DE82970C - - Google Patents

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DE82970C
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    • GPHYSICS
    • G10MUSICAL INSTRUMENTS; ACOUSTICS
    • G10BORGANS, HARMONIUMS OR SIMILAR WIND MUSICAL INSTRUMENTS WITH ASSOCIATED BLOWING APPARATUS
    • G10B1/00General design of organs, harmoniums or similar wind musical instruments with associated blowing apparatus
    • G10B1/08General design of organs, harmoniums or similar wind musical instruments with associated blowing apparatus of harmoniums, i.e. reed organs

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  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Acoustics & Sound (AREA)
  • Multimedia (AREA)
  • Electrophonic Musical Instruments (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.W
Vorliegende Erfindung betrifft eine Mechanik für solche Musikinstrumente, deren Klangorgane durch Gebläse in Thä'tigkeit gesetzt werden, wie, z. B. beim Harmonium und der Orgel. Der Zweck dieser Mechanik ist, jedem einzelnen Tone für sich allein, unabhängig von den anderen Tönen, jede beliebige Modulation verleihen zu können. Hierdurch soll eine vollständige Beherrschung der Tonbildung des ganzen Instrumentes erzielt werden, welche dem Spieler ermöglicht, seinem Vortrage einen Ausdruck zu geben, wie er in solcher Weise auf keipem anderen Tasteninstrument erreichbar ist.
Zur Erreichung dieses Zwecks kann mittelst der Mechanik durch schwächeren oder stärkeren Fingerdruck auf die Tasten jeder Ton für sich, gäqzlich unabhängig von den anderen Tönen, sowohl in gleichmäfsiger Stärke, wie auch mit an- oder abschwellender Abstufung hervorgebracht werden, wobei auch noch der Ton in jeder beabsichtigten Stärke durch entsprechenden Fingerdruck auf die Taste sich auf die Dauer halten läfst. '
Zunächst soll die Einrichtung der Mechanik erläutert werden.
Die Klaviatur besteht wie bei den anderen Tasteninstrumenten aus einer Anzahl gleicher Tastenhebel e (Fig. 2 und 3), von welchen für jeden Ton der chromatischen Scala ein solcher Tastenhebel e vorhanden ist.
Die Drehpunkte für sämmfliche Tasten e legen auf der über die ganze Länge des Instruments laufenden Schiene f, jeder Tastenhebel e trägt an seinen Enden e1 eine vertical stehende Stange (Stecher) g, deren oberes Ende in ein cylindrisches Köpfchen h ausläuft; neben dieser Stange g ist eine zweite, in der festen Lagergabel i drehbare Stange k mit einem keil- und hakenförmigen Kopfe / angeordnet, welche durch eine Feder m leicht gegen den in der Lagergabel η drehbaren Winkelhebel ο angedrückt wird.
Die Lagergabeln für sämmtliche Winkelhebel 0 sind auf einer über die ganze Länge der Tastatur laufenden Schiene q befestigt. Dieser Winkelhebel 0 wirkt auf einen in der Lagergabel r beweglichen zweiarmigen Hebel s ein, an welchem an den beiden Drähten t und u der kreisförmig gebogene Keil ν eingehängt ist; dieser Keil wirkt gleichsam als Theil einer excentrischen Scheibe.
Die beiden Schienen w und χ laufen über die ganze Länge des Instruments und dient die Schiene χ sämmtlichen Lagergabeln r der zweiarmigen Hebel s als Befestigungspunkt, während die Schiene n> den Zweck hat, an ihrer nach unten gekehrten Seite, welche nach dem Radiusj/· ausgearbeitet ist, als Widerlager für den schwingenden, kreisbogenförmig gestalteten Keil ν zu dienen, wenn derselbe von unten her durch den Bremsschuh \ angeprefst wird; dieser Bremsschuh sitzt an einer an dem Tastenhebel e befestigten Feder a\ deren Stärke derart bemessen ist, dafs sie bei gewöhnlichem Fingerdruck nicht nachgiebt; die Schraube b1 dient dazu, um die Stellung des Bremsschuhes \ corrigiren zu können. Anschliefsend folgt die Beschreibung der Einrichtung für die Tonbildung.
