DE973318C - Schaltungsanordnung fuer Fernsprechnebenstellenanlagen - Google Patents
Schaltungsanordnung fuer FernsprechnebenstellenanlagenInfo
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Description
AUSGEGEBEN AM 3. MÄRZ 1960
M 19487 Villa/2ia*
ist als Erfinder genannt worden
Die Erfindung bezieht sich auf eine Schaltungsanordnung für Vermittlungssysteme, insbesondere
Fernsprechsysteme für Nebenstellenanlagen, bei welchen als Verbindungsorgane aus Einzelschaltern
zusammengesetzte Mehrfachschalter benutzt werden.
Ein wesentliches Merkmal derartiger Mehrfachschalter besteht in der, allen Einzelschaltern gemeinsam
zugeordneten Einstelleinrichtung. Da nun jeder Einzelschalter als ein selbständiges Verbindungsorgan
zu betrachten ist, kann in einem Mehrfachschalter eine entsprechende Anzahl gleichzeitiger
Verbindungen bestehen. Jedoch ist bei der Herstellung der Verbindungen mit Rücksicht auf
die gemeinsame Einstelleinrichtung eine einzeln nacheinander erfolgende Abfertigung notwendig.
Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gesetzt, die Anwendung solcher Mehrfachschalter derart vorzunehmen,
daß sich die aus der Direktwahltechnik bekannten Prinzipien in möglichst einfacher Weise
an die Erfordernisse einer gemeinsamen Einstelleinrichtung anpassen.
Ein besonderes Problem in Vermittlungseinrichtungen mit gemeinsamen Einstelleinrichtungen und
Mehrfachschaltern ist die Aufnahme eines Einstellanreizes aus der Teilnehmerschaltung und die Auswertung
von Sammelanschlußkennzeichen.
Üblicherweise werden Anlaßkriterien der Teilnehmerschaltung derart aufgenommen, daß man
darüber Gruppenrelais erregt und innerhalb einer Gruppe die Position des betreffenden Anreizes
durch weitere Relais feststellt. Dies entspricht im Verfahren der Bildung eines Anrufsuchers, der aus
Relais aufgebaut ist und nach Auflauf auf den Anreiz aus seiner Einstellung heraus die Position des
rufenden Teilnehmers an den Mehrfachschalter weitergibt.
Dadurch wird sichergestellt, daß nur jeweils ein eindeutiger Anreiz auf die Einstellorgane des Mehrfachschalters
gegeben werden kann. Dies ist un-
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umgänglich notwendig, da sonst die Möglichkeit von Doppelverbindungen gegeben wäre.
Die Einfügung eines so beschriebenen Relaissuchers als Einstellhilfsorgan bedeutet naturgemäß
einen erheblichen Aufwand. Man ist daher für derartige Anordnungen dazu übergegangen, daß zur
Betätigung der gemeinsamen Einstelleinrichtungen von Mehrfachschaltern Leitungskontaktketten verwendet
werden, um sicherzustellen, daß in einer ίο Zeiteinheit nur jeweils ein Einstellanreiz aufgenommen
wird. Die Verwendung solcher Kontaktketten erfordert für die gemeinsame Einstelleinrichtung
so viele Einstellelemente, wie einzustellende Teilnehmer in dem vorgesehenen Mehrfachschalter
angeschlossen sind.
Der, Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, für solche Fälle die Anzahl der erforderlichen Einstellelemente
wesentlich herabzusetzen. Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß die durch
Mehrfachschalter zu verbindenden Leitungen in Untergruppen geteilt sind und ihre Leitungskontakte untergruppenweise in gesonderten, parallel
auf dieselben Schaltmittel der gemeinsamen Einstelleinrichtung wirkenden Kettenschaltungen angeordnet
sind, in welchen jeweils ein zusätzliches Gruppenausscheidungsmittel liegt.
