DE4409839C2 - Schutzhelm - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Schutzhelm,
insbesondere für Motorradfahrer oder dergleichen,
mit einer insbesondere als Außenschale ausgebildeten
Außenhülle und einer in der Außenhülle aufgenomme
nen, diese zumindest bereichsweise auskleidenden
Auskleidung.
Schutzhelme der vorstehend genannten Art kommen in
vielen, teilweise sehr unterschiedlichen Gebieten
zum Einsatz und werden sowohl im Bereich des Ar
beitsschutzes als auch im Freizeit- und Sportbereich
als schützende Kopfbedeckung eingesetzt. Dabei kom
men den wesentlichen Komponenten eines Schutzhelms,
nämlich der in der Regel als Außenschale ausgebilde
ten Außenhülle und der Auskleidung, unabhängig vom
Einsatzgebiet besondere, einander ergänzende Funk
tionen zu. Die Außenschale wird in der Regel relativ
biegesteif ausgeführt und dient als äußere schützen
de Umhüllung der Auskleidung sowie zur möglichst
gleichmäßigen, flächigen Einleitung von Aufprallstö
ßen in die Auskleidung. Die Auskleidung selbst dient
im wesentlichen zur Aufnahme und zum Abbau von Stoß
energie, bevor diese den Kopf des Helmträgers er
reicht. Im Vergleich zur relativ biegesteifen Außen
schale ist daher die Schalenauskleidung in der Regel
relativ biegeweich und elastisch sowie dämpfend aus
geführt.
Abgesehen von den besonderen Materialeigenschaften,
die die Außenschale und die Schalenauskleidung eines
Schutzhelms aufweisen, ist für die mit einem Schutz
helm erreichbare Schutzwirkung der Sitz des Helms
auf dem Kopf des Helmträgers entscheidend. Die beste
Schutzwirkung wird bei einem möglichst dicht anlie
genden Sitz des Schutzhelms bzw. der Auskleidung
erzielt. Dieser möglichst enge Sitz des Schutzhelms
steht bei den bekannten Schutzhelmen in einem direk
ten Gegensatz zum Tragekomfort. Aufgrund der unter
schiedlichen Schädelgeometrien der Helmträger ist
bei einem in einer Standardgröße hergestellten Helm
ein enganliegender Sitz häufig nur durch ein ent
sprechend festes Spannen eines Helmkinnriemens
möglich. Hierdurch wird dann zwar in vielen Berei
chen ein enganliegender Kontakt zwischen der Scha
lenauskleidung und dem Kopf des Helmträgers erzielt.
Dies jedoch zu dem Preis, daß insbesondere bei län
gerem Tragen des Schutzhelms unangenehme Druckstel
len spürbar werden, oder daß es aufgrund des erhöh
ten Drucks zu Kopfschmerzen beim Helmträger kommt.
Neben der Beeinträchtigung des Tragekomforts wirkt
sich dies bei Motorradfahrern negativ auf die Fahr
sicherheit aus.
Aus der DE-GM 77 29 063 ist ein Schutzhelm der vorgenannten Art
bekannt, der eine als Außenschale ausgebildete Außenhülle und
eine in der Außenhülle angeordnete Auskleidung aufweist. Zwi
schen der Auskleidung und der Außenhülle ist bei dem bekannten
Schutzhelm ein mittels eines Blasebalgs aufblähbares Luftkissen
vorgesehen.
