DE749387C - Verfahren zum Faerben von Fasergemischen aus Cellulosefasern und Faserstoffen tierischen Ursprungs Ursprungs mit neutral ziehenden Farbstoffen - Google Patents

Verfahren zum Faerben von Fasergemischen aus Cellulosefasern und Faserstoffen tierischen Ursprungs Ursprungs mit neutral ziehenden Farbstoffen

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DE749387C
DE749387C DEG105734D DEG0105734D DE749387C DE 749387 C DE749387 C DE 749387C DE G105734 D DEG105734 D DE G105734D DE G0105734 D DEG0105734 D DE G0105734D DE 749387 C DE749387 C DE 749387C
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Dr Herbert Gerstner
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HERBERT GERSTNER DR
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06PDYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
    • D06P3/00Special processes of dyeing or printing textiles, or dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the material treated
    • D06P3/82Textiles which contain different kinds of fibres
    • D06P3/8204Textiles which contain different kinds of fibres fibres of different chemical nature
    • D06P3/8219Textiles which contain different kinds of fibres fibres of different chemical nature mixtures of fibres containing hydroxyl and amide groups

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  • Textile Engineering (AREA)
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  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)

Description

  • Verfahren zum Färben von Fasergemischen aus Cellulosefasern und Faserstoffen tierischen Ursprungs mit neutral ziehenden Farbstoffen Es ist schon lange bekannt, daß bereits zum Färben von Wolle gebrauchte, durch erneuten Zusatz von Farbstoff und gegebenenfalls auch Säure aufgefrischte Färbebäder gleichmäßigere Färbungen geben als die entsprechenden frisch angesetzten Bäder. Diese altbekannte Eigenschaft der bereits einmal oder mehrmals zum Färben gebrauchten Bäder ist als eine Wirkung der in ihnen enthaltenen Wollgelatine erklärt worden. Derartige, Wollgelatine oder lösliche Hydrolysate der Wolle enthaltende Färbebäder haben zwar eine gute egalisierende Wirkung, vermögen jedoch das Verkochen kochempfindlicher Farbstoffe nicht zu verhindern (vgl. N. Ni kolajew, Chemisches Zentralblatt, 1932, I1.1298).
  • Es ist ferner bekannt, als Hilfsmittel beim Färben von Textilgut Eiweißabbaustoffe von der Art der Protalbin- und Lysalbinsäure zu verwenden, welche nach C. Päal (Berichte der deutschen Chemischen Gesellschaft 35, 1902, $. 2195 ff.) durch alkalische Hydrolyse von Albumin erhalten werden. Färbebänder, welche Protalbinsäure, Lysalbinsäure oder deren Salze enthalten, wirken egalisierendund faserschonend, sind jedoch nicht imstande, das Verkochen kochempfindlicher Farbstoffe zu verhüten. Verwendet man an Stelle der nach Paal hergestellten reinen Protalbin- oder Lysalbinsäure die durch alkalischen Aufschluß von Eiweiß erhaltenen technischen Hydrolysate, so enthalten diese neben einem Gemisch von Polypeptiden und anderen Eiweißabbauverbindungen auch geringe Anteile von Harnstoff. Auch solche technischen, durch alkalischen Aufschluß erhaltenen Eiweißhydrolysate vermögen in den Färbebädern die Erscheinung des Verkochens nicht zu verhindern, weil ihr Harnstoffgehalt sehr niedrig ist.
  • Zur Verhütung fehlerhafter Färbungen durch Verkochen substantivier Farbstoffe ist aus der Patentschrift 7o2 277 ein Verfahren bekannt, bei welchem ein erheblicher Zusatz von Harnstoff zum Färbebade erfolgt.
