DE973403C - Verfahren zur Herstellung von Mehrfarbenbildern mit Maskenschichten in einem farbenphotographischen Mehrschichtenmaterial - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Mehrfarbenbildern mit Maskenschichten in einem farbenphotographischen MehrschichtenmaterialInfo
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Description
(WiGBl. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 11. FEBRUAR 1960
Sch 5608 IVa/57 b
Es ist bereits bekannt, in einem farbenphotographischen Mehrschichtenmaterial, das als Aufnahmeoder
Duplikatmaterial dienen soll, außer den eigentlichen Bildschichten eine gesonderte Schicht für die
Maske anzuordnen. Eine grundlegende Schwierigkeit ergibt sich jedoch dadurch, daß die Maske zu
einer den Bildschichten gegenläufigen Gradation entwickelt werden muß. Wenn also in den Bildschichten
Negative entstehen sollen, muß die Maske ein Positiv werden, und umgekehrt. Nach der britischen
Patentschrift 561 674 wird bei Anordnung der Bildschichten und der Maskenschicht auf der
gleichen Seite des Schichtträgers eine Reihe von Maßnahmen empfohlen, um dieses Ziel zu erreichen.
Diese Maßnahmen bedeuten aber in jedem Falle ungewöhnlich starke Erschwerungen oder Einengungen,
z. B. durch Anwendung von Sensibilisatoren oder Emulsionen, die nur geringe Empfindlichkeit
haben, durch bestimmte zusätzliche Anforderungen an die Farbkomponenten od. dgl. Sind
außer den drei normalen Bildschichten auch noch eine oder zwei Maskenschichten sowie noch eine
oder sogar zwei Filterschichten auf der gleichen Seite des Schichtträgers vereint, so wird außerdem
durch die große Zahl der Schichten das Eindringen der Behandlungsbäder erschwert und eine einseitige
Krümmung des Films hervorgerufen. Es wird in der genannten britischen Patentschrift außerdem
auf die Möglichkeit hingewiesen, die Maskenschicht auf der anderen Seite des Schichtträgers anzuordnen,
wobei jedoch nur die Bildschichten der farbgebenden Entwicklung, die Maskenschicht aber
einer Tonung unterwarfen werden soll. Da die Tonungsprozesse hinsichtlich der Farbauswahl sehr
beschränkt sind, kommt auch dieses Verfahren praktisch kaum in Betracht.
Bei einem in der USA.-Patentschrift 2 316 803 beschriebenen Verfahren wird für die Herstellung
90S 712/24-
der Bildschichten das Silberfarbbleichverfahren empfohlen, daß sich indessen bekanntlich für Aufnahmematerialien
niemals einführen konnte. Zudem soll die auf der anderen Seite des Schichtträgers
befindliche Maskenschicht nicht gleichzeitig mit den eigentlichen Bildschichten bei der Aufnahme, sondern
erst nach Fertigstellung des Hauptbildes durch innere Kopie belichtet werden, eine Arbeitsweise,
die im Rahmen des Verarbeitungsprozesses eine erhebliche Erschwerung mit sich bringt.
Es wurde nun ein Verfahren gefunden, bei dem die Bildschichten sowohl wie die Maskenschicht im
Wege der farbgebenden Entwicklung verarbeitet werden, ohne daß ungewöhnliche zusätzliche Anforderungen
an die Zusammensetzung der Schichten gestellt werden und ahne daß man in der Wahl
der Emulsionen, der Sensibilisatoren und der Farbkomponenten irgenwie eingeschränkt wird. Die
eigentlichen Bildschichten befinden sich dabei auf der einen Seite des Schichtträgers, eine oder mehrere
Maskenschichten auf der anderen Seite. Bei der Aufnahme erfolgt die Belichtung aller Schichten,
d. h. der Bild- und der Maskenschichten, gleichzeitig. Wenn die eigentlichen Bildschichten zu
Farbnegativen entwickelt werden, so werden die Maskenschichten durch Farbumkehrentwicklung zu
Farbpositiven entwickelt. Sollen dagegen die eigentlichen Bildschichten Farbpositive werden, so müssen
sich in den Maskenschichten Farbnegative bilden. Erreicht wird dieses Ziel dadurch, daß von den
zur Schwarzweißentwicklung, zur farbgebenden Entwicklung und zur Fixierung dienenden Behandlungsbädern
jeweils eines nur auf die lichtempfindlichen Schichten der einen Seite, die anderen jedoch
auf die lichtempfindlichen Schichten beider Seiten zur Einwirkung gebracht werden. Nach einem einseitig
wirkenden Entwicklungsbad kann es nützlich sein, auch ein nachfolgendes Stopbad noch einseitig
auf dieselbe Seite wirken zu lassen. Das zur Oxydation des Silbers dienende Bleichbad läßt man auf
beide Schichten gemeinsam wirken.
