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Verfahren zur Erzeugung von Färbungen und farbigen Effekten auf Textilien
aller Art Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung @.on Färbungen bzw. farbigen
Effekten auf Textilien aller Art, insbesondere auf Textilien, die aus Cellulose,
Cellulosehydrat oder Cellulosederiv aten bestehen oder diese enthalten.
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Gemäß der Erfindung wird vorgeschlagen, einen Stoff, der einerseits
mit anderen Stoffen zur Harzbildung fähig ist und andererseits mit dritten Stoffen
unter Bildung von Farbstoffen bzw. stark gefärbten Produkten reagieren kann, miteinander
zur Reaktion zu bringen, wobei nach der bevorzugten Ausführungsform die Harz- und/oder
Farbstofbildung auf der Faser selbst erfolgt. Unter den Stoffen, die mit einem anderen
Stoff ein Harz und mit einem dritten Stoff einen Farbstoff bilden können, sind,
falls als Harzbildungskomponente ein Aldehyd, insbesondere Formaldehyd, gewählt
wird, vorzugsweise geeignet Körper der Benzolreihe, wie z. B. r, 2-Dioxybenzol,
r, q.-Dioxybenzol, i, a, 3-Trioxybenzo)l u. dgl.
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Diese Stoffe, A, werden nun gemäß der Erfindung zur Reaktion gebracht
mit solchen Stoffen, die mit den Stoffen A Farbstoffe zu bilden vermögen. Als solche
Stoffe, B, sind vor allem zu nennen Phthalsäureanhydrid, Dichlorphthalsäure, Tetrachlorphthalsäure
usw.
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Außerdem ist nach der Erfindung vorhanden ein Körper C, der mit. den
Stoffen A ein Kunstharz zu
bilden vermag, vorzugsweise ein Aldehyd
und insbesondere Formaldehyd.
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Zweckmäßig werden als Stoff B solche Körper ausgesucht, die mit dem
Stoff C ebenfalls ein Harz zu bilden vermögen oder die mit anderen H.arzbildungskomponente
D Harze bilden können.
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Wenn man z. B. i, 2-Dioxybenzol als Stoff A verwendet und Phthalsäureanhydrid
als Stoff B sowie Farmaldehyd als Stoff C, so reagiert Dioxybenzol einerseits mit
dem Formaldehyd unter Harzbildung und andererseits mit dem Phthalsäureanhydrild
unter Farbsto@ffbildung.
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Die Färbungen oder farbigen Effekte können noch echter gestaltet werden,
wenn das Phthalsäureanhydri,d seinerseits zur Reaktion gebracht wird mit einem Harzbildner
D, z. B. Glycerin oder anderen mehrwertigen Alkoholen.
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Zu bemerken ist, daß auch Lösungen der Stoffe A, B, C und D angewendet
werden könnten. Insbesondere, wenn es sich um das Aufbringen von Kunstharzen auf
Textilien handelt, ist es angebracht, Lösungen zu benutzen, und zwar zweckmäßig
wäßrige oder auch alkoholische Lösungen. Es können auch andere Lösungsmittel Verwendung
finden. -Es ist z. B. angebracht, Lösungen der Komponenten durch Imprägnieren auf
das Textilgut zu bringen und das so imprägnierte Gut anschließend einer Wärmebehandlung
zu unterwerfen, wobei der Harzbildungs- und gegebenenfalls Härtungsprozeß vor sich
geht. Die Komponenten A, B, C und gegebenenfalls D können in einem gemeinsamen Biade
auf die Faser aufgebracht werden oder die Imprägnierung kann auch nacheinander stattfinden.
Unter Umständen ist es angebracht, nicht die Komponenten. auf die Faser zu bringen,
sondern. von Reaktionsprodukten, z. B. Anfangskondensationsprodukten, auszugehen.
Bei dem mehrbadigen Arbeiten können auch zwischen die einzelnen Stufen Trocknungsvorgänge
zwischengeschaltet werden.
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Zwecks Erzielung farbiger Effekte z. B. durch Druck u. a. kann man
so arbeiten, d-aß man das zu bedruckende Material mit den Grundkomponenten i, 2,
3-Trioxybe-nzol, Formaldehyd und Glykol tränkt und anschließend einer Maschine zuführt,
die in verdickter Farm den zur Harzbildung erforderlichen Katalysator als auch die
Farbstoff bildenden Komponenten, also z. B. Aluminiumchltorid, Dichlorphthalsäure,
enthält.
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Außer den Stoffen A, B, C und gegebenenfalls D werden zweckmäßig noch
Katalysatoren angewendet. Durch Wahl verschiedener Katalysatoren lassen sich die
Farbtönungen beeinflussen. Es ist also z. B'. bei einem Druckverfahren möglich,
in einem Arbeitsgang durch Wahl verschiedener Katalysatoren mehrfarbige Effekte
hervorzurufen. Es können im übrigen außerdem noch Pigmente auf der Faser fixiert
werden und auch dadurch bestimmte Farbeffekte erreicht werden.
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Beim Aufbringen der gefärbten Harze gemäß der Erfindung auf Textilien
können je nach der Menge des verwendetenHarzes verschiedeneEffekte erzielt werden.