Durch diese Maßnahme ist es möglich, mit einem Einstellelement beispielsweise gleichzeitig zwei
Teilnehmer zu kennzeichnen und mit einem zusätzliehen Ausscheidungselement den gewünschten der
beiden Teilnehmer auszuscheiden. In einem solchen Fall, bei welchem die Teilnehmerleitungen in zwei
Untergruppen geteilt und dementsprechend zwei Leitungskontaktketten vorhanden sind, welche auf
die gleichen Einstellelemente wirken, werden in der gemeinsamen Einstelleinrichtung gegenüber
den bekannten Ausführungen ntuq die Hälfte der
Einstellelemente mit zwei zusätzlichen Ausscheidungselementen benötigt. Da die Ausscheidungsschaltmittel
in den Leitungskontaktketten angeordnet sind, veranlassen diese das Wirksamwerden
der Ausscheidungselemente praktisch gleichzeitig mit den Einstellelementen, so daß kein Zeitverlust
für den Einstellvorgang entsteht. Um dies an einem praktischen Beispiel darzulegen, sei angenommen,
daß in einem Mehrfachschalter zwanzig Teilnehmer angeschlossen sind, für welchen gemäß bisheriger
Technik in der gemeinsamen Einstelleinrichtung zwanzig Einstellelemente erforderlich wären. Bei
der Anordnung gemäß der Erfindung werden jedoch nur zehn Einstellelemente und zwei zusätzliche
Ausscheidungselemente, also zusammen zwölf Elemente, benötigt.
Eine ähnliche Kettenanordnung aus den Leitungen zugehörigen Kontakten wird im Falle von Sammelanschlüssen
verwendet, um das den Sammelanschluß kennzeichnende Potential nur einem Einstellmagneten
zuzuführen, der die Anschaltung einer freien Leitung ermöglicht.
Der Aufwand für die Kennzeichnung eines Anreizes aus der Teilnehmerschaltung und die
Umsetzung der Kennzeichnung auf den gewünschten Einstellmagneten kann mit sehr geringem Aufwand
erfolgen, so daß sogar ein zweifacher Anreiz pro Teilnehmerleitung für Amts- und Hausverbindungswünsche
möglich ist.
Falls sich aus derartigen Anordnungen längere Kontaktketten ergeben, kann man durch eine Gruppenschaltung
Teilketten herstellen.
Die Erfindung wird an Hand eines Ausführungsbeispieles, bei welchem es sich um eine Nebenstellenanlage
mittlerer Größe handelt, bei der auf dem Mehrfachschalter sowohl Wähler für Hausverbindungswege
(Anrufsucher und Leitungswähler) wie Amtsverbindungswege (Amtswähler) konstruktiv
vereinigt sind, unter Zuhilfenahme der Zeichnungen näher erläutert. Hierbei zeigt
Fig. 1 ein Prinzipschema für die Teilnehmergruppierung innerhalb eines Schalters,
Fig. 2 ein Über.sichtsschema, welches den Zusammenhang
zwischen den S chaltungsanordnungen für Teilnehmeranschluß, Anlassung, Haus- und
Amtsverbindungssatz darstellt, Fig. 3 eine Teilnehmeranschlußschaltung, Fig. 4 eine Anlaßschaltung,
Fig. 5 eine Ergänzung zu der Anlaß-Schaltung, Fig. 6 eine Schaltung für den Hausverbindungssatz,
Fig. 7 eine gemeinsame Sperrschaltung. Der grundsätzliche Aufbau eines aus Einzelschaltern
zusammengesetzten Mehrfachschalters darf im folgenden als bekannt vorausgesetzt werden.
Der den im folgenden gewählten Ausführungsbeispielen zugrunde gelegte, nach dem Prinzip des
Kreuzschienenwählers aufgebaute Mehrfachschalter verfügt über eine gemeinsame, aus Markierstangen
mit Markierfedern bestehende Markiereinrichtung, bei der jede Stange nach zwei verschiedenen Richtungen
geschwenkt und so mit jeder Markierfeder zwei Durchschaltepunkte wahlweise bedienen kann.
Die Durchschaltung erfolgt dann an der markierten Stelle durch eine der im gewählten Beispiel als senkrecht
angeordnet angenommenen Brücken, deren jede einen Einzelschalter darstellt.
Die Fig. 1 zeigt ein Prinzipschema für die Teilnehmergruppierung für eine senkrechte Einheit
innerhalb des Mehrfachschalters. Hieraus ist zu ersehen, daß die fünfundzwanzig Auswahlmagneten
Si bis 6*25 jeweils gleichzeitig zwei Teilnehmerkontakte
schalten, und zwar beispielsweise der MagnetvSl
die Teilnehmer 11 und 16. Die Auswahl eines dieser vorbereiteten Teilnehmer erfolgt durch
Betätigung des gewünschten Umschaltemagneten SUi oder SU2. Wird der Umschaltemagnet SU1
gleichzeitig mit dem Auswahlmagneten S1 betätigt,
so wird nur der Teilnehmer 11 an den Verbindungssatz gelegt. Dieser, ist dreiadrig, a, b, c, ausgeführt.
