DE1794427C2 - Verwendung eines Erdölharzes als klebrigmachendes Mittel in Klebstoffmischungen - Google Patents

Verwendung eines Erdölharzes als klebrigmachendes Mittel in Klebstoffmischungen

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DE1794427C2
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08GMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED OTHERWISE THAN BY REACTIONS ONLY INVOLVING UNSATURATED CARBON-TO-CARBON BONDS
    • C08G61/00Macromolecular compounds obtained by reactions forming a carbon-to-carbon link in the main chain of the macromolecule
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08FMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED BY REACTIONS ONLY INVOLVING CARBON-TO-CARBON UNSATURATED BONDS
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Description

Es ist bekannt, daß man aus Destillatfraktionen von dampfgecracktem Erdöl mit Siedepunkten im Bereich von 20° bis 280° C durch thermische Polymerisation Harze mit. hohem Erweichungspunkt herstellen kann, wobei man die Polymerisation bei Temperaturen von vorzugsweise 250 bis 320°C und Drucken von vorzugsweise 10 bis 30 atm durchführt und das erhaltene Polymere bei Temperaturen zwischen 220 und 3500C mit oder ohne Einblasen von überhitztem Dampf destilliert Die so hergestellten Harze weisen zwar eine Reihe interessanter Eigenschaften auf, haben jedoch den Nachteil, daß sie von ziemlich dunkler Farbe sind. Es wurde nun gefunden, daß man hellfarbige Petrolharze mit hohem Erweichungspunkt erhalten kann, wenn man die Harze, welche durch thermische Polymerisation von Destillatfraktionen aus dampfgecracktem Erdöl, vorzugsweise von Fraktionen mit Siedepunkten im Bereich von 20 bis 2800C, gewonnen werden, einer katalytischen Hydrierung unterwirft, und daß diese Harze zur Verbesserung der Klebeigenschaften von Klebstoffmischungen hervorragend geeignet sind.
Gegenstand der Erfindung ist demgemäß die Verwendung eines Erdölharzes mit einer Gardner-Farbzahl im Bereich von 1 bis 3, einer Bromzahl im Bereich von 10 bis 20 und einem Ring/Kugel-Erweichungspunkt von etwa 1000C, welches durch thermische Polymerisation eines dampfgecrackten Erdöldestillats mit einem Siedebereich von 80—1800C und teilweise Hydrierung in Gegenwart eines Hydrierkatalysators bei einer Temperatur von 215—27O0C unter einem Druck von 40 bis 60 atm bei einer Reaktionsdauer von 0,5 bis 3 Stunden erhalten und von Crack-Produkten sowie Polymeren niederen Molekulargewichts durch Wasserdampfdestillation befreit wurde, als klebrigmachendes Mittel in Klebstoffmischungen.
Zur Gewinnung der erfindungsgemäß eingesetzten Harze destilliert man ein dampfgecracktes Schwerbenzin mit hohem Gehalt an Dimeren und einem beträchtlichen Gehalt an Verbindungen mit einem oder mehreren ungesättigten Ringen im Molekül, führt mit der Destillatfraktion dieses Schwerbenzins eine thermische Polymerisation durch und unterwirft das erhaltene Polymere einer teilweisen Hydrierung und anschließend einer Dampfdestillation.
Das dampfgecrackte Schwerbenzin destilliert man vorzugsweise unter Vakuum, d.h. bei etwa 10 bis 15 mm/Hg, so daß man eine Fraktion mit einem
Siedeends von 1800C und einem Siedebereich von 80 bis 180° C (bei Normaldruck) erhält
Besonders geeignet sind Destillatfraktionen, welche Verbindungen mit einem oder mehreren ungesättigten Ringen im Molekül, z.B. Cyclodiene, Cycloalkene, Indene und dergleichen enthalten, insbesondere über 1000C siedende Fraktionen.