Weiterhin ist es aus der DE 34 04 554 A1 bekannt, einen Ski
stiefel zur Anpassung an die individuelle Fußform eines Trägers
mit einem Innenschuh zu versehen, der über einen evakuierbaren
Hohlraum mit einer aus Körnern bestehenden Füllung verfügt. Bei
dem bekannten Skistiefel dient die Evakuierung dazu, eine wei
testgehende Erstarrung des Innenschuhs nach Anpassung an die
individuelle Fußform zu erreichen. Diese Erstarrung dient dazu,
durch eine möglichst starre Verbindung zwischen Fuß und Ski
stiefel eine unmittelbare, also möglichst ungedämpfte, Kraft
kopplung zwischen dem Fuß-/Wadenbereich eines Skifahrers und
dem Ski über den Skistiefel als Koppelglied zu erreichen.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde,
einen Schutzhelm zu schaffen, der zum einen die bislang unver
träglich erscheinenden Eigenschaften aufweist, sowohl einen eng
anliegenden Sitz als auch einen hohen Tragekomfort zu ermögli
chen und zum anderen die für die Sicherheit maßgeblichen, guten
Dämpfungseigenschaften aufweist.
Diese Aufgabe wird durch einen Schutzhelm mit den
Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.
Der erfindungsgemäße Schutzhelm ist mit einer Aus
kleidung versehen, die zumindest in Teilbereichen
ein evakuierbares, in einzelne Segmente unterteiltes
Kissen aufweist, das mit elastischen Füllkörpern
gefüllt ist.
Im belüfteten Zustand des Kissens sind die elasti
schen Füllkörper leicht gegeneinander verschiebbar
und ermöglichen somit die Ausbildung eines sehr wei
chen, in seiner Form leicht veränderbaren Kissens.
In diesem Zustand des Kissens ist es daher besonders
leicht möglich, einen Schutzhelm, der mit einer der
artigen Kissenauskleidung versehen ist über den Kopf
zu stülpen oder von diesem abzunehmen. Hierbei paßt
sich das Kissen bzw. die Kissenfüllung der individu
ellen Schädelgeometrie des Helmträgers besonders gut
an und liegt daher mit der Kissenoberfläche an der
gesamten, durch das Kissen überdeckten Schädelfläche
im wesentlichen gleichmäßig an. Durch eine nachfol
gende Evakuierung des Kissens wird der angepaßte
Kissensitz quasi eingefroren, wodurch zum einen der
enganliegende und doch bequeme Sitz für den Helmträ
ger erhalten bleibt, zum anderen durch die aufgrund
der Evakuierung nunmehr dicht aneinander anliegende
Anordnung der Füllkörper die Verformbarkeit des Kis
sens auf die elastischen Nachgiebigkeiten der Füll
körper reduziert ist. Im evakuierten Zustand weist
das Kissen daher die für eine Stoßabsorption er
wünschten, guten Dämpfungseigenschaften auf.
Da durch eine Belüftung des Kissens jederzeit die
vorstehend beschriebene weiche und besonders leicht
verformbare Ausgestaltung des Kissens wiederherge
stellt werden kann, die ein leichtes nahezu kraftlo
ses Abnehmen des Schutzhelms vom Kopf des Helmträ
gers ermöglicht, erfüllt der erfindungsgemäße
Schutzhelm auch in besonderem Maße die insbesondere
bei Motorradhelmen bestehende Anforderung, daß der
Schutzhelm nach einem Unfall, also etwa bei Bewußt
losigkeit des Helmträgers, leicht abgenommen können
werden muß.
Der erfindungsgemäße Schutzhelm bietet jedoch dar
über hinaus auch völlig neue Möglichkeiten bei der
Schutzhelmkonfektionierung, da aufgrund der leichten
Anpaßbarkeit der Helmauskleidung mehrere Konfek
tionsgrößen mit ein und derselben Auskleidung abge
deckt werden können.
In einer bevorzugten Ausführungsform bilden die Kis
sensegmente einzeln oder im vakuumdichten Verbund
miteinander Kisseneinheiten, die jeweils eine Evaku
ierungseinrichtung aufweisen. Diese vorteilhafte
Ausgestaltung ermöglicht eine nahezu beliebig feine
Aufteilung der Auskleidung in einzelne Evakuierungs
zonen, was sich etwa dann als vorteilhaft erweisen
kann, wenn eine als Außenhülle verwendete Helmschale
mehrteilig ausgebildet ist. Hierbei können dann die
einzelnen Evakuierungszonen den einzelnen Schalen
komponenten zugeordnet werden.
