DE864075C - Verfahren zum Verbinden von Faeden - Google Patents
Verfahren zum Verbinden von FaedenInfo
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Description
- Verfahren zum Verbinden von Fäden Die Erfindung bezieht sich auf das Verbinden von Fäden und insbesondere von einfachen Fäden, die als einfache Fäden weiter verwendet oder mit einem anderen Faden oder anderen Fäden zusammenge dreht werden sollen.
- Bei der Verarbeitung von Fäden ist es häufig notwendig, zwei Längen miteinander zu verbinden, beispielsweise das Abfangsende einer Fadenspule mit dem Ablaufende einer anderen Fadenspule, oder zwei Enden miteinander zu verbinden, zwischen denen irgendeine Fehlstelle, beispielsweise ein Knoten, herausgeschnitten worden ist.
- Das übliche Verfahren besteht darin, die beiden Fäden durch einen Knoten zu verbinden. Knoten sind jedoch in vielen Fällen nachteilig. Beispielsweise beruhen die beim Abwickeln von Spulen durch Verfitzen auftretenden Schwierigkeiten manchmal auf der Anwesenheit von Knoten im Faden. Weiterhin haben Knoten die Neigung, sich in verschiedenen Elementen von Fadenbehandlungsmaschinen, z. B. in den Platinen und Kämmen von Webstühlen und in den Nadeln von Wirkmaschinen, zu verfangen. Fernerhin müssen Knoten, wenn sie im fertigen Textilerzeugnis erscheinen, entweder entfernt werden, oder sie bilden einen sichtbaren Warenmangel.
- Es ist fernerhin bekannt, zwei Fäden in der Weise miteinander zu verbinden, daß die beiden Fäden an den miteinander zu verbindenden Enden eine kurze Strecke weit au£gedreht, dann mit ihren Enden aufeinandergelegt und diese zusammengedreht werden. Eine solche Fadenverbindung ist aber -mangelhaft, weil die Verbindungsstelle entweder dichter oder dicker als jeder ursprüngIiche Faden ist, was vor allem deshalb unvorteilhaft ist, weil die Verbindungsstelle dazu neigt, nicht die. erforderliche Drehung beizubehalten.
- Es würde aber auch nicht einmal genügen, wenn etwa die aufgedrehten Enden zunächst dadurch verjüngt bzw. zugespitzt würden, daß die im Bereich der Schnittstelle entstandenen Fasern kurzer Länge vor dem Zusammenlegen der beiden Fadenenden herausgezupft würden. Tatsächlich entsteht beim Aufeinanderlegen und Zusammendrehen zweier solcher verjüngter Fadenenden zwar eine Verbindunjgsstelle, die dem ursprünglichen Faden bezüglich Dicke oder Dichte ähnlich ist. Eine derart erzeugte Verbindung hat aber erfahrungsgemäß eine nur sehr geringe Festigkeit, sofern nicht ein Klebemittel verwendet wird. Es muß daher angenommen werden, daß bei einer solchen Verbindung der Zusammenhang der einzelnen Fasern im Bereich der Verbindungsstelle mangelhaft im Vergleich zu dem Faserzusammenhang in den ursprünglichen Fadenteilen ist.
- Die Erfindung bezweckt nun die Schaffung einer Verbindung zwischen zwei Fadenenden, welche eine verbesserte Festigkeit besitzt und die störenden Mängel von Knoten und anderen früher verwendeten Fadenverhindungen vermeidet.
- Weitere Ziele und vorteilhafte Merkmale der Erfindung sind aus der Ileschreibung und den Zeichnungen ersichtlich, in denen die Erfindung in Ausfü'hrungsbeispielen beschrieben ist.