Der Ton des Instruments wird dadurch hervorgerufen, dafs Metallzungen durch ein Gebläse in Schwingungen versetzt werden, wenn durch
Niederdrücken der Tasten e . die Ventile c1 geöffnet sind. Diese Zungen sind, wie" beim Harmonium, an der oberen Innenseite einer durch die ganze Länge des Instrumentes laufenden Windlade d1 je an einem besonderen Schlitz e1 angebracht; letztere Schlitze sind je mit einem besonderen luftdichten Kästchenaufsatz f1 überdeckt, welcher gegen die hintere Seite hin mit einem um den Punkt g1 beweglichen Ventil c1 abgeschlossen ist. Die Feder h1 hat den Zweck, das Ventil c1 zuzuhalten, und es kann durch Heben oder Senken des Ventilhebels iΎ das Ventil ganz oder mehr oder weniger geöffnet werden. Die Wände der Kästchen/1, deren Verhältnisse eine durch die praktische Ausführung zu ermittelnde Stärke nicht überschreiten dürfen, können aus beliebigen Stoffen bestehen und kann die Klangfarbe des Tones durch die Art des Stoffes bestimmt werden; metallene Wände erzeugen einen metallisch klingenden und Wände aus. weichen Stoffen einen weich klingenden Ton.
Die Behandlungs- und Wirkungsweise der Mechanik ist nun folgende:
Im Ruhestand liegt der Tastenhebel e auf der hinteren Anschlagleiste k1 auf; der Stecherg· erreicht den Ventilhebel i1 nicht, so dafs das Ventil c\ durch die Feder h1 zugedrückt, geschlossen bleibt. Die Stange k mit dem haken- und keilförmigen Kopf / hat ihren tiefsten Stand und hält den Winkelhebel ο in seiner höchsten Stellung, welcher wiederum derart auf den zweiarmigen Hebel s einwirkt, dafs der mit letzterem verbundene, kreisförmig gebogene Keil ν ebenfalls hochgehalten wird.
Wird nun eine Taste niedergedrückt, so hebt sich der Arm e1, wodurch auch der Bremsschuh % dem Kreisbogenkeil genähert wird, gleichzeitig geht aber auch die Stange k "mit dem keilartigen Kopf und dem Haken / in die Höhe, welch letzterer nun den Winkelhebel ο freigiebt, so dafs dessen vorderer Arm in seiner Bewegung nach abwärts nicht mehr behindert ist und dadurch dem nun frei schwebenden zweiarmigen Hebel s nebst dem hiermit verbundenen Kreisbogenkeil ν gestattet, seine Gleichgewichtslage einzunehmen, infolge dessen sich derselbe in der Pfeilrichtung bewegen wird.
Durch diese gleichzeitige Bewegung des Kreisbogenkeiles und des Bremsschuhes wird der Zeitpunkt früher oder später eintreten, wo diese beiden Theile zusammentreffen, der Bremsschuh \ den Kreisbogenkeil ν fafst und gegen die als Widerlege dienende Schiene w anprefst, wodurch der Kreisbogenkeil ν an weiterer Bewegung verhindert wird und auch der Tastenhebel e mit gewöhnlichem Fingerdruck nicht niedriger geht, indem die Feder al stark genug ist, um solchem zu widerstehen.
Den Eintritt dieses Zeitpunktes beliebig zu bestimmen, hat der Spieler vollständig in der Gewalt, indem die Zeitdauer, welche der freischwingende Kreisbogenkeil ν braucht, um in seine Gleichgewichtslage zu kommen, immer stets dieselbe bleibt, während die Geschwindigkeit, mit welcher sich der Bremsschuh \ dem Kreisbogenkeil ν nähert, von dem langsameren oder rascheren Tastenanschlag abhängig ist.
Es ist ersichtlich, dafs durch sehr rasches Niederdrücken des Tastenhebels der Bremsschuh sich eben so schnell hebt und den Kreisbogenkeil schon erreicht, wenn derselbe seine Bewegung kaum begonnen hat. Da in dieser Stellung der Raum zwischen Bremsschuh und Kreisbogenkeil am gröfsten ist, indem hier der dünnste Theil des letzteren zwischen Widerlager und Bremsschuh steht, so kann auch hier der gröfste Tastenhub stattfinden. In gleicher Weise hebt sich auch das hintere Ende el des Tastenhebels und durch Vermittelung des auf den Ventilhebel P wirkenden Stechers g wird auch das Ventil c1 am weitesten geöffnet, wodurch sich auch der stärkste Ton bilden kann. ;■
Wird dagegen der Tastenhebel e weniger rasch niedergedrückt, wodurch der Bremsschuh ξ sich langsamer dem Kreisbogenkeil ν nähert, so gewinnt auch letzterer Zeit, sich mehr gegen seine Gleichgewichtslage hin zu bewegen, ehe er von dem Bremsschuh gefafst wird. Es hat sich aber hierdurch nun ein entsprechend dickerer Theil des Kreisbogenkeiles ν zwischen die Widerlage und den Bremsschuh geschoben, wodurch auch der Tastenhub verringert ist. Die Folge wird sein, dafs der Stecher g den Ventilhebel i1 nicht mehr so hoch hebt, .das Ventil c1 weniger geöffnet und der Ton nicht mehr so stark sein wird.