Bei einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel
ist die Evakuierungseinrichtung mit einem an der
Außenhülle angeordneten Ventil und einer diesem zu
geordneten, außen an der Außenhülle angeordneten,
etwa als Saugbalg ausgebildeten Vakuumpumpe verse
hen. Diese Ausgestaltung ermöglicht es dem Helmträ
ger auf besonders vorteilhafte Art und Weise jeder
zeit die Evakuierung oder Belüftung des Kissens
selbst durchzuführen, ohne die hierzu notwendigen
Einrichtungen separat mitführen zu müssen.
Eine weitere vorteilhafte Möglichkeit der Ausbildung
der Evakuierungseinrichtung besteht darin, in einer
Kissenwandung ein Rückschlagventil vorzusehen, und
die Kisseneinheit, die wie vorstehend ausgeführt aus
einem einzelnen Kissensegment oder einem Verbund von
Kissensegmenten gebildet sein kann, mit einer Flä
chendruckeinrichtung zum Entlüften der Kisseneinheit
durch das Rückschlagventil zu versehen.
Diese Ausbildung der Evakuierungseinrichtung ermög
licht es beispielsweise zur Evakuierung des Kissens
einen Kinnriemen zu nutzen, der mit einer auf der
äußeren Kissenwandung angeordneten Druckauflage ver
bunden ist, so daß die Evakuierung und die damit
einhergehende Ausbildung der Formstabilität des Kis
sens beim Anlegen und Festziehen des Kinnriemens
erfolgt. Somit ist im Vergleich zu konventionellen
Schutzhelmen zur Evakuierung des Kissens keine zu
sätzliche, vom Helmträger durchzuführende Maßnahme
notwendig.
Die Evakuierungseinrichtung kann auch aus einer zu
mindest teilweise luftporösen Kissenwandung beste
hen, die eine Entlüftung durch die Kissenwandung bei
Druck von außen, etwa dann, wenn der Helm aufgesetzt
wird, ermöglicht. Solange der Druck bestehen bleibt,
also solange, wie der Helm aufgesetzt bleibt, dauert
der entlüftete Zustand des Kissens an. Nach Abnahme
des Helms wird das Kissen dann wieder allmählich
belüftet.
Als vorteilhaft erweist es sich auch, wenn das Kis
sen Inselbereiche oder Ausnehmungen, vorzugsweise in
den die Ohrmuscheln des Helmträgers abdeckenden Be
reichen der Außenhülle, aufweist. Hierdurch werden
zum einen besonders druckempfindliche Bereiche am
Kopf des Helmträgers ausgespart. Zum anderen bleibt
die schalldämmende Wirkung des Kissens durch die
Ausnehmungen oder Inselbereiche ohne Einfluß auf das
Hörvermögen des Helmträgers, so daß auch hierdurch
ein Beitrag zur Verkehrssicherheit erbracht wird.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Segmente
durch Stege voneinander abgeteilt sind, die zumin
dest teilweise durch vakuumdicht aneinanderliegende
Bereiche der Kissenwandungen ausgebildet sind. Der
artige Stege können bei aus thermoplastischem Mate
rial gebildeten Kissenwandungen beispielsweise aus
Abschweißungen bestehen. Die beispielsweise so ge
bildeten Stege machen gesonderte Einrichtungen zur
Ausbildung der Abtrennungen überflüssig.
Eine Verbindung der Kissensegmente miteinander kann
durch luftdurchlässige Zwischenbereiche in den Ste
gen oder auch durch Luftkanal- oder Luftleitungsver
bindungen oder über eine zentrale Luftleitung erfol
gen.