Die thermische Polymerisation dieser Fraktion führt man vorzugsweise in einer inerten Atmosphäre, insbesondere unter Stickstoff, bei einer Temperatur von 240 bis 2700C, vorzugsweise etwa 2500C und bei einem Druck von 10 bis 12 Atmosphären, vorzugsweise etwa 10 Atmosphären, während eines Zeitraums von 1,5 bis 9 Stunden, vorzugsweise 8 Stunden, durch.
Auf diese Weise kann man ein Polymeres mit den folgenden Eigenschaften erhalten:
Viskosität bei 250C
Ford-Viskosität Nr. 4
bei 250C(ASTM D 1200-58)
Trockenextrakt (3 Stunden
bei 1200C
Gardner-Farbzahl
(50 Gew.% in Toluol)
Bromzahl (poteniome-
trische Bestimmung)
4 bis 8 Poise
2 bis 3,5 Minuten
72-78
6-6,5
83-85
Das so erhaltene Polymere wird in einem Lösungsmittel, vorzugsweise einem gesättigten Kohlenwasserstoff wie Heptan, gelöst, wobei man eine auf das
jo Polymere bezogene Lösungsmittelmenge von 15 bis 60 Gew.-% und vorzugsweise etwa 50 Gew.-% verwendet, und dann unter den nachfolgend beschriebenen Bedingungen einer teilweisen Hydrierung unterworfen.
Als Hydrierungskatalysatoren eignen sich Nickel, reduziertes Nickel, Molybdänsulfid und vorzugsweise ein voraktivierter Katalysator aus Nickel auf einem aus Kieselgur bestehenden Träger mit einem Nickelgehalt von etwa 58 Gew.-% einer wirksamen Oberfläche von etwa 140 m2/g und einem Verhältnis von reduziertem Nickel zu Gesamtnickel von etwa 0,66. Der Katalysator wird zweckmäßig in einer auf das unverdünnte Polymere bezogenen Menge von 5 bis 15 Gew.-% und vorzugsweise 8 bis 10Gew.-% eingesetzt.
Die Hydrierung kann in einem Autoklav 0,5 bis 3 Stunden und vorzugsweise etwa 2,5 Stunden lang bei einer Temperatur von 215 bis 270°C, vorzugsweise etwa 2150C, und einem Druck von 40 bis 60 Atmosphären, vorzugsweise 40 bis 50 Atmosphären, durchgeführt werden.
Nach dem Abkühlen wird die Polymerlösung möglichst filtriert, um Katalysatcspuren zu entfernen und eine klare, von Verunreinigungen freie Lösung zu erhalten.
Die Lösung wird unter Stickstoff destilliert um das Lösungsmittel zu entfernen, und dann einer Wasserdampfdestillation unterworfen, um möglicherweise vorhandene Crackprodukte und leichte ölartige Polymere mit niedrigem Molekulargewicht zu entfernen, wobei vorzugsweise darauf geachtet wird, daß die Temperatur des Harzes 2600C nicht übersteigt, um eine Farbverschlechterung zu vermeiden. Das flüssige Harz wird gegossen und nach dem Abkühlen zerkleinert.
Die auf >diese Weise erhaltenen Harze haben eine Gardner-Farbzahl im Bereich von 1 bis 3, eine Bromzahl im Bereich von 10 bis 20, einen Ring/Kugel-Erweichungspunkt von etwa 1000C und eine hohe Klebrigkeit. Aufgrund dieser Eigenschaften in Verbindung mit weiteren vorteilhaften Eigenschaften wie Glanz, Ver-
Dichte bei 20° C 0526
Gaschromatographische Analyse:
Aromaten 12£%
Cyclodiene 61%
Nichtidentifizierte Bestandteile 23,5%
träglichkeit mit anderen Harzen, Löslichkeit in den gebräuchlichen Lösungsmitteln und dergleichen können diese Harze als klebrigmachende Mittel bei der Herstellung von Klebstoffen Verwendung finden.
Die Erfindung wird durch das folgende Beispiel näher s erläutert
Beispiel
Als Ausgangsmaterial wurde ein dampfgecracktes Schwerbenzin mit den folgenden Kennzahlen verwendet:
15
20
25
30
J5
40
4—8 Poise 2—31/2 Minuten
Durch Destillation unter einen* Vakuum von 10—20 mm/Hg wurde die zwischen 80° und 180°C (Normaldruck) siedende Fraktion gewonnen. Diese Fraktion wurde 8 Stunden lang bei 250° C unter einem Druck von 10 Atmosphären einer thermischen Polymerisation unterworfen, worauf ein Polymeres mit den folgenden Kennzahlen erhalten wurde:
Viskosität bei 25° C
Ford-ViskositätNr.4
Trockenextrakt (3 Stunden
bei 12O0C) 72-75%
Gardner-Farbzahl 6—6,5
Bromzahl 83—85
Dieses Polymere wurde mit einer 50% seines Gewichts entsprechenden Heptanmenge verdünnt und dann unter den folgenden Bedingungen hydriert:
