AT115777B - Verfahren zur Trennung des herzwirksamen Meerzwiebelglykosids in zwei Komponenten. - Google Patents

Verfahren zur Trennung des herzwirksamen Meerzwiebelglykosids in zwei Komponenten.

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AT115777B AT115777DA AT115777B AT 115777 B AT115777 B AT 115777B AT 115777D A AT115777D A AT 115777DA AT 115777 B AT115777 B AT 115777B
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Description


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    Die Komponente b kann daraus auf verschiedene Weise, z. B. durch erschöpfendes Aussalzen oder durch Fällen mit einem Gerbstoff oder durch Ausschütteln oder durch erschöpfende Adsorption aus der eingeengten Lösung oder durch Einengung der b-Lösung zur Trockne und Herauslösung des Glykosids aus dem Rückstand mit einem organischen Lösungsmittel gewonnen werden. 



  Wird die Komponententrennung mit den Tannoiden durchgeführt, so ist vor der Isolierung der Komponenten noch eine Behandlung mit gerbstoffällenden Mitteln in bekannter Weise durchzuführen. 



  Die Trennung des Scillaglykosids in zwei Komponenten wird vollständiger, die Komponenten werden reiner, wenn man die bei einer ersten Trennungsoperation gewonnenen Fraktionen einer nochmaligen Trennung wiederum auf Grund der verschiedenen Löslichkeit in wässerigen Medien aber auf eine von der ersten abweichende Art durchführt. Doch ist eine solche Wiederholung für die letzte Reinigung der Komponente a in der Regel nicht notwendig, da diese nach einer ersten Trennung schon z. B. durch Umfällen und Kristallisation aus Methanol leicht absolut frei von b gewonnen werden kann. 



  Die meisten der beschriebenen Verfahrensschritte sind bei der Gewinnung von Glykosiden ar. s   
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 Verfahren diese Operationen unter Ausnutzung des LÖslichkeitsunterschiedes derbeiden neu aufgefundenen Glykosidkomponenten in wässerigen Medien derart vervollkommnet, dass dadurch immer nur eine der beiden Komponenten, oder eine Fraktion, in welcher die eine der beiden Komponenten stark angereichert ist, erhalten wird, somit eine Fraktionierung in bezug auf das wirksame Prinzip durchgeführt wird. Eine solche Fraktionierung des wirksamen Stoffes hatte bei keinem der bisher bekannten Verfahren stattgefunden. 



   Wie das Verfahren im einzelnen ausgeführt werden kann, geht am besten aus den folgenden Beispielen hervor, die unter Benutzung der oben angeführten   Variationsmöglichkeiten   immer unter Ausnutzung des   Löslichkeitsunterschiedes   der beiden Komponenten in wässerigen Medien durch den Fachmann leicht vermehrt werden könnten. 



   Die Komponente a (Seillaren a), die in der Regel zwei Drittel des natürlichen Gesamtglykosids der 
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 Das kristallösungsmittelfreie Produkt stellt ein weisses Pulver dar, das in Wasser und Chloroform nur sehr schwer, in Äther gar nicht löslich ist, sich auch in kaltem   Methyl-und Äthylalkohol ziemlich schwer   und nur in der Wärme leichter löst. In einer Mischung von 75 Volumteilen Äthylalkohol und 25   Volumteilen   Wasser zeigt eine   5% igue   Lösung der Komponente a eine optische Drehung von   [ ("D ==-78 .   Die Elementaranalyse ergibt für C :   62-3%, für   H :   7-6%.   



   Das Glykosid unterliegt leicht, schon in wässeriger Lösung, einer hydrolytischen Spaltung, die durch Zusatz von Mineralsäure rasch vollständig wird und zu einem in schönen Säulen kristallisierenden Aglykon, Scillaridin a einerseits und Glykose und Rhamnose anderseits im Molekularverhältnis 1:1 : 1 führt. Die Elementaranalyse des Aglykons ergibt für C :   78-7% und   für H :   8-3%. Seillaridin a   ist im Hochvakuum bei 180-200  sublimierbar und verliert bei der Sublimations ein Molekül Wasser. Mit einem Gemisch von 100 Teilen Essigsäureanhydrid und 2 Teilen konz. Schwefelsäure liefern sowohl das Glykosid wie das Aglykon beim Auflösen eine anfangs karminrote, dann rasch smaragdgrüne Farbe. 



   Die physiologische Wirksamkeit der Glykosidkomponente   a, beträgt   etwa 1050 Froschdosen (F. D. nach Houghton-Straub) pro Milligramm. Das Aglykon ist weniger wirksam. 