Für die Auswahlmagneten und ebenso für die Umschaltemagneten sind ebenfalls einadrige Kontakte
siil, su2, si bis s25 vorgesehen, welche dazu dienen,
bei Umlegung die notwendige Auswahlmagnetkombination wieder einzuschalten.
Fig. 2 zeigt einen Übersichtsplan, aus welchem der Zusammenhang der in den Figuren gezeigten
Einzelschaltungen hervorgeht. Links oben ist die Teilnehmeranschlußschaltung angedeutet, welche in
der Fig. 3 in den Einzelheiten ausgeführt ist. Die von der Teilnehmerschaltung aus beherrschte Anlassung
wird in der Fig. 4 und eine Ergänzung hierzu in der Fig. 5 gezeigt.
Der Hausverbindungssatz, welcher durch die beiden Schaltorgane, Sucherbrücke SB und Leitungsbrücke LB, die Sprechverbindung herstellt, ist in
der Fig. 6 wiedergegeben.
Die in Fig. 3 gezeigte Teilnehmeranschluß-Schaltung enthält die übliche 2-Relais-Anordnuiig R und T, welche zwei Anlaßkriterien aufzunehmen gestattet. Es liegt eine Hausanlassung vor, wenn Relais R gezogen und Relais T abgefallen ist, während die Kombination Relais T gezogen, Relais R abgefallen, das Amtsanlaßkriterium darstellt. Durch welche Schaltvorgänge dieses Kriterium erreicht wird, ist hier ohne Bedeutung.
Die in Fig. 3 gezeigte Teilnehmeranschluß-Schaltung enthält die übliche 2-Relais-Anordnuiig R und T, welche zwei Anlaßkriterien aufzunehmen gestattet. Es liegt eine Hausanlassung vor, wenn Relais R gezogen und Relais T abgefallen ist, während die Kombination Relais T gezogen, Relais R abgefallen, das Amtsanlaßkriterium darstellt. Durch welche Schaltvorgänge dieses Kriterium erreicht wird, ist hier ohne Bedeutung.
Die r- und i-Kontakte der Teilnehmeranschluß-Schaltung
greifen ferner in Anlaßlinien für, Haus- und Amtsanreiz, um die der jeweiligen Teilnehmerschaltung
zugeordneten Auswahl- und Umschaltemagneten (S und SU in der Anlaß-Schaltung) zu
betätigen.
Bei Hausanrufen wir.d der Stromkreis von Punkt H (= Hausanlassung) über die Kontakte 12
und r4 zu den Auswahlmagneten S, SU geschlossen,
wogegen bei Amtsrufen der Stromkreis vom Punkte (= Amtsanlassung) über die Kontakte 13
und r4 zu den gleichen Auswahlmagneten zustande kommt.
Die Einzelheiten des Anlaßvorganges sind aus Fig. 4 zu entnehmen. Die Steuermagneten S1 bis
S25 zur Betätigung der senkrecht angeordneten
Auswahlschienen sowie die Magneten SUi bis SU2
für die Umschalteschienen sind in Fig. 4 unten gezeigt.
Die Anlaßleitungen laufen über hochohmige Relais, und zwar über H1 und H 2 für die Hausverbindungen
und über Al und A2 für die Amtsverbindüngen
zu den Steuermagneten, welche in dem Mehrfachschalter die entsprechende Teilnehmerkennzeichnung
aufnehmen.
Die Verteilung der fünfzig Teilnehmerorgane auf die Haus- bzw. Amtsanlaßleitungen ist derart getroffen,
daß jeweils die ersten fünf Teilnehmer jeder Dekade (Teilnehmer 11-15, 21-25 usw.) den ersten
Anlaßleitungen (Relais H1, Al) und jeweils die
zweiten fünf Teilnehmer (Teilnehmer, 16-10, 26-20 usw.) den zweiten Anlaßleitungen (Relais H2, A2)
zugeordnet sind.