Voraktivierter Nickelkatalysator,
Anteil bezogen auf das unverdünnte Polymere
Temperatur
Wasserstoffdruck
Reaktionsdauer
8 Gew.-% 215°C 40 ata 2,5 Std.
48—52 erreicht war. Der so behandelte Kautschuk und das Harz wurden in verschiedenen Mengenverhältnissen in Schwerbenzin mit einem Siedebereich von 92 bis 101°C gelöst, wobei der Feststoffgahalt der Lösung jeweils 17% betrug. Mit diesen Lösungen wurden die folgenden Klebeteste durchgeführt:
Haftfestigkeit nach ASTM D 1000-61, mit welchem die Haftfestigkeit eines mit dem Klebstoff beschichteten Cellophanbogens auf einer Platte aus rostfreiem Stahl bestimmt wird.
Schälfestigkeit bei 90° C (Schnellklebetest des Committee of the Pressure-sensitive Tape Council), mit welchem das sofortige Klebevermögen eines mit dem Klebstoff beschichteten Cellophanstreifens ohne Anwendung eines anderen Druckes als des Streifengewichtes auf einer Platte aus rostfreiem Stahl bestimmt wird; dabei wird der Schälwidsrstand beim Abziehen des Streifens in rechtem Winkel zur Oberfläche der Stahlplatte gemessen.
Zum Vergleich wurden die Teste mit einem Harz auf der Basis von /?-Pinen (A) und dem erfindungsgemäßen Harz (B) durchgeführt Das Harz-Kautschuk-Verhältnis betrug zwischen 40 und 160, d.h. 40 bis 160 Gewichtsteile Harz auf 100 Gewichtsteile Kautschuk.
Es wurden die folgenden Ergebnisse erhalten:
1. Haftfestigkeit (g/cm)
Nach dem Abkühlen wurde die Lösung filtriert, dann unter Stickstoff bei 20 bis 2000C destilliert und anschließend einer Wasserdampfdestillation bei einer Temperatur bis zu 260° C unterworfen.
Das auf diese Weise erhaltene Harz hatte die folgende.ii Kennzahlen:
Gardner-Farbzahl 1
Ring/Kugel-Erweichungspunkt 110° C
Bromzahl 10
Es wurde im Gemisch mit Kautschuk verwendet und den nachstehend beschriebenen Klebetesten unterworfen.
Kreppkautschuk wurde in einem Mischer durchgearbeitet, bis eine Mooney-Viskosität (ML 11/2-4) von
50
Harz/Kautichuk 40 70 100 130 160
Mit Harz A
Mit Harz B
2. Schälfestigkeit
120
160
(g/cm)
320
260
700
400
1000
600
700
600
Harz/Kautschuk 40 70 100 130 160
Mil Harz A
Mit Harz B
40
40
160
80
0
160
0
240
Um gleichzeitig eine gute Haftfestigkeit und eine gute Schälfestigkeit zu erzielen, muß beim Harz A ein Harz/Kautschuk-Verhältnis von 70 gewählt werden, wobei eine Haftfestigkeit von 320 g/cm und eine Schälfestigkeit von 160 g/cm erhalten wird. Es ist natürlich möglich, die Haftfestigkeit durch Erhöhung des Harz-Kautschuk-Verhältnisses über 70 hinaus zu verbessern, jedoch fällt hierbei die Schälfestigkeit schnell auf 0 ab. Mit dem erfindungsgemäß eingesetzten Harz B ist es bei Anwendung eines Harz/Kautschuk-Verhältnisses von etwa 130 überraschend möglich, gleichzeitig eine Haftfestigkeit von 600 g/cm und eine Schäifestigkeit von 240 g/cm zu erzielen.

Claims (1)

  1. Patentanspruch:
    Verwendung eines Erdölharzes mit einer Gardner-Farbzahl im Bereich von 1 bis 3, einer Bromzahl im Bereich von 10 bis 20 und einem Ring/Kugel-Erweichungspunkt von etwa 1000C, welches durch thermische Polymerisation eines dampfgecrackten Erdöldestillats mit einem Siedebereich von 80— 1800C und teilweise Hydrierung in Gegenwart eines Hydrierkatalysators bei einer Temperatur von 215—270° C unter einem Druck von 40 bis 60 atm bei einer Reaktionsdauer von 0,5 bis 3 Stunden erhalten und von Crack-Produkten sowie Polymeren niederen Molekulargewichts durch Wasserdampfdestillation befreit wurde, als klebrigmachendes Mittel in Klebstoffmischungen.
DE1794427A 1967-07-07 1968-07-04 Verwendung eines Erdölharzes als klebrigmachendes Mittel in Klebstoffmischungen Expired DE1794427C2 (de)

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