-
Schaltungsanordnung zur elastischen Verbesserung von Stromstößen in
Fernmeldeanlagen, insbesondere Fernsprechanlagen Zusatz zum Patent 65o 6z9 Gegenstand
des Hauptpatents ist eine Schaltungsanordnung zur elastischen Verbesserung von Stromstößen
in Fernmeldeanlagen, insbesondere Fernsprechanlagen. Die Erfindung des Hauptpatents
besteht darin, daß das erst nach Beendigung jedes aufgenommenen Stromstoßes eingeschaltete
Stromstoßübertragungsrelais je nach Dauer der Stromschließungen oder Strompausen
mittels Hilfsrelais verschieden schnell zum Abfall gebracht und dadurch das Stromstoßverhältnis
der weiterzugebenden Stromstöße stets in günstigem Sinne den ankommenden Stromstößen
angepaßt wird. Die vorliegende Erfindung macht nun in besonders zweckmäßiger Weise
von ,dem an sich bekannten Gedanken, Kondensatoren zur Korrektur von Stromstößen
zu benutzen, Gebrauch und erreicht dadurch wesentliche Ersparnisse an Schaltmitteln
für die im Hauptpatent geschützte Korrektureinrichtung. Gemäß der Erfindung wird
dies dadurch erreicht, .daß ein Hilfsrelais, dessen Erregung nach beendeter Aufnahme
eines Stromstoßes zwar durch das Stromstoßempfangsrelais über .den Lade- oder Entladekreis
eines! Kondensators eingeleitet wird, dessen Erregungsdauer jedoch infolge eines
unabhängig vom
Stromstoßempfangsrelais über den Kondensator gebildeten
Haltekreis für die Dauer des Kondensatorstoßes unverändert fest gegeben ist, bei
seinem Abfall über den Lade- ode@@ Entladekreis eines weiteren Kondensator x einen
Erregungsstrom für das Stromstoi'@ übertragungsrelais auslöst, .der in Abhängig-'
keit von der Dauer des nächsten eintreffenden Stromstoßes entweder bei erneuter
Erregung des Hilfsrelais vorzeitig unterbrochen wird oder vollständig abklingt:
Die beiliegenden Fig. i und 2 stellen zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung dar.
Die in den Fig.3 bis 7 gezeigten Diagramme machen die Wirkungsweise der Schaltungen
gemäß Fig.- i und 2 besser verständlich. Die Diagramme der Fig. 3 bis 5 gehören
zu Fig. i, die Diagramme der Eig.6 und 7 gehören zu Fig. 2.
-
Fig. i zeigt das ankommende Ende einer Verbindungsleitung TJL mit
einem Stromstoßempfangsrelais I. Das Empfangsrelais I
kann, wie Fig.
ia zeigt, entweder durch Wechselstrom oder, wie Fig. ib zeigt, durch Gleichstrom
impulsweise erregt werden. Trifft ein Stromstoß über die Verbindungsleitung ein,
so spricht das Relais I an. Es öffnet .dabei seinen Kontakt 2i und schließt seinen
Kontakt 3 i. Über den Kontakt 3 i wird der Kondensator K1 in folgendem, Stromkreis
geladen: Erde, Batterie, Widerstand W1, Kontakte 4h1, 3i, Kondensator K1, Erde.
Sobald der Stromstoß zu Ende ist, fällt Relais J ab; Kontakt 3 i wird geöffnet und
Kontakt 2 i geschlossen. Der Kondensator K1 entlädt sich nunmehr über das Relais
Hl in folgendem Stromkreis: Erde, Wicklung I des Relais Hl, Kontakt 2 i; Kondensator
K1, Erde. Das Relais Hl spricht an und schließt über seinen Kontakt 6h, einen
Haltestromkreis, welcher vom Kontakt des Stromstoßempfangsrelais I unabhängig ist.
Das Relais Hl bleibt stets für eine bestimmte Zeit, nämlich solange der Kondensatörentladestoß
dauert, erregt. Relais Hl unterbricht ferner durch Öffnen seines Kontaktes 4h, den
ursprünglichen Ladestromkreis des Kondensators K1. Selbst wenn also die Pause zwischen
den einzelnen Stromstößen sehr kurz ist, kann der Kondensator immer erst dann wieder
von neuem geladen werden, wenn idäs Relais Hl zum Abfall gekommen ist. Relais Hl
schließt weiterhin über seinen Kontakt 5 hl folgenden Stromkreis für eine Hilfswicklung
II: Erde, Wicklung II des Relais Hl, Regulierwiderstand Wie, Kontakt 5 hl, Widerstand
Wil, Batterie, Erde: Die Hilfswicklung erhält in diesem Stromkreis nicht genügend
Strom, um .den Anker des Relais anzuziehen öder angezogen zu halten. Die Wicklung
ist lediglich dazu vorgesehen, um die Abfallzeit des Relais auf einen bestimmten
Wert einstellen und so die verschiedenen Toleranzen, z. B. des Kondensators, der
Relaiswicklungen, der Kontaktj'stierungen ausschalten zu können. Endlich
> rird beim Ansprechen des Relais H1 der Kon-'' densator K2 in folgendem
Stromkreis geladen: °iErde, Batterie, Widerstand Wis, Kontakt 8h1, Kondensator K2,
Erde. Sobald das Relais Hl nach Entladung des Kondensators K1 abfällt, wird folgender
Entladestromkreis für den Kondensator K2 über das Stromstoßübertragungsrelais K2
geschlossen: Erde, Wicklung I des Relais H2, Kontakt 711, Kondensator K2, Erde.