Es kann einerseits die auf die Faser gebrachte Harzmenge so gering gehalten werden,
daß lediglich eine Färbung erzielt wird, sonstige Eigenschaften jedoch nicht verändert
werden. Bei Verwendung größerer Mengen von Harzen kann der Griff der Ware günstig
beeinflußt werden und z. B. die Quellbarkeit erniedrigt und dadurch die Naßfestigkeit
erhöht werden. Auch die Knitterfestigkeit kann heraufgesetzt werden und im allgemeinen
der Gebrauchswert erhöht werden. Bei Verwendung noch größerer Mengen von Harzen
kann außer der Farbgebung eine beträchtliche Veränderung des Grundmaterials hinsichtlich
Griff und Aussehen erzielt werden.
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Zu bemerken ist, daß die gemäß der Erfindung hergestellten Färbungen
sowohl gegenüber Wäsche als auch gegenüber Licht außerordentlich beständig sind
und z. B. beständiger sind als die Färbungen mit .den aus den Komponenten A und
B. hergestellten Farbstoffen. Durch die gleichzeitige Harzbildung werden also die
Lichtechtheit und Waschechtheit und andere Eigenschaften beträchtlich erhöht. Beispiele
i. 5o Teile i, 2-Dioxybenzol werden in Wasser gelöst, mit i5o Teilen Formaldehyd
(4oo/oig) versetzt, 3o Teile Glycerin hinzugefügt und i i g Phthalsäureanhydrid
in wenig alkalisch gemachtem Wasser gelöst. Dieser Mischung werden 5 Teile Benzylchlorid
und 4 Teile Ammoniumsulfat zugesetzt. Man imprägniert das Grundmaterial, das in
Form eines Gewebes oder Stranges usw. vorliegen kann, quetscht ab. Das leicht gelbgefärbte
Material erhält beim Trocknen, besonders bei der nachfolgenden Kondensation, die
ungefähr bei ioo° während io Minuten durchgeführt wird, eine intensive Gelbfärbung,
die sowohl am Licht als auch gegenüber Kochseifenwäschen beständig ist.
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2. 6o Teile i, 3-Dioxybenzol, i5o Teile Formaldehyd (4a°/oig), 4o
Teile Glycerin werden in Wasser gelöst. Hinzugefügt werden 8 Teile D:ichlorphthalsäure
und 6 Teile Natriumsulfit. Nach dem Tränken und Abquetschen und beim anschließenden
Trocknen und thermischen keifeprozeß entwickelt sich ein kräftiges, leuchtendes
Rot.
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3. zo Teile i, 2, 3-Trioxybenzol, 18 Teile Glyoxal, io Teile
Aluminiumchlorid werden in Wasser gelöst, mit 4o Teilen Phkhalsäureanhydrid versetzt
und 6o Tei-le Formaldehyd (4(Y°/oi@g) zugesetzt. Bei dem nach Beispiel i und 2 durchgeführten
Imprägnieren und Trocken- bzw. Reifeprozeß ergibt sich ein Violett.
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4. ioo Teile i, 2-Dioxybenzo1, 21o Teile Formaldehyd (4oo/oi,g), 8
Teile Polyvinylalkohol, 2o Teile Tetrachlorphthalsäure, auf die während. mehrerer
Stunden vorher eine unterchlorige Säure, z. B. aus Natriumhypochlorit, eingewirkt
hat, werden nach den Ausführungen der vorgenannten Beispiele angewendet, und es
ergibt sich eine Grünfärbung.
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5. 4o Teile Metakreso1, 2o Teile Glykol, 8 Teile Kaliumbvchromat werden
mit 2o Teilen Dichlorphthalsäure versetzt, ioo Teile Formaldehyd hinzugefügt und.wie
üblich verfahren. Es ergibt sich ein brauner Farbton.
6. 8o Teitle
i, 4-Dioxybenzol werden gemischt mit 16 Teilen Zinkchlorid und zur Lösung gebracht,
Zoo Teile Formaldehyd (4oo/oig) hinzugesetzt und kurz vor Durchführung der Behandlung
i Teil Rhodana:mmonium hinzugefügt. Es entsteht ein oranger Farbton.
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7. 6 Teile 1, 3, 5-Trioxyhenzol, i oo Teile a-Furanaldehyd, 7 Teile
Rhodanammon.ium, 8o Teile Metakresol, 14 Teile Oxalsäure, in der bekannten Weise
aufgebracht, ergeben ein Schwarz.
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B. 14 Teile 1, 3, 5-Trioxybenzol, 6 Teile i, 3-Dioxybenzod, 12o Teile
Formaldehyd (4oo/oig), io Teile Oxalsäure werden gelöst und das Gewebe hiermit imprägniert.
Das so imprägnierte Gewebe wird einer Druckmaschine vorgelegt, wo eine Verdickung
von Eisenchlorid und Natriumacetat aufgebracht werden. Nach dem Trocknen und Kondensieren
entsteht auf braunem Untergrund überall da, wo die Verdickung aufgedruckt wurde,
ein intensives Blau. Nach einem Kochseifenprozeß, der die Verdickung beseitigt,
ergibt sich ein klarer Druckeffekt.