Die Kissenwandungen können mit einer äußeren, der
Helmaußenschale zugewandten und/oder einer inneren,
dem Kopf des Helmträgers zugewandten Decklage ver
sehen sein, die unterschiedliche Materialien und/
oder unterschiedliche Materialoberflächen aufweisen
können. Hierdurch ist es möglich, die Decklagen als
Funktionslagen auszubilden, die jeweils besondere,
ihrer Anordnung entsprechende Eigenschaften aufwei
sen.
So kann etwa die äußere Decklage mit einer Haftbe
schichtung versehen sein, die ein unerwünschtes
Gleiten der Helmaußenschale auf der äußeren Decklage
verhindert. Je nach Art der Ausbildung der Haftbe
schichtung kann diese sogar gesonderte Verbindungs
einrichtungen zwischen der Decklage und der Helmau
ßenschale überflüssig machen.
Als vorteilhaft erweist es sich auch, wenn die inne
re Decklage als Klimasystem mit mindestens zwei
Schichten aus unterschiedlichen Materialien ausge
bildet ist. Eine dem Kopf des Helmträgers zugewandte
Außenschicht kann aus einem luft- und feuchtedurch
lässigen synthetischen Material und eine zwischen
der Außenschicht und der Auskleidung angeordnete
Zwischenschicht aus einem saugfähigen Material, etwa
einem Vlies oder einer Baumwollage, bestehen.
Insbesondere bei einer Ausbildung als Klimasystem
ist es besonders vorteilhaft, wenn die innere Deck
lage auswechselbar an der Auskleidung angebracht
ist.
Hinsichtlich des Tragekomforts des Schutzhelms er
weist es sich ebenfalls als besonders angenehm, wenn
die Stege oder Inselbereiche des Kissens mit Belüf
tungsöffnungen versehen sind, die zum einen einen
Hitzestau im Kopfbereich vermeiden, zum anderen für
eine ausreichende Feuchtigkeitsabfuhr sorgen.
Außer mit Kissensegmenten kann die Auskleidung mit
elastischen Polsterbereichen, etwa im Bereich der
hinteren Helmunterkante, versehen sein, die aus
Luftpolsterungen oder etwa auch aus Polstereinlagen,
wie Schaumstoffeinlagen, bestehen können und für
eine weitere Erhöhung des Tragekomforts sorgen.
Nachfolgend wird eine bevorzugte Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Schutzhelms anhand der
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Schutzhelm mit geschnitten
dargestellter Helmschale und
darin aufgenommener Auskleidung;
Fig. 2 eine Teilschnittdarstellung der
als Vakuumkissen ausgebildeten
Auskleidung.
Fig. 1 zeigt einen Schutzhelm 10, der zur besse
ren Erläuterung mit geschnittener Helmaußenschale 11
und auf den Kopf eines Helmträgers aufgesetzt darge
stellt ist. Bei dem hier dargestellten Ausführungs
beispiel des Schutzhelm 10 handelt es sich um einen
Jethelm für Motorradfahrer. Ebensogut könnte dieser
Helm jedoch auch als Halbschalenhelm oder Integral
helm ausgeführt sein. Auch sind insbesondere in Be
zug auf die Ausbildung der Helmaußenschale leichtere
Ausführungsformen denkbar wie sie etwa von Fahrrad
fahrern verwendet werden.
Unabhängig von der Ausgestaltung der Helmaußenschale
11 ist in jedem Fall eine Auskleidung 12 vorgesehen,
die bei diesem Ausführungsbeispiel insgesamt als ein
zusammenhängendes Vakuumkissen ausgebildet ist mit
einzelnen Kissensegmenten, von denen aufgrund der
Darstellung des Schutzhelms 10 in Fig. 1 in Seiten
ansicht nur die Kissensegmente 13, 14, 15 und 16
sichtbar sind. Weitere, entsprechend angeordnete
Kissensegmente sind auf der hier nicht dargestellten
Gegenseite des Kopfes angeordnet.