- In der Zeichnung, in der alle Figuren, wenn auch nicht maßstabsgerecht, vergrößert sind, bedeutet Fig. I eine schematische ansicht zweier Stücke eines einfachen Fadens, die erfindungsgemäß miteinander verbunden werden sollen, Fig. 2 eine schematische Darstellung zweier Fadenstücke, deren Enden eine Strecke lang aufgedreht sind, Fig. 3 eine schematische Darstellungvder beiden Enden in eng übereinander gelegter Lage, Fig. 4 eine schematische Ansicht der Endteile nach Fig. 3 nach dem Ausziehen, Fig. 5 eine schematische Ansicht der fertigen -Verbindung, nachdem das auseinandergezogene Material zusammengedreht worden ist.
- Ein Vorteil der Erfindung liegt in der Möglichkeit, der Fadenverbindungsstelle unter Berücksichtigung der Art und Eigenschaften der Faser, der Drehung und leder Stärke des zu verbindenden Fadens jede gewünschte Länge zu geben. Die Erfindung beseitigt also gewisse praktische Einschränkungen, die früher die Festigkeit einer Verbindung störend begrenzten.
- Die Erfindung betrifft demgemäß ein Verfahren zum Verbinden zweier aus Fasern zusammengesetzten Fäden, bei dem die beiden Fadenenden zunächst aufgedreht, dann aufeinandergelegt und schließlich miteinander verdreht werden und kennzeichnet sich dadurch, daß die beiden Fadenenden zwischen dem Aufdrehen und dem Zusammendrehen ausgezogen werden.
- Die Erfindung kann -durch maschinelle oder manuelle Fadenbehandlung durchgeführt werden.
- Bei manueller Herstellung kann das Material vor und während des Ausziehens mit Hilfe von einfachen Klammern oder durch das Material gegen eine Oberfläche anpressende Gewichte in aufgedrehtem Zustand gehalten werden.
- Bei der Durchführung der Erfindung werden zunächst die beiden verschiedenen Fadenstücke an ihren Enden praktisch völlig aufgedreht. Vorzugsweise werden die Fadenenden auf eine Länge aufgedreht, die größer als die mittlere Länge der Fasern ist, aus denen der Faden besteht, oder noch besser sogar die maximale Faserlänge überschreitet.
- Beispielsweise wird bei Baumwolle mit einer mittleren Faserlänge von 25 mm bei beiden Fadenenden die Drehung auf eine Länge von 50 mm hin entfernt.
- Infolgedessen besteht das aufgedrehte Fadenende zum großen Teil aus einer Durchschnittsauswahl der den Faden bildenden Fasern, wobei ein großer und oft sogar der überwiegende Teil der Fasern des aufgedrehten Endes sich nicht in den übrigen, gedreht bleibenden Hauptteil des Fadens erstreckt, sondern sozusagen in dem aufgedrehten Ende schwimmt und daher durch. Ausziehen in Längsrichtung verschoben werden kann.
- Bei diesem bevorzugten Verfahren bestehen daher die aufgedrehten Enden der beiden zu vereinigenden Fadenstücke zum großen Teil aus Fasern, die niemals zerschnitten oder zerbrochen worden sind, so daß die Verbindung nicht in bezug auf ihre Festigkeit von solchen verkürzten und weniger erwünschten Fasern abhängig zu sein braucht.
- Die Entfernung der Drehung aus den beiden Fadenstücken wird vorzugsweise und ganz schnell in der Weise bewirkt, daß man die Drehung in den übrigen Fadenteil hinein verlegt und sie dort so lange festhält, wie die Fäden unverdreht sein müssen. Daher wird unter Festhalten des Endes des Fadenstückes II an der Linie 13-I3 die ursprünglich in dem Teil des Fadenstückes II zwischen Iden Linien I3-I3 und I4-I4 befindliche Drehung nach links in den Hauptteil des Fadenstückes II hineingedrängt, wo, wie in der Fig. 2 dargestellt ist, die Drehung infolgedessen etwas steiler als ursprünglich wird. Dann wird der Faden II an der LinielIq-Iq festgehalten und dadurch - zeitweilig verhindert, daß die Drehung in den Teil II zwischen den Linien I3-I3 und I4-I4 zurückläuft.