Das Relais H2 spricht an und gibt mittels eines Kontaktes i h2 den Stromstoß weiter.
Ferner schließt Relais H2 folgenden Stromkreis für eine Hilfswicklung II: Erde,
Kontakt 9h2, Regulierwiderstand Wi4, Wicklung II des Relais H2, Batterie, Erde.
Diese Hilfswicklung dient ebenso wie die Hilfswicklung des Relais Hl lediglich zur
Regulierung der Abfallzeit des Übertragungsrelais. Die Hilfswicklungen können, falls
erforderlich, sowohl gleichsinnig als auch gegensinnig mit den Erregerwicklungen
geschaltet sein.
-
Nach Abfall des Relais H, wird bei Eintreffen eines neuen Stromstoßes
:das Empfangsrelais T von neuem erregt und .dadurch .der Kondensator K1 wieder geladen;
nach Beendigung des Stromstoßes entlädt sich der Kondensator wieder über das Hilfsrelais
Hl. Durch Relais Hl wird am Kontakt 7 hl der Stromkreis für .das Hilfsrelais
H2 unterbrochen und dadurch bei kurzen ankommen-: den Stromstößen der weitergegebene
Stromstoß beendet.
-
Fig. 3 zeigt ein Diagramm, bei welchem ein Scheibenlauf der die Stromstöße
aussendenden Nummernscheibe von i Sek. angenommen ist. Unter Annahme der üblichen
iöteiligen Nummernscheiben beträgt die Dauer eines Stromstoßes -1- einer Stromstoßpause
demnach ioo mls. Es ist angenommen, :daß das Verhältnis von Stromschließung : Strompause
nicht, wie üblich, 6o : 40 m/s, sondern bereits durch irgendwelche Umstände verzerrt
ist und 4o :6omls beträgt. Das Hilfsrelais Hl, welches nach Abfall des Empfangsrelais
J erregt wird, hat eine Ansprechzeit von 5 m/s. Seine Erregungszeit, die abhängig
von der Entladung des Kondensators K1 ist, beträgt konstant 20 rrils. Das Übertragungsrelais
H2, welches nach dem Abfall des Hilfsrelais Hl eingeschaltet wird, spricht nach
15 mls an. Dessen Erregungszeit beträgt, solange diese ausschließlich vom
Kondensator K2 abhängig ist und nicht vorzeitig durch das Hilfsrelais Hl unterbrochen
wird, 6o mls. Mit diesen Relaiszeiten wird, wie Fig. 3 zeigt, das ungünstige Stromstoßverhältnisder
ankommendenStromstöße
so korrigiert, daß die weitergegebenen Stromstöße
nunmehr ein günstiges Stromstoßverhältnis von 6o : 4o m/s besitzen.
-
In Fig.4 ist ein Scheibenablauf der die Stromstöße erzeugendenNummernscheibe
von o,6 Sek., d. h. 6o m/s für jeden Stromstoß, angenommen. Das Stromstoßverhältnis
der ankommenden Stromstöße möge 2o: 4o m/s betragen. Das Hilfsrelais Hl, welches
5 m/s nach Abfall des Empfangsrelais I angesprochen ist, bleibt wiederum unverändert
jeweils 2o m/s erregt. 15 m/s nach seinem Abfall wird das Übertragungsrelais Hz
eingeschaltet. Da nun aber das Hilfsrelais Hl bereits wieder 25 m/s nach
Erregung des Übertragungsrelais H2 erregt wird und die Abfallzeit .des Relais H2
nach Unterbrechung seines Erregerkreises über den Kondensator K2 5 m/s betragen
soll, so fällt das Übertragungsrelais H2 in diesem Fall bereits nach 30 m/s
wieder ab. Das Stromstoßverhältnis 2o : 40 m/s der ankommenden Stromstöße wird also
in ein Stromstoßverhältnis 30 : 30 m/s der abgehenden Stromstöße korrigiert.
-
Fig. 5 zeigt ein Diagramm, bei welchem ein Scheibenablauf von
0,7 Sek., d. h. 79 m/s für jeden Stromstoß, vorhanden ist. Das Stromstoßverhältnis
von Stromschließung : Strompause der ankommenden Stromstöße soll dabei 6o : io m/s
betragen. Wie das Diagramm zeigt, wird auch dieses äußerst ungünstige Stromstoßverhältnis
durch die Korrektureinrichtung in ein günstiges Verhältnis für die weiterzugebenden
Stromstöße umgewandelt. Das Relais H2 gibt die Stromstöße mit einem Stromstoßverhältnis
von 4o : 30 m/s weiter.
