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Hüls e zum Verschließen von Stahlbandumreifungen
Bei der Herstellung
eines Hülsenverschlusses für Stahlbandumreifungen werden die beiden einander überdeckenden
Stahlbandenden und ihre zugeordneten Verschlußhülsen an ihren Rändern gemeinsam
verformt. Dieses Verformen erfordert schon bei einem schmalen und dünnen Stahlband
erhebliche Kräfte. Je stärker das Band gewählt wird, um so stärker muß auch die
Hülse und damit die erforderliche Kraft zum Bewegen der Verschließvorrichtung sein.
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Um diese von Hand aufzubringende Kraft zu verringern, ist bereits
vorgeschlagen worden, bei der Herstellung an der Hülse zwei parallele Schnitte anzubringen,
wodurch diespäter auszubiegenden Randteile schon vormarkiert sind. Bei der Fertigstellung
des Verschlusses braucht dann die für die zum Einschneiden erforderliche Scherkraft
nicht mehr aufgewandt zu werden. Es zeigte sich jedoch überraschenderweise, daß
trotz der vorher an den Hülsenrändern hergestellten Einschnitte keine nennenswerte
Senkung der aufzuwendenden Verformungsarbeit bei der Herstellung des Verschlusses
festzustellen war.
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Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß ein sehr erheblicher
Kraftverbrauch beim Ausbiegen der Randteile dafür notwendig ist, tdaß diese Teile
auf ihrer Oberseite gestreckt, auf ihrer Unterseite dagegen gestaucht werden müssen.
Davon ausgehend, schlägt die Erfindung vor, die auszubiegenden Randteile außer an
den Seiten auch noch an einem Ende loszuschneiden, also zungenförmige Ausschnitte
zu bilden, deren freie Enden zu den Längskanten der Hülsenschenkel weisen.
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Es empfiehlt sich, die Zungen stärker als die klülsenschenkel auszubiegen.
Die Zungen werden dabei so geformt, daß ihre losgeschnittene End-
kante
bei der Herstellung des Verschlusses (durch Ausbiegen der Zungen aus der Hülsenebene)
nicht vor die Ausschnittskante stößt, mit der sie vor dem Losschneiden der Zungen
verbunden war. Damit fällt das Strecken und das Stauchen der Zungen teile fort.
Der Erfolg ist der, daß selbst bei den schwersten in der Praxis gebrauchten Stahlbändern
von 1 X 50 mm und bei entsprechend dimensionierten Verschlußhülsen das Verformen
der Ränder durch Ausbiegen der Zungen ohne weiteres mit Handapparaten durchgeführt
werden kann. Bei leichteren Stahlbandumreifungen ist die aufgewendete Kraft entsprechend
geringer als bisher.
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In der Praxis wird unterschieden zwischen geschlossenen und offenen
Verschlußhülsen. Geschlossen Hülsen sind solche, in welche die Stahlbandenden von
den offenen Stirnseiten her eingeschoben werden. Im Gegensatz dazu werden offene
Hülsen auf die einander überdeckenden Stahlbandenden senkrecht zur Längsrichtung
derselben aufgesetzt. Alsdann werden die zunächst etwa parallel verlaufenden freien
Schenkel unterhalb der Stahlbandlagen gegeneinander gebogen.
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Dann erst wird der eigentliche Verschluß hergestellt.
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Es empfiehlt sich, die abgewinkelten Randteile einer offenen Hülse
zunächst nur so weit abzubiegen, daß sie zu den freien Kanten hin divergieren. Eine
solche Hülse kann leicht und bequem in eine Verschließvorrichtung eingeklemmt werden,
wobei sie lediglich durch das Auseinanderfedern der freien Ränder gehalten wird.
Besondere Halteelemente, die die Herstellung der Verschließvorrichtung verteuern
und ihre Handhabung umständlicher gestalten würden, sind bei dieser Ausbildung entbehrlich.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Es zeigt Fig. I eine offene Verschlußhülse in Ansicht von oben, Fig. 2 die aufeinanderliegenden
Stahlbandenden und die darauf zu setzende Hülse in einem Schnitt nach der Linie2-2
der Fig. I, Fig. 3 einen fertigen Verschluß.
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Die beiden aufeinanderliegenden Stahlbandenden IO und II mögen durch
irgendeine bekannte Vorrichtung gegeneinander gespannt sein. Der Verschluß wird
sodann durch eine Verschlußhülse I2 bewirkt, die als offene Hülse ausgebildet ist;
ihre Seitenteile I3 sind zunächst nur abgewinkelt. Dabei sind an den Rändern 14
durch dreiseitig geführte Schnitte 15 schon zungenförmige Ausschnitte-Zungen gebildet;
ihre freien Enden 17 sind stärker als die Hülsenschenkel I3, die die Schnittkanten
I8 etwas überlappen, umgebogen.
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Die Hülse 12 wird durch Absenken in Pfeilrichtung 19 mit den Stahlbandenden
IO und II in Verbindung gebracht. Alsdann werden zunächst die abgewinkelten Randteile
I3 unterhalb der timreifung umgebogen. Bei diesem Umbiegen der Randteile 13 werden
gleichzeitig auch die Zungen r6 um entsprechende groBe Winkel gebogen. Auch wenn
die Hülse geschlossen ist, werden die Endkanten 17 der Zungen 16 noch von den Kanten
I8 der Hülsenteile 13 hinterfaßt. Werden alsdann durch Anwendung eines besonderen
Gerätes oder durch weitere Betätigung der Verschließvorrichtung die Zungen I6 in
die Lage nach Fig. 3 der Zeichnung abgebogen, so fällt außer der Kraft zum Einschneiden
der Hülsenränder auch noch die Kraft fort, die bisher nötig war, um die Oberseite
I6a der Zungen I6 zu strecken und gleichzeitig die Unterseite I6b zu stauchen. Daneben
ist die Kraft zum Einschneiden und zum Abbiegen der Bandränder selbstverständlich
nach wie vor aufzubringen.
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Das Vormarkieren der Randeinscbnitte 162 der Hülse 12 hat nur dann
einen Sinn, wenn mit Sicherheit eine Gewähr dafür geboten ist, daß bei der endgültigen
Fertigstellung des Verschlusses die Kanten der Vers chließ messer sich tatsächlich
mit den vorher hergestellten Schnittkanten decken. Um eine exakte Ausrichtung der
Hülse I2 in der Verschließvorrichtung zu erreichen, ist in der Mitte des Ilülsenrückens
in einer warzenförmigen Erhöhlung 21 eine Zentrieröffnung 22, in welche zweckmäßig
ein federnder Stift der Verschließvorrichtung eingreift, vorgesehen.
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Die Halterung der offenen Hülse 12 in der Verschließvorrichtung kann
dadurch erreicht werden, daß die Hülsenränder I3 gegenTeile des Verschlußapparates
federn. Die Randteile 13 divergieren daher etwas zu ihren freien Kanten hin, wie
in dem Schnitt nach Fig. 2 erkennbar ist.