Bei jeder Hausanlassung wird der Ruf verteiler Rvh (bei jeder Amtsanlassung der entsprechende
Rufverteiler Rva für abgehenden Amtsverkehr) um einen Schritt weitergeschaltet. Als Rufverteiler ist
hierbei an einen magnetischen Impulszähler gedacht. Dieser besteht im Prinzip aus einer Spule mit
einer Einstell- und einer, entgegengesetzt wirkenden Abwerfwicklung. Weiterhin ist ein Kern mit einem
stärkeren Hauptpol und einem schwächeren Hilfspol vorgesehen. Das gemeinsame Joch trägt beispielsweise
zehn Teilnehmer, die jeweils einen Einzelfedersatz schalten können. In der Ruhestellung
liegen die Teilanker, mit Ausnahme des ersten, der, eine Mittelstellung zwischen Haupt- und Hilfspol
einnimmt, an dem Hilfspol. Empfängt nun der Impulszähler einzelne Stromstöße, so wird bei dem
ersten Impuls der dem Hauptpol am nächsten liegende Teilanker angezogen und schaltet den ihm zugeordneten
Federsatz und spannt eine Mitnehmerfeder für den zweiten Teilanker vor, um diesen in
die vorbereitete Mittellage zwischen den beiden Polen zu bringen. Jedoch bleibt der zweite Teilanker
für die Dauer des ersten Impulses am Hilfspol gehalten und geht erst nach Beendigung des Impulses,
d. h. erst nach Verschwinden des magnetischen Kraftfeldes, in die vorbereitete Zwischenstellung.
Der erste Anker bleibt während der Impulspause infolge Remanenz gehalten. Bei den
nun nachfolgend eintreffenden Impulsen werden in gleicher Weise die nächsten Anker der Reihe nach
betätigt. Die den einzelnen Teilankern zugeordneten Kontaktsätze sind so ausgebildet, daß bei jedem
weiteren Impuls jeweils die nächste Schaltstellung wirksam wird, weil bei einer fortlaufenden Impulsreihe
die jeweils vorhergehenden Teilanker gezogen bleiben. Zur Rückstellung des Impulszählers werden
die am Hauptpol gehaltenen Teilanker durch Erregung einer Gegenwicklung abgeworfen. Die Erfindung
ist jedoch an eine derartige Ausführung eines Rufverteiler.s nicht gebunden, sondern kann go
ebenfalls jede andere geeignete Anordnung verwenden.
Es werden nunmehr die Schaltfunktionen betrachtet, die bei dem Aufbau einer Hausverbindung
durch den Teilnehmer 11 auftreten.
Das Kontrollrelais Ah besitzt eine hochohmige Wicklung Ah I sowie eine niederphmige Wicklung
AhII, über welche später nach Kurzschluß der Wicklung I der Anschaltemagnet SB im Hausverbindungssatz
zum Ansprechen gebracht wird.
An den Schaltpunkten des Rufverteilers sind alle verfügbaren Hausverbindungssätze angeschlossen,
so daß bei jedem Schaltschritt der nächste freie Haussatz zur bevorzugten Anlassung bereitgestellt
ist. Ausgenommen, der Rufverteiler steht auf dem Schaltschritt des ersten Hausverbindungssatzes, so
wird über den in Fehlstrom liegenden Anschaltemagneten SB (Fig. 6) das Kontrollrelais Ah über
seine Wicklungen I und II erregt. Dieses schaltet mit seinem Kontakt ah I das der ersten Hausanlaßleitung
zugeordnete hochohmige Relais H1 ein, welches
infolge der vom Teilnehmer 11 wirksam gemachten r- und i-Kontakte in Reihe mit dem in
Fehlstrom liegenden Auswahlmagneten S1 anspricht.
Den Relais Hl, H2, Ai und A2 sind Relais
HIh, H2h, AIh, A2h zugeordnet, von denen
jedes sich mit den entsprechenden Relais der übrigen Verbindungssätze in einer gegenseitigen Sperrschaltung
befindet und über den Kontakt h im nur
dann ansprechen kann, wenn kein analoges Relais (z. B. H 2) angezogen ist. Dadurch wird verhindert,
daß auf die, allen Verbindungssätzen gemeinsam zugeordneten Auswahlmagneten nicht mehrere Einstellungen
zu gleicher Zeit geleitet werden können. Nachdem das Relais HlA über seine Wicklungen I
und II (+, Αϊ™, HlAI und II, A2A^n, -) angesprochen
hat, schließt dieses mit Kontakt h 1 ¥ das Relais H1 durch Anlegen direkter Erde kurz, wodurch
dieses verzögert abfällt und der, im selben Stromkreis liegende Auswahlmagnet JT1 anspricht.