-
Fig. a zeigt eine Schaltungsanordnung, bei welcher die ankommenden
Stromstöße durch Schleifenunterbrechungen gegeben werden. Wird das ankommende Ende
der Leitung 1L über die Schleife erregt, so spricht zunächst das Brückenrelais A
an. Nach Erregung des Relais A wird der Kurzschluß für das Belegungsrelais C am
Kontakt iga unterbrochen, so daß anschließend auch Relais C anspricht. Da K ontakt
ioc des Relais C vor der Belegung geöffnet war, ist der Kondensator K1 nicht geladen.
Das RelaisHl wird also bei der Belegung zunächst noch nicht erregt, obwohl es .dabei
über die Kontakte ioc, 13 a an den Kondensator K1 angeschaltet wird. Bei der Impulsgabe
durch Schleifenunterbrechungen mittels des Nummernscheibenkontaktes nsi fällt das
Empfangsrelais A impulsmäßig ab. Beim Abfall des Relais A wird der Kondensator K1
in folgendem Stromkreis geladen: Erde, Batterie, Widerstand Wi," Kontakte i r hl,
iaa, Kondensator K1, Kontakt io c, Erde. Spricht nach Beendigung des Stromstoßes
das Relais A über Schleife wieder an, so entlädt sich der Kondensator K, über das
Hilfsrelais Hl in folgendem Stromkreis: Erde, Kontakt io c, Kondensator K1, Kontakt
13 a, Relais Hl, Erde. Das Relais Hl spricht an und hält sich im Entladekreis des
.Kondensators K1 über seinen Kontakt i4hl unabhängig vom Stromstoßempfangsrelais
T. Ferner öffnet Relais Hl am Kontakt i i hl den ursprünglichen Ladekreis des Kondensators
K1. Endlich schließt Relais Hl bei seiner Erregung folgenden Ladekreis für den Kondensator
K2: Erde, Batterie, Widerstand Wia, Kontakt 16 hl, Kondensator K2, Erde. Ist die
Entladung des Kondensators K1 über das Hilfsrelais Hl beendet und fällt infolgedessen
das Relais Hl ab, so wird folgender Entladekreis für den Kondensator K2 über das
Übertragungsrelais H2 geschlossen: Erde, Kondensator K2, Kontakt 15 hl, Relais H2,
Er-de. Das Relais HZ gibt den Stromstoß über die Kontakte i7 h2 und 18 c weiter.
Ist in der Zwischenzeit infolge einer weiteren Schleifenunterbrechung das Empfangsrelais
A abgefallen, so wird der Kondensator K1 wieder geladen; nach Beendigung der Schleifenunterbrechung
spricht bei Erregung des Empfangsrelais A das Relais Hl infolge der Kondensatorenentladung
über K1 wieder an. Das Spiel wiederholt sich, bis die Stromstoßreihe zu Ende ist.
-
In den Diagrammen der Fig. 6 bis 7 sind wiederum Stromstoßreihen mit
verschiedenem Stromstoßverhältnis und verschiedener Stromstoß.dauer angenommen,
welche die Wirkungsweise der in Fig. z dargestellten Schaltung erläutern.
-
In Fig. 6 ist ein Scheibenablauf von o,6 Sek., d. h. 6o m/s für jeden
Stromstoß, angenommen. Das Stromstoßverhältnis, d. h. in diesem Fa11 das Verhältnis
Schleifenunterbrechung zu Schleifenschluß, soll q.o : zo m/s betragen. Die Abfall-
und Ansprechzeiten der Relais Hl und H2 sollen die gleichen sein wie in der Anordnung
gemäß Fig. i. Das Hilfsrelais Hl spricht also 5 m/s nach Erregung des Empfangsrelais
A an und fällt unverändert stets nach ao m/s ab. Das Übertragungsrelais H2 spricht
:15 m/s nach Abfall des Hilfsrelais Hl an und wird bei der angenommenen Stromstoßdauer
5 m/s nach Erregung des Hilfsrelais Hl,,also insgesamt nach 3o m/s, wieder zum Abfall
gebracht. Die weitergegebenen Stromstöße haben somit ein Stromstoßverhältnis von
30 : 3o m/s gegenüber dem Stromstoßverhältnis 40 : 2o m/s der ankommenden Stromstöße.
-
In Fig. 7 ist ein Scheibenablauf von i Sek.; d. h. bei der üblichen
roteiligen Nummernscheibe :ioo m/s für jeden Stromstoß, angenommen. Das Stromstoßverhältnis
soll 40 : 6o m/s betragen. Da das Übertragungsrelais, wie .bereits erwähnt, eine
Abfallzeit
von 6o m/s besitzen soll, wenn sein Er= regungästromkreis
über den Kondensator K2 nicht vorzeitig unterbrochen wird, so wird das Stromstoßverhältnis
der weitergegebenen Stromstöße durch,dieKörrektureinrichtung in ein solches von
6ö : 40 MM umgewandelt.