  • Es wurde nun gefunden, daß Zusätze von löslichen Peptiden, die synthetisch aus schwefelfreien Aminosäuren hergestellt sind, oder von löslichen Peptidgemischen, welche aus Proteinen, die weniger Schwefel als Wolle oder Haare enthalten, durch Abbau in saurem Mittel erhältlich sind, das vorerwähnte Verkochen saurer und substantiver Farbstoffe beim Färben vdri Fasergemischen ins Cellulosefasern und Fasern tierischen Ursprungs verhindern. Die Wirkung dieser Hilfsmittel beruht möglicherweise darauf, daß sie zum Unterschiede von den in den alten, gebrauchten Färbebädern enthaltenen Hydrolysaten der Wolle keine oder eine geringere reduzierende Wirkung besitzen. In dieser Hinsicht unterscheiden sie sich auch von den durch alkalische Hydrolyse erhältlichen Proteinabbau= stoffen. Die besten Ergebnisse erhält man mit den durch Einwirkung anorganischer oder geeigneter organischer Säuren erhaltenen Hydrolysaten aus solchen Proteinen, welche an sich schon einen sehr geringen Schwefelgehalt aufweisen, wie z. B. Kollagen, Gelatine oder Leim. Zweckmäßig wird man als Ausgangsstoffe solche Proteine oder Umwandlungserzeugnisse von Proteinen verwenden, die im Gegensatz zu pflanzlichen Proteinen nicht für Ernährungszwecke geeignet sind.
  • - - Mari kann auch in der Weise verfahren, daß man an Stelle von Hydrolysaten, die durch an sich bekannte saure oder enzymatische Spaltung in saurem Mittel aus schwefelärmeren Proteinen als Haare oder Wolle erhalten wurden, solche verwendet, die während oder nach ihrem sauren Abbau mit geeigneten Oxydationsmitteln zur Beseitigung ihrer reduzierenden Eigenschaften behandelt worden sind.
  • Die erfindungsgemäß anzuwendenden Eiweißabbaustoffe brauchen nicht in gereinigter Form angewendet zu werden. Da die unter Einwirkung nicht zu hoher Temperatur aufgespaltenen Erzeugnisse von hellerer Farbe sind, ist es zweckmäßig, die durch Spaltung erhaltenen Peptidgemische nach ihrer Einstellung auf einen Bereich zwischen dem isoelektrischen Zustande und neutraler Reaktion ohne vorhergehende Reinigung durch Dialyse zu verwenden, weil bei der Reinigung durch Dialyse ein beträchtlicher Substanzverlust einzutreten pflegt. Man kann auch die gespaltenen Proteine oder Proteingemische nach dem Einstellen auf etwa den isoelektrischen Zustand oder neutrale Reaktion vor ihrer Verwendung durch Eindampfen, welches zweckmäßigerweise unter vermindertem Druck erfolgt, in konzentriertere, besser haltbare Zubereitungen überführen.
  • Die erwähnten Abbaustoffe besitzen eine bessere Schutzwirkung als Harnstoff oder dessen Abkömmlinge und wirken faserschonend. Sie verhindern außerdem in den üblichen, aus nicht erhärtetem Wasser hergestellten Färbebädern die Ausscheidung unlöslicher Farbstofflacke von Substantiven Farbstoffen und beseitigen so die 1 bekannten Nachteile und Mängel, die u. a. in mangelhafter Durchfärbung bestehen.
  • Da bei sehr dicht eingestelltem Färbegut auch lang andauerndes Färben häufig nicht ausreicht um eine völlig gleichmäßig durchgefärbte Ware zu erzielen, hat sich die Mitverwendung von polaren, stark oberflächenaktiven Verbindungen zur Verbesserung der Durchfärbung im allgemeinen als vorteilhaft erwiesen. Solche als Netzmittel bekannte Verbindungen, welche z. B. durch Einwirkung sulfonierender Mittel auf Öle, ungesättigte Kohlenwasserstoffe oder Fettalkohole erhalten werden können, vermögen wohl die Durchdringung des Färbegutes und damit auch das Durchfärben zu verbessern, nicht aber das Verkochen zu verhüten. Wenn es sich aber darum handelt, dicht Bepacktes, aus starken Garnen hergestelltes, dicht gewebtes oder dickes, gewalktes oder gefilztes Gut zu färben, ist es zur Erzielung guter Durchfärbung bei gleichzeitiger Verhinderung des Verkochens auch möglich, die erfindungsgemäß anzuwendenden Hilfsmittel zusammen mit den stark oberflächenaktiv wirksamen Hilfsmitteln zu verwenden. Als solche kommen neben den vorerwähnten auch andere als Netzmittel verwendbare Verbindungen in Frage, i. B. alkylierte Naphthalinsulfonsäuren oder deren Neutralsalze, ferner oberflächenaktive Acylderivate, welche nach Schotten-Baumann aus Aminosäuren, Eiweißspaltstoffen oder .deen Derivaten und höhermolekularen organischen Säuren erhältlicsh sind.