Die einzelnen Kissensegmente 13, 14, 15 und 16 sind
durch Stege 18, 19, 20, 21 vakuumdicht voneinander
abgeteilt und bilden zusammen eine Kisseneinheit mit
einer gemeinsamen, ein Rückschlagventil 31 und einen
Saugbalg 32 aufweisenden Evakuierungseinrichtung.
Bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel sind
die Stege 18, 19, 20, 21 umlaufend um die Kissenseg
mente 13, 14, 15, 16 ausgebildet. Genausogut ist es
jedoch auch möglich, daß die Stege nur bereichsweise
Abtrennungen zwischen den einzelnen Kissensegmenten
darstellen und in den übrigen Bereichen die Segmente
ineinander übergehend ausgebildet sind.
Bei der hier dargestellten Auskleidung sind die Kis
sensegmente strahlenförmig auf dem Kopf des Helmträ
gers angeordnet und laufen in einem Scheitelbereich
22 zusammen. Im Scheitelbereich 22 ist in der Aus
kleidung 12 eine tonsurförmige Ausnehmung 23 vorge
sehen, in der Luftleitungen 24, 25, 26, 27 angeord
net sind, die von den scheitelseitigen Endbereichen
der Kissensegmente 13, 14, 15 und 16 ausgehen und in
ein gemeinsames Anschlußstück 28 münden. Vom An
schlußstück 28 ausgehend verläuft eine Sammelleitung
29 zwischen den beiden am Hinterkopf des Helmträgers
angeordneten Kissensegmenten, von denen in der in
Fig. 1 dargestellten Ansicht nur das eine Kissenseg
ment 16 dargestellt ist, und mündet in das im Be
reich eines hinteren Helmunterrands 30 in der Helm
außenschale 11 angeordnete Rückschlagventil 31. Das
Rückschlagventil 31 überdeckend ist außenseitig auf
der Helmaußenschale 11 der Saugbalg 32 mit einer
Entlüftungsöffnung 33 vorgesehen. Zur Belüftung der
Kissensegmente 13, 14, 15 und 16 ist das hier nicht
im Detail dargestellte Rückschlagventil 31 mit einer
nicht dargestellten Belüftungseinrichtung versehen.
Zur Belüftung sind die Stege 18, 19, 20 und 21 in
Teilbereichen oder vollständig mit Perforationen 42
versehen, die einen Luftaustausch zwischen der äuße
ren Umgebung und der Kopfoberfläche ermöglichen.
Hierzu trägt auch entscheidend die tonsurförmige
Ausnehmung 23 im Scheitelbereich 22 bei.
Bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel ist
das Kissensegment 15 mit einer weiteren Ausnehmung
34 versehen, die zur Aufnahme einer Ohrmuschel 35
dient. Statt einer Ausnehmung kann im Ohrmuschelbe
reich auch ein hier nicht näher dargestellter Insel
bereich des Kissensegmentes 15 vorgesehen sein, der
ähnlich wie ein Steg aus aneinanderliegenden Berei
chen von Kissenwandungen 36, 37 (Fig. 2) gebildet
und mit Perforationen versehen sein kann, jedoch ab
weichend von diesem eine flächige Ausdehnung auf
weist, die den Ohrmuschelbereich überdeckt.
Fig. 2 zeigt eine Querschnittdarstellung des Kissen
segments 15 in einem Bereich zwischen den Stegen 19
und 20. Aus dieser Darstellung wird der Aufbau der
Auskleidung 12 insgesamt deutlich. Die Auskleidung
12 weist zwei Kissenwandungen, die äußere Kissenwan
dung 36 und die innere Kissenwandung 37 auf, die zur
Ausbildung der Kissensegmente, von denen hier das
Kissensegment 15 beispielhaft dargestellt ist, durch
Stege 19, 20 verbunden sind, die hier durch bereich
weises Verschweißen oder bereichsweise Wärmeversie
gelung der Kissenwandungen 36 und 37 miteinander
ausgebildet sind. Das Kissensegment 15 sowie die
anderen Kissensegmente sind mit elastischen
Füllkörpern 38 gefüllt, die im belüfteten Zustand
des Kissensegments 15 frei gegeneinander bewegbar
sind, wodurch eine weiche und wenig elastische Aus
bildung der Kissensegmente geschaffen wird.
