DE618551C - Verfahren zur Herstellung selenhaltiger Benzanthronderivate - Google Patents

Verfahren zur Herstellung selenhaltiger Benzanthronderivate

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DE618551C
DE618551C DEI42406D DEI0042406D DE618551C DE 618551 C DE618551 C DE 618551C DE I42406 D DEI42406 D DE I42406D DE I0042406 D DEI0042406 D DE I0042406D DE 618551 C DE618551 C DE 618551C
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selenide
benzanthrone
selenium
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B3/00Dyes with an anthracene nucleus condensed with one or more carbocyclic rings
    • C09B3/02Benzathrones
    • C09B3/06Preparation from starting materials already containing the benzanthrone nucleus

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung selenhaltiger Benzanthronderivate Die Erfindung betrifft die Herstellung selenhaltiger Benzanthronderivate.
  • Es wurde gefunden, daß beim Erwärmen von Alkaliseleniden mit Bz-i-halogenbenzanthronen inwässrigem oder organischemMediurn Bz-r-benzanthronselenwasserstoff entsteht, der durch Erhitzung, vorzugsweise in Gegenwart von Kupfer, und hierauf durch Oxydation, Nitrierung, Halogenierung, Sulfonierung oder Alkylierung in wertvolle selenhaltige Zwischenprodukte übergeführt werden kann.
  • Als Ausgangsstoffe verwendet man z. B. Bz-i-chlorbenzanthron, das mit Alkaliseleniden oder mit Stoffen, aus denen Alkaliselenide entstehen, wie beispielsweise Selen und Ätznatron, in Gegenwart wässeriger oder organischer Lösüngs- oder Verdiinnungsmittel am Rückflußkühler oder in einem geschlossenen Gefäß erhitzt wird. Der so erhaltene Bz-i-benzanthronselenwasserstoff besitzt wahrscheinlich die Konstitution Aus diesem Körper entsteht durch Erhitzen das entsprechende Bz-i, Bz-r'-dibenzanthronylselenid, worauf durch Behandlung mit Wasserstoffperoxyd in konzentrierter Schwefelsäurelösung ein Oxydationsprodukt erhalten wird, und zwar anscheinend ein Dibenzanthronylselenon der Formel Chlor-, Methyl-, Nitro- und andere Substitutionsprodukte können gleichfalls hergestellt werden.
  • Die nachstehenden Beispiele dienen zur Erläuterung der Erfindun" ohne sie einzuschränken. Die Teile sind Gewichtsteile.
  • Beispiel z 9 Teile Bz-i-chlorbenzanthron, 5o Teile denaturierter Spiritus, 3 Teile Calcumhydroxydpulver, 7 Teile Natriumacetat und a Teile Selen werden gemischt und in einem .geschlossenen Kessel langsam auf i8o° bei ungefähr 2r Atm. erhitzt. Dabei entsteht eine violette Schmelze.
  • Kocht man diese Schmelze mit q.oo Teilen Wasser und 3o Teilen Natriumselenid und filtriert, so bleibt ein grünlichgelber Rückstand, welcher sich bei .der Aufarbeitung als Bz-i, Bz-i'-dibenzanthronylselenid erweist. Durch sorgfältiges Ansäuern des Filtrates wird ein orangegelbes Produkt niedergeschlagen; welches 2;5 °% Selen enthält und offenbar Bz-i-benzanthronselenwasserstoff ist. Dieser Körper ist in Ätznatronlösung unlöslich, löst sich aber vollständig in Natriumsulfid- oder in Natriumselenidlösungen. Er löst sich auch in konzentrierter Schwefelsäure mit blauvioletter Farbe, beim Schmelzen auf ungefähr 300° wird er in ein Produkt umgewandelt, welches Bz-i, Bz-i'-dibenzanthronylselenid enthält.
  • An Stelle der Mischung von Calciumhydroxyd und Natrinmacetat können 4 Teile Atznatron treten, und zum Aufarbeiten der Schmelze kann an Stelle des Natriumselenids die gleiche Menge Natriumsulfid verwendet werden. Die Durchführung der Arbeitsweise ist im übrigen genau wie oben angegeben. Beispiel-2o Teile Bz-i-chlorbenzanthron, 8o Teile Ätznatron, 8o Teile Selen, ioo Teile Wasser und ioo Teile denaturierter Spiritus werden am Rückfiußkühler 24 Stunden lang gekocht. Die sich ergebende violette Schmelze wird dann mit iooo Teilen Wasser verdünnt und filtriert. Der violettbraune Rückstand wird mit etwas Wasser gewaschen, mit Natriumsulfidlösung extrahiert, um den Überschuß an Selen zu entfernen, und schließlich mit verdünnter Chlorwasserstoffsäure behandelt. Der Trocknungsrückstand ist ein orangegelbes Pulver, welches fast vollständig in Natriumsulfidlösung mit violetter .Farbe löslich ist. Er ist unlöslich in Natronlauge, löst sich aber in, konzentrierter Schwefelsäure mit blauvioletter Farbe. Er schmilzt bei 29o bis 300°, offenbar unter Zersetzung.. Er enthält 25°/o Selen und ist als Bz-i-benzanthronselenwasserstoff anzusprechen.