Durch den weiteren Kontakt h 1W wird gleichzeitig
der Umschaltemagnet SUl erregt. Damit ist der rufende Teilnehmer 11 im Mehrfachschalter gekennzeichnet,
so daß zu seiner Anschaltung nur noch der
ίο Anschaltemagnet SB des ersten Hausverbindungssatzes
betätigt zu werden braucht. Dies erfolgt in der Weise, daß nach Abfall von H1 und Anzug von
HIh die hochohmige Wicklung I des Hausanlaßrelais
Ah durch Anlegen direkten Er.dpotentials (h 1 hm, h I11) kurzgeschlossen wird und der im selben
Stromkreis liegende Anschaltemagnet SB (Fig. 6) infolge Stromverstärkung anspricht. Dieses
Erdpotential bleibt allerdings nur so lange gehalten, wie das Relais HIh, durch den Kontakt hlm des
inzwischen abgefallenen Relais H1 kurzgeschlossen,
abfallverzögert gehalten bleibt. Damit ist nach Abfall HIh die Sperrung aufgehoben, der Anlaßimpuls
beendet. Anlassungen, die auf anderen Linien, z.B. H2, Ai oder A2 bereits vorbereitet
waren, werden nunmehr gegenüber einer erneuten Anlassung auf der Linie des H 1-Relais bevorzugt,
da sie zeitlichen Vorsprung besitzen. Mit dem Ansprechen von HIh wurde mit Kontakth 1 /iVI der
Rufverteiler Rvh über seine Ansprechwicklung I auf den nächsten Schaltschritt gestellt (z. B. zweiten
Hausverbindungssatz), bevor der Anschaltemagnet SB erregt wurde. Erreicht der, Rufverteiler den
letzten Schaltschritt, so wird über einen eigenen Kontakt rvh5 die Gegenwicklung Rvh II eingeschaltet
und der Verteiler in die Ruhelage gebracht.
Fig. 5 zeigt eine Ergänzung zu der in Fig. 4 gezeigten Anlaßschaltung. Der Zweck dieser Ergänzung
besteht darin, die aus der 50-Teilnehmer-Gruppe entstammenden Rufanlassungen nur in
kurzen Kontaktketten (z. B. fünfergruppenweise) abzufertigen. Dies wird dadurch erreicht, daß die
über jeweils fünfundzwanzig Kontaktanordnungen der Teilnehmerschaltungen verlaufenden Amts- und
Hausanlaßleitungen {Al, A2 und Hl, H2) in insgesamt fünf Gruppen von je fünf Kontaktanordnungen
unterteilt werden. Bei Vorliegen eines Anreizes wird zunächst über einen Gleichrichter Gl das entsprechende
hochohmige Fünfergruppenrelais (I-IV) über seine Wicklung I erregt (für die ersten fünf
Teilnehmer ist kein Gruppenrelais erforderlich) und schaltet damit (z. B. mit Kontakt I111 für Teilnehmer
21) den rufenden Teilnehmer dieser Gruppe an das entsprechende Anlaßrelais, z. B. Hl. Da
während der Stromverstärkung zur Betätigung der Auswahlmagneten S auch die Gruppenrelais kurzgeschlossen werden, werden sie während dieser Zeit
über eigene Kontakte (z. B. lv) und Kontakte der Kettenrelais (z. B. hlhVil1) über eine zweite Wicklung,
z. B. I (II), gehalten.
Die für die Hausanlassung beschriebenen Schaltvorgänge wickeln sich bei Amtsanlassung in gleicher
Weise unter Verwendung der hierfür vorgesehenen analogen Schaltelemente ab. Das Amtskontrollrelais
Aa, welches über den Rufverteiler Rva anspricht, schaltet die den beiden Amtsanlaßleitungen
zugeordneten Relais A1 und A 2 in Verbindung
mit den dazugehörigen Kettenrelais A 1 h und A 2 h.
Fig. 6 zeigt einen Hausverbindungssatz mit Anschaltemagneten SB für abgehenden Verkehr (Anrufsucher)
und Anschaltemagneten LB für ankommenden Verkehr (Leitungswähler) sowie zwei zur
Aufnahme der beiden Impulsserien (Zehner- und Einerimpulsserie) dienende magnetische Impulszähler
Z und E, die nach dem gleichen Prinzip aufgebaut sind wie die in der Anlaßleitung verwendeten
Rufverteiler.
Die Belegung des Haussatzes erfolgt durch Anlegen von Erdpotential über die Leitung anH,
worüber der Anschaltemagnet SB anzieht (Erde aus Fig. 4, anH Fig. 6, Kontakte ν Iί, c 4, Anschaltemagnet
SB, —). Nach Ende des Belegungsimpulses wird über, Kontakt sb1, die Relaiskontakte c2 und
ν I2, das Schleifenrelais A über seine Wicklung III
erregt. Dadurch wird mit Kontakt al das Belegungsrelais C über seine Wicklung I eingeschaltet.