   Die Komponente b (Seillaren b), deren Kristallisation bisher nicht gelang, ist in reinem Zustand ein weisses Pulver, das im Gegensatz zu a in Wasser und in den Alkoholen sehr leicht   löslieh   ist, schwer dagegen in Chloroform, Äther und Essigester, wenn auch hierin leichter als a. Seillaren b dreht die Ebene   : les   polarisierten Lichtes nach rechts. Es ist gegen Hydrolyse   beständiger   als a, verdünnte Mineralsäuren verseifen b viel langsamer. Es wird dabei ein ebenfalls gut kristallisierendes Aglykon (Seillaridin b),   @ber   nur in geringer Ausbeute gewonnen, Seillaridin b kristallisiert aus Methylalkohol in farblosen, glänzenden Spiessen.

   Es ist in Wasser und Äther unlöslich, in den übrigen gebräuchlichen Lösungsmitteln öst es sich etwas leichter als   Seillaridin   a. 



   Die Elementaranalyse von Seillaridin b ergab für   C : 73'1%, für H   :   7-4%.   Sublimieren   lässt   sich   3cilIaridin b nicht, es   sintert bei   2250 und schmilzt   unter Zersetzung bei   228-229 .   Die Mischung von   Essigsäureanhydrid   und konz. Schwefelsäure (100 : 2) löst sowohl das Glykosid wie das Aglykon b mit   jefblauer Farbe,   die längere Zeit bestehen bleibt. 



   Die physiologische Wirksamkeit von   SciI1aren   b beträgt pro Milligramm 1500-1600 Froschdosen F. D. nach   Houghton-Straub).   
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  Hiebei fällt die Hauptmenge der schwerlöslichen Komponente a als weisser Niederschlag aus, der sich ) eim Verjagen des Methanols im Vakuum bei niedriger Temperatur noch vermehrt. Die Ausscheidung 

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 wird   abgenutsch@ und scharf abgepresst und stellt die Komponente @   in sehr reiner Form dar. Für die Kristallisation löst man das Präparat in 50 cm3 Methylalkohol, woraus es sich sehr bald wieder in Kristallen ausscheidet, ein Zeichen für die hohe Reinheit des Ausgangspräparates. Tritt die Kristallisation auch 
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 letzte organische Verunreinigung entfernt man durch Ausschütteln der   b-Glykosidlösung   mit etwas Äther. Dann wird diese im Vakuum bei niedriger Temperatur zur Trockne verdampft. Aus dem Trockenrückstand wird die Komponente b z.

   B. mit wenig absolutem Alkohol herausgelöst, worauf man im Vakuum zur   Trockne eindampft. Der Trockenrückstand   stellt die reine Glykosidkomponente b dar mit den in der Beschreibung genannten Eigenschaften. 



   Beispiel 2. Das Ausgangsmaterial für die   Komponententrennung   in diesem Bebp'21 wurde so gewonnen, dass man sorgfältig getrocknete und gepulverte glykosidreiche Meerzwiebel mit Alkohol erschöpfend extrahierte, den Extrakt im Vakuum bei niedriger Temperatur zur Trockne verdampfte, in Wasser wieder auflöste und unter Zusatz von etwa 100 g NaC] zu je 1 Liter mit Essigester erschöpfend   ausschüttelte.   Das beim Verdampfen des Essigesters im Vakuum in der Kälte zur Trockne hinterbleibende Produkt stellt eine   Mischung   der Komponenten a und b in Form ihrer Tannoide dar.

   Davon werden 40 g in einer Reibschale mit wenig Wasser zunächst zu einem homogenen Brei verrieben und dieser Brei unter weiterer Wasserzugabe und Reiben verdünnt, wobei die   schwerlösliche   Komponente   a   gewöhnlich   flockig   ausfällt. Sich bildende Klumpen werden durch Kneten mit etwas Wasser ebenfalls in den körnigen Zustand   übergeführt.   Im ganzen wird 1 Liter Wasser verwendet.

   Durch Zusatz von 25   cm3   einer gesättigten Kochsalzlösung wird die Ausscheidung der Komponente a vervollständigt, die man nach kurzem Stehen abfiltriert, trocknet und beispielsweise so in das Glykosid überführt, dass man das Tannoid   a   in einer   Mischung von Wasser und Alkohol 1   : 1 oder Wasser und Methanol l : 1 auflöst, die Lösung mit unlöslichem   Gerbstoffällungsmittel,   z. B. Bleihydroxyd, behandelt und das Lösungsmittel im Vakuum bei niedriger Temperatur verjagt, wobei das   Seillaren   a ausfällt. Wie in Beispiel 1 angegeben, kann es nun in den kristallisierten Zustand übergeführt werden. Die nach dem Abtrennen der Tannoiskomponente a erhaltene wässerige Lösung der Komponente b reagiert zumeist schwach sauer und wird nach vorsichtiger Neutralisierung mit z.