  • Das vorliegende Verfahren kann auch in der Weise abgewandelt werden, daß beim Färben von Gemischen aus Faserstoffen tierischen Ursprungs, wie Wolle mit Baumwolle, eine neutrale Reaktion im Färbebade angewendet wird, um damit zu bewirken, daß der Farbstoff ge- i nügend stark auf die Baumwolle aufzieht, während beim Färben von Fasergemischen, die Wolle und Kunstspinnfasern aus Kupferkunstseide enthalten, das Färbebad besser ganz schwach sauer eingestellt wird, um eine gleich- i ,mäßige Färbung der beiden Faserarten zu erzielen. Die vorliegenden Hilfsmittel haben die Eigenschaft, die gewünschte Reaktion der Färbebäder sehr stabil zu halten, und üben auch bei alkalischer Reaktion eine sehr gute Schutzwirkung aus. Beispiel r Man färbt ein Mischgarn, das aus 5o °/o Wolle und 50°/o Viskosekunstspinnfaser besteht, mit 2°/a des durch Kuppeln von tetrazotiertem Benzidin mit dem sauer gekuppelten Farbstoff aus diazotiertem z-Amino-4-nitrobenzol und z-Amino- 8- oxynaphtholin-3, 6-disulfonsäure einerseits und Phenol andererseits in alkalischer Lösung hergestellten Trisazofarbstoffes unter Zusatz von 30°/o kristallisiertem Natriumsulfat und 60/, eines aus Knochenleim nach Zd. H. Skraup und F. Hummelberger (Monatshefte für Chemie 29, igo8, S. 455 bis 456) durch 7,5stündige Erwärmung auf 5o' in schwefelsaurer Lösung erhaltenen und durch Einleiten von Ammoniakgas gegen. Lackmus neutralisierten Hydrolysats, das rund 15% Eiweißspaltstoffe enthält, in einem Flottenverhältnis i : 3o. Man erhält auch nach längerem Kochen eine klare grüne Färbung. Beispiel 2 Eine Ware, die 7o0/, Wolle und 3o0/, Kunstspinnfaser aus Kupferkunstseide enthält, wird mit z,50/, des durch Kuppeln von diazotierter i - Aminonaphthalin- 4,i'-azo - 4- oxybenzol-3'-carbonsäure in alkalischer Lösung mit 2-Amino-8-oxynaphthalin-6-sulfonsäure erhaltenen Disazofarbstoffes unter Zusatz vori 3o0/, Glaubersalz und 6% eines wie unter Beispiel i durch Einwirkung von Schwefelsäure auf Fischleim gewonnenen und nach Zd. H. Skraup und F. Hummelberger (Monatshefte für Chemie 29, igo8, S. 456, Zeilen 7 bis 8) neutralisierten, etwai5%Eiweißspaltstoffe enthaltendenHydrolysats kochend gefärbt. Man erhält eine gleichmäßige, unverkochte Färbung unter guter Schonung der Ware.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Färben von Fasergemischen aus Cellulosefasern und Faserstoffentierischen Ursprungs mit neutralziehenden Farbstoffen unter Mitverwendung von Mitteln zur Verhütung des Verkochens, dadurch gekennzeichnet, daß man neutrale oder nahezu neutrale Färbebäder verwendet, die als Hilfsmittel aus schwefelfreien Aminosäuren synthetisch hergestellte lösliche Peptide oder aber lösliche Peptidgemische, welche durch saure Hydrolyse von weniger Schwefel als Wolle oder tierische Haare enthaltenden Proteinen hergestellt und gegebenenfalls der Einwirkung oxydierender Mittel unterworfen worden sind, enthalten. Zur Abgrenzung des Anmeldungsgegenstandes vom Stand der Technik sind im Erteilungsverfahren folgende Druckschriften in Betracht gezogen worden: deutsche Patentschrift ....... Nr. 7o2 277; britische - ....... - 4--5689
DEG105734D 1942-07-16 1942-07-16 Verfahren zum Faerben von Fasergemischen aus Cellulosefasern und Faserstoffen tierischen Ursprungs Ursprungs mit neutral ziehenden Farbstoffen Expired DE749387C (de)

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Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
GB425689A (en) * 1933-09-20 1935-03-20 Moritz Freiberger Improvements in and relating to processes for the treatment of textile and fibrous materials
DE702277C (de) * 1936-11-03 1941-02-04 I G Farbenindustrie Akt Ges Verfahren zum Faerben von Cellulosefasern und Fase Textilfasern mit substantiven Farbstoffen

Patent Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
GB425689A (en) * 1933-09-20 1935-03-20 Moritz Freiberger Improvements in and relating to processes for the treatment of textile and fibrous materials
DE702277C (de) * 1936-11-03 1941-02-04 I G Farbenindustrie Akt Ges Verfahren zum Faerben von Cellulosefasern und Fase Textilfasern mit substantiven Farbstoffen

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