Kupferseidegarn vom Titer 120 den. wird auf 2500 Drehungen/Meter gedreht. Alsdann werden die Garnspulen während 40 Min. bei 4 Atm. Überdruck gedämpft. 



  Nach dem Trocknen wird das Garn bis zum Nullpunkt aufgedreht und in diesem Zustande auf einer geeigneten Schneidvorrichtung zu Stapelfasern zerschnitten. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Veredlung von Kunstfasern, dadurch gekennzeichnet, dass diese auf eine, gegenüber der normalen mindestens vierfach höhere, zweckmässig möglichst hohe Drehungszahl gebracht, in diesem Zustande gespult, bei höherer Temperatur befeuchtet, getrocknet und hierauf in entgegengesetzter Richtung aufgedreht wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Befeuchten durch Einlegen des gespulten Garns in kochendes oder nahe dem Siedepunkt befindliches Wasser geschieht.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Befeuchten durch Dämpfen des gespulten Garns bei über 1000 C hewirkt wird.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Trocknung auf der Spule erfolgt.
    5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass dem Kunst- seidegespinst durch Aufdrehen über den Nullpunkt hinaus eine der ursprünglichen, im Drehungssinn entgegengesetzte Drehung erteilt wird.
AT137314D 1932-03-11 1933-03-08 Verfahren zur Veredlung von Kunstfasern. AT137314B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEH131000D DE618050C (de) 1932-03-11 1932-03-11 Verfahren zur Herstellung wolleaehnlicher Kunstseide

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT137314B true AT137314B (de) 1934-04-25

Family

ID=7176257

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT137314D AT137314B (de) 1932-03-11 1933-03-08 Verfahren zur Veredlung von Kunstfasern.

Country Status (2)

Country Link
AT (1) AT137314B (de)
DE (1) DE618050C (de)

Families Citing this family (14)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1164597B (de) * 1954-03-31 1964-03-05 Heberlein & Co Ag Verfahren zur Erzeugung permanent gekraeuselter bzw. ondulierter vollsynthetischer organischer Faeden oder Fadenbuendel
DE1073679B (de) * 1960-01-21
DE900522C (de) * 1940-11-13 1953-12-28 Bayer Ag Verfahren zur Herstellung von Fuellmaterialien, insbesondere fuer Polsterzwecke
DE913616C (de) * 1941-03-20 1954-06-18 Bayer Ag Verfahren zur Herstellung von Fuellmaterialien, insbesondere fuer Polsterzwecke
DE949302C (de) * 1941-03-29 1956-09-20 Leo Ubbelohde Dr Verfahren zum Herstellen von voluminoesen, wollaehnlichen, krausen Kunstseidefaeden od. dgl.
DE943106C (de) * 1942-03-27 1956-05-09 Heberlein & Co Ag Verfahren zur Herstellung wollaehnlicher Kunstseide
DE975964C (de) * 1943-10-18 1962-12-27 Heberlein & Co Ag Verfahren zur Erzeugung von Kraeuseleffekten in Faeden und Fadenbuendeln, insbesondere aus kuenstlichem Material
DE967897C (de) * 1948-12-31 1957-12-27 I P Bemberg Ag Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung wollartiger Kunstfaeden
FR1072825A (fr) * 1952-12-20 1954-09-16 Cotonificio Di Lombardia Sa Procédé pour le traitement de fils en matières synthétiques, plus particulièrement de fils de superpolyamides
DE1155561B (de) * 1953-12-17 1963-10-10 Ackermann Goeggingen Ag Verfahren zum Kraeuseln von Faeden, insbesondere synthetischen Faeden aus organischen Hochpolymeren
AT205646B (de) * 1957-01-16 1959-10-10 Heberlein & Co Ag Verfahren zur Herstellung von gekräuselten endlosen Garnen aus vollsynthetischem organischem Material
GB921583A (en) * 1958-05-13 1963-03-20 Ici Ltd A process for the manufacture of improved false-twist-crimped bulked filament yarn
DE1138669B (de) * 1960-10-15 1962-10-25 Klaus Uhlmann Verfahren zur Erzeugung von hochelastischen Baumwollgarnen und -zwirnen
FR1306048A (fr) * 1961-08-25 1962-10-13 Procédé de moulinage des fils textiles multibrins d'origine synthétique et procédé de traitement de tissus réalisés avec de tels fils

Also Published As

Publication number Publication date
DE618050C (de) 1935-08-31

Similar Documents

Publication Publication Date Title
AT137314B (de) Verfahren zur Veredlung von Kunstfasern.
DE747928C (de) Verfahren zur Herstellung von knitterfestem und quellbestaendigem Cellulose- oder Cellulosehydrattextilgut
DE1908278A1 (de) Neue Textilerzeugnisse und Verfahren zu ihrer Herstellung
DE656780C (de) Verfahren zur Herstellung eines wollaehnlichen Garnes
DE2321852B2 (de) Verfahren zum Herstellen eines gekräuselten Garns aus proteinhaltigen Fasern mit permanentem Stretcheffekt
DE1149132B (de) Verfahren zum Kraeuseln von Garnen aus Celluloseesterfaeden bzw. -fadenbuendeln
DE731902C (de) Garn aus kuenstlichen Faeden oder Fasern
DE360724C (de) Kunstseidene Textilwaren
DE742450C (de) Verfahren zur Herstellung wollaehnlicher Acetatkunstseidefaeden
DE2312124A1 (de) Verfahren zur verbesserung der textilen eigenschaften von polypeptidfasern
AT143841B (de) Verfahren zum Schlichten von Kunstseide.
DE527679C (de) Verfahren zum Aufschliessen von Stapelfaserbuendeln
CH426090A (de) Verfahren zur Herstellung gekräuselter Fäden
DE549501C (de) Verfahren zur Herstellung von Webstoffen
DE734208C (de) Verfahren zum Wasserabstossend- und Knitterfestmachen von Textilgut aus Cellulose- oder Cellulosehydratfasern
DE448939C (de) Gewebe mit kammgarnartigem Aussehen
AT108781B (de) Verfahren zur Herstellung von Schußflorgeweben.
AT101295B (de) Verfahren zur Behandlung von Seide.
CH361083A (de) Verfahren zur Herstellung eines hochgedrehten Garns
DE650900C (de) Verfahren zum Spinnbarmachen von sproeden und glatten animalischen Haaren
DE21573C (de) Verfahren zum Bleichen und Färben der Baumwolle
DE680581C (de) Verfahren zum Herstellen textiler Flaechengebilde fuer Leibwaesche aus cellulosehaltigen Faserstoffen
AT214568B (de) Verfahren zur Herstellung von Fadenbündeln aus regenerierter Cellulose mit einer latenten durch Befeuchten mit Wasser aktivierbaren Kräuselfähigkeit
DE943106C (de) Verfahren zur Herstellung wollaehnlicher Kunstseide
AT140964B (de) Schappe-Seidengewebe.