- In ähnlicher Weise wird gleichzeitig oder anschließend das entsprechende Ende des anderen Fadenstückes 12- aufgedreht, so daß nunmehr sich die einander entsprechenden Enden der beiden Fäden in aufgedrehtem Zustand befinden. Wenn dabei das Aufdrehen durch Verlagerung der Drehung in die Hauptteile der Fäden erfolgte, dann vergrößert die ursprünglich in den Enden befindliche Drehung die ursprünglich in den Hauptteilen der Fadenstüche befindliche Drehung. Selbstverständlich brauchen die Fadenstücke während dieses Aufdrehens ihrer Enden weder einander gegenüberzustehen noch, wie in Fig. 2 dargestellt, parallel zueinander zu liegen. Sie wurden aber in Fig. 2 so dargestellt, da es einfach ist, sie in dieser Art zu halten und zu behandeln. Nach dem Aufdrehen der beiden Fadenstücke werden sie ausgezogen und dann gemeinsam verdreht. Hierbei wird die Festigkeit der Verbindung beträchtlich verbessert, wenn das ausziehen der beiden aufgedrehten Fadenenden gleichzeitig und bei gegenseitiger Berührung der beiden Enden durchgeführt wird. Dieses bevorzugte Verfahren soll nunmehr beschrieben werden.
- Die Fig. 3 stellt demgemäß die beiden aufgedrehten Fadenenden einander entgegengesetzt dicht übereinanderliegend vor dem Ausziehen dar.
- Daraufhin werden die in aufgedrehtem Zustand gehaltenen beiden Enden gemeinsam ausgezogen, wodurch die in Fig. 4 schematisch dargestellte Verlängerung der beiden aufgedrehten Enden und eine entsprechende Verringerung der Niaterialstärke der eventuell entstehenden Verbindung im Vergleich zum bloßen, ohne Ausziehen erfolgenden Vereinigen dieser Enden entsteht. Das Ausziehen verringert beträchtlich das Ausmaß, mit dem Fasern oder Faserenden um das Faserbündel jedes Endstückes herumgeschlungen sind und bringt sie in einen ausgerichteten Zustand, in dem sie am besten mit Nachbarfasern in Zusammenhang gebracht werden können. Wenn im Sinn der bevorzugten Ausführungsform das Ausziehen gleichzeitig ausgeführt wird, während die beiden Enden übereinander und in Berührung miteinander liegen, dann verschwindet die in Fig. 3 schematisch angedeutete Trennlinie zwischen den beiden Fadenenden infolge des Ausziehens pralstisch, wie in Fig. 4 dargestellt ist. Dadurch wird der Zusammenhalt der aus den beiden Fadenenden herausragenden Fasern gefördert unld die Festigkeit der endgültigen Verbindung entsprechend erhöht.
- Der Zusammenhang der aus den einander gegen- -überliegenden Fadenenden herausragenden Fasern kann weiterhin dadurch verbessert werden, daß man die Gesamtlänge der zum Zweck des Ausziehens übereinandergelegten, aufgedrehten Enden vergrößert. Diese Verfahrensmöglichkeit, die Verbindung so lang wie irgendwie gewünscht zu machen, ist vorteilhaft, weil dadurch erreicht werden kann, daß die beiden überlappendell Enden der Verbindung ihr ursprüngliches Wesen als getrennte Fäden verlieren und durch Zusammenhang ihrer Einzelfasern die Festigkeit der Verbindung erhöhen. Nach erfolgtem Ausziehen wird das ausgezogene Material in gleichem oder annähernd gleichem Maße wie der ursprüngliche Faden gedreht, so daß die in Fig. 5 dargestellte Verbindung entsteht, in der alle Teile des vereinigten Fadens praktisch den gleichen Drehungsgrad besitzen.