Den Schutz der einen Seite vor der Einwirkung eines der drei genannten Behandlungsbäder kann
man nach verschiedenen Methoden vornehmen. Einmal kann die eine Seite durch eine Schutzschicht
vor der Einwirkung des Bades geschützt werden. Im allgemeinen wird diese Schutzschicht bereits
bei der Fabrikation des Films aufgebracht werden, sie braucht dann nach erfolgter Einwirkung des betreffenden
Behandlungsbades nur durch ein geeignetes Bad oder durch mechanische Maßnahmen (Abziehen) entfernt zu werden. Eine andere Möglichkeit
besteht in dem praktisch schon oft durchgeführten Schwimmenlassen des Films auf dem
Behandlungsbad, das einseitig wirken soll. Drittens kann das Behandlungsbad, welches einseitig wirken
soll, durch geeignete viskositätserhöhende Zusätze zu einer Paste verdickt werden, welche einseitig angetragen
wird.
Dadurch, daß nur eines der drei genannten Behandlungsbäder einseitig auf eine Schichtseite
wirkt, die anderen aber auf beide Seiten gemeinsam, wird eine Vereinfachung des Behandlungsprozesses
möglich, die in einer Art Verzahnung der einzelnen Arbeitsphasen besteht und sich außerordentlich vorteilhaft
auswirkt.
In vielen Fällen ist es günstig, wenn man die für die Farbumkehrentwicklung notwendige diffuse
Nachbelichtung selektiv auf diejenigen Schichten wirken läßt, in denen die Positivbilder entstehen
sollen. Dazu kann man in an sich bekannter Weise diese Schichten zusätzlich für das äußerste Rot,
d. h. für sichtbares Licht oberhalb 700 ΐημ, oder für
das Infrarot sensibilisieren und die Zweitbelichtung mit der entsprechenden Strahlungsart vornehmen.
Die zur Aufnahme der Masken bestimmten Schichten verlegt man auf die Rückseite des Aufnahme-
oder Duplikatmaterials, da eine leichte Unscharfe der Maske nicht schädlich, sondern sogar
günstig ist. Es ergeben sich durch Kombination verschiedener geeigneter Maßnahmen im Rahmen
dieser Erfindung eine große Zahl von sehr guten Möglichkeiten zum Anbringen von Masken im
Farbentwicklungsfilm. Besonders vorteilhaft ist es dabei, daß man für die WaM der Sensibilisierungsbereiche
und der Farbe der Masken weitgehende Freiheit hat und daß eine weitgehende Abstimmung
der Gradation im Entwicklungsprozeß möglich ist.
Aus der Fülle der Anwendungsmöglichkeiten werden im folgenden einige angeführt. In der Be-Schreibung
wird die bei der Aufnahme dem Objektiv zugewendete Seite des Materials immer als
Frontseite, die abgewendete als Rückseite bezeichnet. Die Beispiele beziehen sich zwar alle auf Aufnahmematerialien,
es ist aber in jedem. Fall ebensogut möglich, sie zur Herstellung von Duplikaten zu
benutzen.