Das Belegungsrelais C legt mit seinen Kontakten c 3 und c 5 das Speise- und Impulsrelais in Reihe mit
dem Differenzrelais X an den rufenden Teilnehmer an. Mit Kontakte 2 wurde die Hilfswicklung III
des Relais A vom Ansprechstromkreis abgetrennt und erhält mit Kontakt c 1 einen neuen Stromkreis
zur Übertragung des Wählzeichens WZ. Die Weitergabe des Wählzeichens zum rufenden Teilnehmer
erfolgt in bekannter Weise induktiv.
Es ist noch zu bemerken, daß beim Ansprechen des Anschaltemagneten SB der ruf ende Teilnehmer
in der Anrufsucherstufe dreiadrig (a, b, c) durchgeschaltet wurde.
Mit Beginn der mit der Zehnerwahl eintreffenden Stromstöße wird das Relais V (I) infolge Abfallens
des .^-Relais (Kontakt a I) erregt. Letzteres betätigt
mit Kontakt σ 3 ein Relais Vl, welches hier
die Funktion der bei mechanischen Wählern verwendeten Kopfkontakte übernimmt. Es hält sich
mit seiner Wicklung Vl (I) in der ankommenden c-Ader.
Die Wahlimpulse für die Zehnerwahl werden durch den impuls weise schaltenden Kontakt α 3 auf
die Ansprechwicklung I des Impulszählers Z gegeben. Der Impulszähler arbeitet, wie bereits für
seine Funktion als Rufverteiler beschrieben, in der Weise, daß mit jedem aufgenommenen Impuls ein
weiterer Federsatz geschaltet wird. Demgemäß wird die gewählte Zehnerziffer auf der Schaltbahn 2 festgehalten,
wodurch die gewünschte Dekade gekennzeichnet ist. Nach Beendigung der Zehnerwahl wird
ein Umsteuer- und Ruf relais K (II) erregt (—, K (II), vle, p1, m1, νί, χΐ, Ib1, sb2, +), so daß die
nun folgende Einerimpulsserie nach Umschaltung durch Kontakt k 1 auf den Einerimpulsspeicher
E (I) gegeben wird. Hierdurch wird auf der Schaltbahn e die Kennzeichnung der gewählten Einerziffer
festgehalten. Mit der zweiten, d. h. Einerimpulsserie wird das Relais M eingeschaltet (—,
M, k2, v1, x1, Ib1, sb2, +), welches das Ansprechen
des in der Sperrschaltung (Fig. 7) gelegenen Relais S vorbereitet (Kontakt m V). Das Relais S kann
nach Beendigung der zweiten Impulsserie ansprechen (Fig. 6, +, sb2, Ib1, x1, v1, m1, SI und
SIl...-; Fig. 7, + , Si, s2* (Hausweg HW 2),
alh . . . ul2, SP, —), sofern die Sperrschaltung
nicht anderweitig belegt ist. Mit Kontakt s5 wird dem nachfolgenden Sperrelais das Ansprechpotential
entzogen, die Wicklung S (I) kurzgeschlossen ίο und somit Sperrpotential angelegt. Mit Kontakt s1
wird Erdpotential an die von den Impulsspeichern Z und E eingestellten Schaltbahnen ζ und e gelegt und
damit die Dekadenpunkte D1-10 (bzw. D1-5) sowie
an die Einerpunkte £1-10 gelegt. Die Dekaden- und Einerpunkte führen zu der in Fig. 4 gezeigten
Anlaßschaltung. Über die Nummernrelais 2Vl bis N 5 (Fig. 4) wird die Position der Einerziffer auf
dem der Dekade zugehörenden Stangensegmenten S gekennzeichnet, während die Linienrelais L1 bzw.
so L 2 die Kennzeichnung für die Stangenumschaltemagneten
SUl bzw. SU2 (Kontakte Ii1 und /21)
liefern. Bei Wahl der Ziffer 18 wird bei dieser Anordnung der Stangenmagnet S3 und der Stangenumschaltemagnet
SU2 erregt.
as Im Hausverbindungssatz (Fig. 6) fällt mit Kontakt
s 3 das nur, noch verzögert gehaltene Relais M ab, wodurch mit Kontakt «2 der Anschaltemagnet
LB wirksam wird, welcher den Federsatz al, bl,
c 1 in der Leitungswählerstufe LW durchschaltet, nachdem der gerufene Teilnehmer durch die vorher
betätigten Stangen- und Umschaltemagneten wie beschrieben gekennzeichnet war.