  • Beispiel 3 i Teil Bz-i-benzanehronselenwasserstoff wird mit i Teil Kupferfeilspänen und ioTeilen Nitrobenzol mehrere Stunden behandelt. Beim Filtrieren der heißen Schmelze kristallisiere in sel£r ;gutenAusbieuten praktisch reines Bz-i, Bz-i'-dib;enzanehronylselenid, aus. Beispiel 4 Bz-i-benzanthronselenwasserstoff wird in einem Metallbade auf 300° erhitzt, bis das orange Pulver schmilzt und geschmolzen bleibt. Beim Mahlen des pechähnlichen Produktes und Extrahieren mit Natriumsulfid, um unverändertes Ausgangsmaterial zu entfernen, erhält man ein Produkt, welches das im .Beispiel 3 beschriebene Selenid enthält. Beispiels i Teil Bz-z@benzanthronselenwasserstoff wird in einem geschlossenen Kessel mit io Teilen Alkohol mit einer Spur Kupfer und '/2 Teil Kalk erhitzt, bis eine praktisch quantitative Ausbeute des im Beispiel 3 beschriebenen Erzeugnisses. erhalten wird.
  • Beispiel 6 15o Teile Brom werden zu 25 Teilen Bz-i-, Bz-i'-dibenzanthronylselenidbei Raumtemperatur zugesetzt. Das Ganze läßt man unter Umrühren - 36 Stunden stehen. Der Bromüberschuß wird nachher durch Zusatz von Natriumbisulfidlösung zerstört. Das Produkt wird nach der Filtration mit Wasser gewaschen, getrocknet und darauf aus der zehnfachen Menge Nitrobenzol umkristallisiert. Das Produkt entspricht einem Tetrabromderivat. Der Bromgehalt beträgt 38,68°/a, der Schmelzpunkt ist 23,5 bis 256°.
  • Beispiel Trockenes Chlorgas wird in eine gerührte Mischung von io Teilen Bz-i, Bz-i'-dibenzanthronylselenid, ioo Teilen Nitrobenzol und einer Spur Jod 8 Stunden lang eingeleitet, wobei die Temperatur auf 18 bis 2o° gehalten wird. Die festen Bestandteile werden durch Filtration abgeschieden und mit Nitrobenzol gewaschen. Das anhaftende Nitrobenzol wird durch Dampfdestillation entfernt, das Erzeugnis durch Filtration abgeschieden und .getrocknet. Das Rohprodukt enthält 7,44/" Chlor.
  • Beispiel 8 ioTeile Bz-i, Bz-i'-dibenzanthronylselenid werden unter Umrühren in i5o Teilen reiner konzentrierter Schwefelsäure bei 17 bis 20° aufgelöst. Während man die Temperatur auf dieser Höhe erhält, werden 15 Teile 3o°/oiges Wasserstoffperoxyd in 75 Minuten zugesetzt, und nachher wird das Ganze bei 17 bis 2o° 65 Minuten lang gerührt. Das Gemisch wird in 15oo Teile Wasser abgelassen, gerührt, filtriert, mit kaltem Wasser säurefrei gewaschen und getrocknet. Das Oxydationsprodukt ist offenbar Bz-i, Bz-i'-dibenzanthronylselenon. Die Lösung desselben in Schwefelsäure ist gelblichgrün. Der Schmelzpunkt des auf diese Weise hergestellten Stoffes ist 168 bis 175°.
  • Beispiel 9 io Teile des Selenids und 75,2 Teile 96°/oiger Salpetersäure werden bei Raumteyjnpcratur über Nacht gerührt. Das Produkt läßt man in iooö Teile Wasser tropfen, filtriert es, wäscht es mit kaltem Wasser säurefrei und trocknet es. Beim Umkristallisieren aus Nitrobenzol wird eine geringe Menge eines Stoffes mit einem Stickstoffgehalt gewonnen, der etwa einem Tetranitroderivat entspricht. Der Schmelzpunkt ist 318 bis 32o°.