Außen auf den hier aus einem thermoplastischen
Kunststoff gebildeten Kissenwandungen 36 und 37 sind
Funktionsdecklagen 39 und 40 aufgebracht. Die äußere
Funktionsdecklage 39 besteht aus einem strapazierfä
higem Material, das außen mit einer Gummihaftbe
schichtung 41 versehen ist und somit für einen guten
Halt der Auskleidung 12 in der Helmaußenschale 11
sorgt. Die innere Funktionsdecklage 40 ist als ein
Klimasystem mit einer äußeren Synthetikschicht 43
und einer saugfähigen Zwischenschicht 44 aus einem
Vlies versehen und sorgt somit für ein angenehmes
Tragegefühl beim Helmträger.
Wie bereits vorstehend erwähnt, befinden sich die
einzelnen Kissensegmente der Auskleidung 12 im Aus
gangszustand, also beim Aufsetzen des Schutzhelms
10, in einem belüfteten Zustand, so daß der Schutz
helm 10 ohne größere Widerstände einfach auf den
Kopf des Helmträgers aufgesetzt werden kann. Befin
det sich der Schutzhelm 10 in der für den Helmträger
angenehmen Sitzposition werden die Kissensegmente
der Auskleidung 12 durch wiederholtes Drücken des
Saugbalgs 32 entlüftet, wodurch sich die innere
Funktionsdecklage 40 in ihrer Kontur der Schädelkon
tur des Helmträgers eng anliegend anpaßt. Auf Grund
der dadurch großflächig ausgebildeten Kontaktberei
che zwischen der Auskleidung 12 und dem Kopf des
Helmträgers ist bereits ein relativ geringer Druck
der Auskleidung auf den Kopf des Helmträgers ausrei
chend, um einen exakten, im wesentlichen unverrück
baren Sitz des Schutzhelms 10 auf dem Kopf sicherzu
stellen.
Wegen des entlüfteten Zustands der einzelnen Kissen
segmente liegen die Füllkörper 38 nunmehr dicht an
einander an und sind nicht mehr relativ zueinander
bewegbar. Hierdurch wird die vormals weiche, unela
stische Ausbildung der Auskleidung 12 durch ein re
lativ unnachgiebige, elastisch dämpfende Ausbildung
ersetzt, wobei die elastisch dämpfenden Eigenschaf
ten im wesentlichen durch die Materialeigenschaften
der Füllkörper 38 vorgegeben sind. Bei dem hier dar
gestellten Ausführungsbeispiel bestehen die Füllkör
per 38 aus Styroporkugeln; können jedoch auch aus
anderen geeigneten, elastischen Kunststoffen beste
hen.
Zum Abnehmen des Schutzhelms 10 können die Kissen
segmente der Auskleidung 12 durch Betätigung der
Belüftungseinrichtung belüftet werden, so daß die
weiche, nachgiebige Ausbildung der Auskleidung 12
wiederhergestellt ist, und der Schutzhelm leichter
abgenommen werden kann.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten Schutzhelm 10 ist die
Außenhülle durch eine relativ steif ausgebildete
Außenschale 11 bildet. Es ist jedoch auch denkbar,
auf eine derartige Außenschale 11 verzichten, so daß
in besonders leichten Ausführungen des Schutzhelms 10
die Außenhülle auch durch die strapazierfähige äuße
re Funktionsdecklage 39 gebildet sein kann.