Durch Abfall des Relais M bzw. Ansprechen des Anschaltemagneten LB wird ein Kurzschluß für
Sperrelais S (Kontakte Ib 3, m 3) herbeigeführt, so
daß die durch den Hausverbindungsweg hervorgerufene Sperrung durch Abwurf des Relais S
zwangläufig aufgehoben wird. Es ist hierbei zu bemerken, daß die Aufhebung der, Sperrung unabhängig
davon erfolgt, ob in der Anlaßschaltung (Fig. 4) die Einstellung der Stangen- und Umschaltemagneten
S, SU in gewünschter Weise zustande kam oder infolge Fehlschaltung unterblieb.
Die weiteren Schaltvorgänge für den Verbindungsaufbau, wie Freiprüfen (eventuell Aufschaltung
im Besetztfall), Ruf- und Signalgabe erfolgen in konventioneller Weise und können daher in dieser
Systembeschreibung fortgelassen werden.
Das Problem der Sammelanschlüsse wird gemäß Fig. 4 dadurch gelöst, daß eine Aufspaltung der ankommenden
Markierlinien in gleicher Weise vorgenommen wird, wie z. B. bei Ausscheidung einer
bestimmten Kennziffer, bei Kennziffernanlassung für Amtsverbindungen. Es wird beispielsweise'angenommen,
daß die Rufnummer 16 ein Sammelanschluß ist. Mit Ansteuern dieser Nummer auf der
ankommenden Markierlinie wird Erdpotential über einen Kontakt ί 16 dieses Teilnehmeranschlusses geleitet
und, sofern dieser frei ist, zum Stangenmagneten S1 gegeben. Wenn der Teilnehmer 16 belegt
ist, so ist auch sein Trennrelais gezogen und gibt mit Kontakt ί 16 Markierpotential in betrachtetem
Beispiel auf den Stangenmagneten S3, d.h.
also auf den Teilnehmeranschluß 18. Hierbei ist natürlich vorausgesetzt, daß dieser Teilnehmer 18
frei ist. Die Weitergabe dieses Markierpotentials mit Hilfe von Kontakten der Teilnehmertrennrelais
kann praktisch unbegrenzt erfolgen. Im gezeigten Beispiel ist die Anwendung wegen des betätigten
Relais L 2 nur auf die Teilnehmer mit gleichen Stangenumschaltemagneten SU beschränkt, jedoch
eine Umgehung dieser, Einschränkung durch ein durch die Belegungskette gesteuertes Umschalterelais
leicht möglich.
Claims (9)
1. Schaltungsanordnung für Fernmelde-, insbesondere Fernsprechanlagen, unter Verwendung
von Mehrfachschaltern mit jeweils gemeinsamen Einstelleinrichtungen, deren Betätigung
für den Einstellvorgang in der Weise über Leitungskontaktketten erfolgt, daß in einer Zeiteinheit
jeweils nur ein Einstellanreiz aufgenommen wird, dadurch gekennzeichnet, daß die durch
Mehrfachschalter zu verbindenden Leitungen in Untergruppen geteilt sind und ihre Leitungskontakte untergruppenweise in gesonderten,
parallel auf dieselben Schaltmittel (Einstellmagnete Sl ... 5" 25 in Fig. 4) der gemeinsamen
Einstelleinrichtung wirkenden Kettenschaltungen angeordnet sind, in welchen jeweils ein zusätzliches
Gruppenausscheidungsmittel (Relais Hl, H2 bzw. Al, A2 in Fig. 4) liegt.
2. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitungen in zwei
Untergruppen (ungeradzahlig numerierte Leitungen 11-15, 21-25, .. ., 51-55 der ersten Untergruppe
und geradzahlig numerierte Leitungen 16-10, 26-20, ..., 56-50 der zweiten Untergruppe,
Fig. 1 bis 4) unterteilt sind.
3. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die in den
einzelnen Leitungskontaktketten liegenden Gruppenausscheidungsmittel bei der Einstellung
einer Verbindung auf besondere Schaltmittel (Umschaltemagnete SU1 bzw. SU2 in Fig. 4)
der gemeinsamen Einstelleinrichtung wirken.
4. Schaltungsanordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Einstellmagneten
(Sl ... S 25; Fig. 4) bis zum Wirksamwerden
der Anlassung über hochohmige Relais (JiI-, iT2-Relais bzw. Al-, ^2-Relais; Fig. 4) gehalten
werden.