Für die Aufnahme nach einem Dreifarbenverfahren mit Korrektur durch eine Buntmaske wird ein
Material folgender Zusammensetzung benutzt (Abb. 1): Auf der Frontseite eines doppelseitig beschichteten
Materials liegt zunächst dem Schichtträger eine rotsensibilisierte Schicht mit Färbbildner
für Blaugrün, darauf einegrünsensibilisierte Schicht mit Farbbildner für Purpur, darauf eine
gelbgefärbte Filterschicht, die im Verlauf der Behandlung ihre Färbung verliert, darauf eine unsensibilisierte
Schicht mit Farbbildner für Gelb. Schließlich liegt,darauf als oberste Schicht eine
farblose und klare Schutzschicht aus Superpolyamid. Auf der Rückseite des Schichtträgers liegt
eine für Grün, Rot und Infrarot empfindliche Schicht, welche einen Farbbildner für Gelb und
gleichzeitig einen für Purpur enthält. Über dieser Schicht kann noch eine Lichthofschutzschicht liegen.
Hier und in den folgenden Beispielen soll für das äußerste Rot oberhalb 700 ηιμ und/oder das Infrarot
der Einfachheit halber zusammenfassend »Infrarot« gesagt werden. Die Empfindlichkeit für
Infrarot ist üblicherweise bei weitem nicht so hoch wie diejenige für die anderen Spektralgebiete, das
ist aber hier erwünscht, denn diese Empfindlichkeit soll nicht bei der Aufnahme wirken, sondern erst
bei dem Verarbeitungsprozeß benutzt werden. Statt
der beiden Farbbildner für Gelb und Purpur kann ein einziger für Rot genommen werden, z. B. der
folgende:
— O ■
COOH
CO —CH,-CN
ίο Nach der Aufnahme, die in jeder üblichen
Kamera oder Kinekamera erfolgen kann und durch die in allen vier photographischen Schichten ein
latentes Bild entsteht, wird der Film folgendermaßen verarbeitet:
ι. Entwicklung mit einem Schwarzweißentwiekler.
2. Stopbad.
3. Trocknung.
4. Behandlung mit handelsüblichem 96°/oigem Alkohol zur Entfernung der Schutzschicht.
5. Diffuse Belichtung mit infraroten Strahlen, wobei der Film zweckmäßig feucht ist.
6. Entwicklung mit einem Farbentwickler.
7. Entfernung von Silber und Silberbromid, z. B. mit Farmerschem Abschwächer.
Zwischen diesen Behandlungsstufen liegen noch längere oder kürzere Wässerungen, außer nach der
dritten und fünften Stufe, am Schluß wird gründlich gewässert und getrocknet.
Da die Frontseite mit der Schutzschicht versehen ist, wirkt der erste Entwickler nur auf die Rückseite,
dort entsteht ein Schwarzweißnegativ. Die Trocknung ist zweckmäßig, um störende Einwirkungen
des Alkohols auf die Farbbildner zu vermeiden. Nach Entfernung der Schutzschicht folgt
die diffuse Belichtung mit Infrarot. Sie wirkt lediglich auf die Rückseite, da nur die dort befindliche
Schicht für diese Strahlen empfindlich ist, und zwar auf das noch unentwickelte Silberbromid, welches
ein Positiv darstellt. Bei der nun folgenden Farbentwicklung werden auf der Frontseite in allen drei
Schichten das bei der Aufnahme erzeugte latente Bild und gleichzeitig auf der Rückseite das durch
die diffuse Nachbelichtung erzeugte latente Bild zu Farbbildern entwickalt. Die Farbe ist jeweils durch
den in jeder Schicht vorhandenen Farbbildner gegeben. Nach Entfernung des Silbers und Silberbromids
liegen auf der Frontseite drei Farbnegative in der bei Mehrschichtenfilm üblichen Reihenfolge.