   B. verdünnter Natronlauge mit kleinen Portionen eines   unlöslichen     Gerbstoffällungsmittels,,   z. B. Bleihydroxyd, so oft geschüttelt, bis letzteres weiss bleibt. Aus der zuletzt abfiltrierten Lösung entfernt man geringe Mengen Verunreinigungen von saurer Natur durch Ansäuern mit 1   cm8 2n H2S04   je Liter und erschöpfendem Ausschütteln mit etwas Chloroform und dampft die wieder neutral gemachte wässerige Lösung des Glykosids b nun im Vakuum sorgfältig zur Trockne ein. Absoluter Alkohol löst aus dem   Rückstand   das Glykosid b in reiner Form heraus ; nach dem Verjagen des Lösungsmittels im Vakuum bei niedriger Temperatur hinterbleibt es mit den Eigenschaften, wie sie oben beschrieben wurden. 



   Beispiel 3. 150 g eines Rohextraktpräparates aus Bulbus Scillae (wie in Beispie12 durch Extraktion von sorgfältig getrocknetem und gepulvertem Bulbus Seillae mit Alkohol erhalten) werden in 450   cm8     Methànol gelöst und filtriert. In das Filtrat werden unter Umrühren 4-4 Liter Chloroform eingetragen,   wobei sich die Hauptmenge der Verunreinigungen ausscheidet. Nach dem Stehen über Nacht wird die Flüssigkeit abgegossen, durch Filtration geklärt und im Vakuum zur Trockne verdampft. 



   50 g des Trockenrückstandes werden mit wenig Wasser zu einem homogenen Brei angerieben, welcher mit Wasser bis zu 1000 cm3 verdünnt wird. Hiebei erfolgt eine erste Trennung in die Komponente   a   und   b. Um   die Abscheidung der Komponente a zu begünstigen und die Filtration zu erleichtern, wird vorteilhaft etwas Salz zugesetzt, beispielsweise 25 cm3 einer gesättigten Kochsalzlösung. Nach kurzem Stehen wird abgenutscht, mit wenig   Lösungsmittel nachgewaschen   und scharf abgesaugt. Der noch feuchte Rückstand wird so lange mit Äther ausgewaschen, bis sich der Äther nicht mehr färbt. 
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 kristalliert werden kann. 



   Das wässerige Filtrat mit der Komponente b wird wie in den Beispielen 1 und 2 mit einem unlöslichen Gerbstoffällungsmittel behandelt. Saure Beimengungen entfernt man, wie im Beispiel 2 angegeben,   dnreh Zrs1\ : z   von etwas   Schwefelsäure und wiederholtem Ausschütteln   mit Chloroform.

   Die wieder 

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 den Angaben des Beispiels 1 in kristallisierte Form   übergeführt.   Das Filtrat, das   vorwiegend   die Komponente b enthält, wird durch viermaliges   Ausschütteln   mit je 800 cm3 mit Wasser gesättigtem Essig- 
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 dabei sieh abscheidende Komponente   b wird abfiltriert und getrocknet.   Aus dem noch etwas salzhaltigen Produkt wird die Komponente b durch Behandeln mit wehig absolutem Alkohol   herausgelöst   und der Alkohol im Vakuum verdampft. Dem Abdampfrückstand etwa noch anhaftende Salieylsäure wird durch Digerieren mit Äther, in dem das Glykosid praktisch   unlöslich   ist, entfernt, und das nach   demTroeknen   erhaltene Produkt stellt die reine Komponente b dar. 



   Beispiel 5.30 g natürliches Reinglykosid werden portionenweise mit Wasser, im ganzen 1 Liter, 
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 abfiltriert und nach den Angaben des Beispiels 1 durch Kristallisation völlig gereinigt. Das Filtrat, das vorwiegend die Komponente b enthält, wird mit 15 g Tierkohle während einer Stunde verrührt und hierauf von der Kohle abfiltriert. Diese Operation wird fünfmal wiederholt, worauf das Filtrat völlig von der Komponente a befreit wird. Die Komponente   b wird   hierauf durch Sättigen des Filtrates mit   Ammonsulfat   abgeschieden und nach den Angaben des Beispiels 4 gereinigt.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Trennung des herzwirksamen Meerzwiebelglykosids in eine in Wasser schwerer lösliche Komponente (a) und eine leichter lösliche Komponente (b), dadurch gekennzeichnet, dass man das Gemisch der beiden entweder in Glykosid-oder in Tannoidform auf Grund der verschiedenen Löslichkeit in wässerigen Medien trennt, sei es durch fraktioniertes Auflösen oder fraktioniertes Fällen, oder fraktionierte Adsorption oder fraktioniertes Ausschütteln aus wässerigen Medien mit einem organischen Lösungsmittel, die eine oder andere dieser Ausführungsformen in demselben Arbeitsgange auch wiederholt oder mit einer der andern zusammen anwendet,
    die Fraktionen gegebenenfalls zum Überführen der Komponente aus der Tannoid-in die Glykosidform einer Behandlung mit gerbstoffällenden Mitteln unterwirft und die reinen Komponenten auf die übliche Weise in feste Form überführt.
AT115777D 1927-09-03 1927-09-03 Verfahren zur Trennung des herzwirksamen Meerzwiebelglykosids in zwei Komponenten. AT115777B (de)

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