5. Schaltungsanordnung nach Anspruch 3 mit Amtsanlassung aus der Teilnehmerschaltung,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kettenschaltung jeder Untergruppe jeweils zwei Schaltmittel
(Hl, H2 bzw. A1,A2 in Fig. 4) zur Aufnahme zweier unterschiedlicher Anlaßkennzeichen
(Haus- bzw. Amtsanlassung) besitzt.
6. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1 bzw. 3, dadurch gekennzeichnet, daß die genannten
Leitungskontaktketten in Untergruppen unterteilt sind (Fig. 5), aus denen ein Zwischenkriterium
(z. B. Gruppenrelais I gezogen) auf-
909 721/4
genommen wird, bevor die Anschaltung an die Anlaßrelais (Hl-, i72-Relais bzw. Al-, Λ2-Relais)
vorgenommen wird.
7. Schaltungsanordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Gruppenrelais
nur die Anschaltung jeweils einer Untergruppe an die Anlaßschaltung erlauben (z. B. Kontaktkette
li-4IV in Fig. 5).
8. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1 zur Bildung von Sammelanschlüssen, dadurch gekennzeichnet,
daß das der Sammelanschlußgruppe entsprechende Einstellkennzeichen auf eine Kontaktkette von Teilnehmerrelais dieser
Sammelanschlußgruppe gegeben wird und darüber ein einen freien Teilnehmer, dieser Gruppe
kennzeichnender Einstellmagnet erregt wird.
9. Schaltungsanordnung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Einstellpotential
zur Kennzeichnung eines Sammelanschlusses entsprechend der Gruppenlage der, Einerziffer
(L 1-Relais bzw. L2-Relais in Fig. 4 betätigt)
durch Kontakte der Gruppenrelais (Kontakte IIs bzw. 123 in Fig. 4) aufgespalten wird, um
beim Anwählen einer Sammelanschlußgruppe (z. B. Ziffer 16 in Fig. 4) die vom Teilnehmerrelais
des ersten Sammelanschlußteilnehmers (Teilnehmer 16 in Fig. 4) ausgehenden Kontaktketten
(tl6, tl7 . .., Fig. 4) zu erreichen und den Einstellmagneten der ersten in der Kette
liegenden freien Sammelanschluß leitung einzustellen.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 863 512;
französische Patentschrift Nr. 978 920;
USA.-Patentschriften Nr. 1 536 464, 2 346 915.
Deutsche Patentschrift Nr. 863 512;
französische Patentschrift Nr. 978 920;
USA.-Patentschriften Nr. 1 536 464, 2 346 915.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
© 50» 556/58 9.55 (909 721/4 2.60)
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEM19487A DE973318C (de) | 1950-11-18 | 1953-07-26 | Schaltungsanordnung fuer Fernsprechnebenstellenanlagen |
Applications Claiming Priority (5)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE297628X | 1950-11-18 | ||
| DEM9122A DE876255C (de) | 1950-11-18 | 1951-04-08 | Schaltungsanordnung fuer einen aus Zehner- und Einerrelais gebildeten Leitungswaehlschalter |
| DE2705743X | 1951-06-30 | ||
| DEM13941A DE926736C (de) | 1950-11-18 | 1952-05-03 | Schaltungsanordnung fuer eine folgerichtige Abfertigung von zeitlich beliebig eintreffenden Vorgaengen |
| DEM19487A DE973318C (de) | 1950-11-18 | 1953-07-26 | Schaltungsanordnung fuer Fernsprechnebenstellenanlagen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE973318C true DE973318C (de) | 1960-03-03 |
Family
ID=32330086
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEM19487A Expired DE973318C (de) | 1950-11-18 | 1953-07-26 | Schaltungsanordnung fuer Fernsprechnebenstellenanlagen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE973318C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1036933B (de) * | 1957-01-14 | 1958-08-21 | Siemens Ag | Schaltungsanordnung zur Vermeidung von Doppelverbindungen in Koordinatenwaehlern |
Citations (4)
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| US1536464A (en) * | 1922-06-06 | 1925-05-05 | Western Electric Co | Telephone system |
| US2346915A (en) * | 1942-06-30 | 1944-04-18 | Western Electric Co | Telephone system |
| FR978920A (fr) * | 1948-01-16 | 1951-04-19 | Perfectionnements aux téléphones | |
| DE863512C (de) * | 1943-08-12 | 1953-01-19 | Folke Ek | Schaltungsanordnung fuer Fernsprechanlagen mit Waehlerbetrieb, insbesondere mit Koordinatenwaehlern |
-
1953
- 1953-07-26 DE DEM19487A patent/DE973318C/de not_active Expired
Patent Citations (4)
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