Sobald der Druck auf die Taste aufgehoben wird, entfernt sich der Bremsschuh \ von dem Kreisbogenkeil v, welcher sich aber nicht tiefer senken kann, weil der durch die Feder m gegen den Winkelhebel ο gedrückte Kopf / der Stange k durch die Einwirkung seiner schiefen Ebene den Winkelhebel ο und dadurch auch den Kreisbogenkeil ν in seiner jeweiligen Lage festhält,, bis die schiefe Ebene über den Winkelhebel herabgeglitten ist und der Haken den letzteren erreicht hat, ihn herabzieht1'.'und damit den Kreisbogenkeil ν in diejenige liage zurückbringt, welche er in seiner Ruhejage einzunehmen hat.
Bei der Absicht, den Ton stärker anschwellen zu lassen, ist nur erforderlich, die Tasten so stark niederzudrücken,'dafs der Gegendruck der Feder al des Bremsschuhes \ überwunden wird..
Als weiteres Mittel, um zwar nicht einen einzelnen Ton, wohl aber die ganze Tonmasse an- oder abschwellen zu lassen und auch die Tonstärke im allgemeinen zu bestimmen, dient
die Verstärkung oder Verminderung der auf die Zungen einwirkenden Windpressung. Da aber die Metallzunge einen höheren oder tieferen Ton angiebt, je nachdem sie zu stärkerem oder schwächerem Klang gebracht worden ist, so werden mehrere gleichzeitig tönende Zungen, z. B. wenn Accorde angespielt werden, wohl nur zusammenstimmen, wenn die einzelnen Töne von gleicher Stärke sind, nicht aber, wenn eine Zunge stärker tönt als die anderen; der stärkere Ton wird dem schwächer klingenden gegenüber zu hoch sein, so dafs von einer reinen Stimmung eines Accordes, dessen Töne ungleich stark klingen, keine Rede sein kann.
Um diesem Uebelstande abzuhelfen, d. h. um zu bezwecken, dafs die Metallzunge weder einen höheren noch einen tieferen Ton angiebt, wenn sie das eine mal stärker, das andere mal schwächer klingt, ist folgende Vorkehrung getroffen:
Ueber jedem Schlitz der Windlade, in welchem, eine Metallzunge eingebaut ist, ist, wie schon oben erwähnt, ein Kästchenaufsatz/1 angebracht. Durch dieses Kästchen mufs der Wind hindurchgehen, ehe er durch das geöffnete Ventil entweichen kann. Diese Luftströmung versetzt die Metallzunge in Schwingung und bringt sie dadurch zum Tönen. Beim Tönen schwingt die im Kästchen eingeschlossene Luftsäule mit und beeinflufst den Ton derart, dafs er der gleiche ist, gleichviel ob er schwächer oder stärker klingt.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Eine Mechanik für Harmonium und Orgel, gekennzeichnet durch ein pendelnd aufgehängtes bogenförmiges Keilstück (v), das sich beim Druck auf die Taste zwischen einen auf letzterer angebrachten federnden Bremsschuh (\) und eine Schiene (w) einschiebt, wodurch die Hubhöhe des Tastenhebels (es) und damit die Tonstärke begrenzt und kleiner oder gröfser wird, je nachdem der Druck auf die Taste ein schwächerer oder stärkerer ist.
2. Eine Ausführungsform der unter i. angegebenen Mechanik, dadurch gekennzeichnet, dafs zwecks Herbeiführung eines Tones von eigenthümlicher Klangfarbe und einer bei jedem Stärkegrade unveränderlichen Höhe die Zungenöffnungen (e 1J mit je einem Kästchenaufsatz ff1) überdeckt sind, durch den der Wind, der die an dem Schlitz angebrachte Zunge zum Tönen bringt, hindurchgehen mufs, ehe er durch ein am Kästchenaufsatz angebrachtes Ventil entweichen kann.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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