Auf der Rückseite befindet sich ein rotes Farbpositiv (Abb. 1 a). Das Farbpositiv auf der
Rückseite dient als Maske, es ist infolgedessen zart gehalten. Das Gelbnegativ und das Purpurnegativ
auf der Frontseite dagegen, welche durch die Maske korrigiert werden, müssen etwas steiler sein als üblieh,
während das Blaugrünnegativ die übliche Gradation hat. Indem man für die erste Entwicklung
verschiedene Zeiten und gegebenenfalls auch verschiedenartige Entwickler nimmt, kann man die
Gradation der Maske beim Entwicklungsprozeß noch gut regeln. Von der erhaltenen Aufnahme kann
man direkt auf ein positives Mehrschichtenmaterial mit farbbildender Entwicklung kopieren, oder man
kann daraus drei Teilaujszüge gewinnen.
Ein doppelseitig begossenes Material hat auf der Frontseite dieselben Schichten wie das im Beispiel 1
erwähnte, nur daß die zuoberst liegende Schutzschicht fehlt. Auf der Rückseite liegt zunächst dem
Schichtträger eine grün- und infrarotempfindliche Schicht mit Farbbildner für Gelb, darüber eine rot-
und infrarotempfindliche Schicht mit Farbbildnern für Gelb und für Purpur. Darauf liegt gegebenenfalls
noch eine Lichthofschutzschicht (Abb. 2).
Nach der in normaler Weise vorgenommenen Aufnahme geht die Verarbeitung folgendermaßen
vor sich:
1. Entwicklung der Rückseite mit einem Schwarzweißentwickler
durch Schwimmenlassen des Films mit der Rückseite des Films nach unten.
2. Stopbad.
3. Diffuse Belichtung des feuchten Films mit infraroter Strahlung.
4. Entwicklung des Films mit Farbentwickler.
5. Entfernung von Silber und Silberbromid in der üblichen Weise.
Zwischen den Behandlungen wird gewässert, am Schluß wird getrocknet. Wie im vorigen Beispiel
bleibt hier die Frontseite von der ersten Entwicklung unberührt. Durch die Farbentwicklung entstehen
wieder auf der Frontseite die drei üblichen Farbteilnegative, als Farbpositive entstehen auf der
Rückseite diesmal zwei Masken (Abb. 2 a). Die Wirkung der beiden Masken ist hier, wie sich zeigen
läßt, bei gleicher Gradation der Gelbbilder, derjenigen der einen Maske von Beispiel 1 vollkommen
entsprechend. Ein Vorteil besteht aber darin, daß die Gradation der beiden Masken durch
Wahl entsprechender Emulsionen verschieden gemacht werden kann. Demgegenüber ist allerdings
der Beguß einer weiteren Schicht ein Nachteil.
Ein doppelseitig begossenes Material hat auf der Frontseite denselben Aufbau wie das Material von
Beispiel 2, auf der Rückseite befindet sich als unterste eine Gelbfilterschicht aus kolloidem Silber,
darüber eine photographische Schicht mit Grün- und Rotempfindlichkeit und Farbbildnern für Gelb
und Purpur, ferner darüber eine Schutzschicht aus Nitrocellulose, die gleichzeitig den Lichthofschutz
aufnimmt (Abb. 3).
Nach der Aufnahme wird das Material folgendermaßen verarbeitet:
ι. Entwicklung mit einem Farbentwickler.
ι. Entwicklung mit einem Farbentwickler.
2. Stopbad.
3. Trocknung.
4. Behandlung mit Äther—Alkohol zur Entfernung
der Schutzschicht.
5. Trocknung.
6. Entwicklung mit einem Schwarzweißentwickler.
7. Diffuse Belichtung des feuchten Films mit blauem Licht einseitig von der Rückseite.
8. Entwicklung mit einem Farbentwickler.
9. Entfernung von Silber und Silberbromid. Zwischen den Behandlungen wird gewässert,
außer nach 3. und 4., am Schluß wird getrocknet.