- Wenn das Auf drehen der Fadenenden durch Verlagerung der Drehung in dem übrigen Hauptteil der Fäden erfolgte und dort während des Ausziehens zurückgehalten wurde, dann kann die Drehung leicht wieder auf das ausgezogene Material zurückübertragen werderi, indem der an den Linien I3-I3 und 14-14 ausgeübte Zwang aufgehoben wird. Damit wird der Drehung gestattet, aus den beiden Hauptfadenstücken in das ausgezogene Material zurückzulaufen. Das oben beschriebene Ausziehen kann zweckmäßigerweise so weit getrieben werden, daß nach Wiederherstellung der Dre'hung das neu verdrehte Material der Fadenverbindung ungefähr die Stärke der Hauptteile der miteinander verbundenen Fadenteile besitzt. Dies wird erreicht, wenn die aufgedrehten Teile auf etwa die doppelte Länge, also die Länge L der Fig. 2 auf die Länge zweimal L gemäß der Fig. i ausgezogen werden.
- Wenn, wie oben angegeben, jedes der während des Vorganges ausgezogenen, aufgedrehten Faden enden so lang ist. daß ein großer Teil eine mittlere Faserauswashl in bezug auf die im ursprünglichen Faden Eenthaltenen Fasern darstellt und infolgedessen ein großer Teil ihrer Fasern sich nicht in den noch gedrehten Hauptteil des Fadens hinein erstreckt, sondern innerhalb des aufgedrehten Endes schwimmt, dann kann der Faden an der ausgezogenen Verbindung bezüglich seiner Faserverteilung derjenigen im ursprünglichen Faden entsprechen. Die erzielte Fadenverbindung erfordert keinen Klebstoff und hat trotzdem die gleiche Festigkeit. Fernerhin ist die Verbindung in Stärke und Aussehen praktisch nicht von dem ursprünglichen Faden zu unterscheiden, abgesehen davon, daß die beiden winzigen Schwanzendell ohne Nachteil aus der Fadenverbindung herausragen können, wie in Fig. 5 dargestellt ist.
- PATENT.NNSPRT CIXE I. Verfahren zum Verbinden zweier aus Fasern zusammengesetzten Fäden, bei dem die beiden Fadenenden zunächst aufgedreht, dann aufeinandergelegt und schließlich miteinander verdreht werden, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Fadenenden zwischen dem Aufdrehen und dem Zusammendrehen ausgezogen werden.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenenden auf eine solche Länge aufgedreht werden, daß im aufgedrehten Teil sich unverdrehte Fasern von mindestens mittlerer, vorzugsweise maximaler Länge der den Faden bildenden Fasern befinden.3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeidhnet, daß das Aufdrehen über eine solche Länge hin erfolgt, daß ein großer Teil der in dieser Länge befindlichen Fasern sich nicht in die gedreht bleibenden Fadenteile hinein erstreckt.4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Aufdrehen der beiden Fadenenden durch Verlagerung der Drehung aus den auszuziehenden Enden in die übrigen Fadenteile erfolgt.5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Zusammendrehen der ausgezogenen Enden durch Zurücklaufenlassen der Drehung aus den übrigen Fadenteilen in die aufeinandergelegten und ausgezogenen Fadenenden erfolgt.6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeiehnet, daß die beiden aufgedrehten Fadenenden ausgezogen werden, während sie gegeneinander und in Berührung miteinander liegen.7. Verfahren nach einem der Ansprüche T bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Aus ziehen in solchem Maße durchgeführt wird, daß nach dem Zusammendrehen die Verbindungsstelle ungefähr den Durchmesser des Hauptteiles des Fadens hat.8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausziehen bis auf etwa die doppelte Länge des Aufdrehen erfolgt.Angezogene Druckschriften Deutsche Patentschrift Nr. 523 012.
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