Claims (13)
1. Schutzhelm, insbesondere für Motorradfahrer
oder dergleichen, mit einer insbesondere als Außen
schale ausgebildeten Außenhülle und einer in der
Außenhülle aufgenommenen, diese zumindest bereichs
weise auskleidenden Auskleidung,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Auskleidung (12) zumindest in Teilbereichen
ein evakuierbares, in einzelne Kissensegmente (13,
14, 15, 16) unterteiltes Kissen aufweist, das mit
elastischen Füllkörpern (38) gefüllt ist.
2. Schutzhelm nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kissensegmente (13, 14, 15, 16) einzeln oder
im vakuumdichten Verbund Kisseneinheiten bilden, die
jeweils eine Evakuierungseinrichtung (31, 32) auf
weisen.
3. Schutzhelm nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Evakuierungseinrichtung ein vorzugsweise an
der Außenhülle (11) angeordnetes Rückschlagventil
(31) aufweist, das mit einer außen an der Außenhülle
(11) angeordneten Vakuumpumpe (32) verbunden ist.
4. Schutzhelm nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
die Evakuierungseinrichtung aus einer zumindest
teilweise luftporösen Kissenwandung gebildet ist,
derart, daß bei Druckbeaufschlagung von außen im
Kissen vorhandene Luft nach außen gepreßt wird.
5. Schutzhelm nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Evakuierungseinrichtung ein in der Kissen
wandung (36, 37) vorgesehenes Rückschlagventil (31)
aufweist und die Kisseneinheit mit einer Flächen
druckeinrichtung zum Entlüften der Kisseneinheit
durch das Rückschlagventil (31) versehen ist.
6. Schutzhelm nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Flächendruckeinrichtung eine auf der äußeren
Kissenwandung (36) angeordnete Druckauflage auf
weist, die durch einen Kinnriemen mit Druck beauf
schlagbar ist.
7. Schutzhelm nach einem oder mehreren der voran
gehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Auskleidung (12) Inselbereiche oder Ausneh
mungen (23, 34), vorzugsweise in den die Ohrmuscheln
des Helmträgers abdeckenden Bereichen der Helmaußen
schale (11), aufweist.
8. Schutzhelm nach einem oder mehreren der voran
gehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kissensegmente (13, 14, 15, 16) durch Stege
(18, 19, 20, 21) voneinander abgeteilt sind, die
zumindest teilweise durch vakuumdicht anliegende Be
reiche der Kissenwandungen (36, 37) gebildet sind.
9. Schutzhelm nach einem oder mehreren der voran
gehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine äußere, der Helmaußenschale (11) zugewandte
Funktionsdecklage (39) und/oder eine innere, dem
Kopf des Helmträgers zugewandte Funktionsdecklage
(40) der Auskleidung (12) vorgesehen ist bzw. sind,
die vorzugsweise unterschiedliche Materialien und/oder
Materialoberflächen aufweisen.
10. Schutzhelm nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die äußere Funktionsdecklage (39) eine Haftbe
schichtung aufweist.
11. Schutzhelm nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die innere Funktionsdecklage (40) aus mindestens
zwei Schichten unterschiedlichen Materials zur Aus
bildung eines Klimasystems besteht, wobei eine dem
Kopf des Helmträgers zugewandte Außenschicht vor
zugsweise ein luft- und feuchtedurchlässiges Synthe
tikmaterial und eine zwischen der Außenschicht und
der Auskleidung vorgesehene Zwischenschicht vorzugs
weise ein saugfähiges Material, wie ein Vlies, auf
weist.
12. Schutzhelm nach einem oder mehreren der voran
gehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stege (18, 19, 20, 21) oder Inselbereiche der
Auskleidung (12) mit Belüftungsöffnungen (42) verse
hen sind.
13. Schutzhelm nach einem oder mehreren der vorange
henden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Auskleidung (12) elastische Polsterbereiche
aufweist, die vorzugsweise als Luftpolster oder
Schaumstoffpolster ausgebildet sind.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
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