Diesmal bleibt die Rückseite von der ersten Farbentwicklung unberührt, welche in der Frontseite
die drei Farbteilnegative entwickelt. Nach Beseitigung der Schutzschicht erfolgt für die Rückseite
eine normale Farbumkehrentwicklung. In der Frontseite ergibt die Schwarzweiß entwicklung eine
Ausentwicklung der Teilnegative als Silberbilder, die dann noch unentwickelten Bildteile werden von
der diffusen Nachbelichtung nicht betroffen und ίο infolgedessen bei der letzten Farbentwicklung auch
nicht entwickelt. Im Endergebnis hat das entwickelte Material dieselbe Zusammensetzung wie
dasjenige von Beispiel ι (s. Abb. ι a).
Ein doppelseitig begossenes Material hat auf der Frontseite dieselbe Schichtenfolge wie dasjenige
von Beispiel 2, auf der Rückseite befindet sich eine grün- und rotempfindliche Schicht ohne Farbbildner,
darauf gegebenenfalls noch eine Lichthofschutzschicht (Abb. 4). Nach der Aufnahme wird
das Material folgendermaßen verarbeitet:
1. Entwicklung mit einem Farbentwickler.
2. Entwicklung mit einem Schwarzweißentwickler. 3. Stopbad.
4. Bei hellem Licht Fixage auf der Frontseite durch Schwimmenlassen mit der Frontseite nach unten.
5. Diffuse Belichtung mit weißem Licht.
6. Entwicklung mit einem Farbentwickler, der Farbbildner für Gelb und Purpur enthält.
7. Entfernung von Silber und Silberbromid.
Zwischen den Behandlungen wird gewässert und
Zwischen den Behandlungen wird gewässert und
am Schluß getrocknet. Die Behandlungen 4 und 5 können vertauscht werden. Statt den Film auf dem
Fixierbad schwimmen zu lassen, kann das Fixierbad auch in Form einer mit Methylcellulose verdickten
Paste auf die Frontseite angetragen werden. Die erste Entwicklung mit einem Farbentwickler
erzeugt auf der Frontseite Farbteilnegative, auf der Rückseite dagegen, wo sich kein Farbbildner in
der Schicht befindet, nur ein .zartes Silbernegativ. Die folgende Schwarzweißentwicklung verstärkt
die Silbernegative auf beiden Seiten. Die einseitige Fixage sorgt dafür, daß das verbliebene Silberbromid
auf der Frontseite entfernt wird, während auf der Rückseite das verbliebene Silberbromid
belichtet und durch die Entwicklung mit Farbbildner enthaltendem Farbentwickler zu einem
roten Farbpositiv entwickelt wird. Nach der Behandlung hat das entwickelte Material dieselbe
Zusammensetzung wie in den Beispielen 1 und 3
(s. Abb. la). π . . ,
Ein Material, wie es im Beispiel 4 beschrieben ist (s. Abb. 4), wird folgendermaßen verarbeitet:
1. Entwicklung mit einem Farbentwickler.
2. Entwicklung mit einem Schwarzweißentwickler.
3. Stopbad.
4. Diffuse Belichtung mit weißem Licht.
5. Einseitige Entwicklung der Rückseite mit einem Farbentwickler, der Farbbildner für Gelb und
Purpur enthält.
6. Entfernung von Silber und Silberbromid.
6. Entfernung von Silber und Silberbromid.
Wässerung und Schlußtrocknung erfolgen wie üblich.
In diesem Fall wird zum Unterschied von Beispiel 4 in der Stufe 5 eine einseitige Farbentwicklung
der Rückseite vorgenommen, so daß das Silberbromid der Frontseite zwar belichtet, aber
nicht entwickelt wird. Am Schluß gleicht das Material wieder demjenigen der Beispiele 1, 3 und 4
(s. Abb. ι a).
In den Behandlungsprozessen der Beispiele 4 und 5 folgen auf die erste Farbentwicklung noch
andere Entwicklungen. Um die Gradation des Umkehrbildes nicht zu flach werden zu lassen, empfiehlt
es sich in diesen Fällen, nach dem Verfahren des deutschen Patents 864952 dem Schwarzweißentwickler
kleine Mengen (etwa 1 %) Thiosulfat zuzusetzen.