  • Beispiel io io Teile des Selenids werden unter Umrühren in i 5o Teilen reiner konzentrierter Schwefelsäure bei 17 bis 2o0 aufgelöst. Unter Aufrechterhaltung der Temperatur werden 5 Teile 6801oiger Salpetersäure die in 15 Teilen reiner konzentrierter Schwefelsäure aufgelöst sind, in 6o-Minuten zugesetzt. Nachher wird das Ganze bei 17 bis, 2o0 8o Minuten lang gerührt. Die Mischung läßt man in z5oo Teile Wasser tropfen, rührt, filtriert, wäscht mit kaltem Wasser säurefrei und trocknet. Das Rohprodukt wird aus Nitrobenzol umkristallisiert. Beispiel ii i Teil Bz-i-benzanthronselenwasserstoff wird in io Teilen Schwefelsäure aufgelöst und 5 Stunden gerührt, bis die violette Farbe sich in Rot verwandelt, und zwar unter Entwicklung von ein wenig Schwefeldioxyd. Durch Verdünnen mit Wasser wird ein orangegelber Körper niedergeschlagen, der sich bei der Extraktion mit Natriumsulfidlösung als Gemisch aus unverändertem Ausgangsmaterial und etwas Bz-i, Bz-i'-dibenzanthronylselenid erweist.
  • Wird bei 5o0 gearbeitet, so findet derselbe Prozeß statt. Arbeitet man bei ioo°, so geht die Farbe der Lösung über Rot nach Grünblau über, und eine große Menge Schwefeldioxyd wird entwickelt. Beim Verdünnen wird eine dunkelbraune Paste erhalten, die nach dem Abfiltrieren und nach der Extraktion mit Natriumsulfid ein schwarzes Pulver hinterläßt.
  • Der Körper gibt eine mattgrüne Lösung in Schwefelsäure und bei der Schmelze mit alkoholischem Ätzkali einen Farbstoff, der in seinen Eigenschaften dem Isodibenzanthron entspricht.
  • Beispiel z2 2345 Teile des Produktes nach Beispiel 3 werden zu 258,5 Teilen. von 6,5ojoigem Oleum während 30 Minuten zugesetzt, wobei die Temperatur auf 22 bis 25 ° C gehalten wird. Das Ganze wird bei 22 bis 25° C gerührt, bis vollständige Sulfonierung .eingetreten ist, was an der vollständigen Löslichkeit einer Probe in heißem Wasser erkennbar ist. Dann läßf man die Mischung in 25oo Teile gerührten kalten Wassers eintropfen, setzt 3oo Teile Kochsalz zu und rührt das Ganze über Nacht. Man filtriert, wäscht den Rückstand mit 2oo/oiger Salzlösung säurefrei und trocknet. Beispiel 13 2o Teile Bz-i-benzanthronselenwasserstoff werden in 40o Teilen Wasser suspendiert, das 5o Teile Natriumsulfid enthält. Die Masse wird zum Sieden erhitzt, und nach 1/4 Stunde wird die violette Lösung filtriert. Beim Abkühlen des Filtrats läßt man Dimethylsulfat ganz langsam unter heftigem Umrühren einlaufen. Dabei scheidet sich ein Produkt aus, das nach dem Abfiltrieren und Umkristallisieren aus Toluol eine hellrotorangefarbene Verbindung darstellt mit einem Schmelzpunkt von 12,7 bis 1290 und im wesentlichen aus. Bz-i-benzanthronmethylselenid besteht.
  • Das Produkt löst sich in Schwefelsäure und gibt eine hellgrünblaue Lösung.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE i. Verfahren zur Herstellung selenhaltiger Benzanthronderivate, dadurch gekennzeichnet, daß man Bz-i-halogenbenzanthrone mit Alkaliseleniden oder Stoffen, die Alkaliselenide ergeben, wie Ätznatron und Selen, in wässerigem oder organischem Medium erhitzt und gegebenenfalls die so erhaltenen Produkte in an sich bekannter Weise oxydiert, nitriert, halogeniert, alkyliert oder sulfoniert.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i zur Herstellung von Bz-i, B.z-i'-dibenzanthronylselenid, dadurch gekennzeichnet, daß der durch die Einwirkung von Alkaliselenid auf Bz-i-halogenbenzanthron hergestellte Bz-i-benzanthronselenwasserstoff, vorzugsweise in Gegenwart von Kupfer, erh,izt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch- i zur Herstellung von Bz-i, Bz-i'-dibenzanthronylselenon, dadurch gekennzeichnet, daß Bz-i, Bz-i'-dibenzanthronylselenid mit einem Oxydationsmittel, z. B. mit Wasserstoffsuperoxyd, behandelt wird.
DEI42406D 1930-08-25 1931-08-26 Verfahren zur Herstellung selenhaltiger Benzanthronderivate Expired DE618551C (de)

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