DE549501C - Verfahren zur Herstellung von Webstoffen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Webstoffen

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DE549501C
DE549501C DE1930549501D DE549501DD DE549501C DE 549501 C DE549501 C DE 549501C DE 1930549501 D DE1930549501 D DE 1930549501D DE 549501D D DE549501D D DE 549501DD DE 549501 C DE549501 C DE 549501C
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Webstoffen Es ist vorgeschlagen worden, besondere Effekte bei Webstoffen dadurch zu erzielen, daß normal gedrehte Garne zunächst durch "tränken mit einem Klebstoff verleimt werden und das Gebilde dann so weit aufgedreht wird, daß die Garne keinen oder nur noch ganz geringen Drall besitzen. Diese Gebilde werden dann als Schußgarn verwendet und schließlich von dem eingetragenen Klebstoff befreit. Durch diese Verfahrensart werden tatsächlich wertvolle Effekte erzielt, jedoch ist dieses Verfahren, wie aus dem oben Genannten ohne weiteres sich ergibt, ziemlich umständlich und kostspielig, da es eine vierstufige Behandlung der Schußgarne erfordert.
  • Es ist auch schon vorgeschlagen worden, bei der Herstellung von kunstseidenen Textilbaren Fadenbündel zu benutzen aus unmittelbar von den Kunstseidenmaschinen gelieferten Fäden, die nicht gezwirnt sind, sondern nur durch eine Appretur zusammengehalten «-erden. Auch ist schon der Vorschlag gemacht «-orden, ohne Benutzung einer Verleimung oder gleichwirkenden Appretur bei Wirk- und Strickwaren ein luntenartiges Fasergebilde zur Bildung der Ware, insbesondere der Maschen der Strickware, zu benutzen, da solches leichtgedrehtes Vorgespinst beim Wirken oder Stricken dann verwendet werden kann, wenn dafür Sorge getragen wird. daß das Material nicht gestreckt oder gezogen wird, so daß die Fasern hierbei auseinandergezogen werden. Nun ist die Beanspruchung der Fäden bei der Herstellung von Geweben eine ungleich größere, so daß die Eignung von Garnen mit nur unvollständiger Drehung nicht zu erwarten war. Die Erfinderin hat nun überraschenderweise festgestellt, daß bei der Herstellung von Webwaren ohne Verwendung einer Appretur bzw. Verleimung die Benutzung von befeuchteten Schußgarnen mit nur unvollständiger Drehung wider Erwarten nicht nur bei der maschinellen Weberei durchaus technisch möglich ist, sondern auch, daß die gleichen und sogar bessere Effekte als mit Verleimung erzielt werden können auf diese ungleich einfachere Art. Die Garne mit unvollständiger Drehung nämlich, bei denen die Drehzahl also etwa die Hälfte des üblichen Wertes oder noch weniger beträgt und deren Zugfestigkeit zur Verwendung als Schuß iin trockenen Zustande unzureichend ist, führen bei Eintragen in eine beliebige Webkette als befeuchtetes Schußgarn zu Geweben von guter Fülle und Weichheit und ausgezeichneten Glanzeffekten.
  • Zur Herstellung von Webstoffen, besonders aus Baumwolle, gemäß der Erfindung «-erden in eine beliebige Webkette Schußgarne eingetragen, denen bei Herstellung eine nur unvollständige Drehung erteilt und die kurz vor dein Verweben befeuchtet worden sind.
  • Ein Befeuchten von Schußgarnen ist in der Weberei zwar schon, namentlich in der Fein- Weberei, üblich gewesen, doch handelt es sich dabei um..- die Befeuchtung normaler Webgarne zwecks Glättens des Fadens zur Erzielung einer _mögl-ichst-- geringen gegenseitigen Reibung der Fäden beim Webvorgang. Die Wirkung der Befeuchtung ist also in gewollter und bewirkter Weise die eines Schmiermittels.
  • Die Erfinderin hat dagegen festgestellt, daß die für das Erfindungsverfahren benötigten lose gedrehten Garne durch das Befeuchten eine Erhöhung der Zugfestigkeit um das Vielfache erfahren. Beispielsweise zeigte ein lose gedrehtes Garn in trockenem Zustande am Dynamometer eine Reißbelastung von 28 g, nach dem Befeuchten aber von 245 g, also eine fast neunfache Erhöhung der Zugfestigkeit. Die gewollte und erreichte Wirkung der Befeuchtung ist also eine ganz andere.
  • Gemäß der Erfindung ist also nur nötig, bei der Herstellung der Fäden das Drehen vor Erreichung der Drehzahl abzubrechen. Die Garne gelangen also ohne besondere Vorbereifung und in unvollständig gedrehtem Zustand in die Hand des Webers. Kurz vor dem Verweben hat der Weber nur die Befeuchtung in bekannter Weise zu besorgen. Dies kann z. B. geschehen durch Einlegen der Schußbobinen in Wasser, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme eines evakuierten Gefäßes, um das Eindringen des Wassers zu gewährleisten. Dem Wasser können Netzmittel zwecks besseren Eindringens oder hygroskopische Stoffe, um ein vorzeitiges Eintrocknen der Schußgarne zu verhindern, zugesetzt werden. Es kann in manchen Fällen auch genügen, die Garnspulen einige Zeit vor dem Verweben in nasse Tücher einzuschlagen und zu lagern. Auch durch Dämpfen kann die Befeuchtung der Garne bewirkt werden.
  • Bei dem Verfahren der Erfindung fallen alle die lästigen und kostspieligen Verfahrensstufen des bekannten Verfahrens fort, denn weder findet eine Leimung statt noch eine Aufdr ehung der geleimten Fäden, noch das lästige Verweben der geleimten Fäden, und das spätere Entleimen wird ebenfalls vermieden und dabei Effekte erzielt, die gleich und besser sind.
  • Es wird die Fülle und Weichheit des Gewebes verbessert infolge der lockeren und daher mehr deckenden Schußgarne. Bei der Gewebernerzerisation zeigt sich durch die annähernd parallele Lagerung der Fasern der Schußgarne eine ganz erhebliche Glanzsteigerung. Außerdem wirken sich eine Reihe anderer Ausrüstprozesse besonders günstig auf derartige Gewebe aus, da der' offene Schußfaden Appreturmitteln und mechanischen Manipulationen sehr zugänglich ist.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Webstoffen, besonders aus Baumwolle, dadurch gekennzeichnet, daß in eine beliebige Webkette befeuchtete Schußgarne eingetragen werden, denen bei der Herstellung eine nur unvollständige Drehung erteilt wurde.
DE1930549501D 1930-09-23 1930-09-23 Verfahren zur Herstellung von Webstoffen Expired DE549501C (de)

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