Zu einer Farbaufnahme mit Buntmaske wird ein Farbentwicklungs-Zweipack benutzt, bei dem
auf der Rückseite des Rückfilms noch eine Maskenschicht angebracht wird. Das Material hat folgenden
Aufbau: Der Frontfilm besteht aus klarem Celluloid mit einer einzigen photographischen
Schicht. Sie ist unsensibilisiert, hat einen geringen Silberbromidgehalt und einen Farbbildner für
Purpur. Der Rückfilm besteht aus einem doppelseitig begossenen Material. Seine Frontseite enthält
nächst dem Schichtträger eine rotempfindliche Schicht mit Farbbildner für Blaugrün, darüber
eine grünempfindliche Schicht mit Farbbildner für Gelb, schließlich als oberste Schicht eine Schutzschicht
aus Superpolyamid, welche durch Zusatz eines gelben Farbstoffs gleichzeitig als Filterschicht
dient. Die Rückseite enthält eine rot- und infrarotempfindliche Schicht mit Farbbildner für
Gelb. Ein Schema des Zweipacks findet sich in Abb. 5. Nach der Aufnahme wird der Frontfilm
der Farbnegativentwicklung unterzogen, der Rückfilm wird in derselben Weise behandelt wie das
Material des Beispiels 1. Die Maske dient zum Ausgleich der Farbverfälschungen, die sich aus der
Blauabsorption des Blaugrünfarbstoffs ergeben. Eine Darstellung des entwickelten Materials gibt
Abb. S a. Die Kopie kann direkt auf ein doppelseitig begossenes Positivmaterial erfolgen, bei dem
das Gelbbild auf die eine, das Purpur- und das Blaugrünbild auf die andere Seite kommen. Statt
dessen können auch drei Teilauszüge erhalten
werden. π . . ,
Beispiel 7 ng
Zur Gewinnung eines Farbpositivs mit überlagerter negativer Buntmaske, das nicht zur direkten
Betrachtung, aber als Kopiervorlage benötigt wird, benutzt man ein doppelseitig begossenes
Material folgender Zusammensetzung:
Auf der Frontseite befindet sich als unterste eine rot- und infrarotempfindliche Schicht mit
Farbbildner für Blaugrün, darüber eine grün- und infrarotempfindliche Schicht mit Farbbildner für
Purpur, es folgt eine Gelbfilterschicht und darüber eine für Infrarot sensibilisierte Schicht mit Färb-
bildner für Gelb. Auf der Rückseite befindet sich eine grün- und rotempfindliche Schicht mit Farbbildnern
für Gelb und Purpur. Darüber liegt eine Schutzschicht aus Superpolyatnid, die zugleich den
Lichthof schutz enthält (Abb. 6).
Nach der Aufnahme erfolgt eine Verarbeitung, die der für das Beispiel ι gegebenen gleichkommt.
Da aber hier die zusätzliche Infrarotsensibilisierung in den Schichten der Frontseite erfolgt ist
und die Schutzschicht auf der Rückseite liegt, entstehen auf der Frontseite Farbteilpositive in den
Farben Gelb, Purpur und Blaugrün und auf der Rückseite ein rotes Farbnegativ, das als Maske
dient. Abb. 6 a gibt ein Schema des entwickelten Materials. Von dem erhaltenen Positiv kann man
direkt auf einen Farbumkehrfilm kopieren, oder man kann drei Farbauszüge als Negative gewinnen.
| Übersichtsschema über die Anwendung der | Behandlungsbäder in den | Einseitige Behandlung | b) | Beidseitige Behandlung |
| vorangehenden Beispielen (Die Stopbäder und Wässerungen sind weggelassen) | a) Schwarzweißentwicklung | G) | ||
| Nr. des Beispiels | d) | Farbentwicklung | ||
| I, 2,6 und 7 | Bleichbad | |||
| b) | Fixierbad | |||
| a) Farbentwicklung | c) | |||
| d) | S chwarzweiß entwicklung | |||
| 3 | e) | Farbentwicklung | ||
| a) | Bleichbad | |||
| b) | Fixierbad | |||
| Farbentwicklung | ||||
| d) | S chwarzweiß entwicklung | |||
| 4 | c) Fixierbad | e) | ||
| f) | Farbentwicklung | |||
| a) | Bleichbad | |||
| b) | Fixierbad | |||
| Farbentwicklung | ||||
| d) | Schwarzweißentwicklung | |||
| 5 | c) Farbentwicklung | e) | ||
| Bleichbad | ||||
| Fixierbad | ||||
Claims (3)
- Patentansprüche:i. Verfahren zur Herstellung von Mehrfarbenbildern mit Maskenschichten in einem farbenphotographischen Mehrschichtenmaterial, bei welchem die eigentlichen Bildschichten von den Maskenschichten durch den Schichtträger getrennt sind, unter Anwendung der farbgebenden Entwicklung, dadurch gekennzeichnet, daß nach gleichzeitiger Aufnahtnebelichtung der Bild- und der Maskenschichten von den zur Schwarzweißentwicklung, zur farbgebenden Entwicklung oder zur Fixierung dienenden Behandlungsbädern jeweils eines nur auf die lichtempfindlichen Schichten der einen Seite und die beiden anderen auf die lichtempfindlichen Schichten beider Seiten zur Einwirkung gebracht werden und daß die getrennte Behandlung der Bild- und/oder der Maskenschichten mit an sich bekannten Mitteln, wie Abschirmung durch Schutzschichten, Anwendung von Behandlungsbädern in Pastenform, Schwimmentwicklung, durchgeführt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Anwendung einer selektiven Nachbelichtung, welche nur auf die zu Positiven zu entwickelnden Teilbilder wirkt.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Verwendung eines Mehrschichtenmaterials, dessen für die Umkehrentwicklung bestimmte Schichten für das äußerste sichtbare Rot oberhalb 700 ΐημ oder für das Infrarot sensibilisiert sind und die während des Entwicklungsverfahrens mit der dieser Sensibilisierung entsprechenden Lichtart nachbelichtet werden.In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 305 053, 729 606,735 673; "5USA.-Patentschrift Nr. 2316803; britische Patentschrift Nr. 561 674; französische Patentschrift Nr. 884809; Wall: »The History of Three-Color Photography«, S. 649, 650.Hierzu i Blatt Zeichnungen© 9M 712/24 2,60
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1951SC005608 DE973403C (de) | 1951-01-04 | 1951-01-04 | Verfahren zur Herstellung von Mehrfarbenbildern mit Maskenschichten in einem farbenphotographischen Mehrschichtenmaterial |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1951SC005608 DE973403C (de) | 1951-01-04 | 1951-01-04 | Verfahren zur Herstellung von Mehrfarbenbildern mit Maskenschichten in einem farbenphotographischen Mehrschichtenmaterial |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE973403C true DE973403C (de) | 1960-02-11 |
Family
ID=7424555
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1951SC005608 Expired DE973403C (de) | 1951-01-04 | 1951-01-04 | Verfahren zur Herstellung von Mehrfarbenbildern mit Maskenschichten in einem farbenphotographischen Mehrschichtenmaterial |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE973403C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| FR2474706A1 (fr) * | 1980-01-25 | 1981-07-31 | Kremp Richard | Procede et appareil pour retirer l'argent d'une ou deux faces emulsionnees d'un film photographique |
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| US2316803A (en) * | 1938-12-28 | 1943-04-20 | Chromogen Inc | Photographic material for taking color photographs |
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| GB561674A (en) * | 1942-09-03 | 1944-05-31 | Kodak Ltd | Improvements in methods of colour correction in colour photography |
-
1951
- 1951-01-04 DE DE1951SC005608 patent/DE973403C/de not_active Expired
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