DE65053C - Verfahren zur Reinigung von Melassen - Google Patents

Verfahren zur Reinigung von Melassen

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DE65053C
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molasses
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DENDAT65053D
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V. TALAMO FU GIOVANNI in Neapel, Largo Dogana vecchia 15
Publication of DE65053C publication Critical patent/DE65053C/de
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Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C13SUGAR INDUSTRY
    • C13BPRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
    • C13B35/00Extraction of sucrose from molasses

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Removal Of Specific Substances (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
Die Melassen enthalten, je nachdem ob sie von Zuckerrohr oder Rüben herrühren, verschiedene Verunreinigungen und weichen in Bezug auf die Intensität der Farbe, der Consistenz und des Zuckergeschmackes von einander ab.
Im Handel finden sich nach Darlegung des Patentinhabers drei Hauptarten von Melasse vor: die schwarze, die halbblonde und die blonde.
Die schwarze Melasse enthält nichtzuckerhaltige vegetabilische Säfte, sowie Kalk, Kali, Eisen in veränderlicher, aber beträchtlicher Menge und sogar mehr oder weniger deutliche Spuren von Natron und Thonerde.
Die halbblonde Melasse ist mit den genannten Verunreinigungen, besonders dem Kalk und dem Kali, weniger belastet und besitzt einen gröfseren Zuckergehalt, welcher von 85 bis 90 pCt. variirt.
Die blonde Melasse endlich ist diejenige, welche bereits in den Zuckerfabriken zum Theil gereinigt wurde und infolgedessen weniger gefärbt ist, jedoch ■ dieselben unorganischen Stoffe und in ähnlichen Mengen, wie vorhin erwähnt, enthält.
Der Kalk, das Kali, das Natron und das Eisen treten dort, nach Darlegung des Patentinhabers, aufser in Verbindung mit Glukose auch im Zustande von Chloriden und in geringem Mafse sogar von Nitraten auf.
Das vorliegende Verfahren zum Verwandeln der schwarzen Melasse in blonde besteht darin, aus derselben namentlich das Eisen zu entfernen und den färbenden organischen Stoff, welcher hauptsächlich von der ungleichmäfsigen Kochung und Concentration herrührt, zum gröfsten Theil zu beseitigen.
Zu diesem Zwecke setzt man zu 100 kg Melasse eine Lösung von 2 1 flüssigem Calciumpentasulfid CaS^ (von 180B.) in 25 bis 30 1 Wasser, je nach der Consistenz der Melasse, rührt gut um und läfst mindestens'■■ 6 Stunden stehen. Das Calciumpentasulfid verwandelt das in der Melasse enthaltene Eisen in Schwefeleisen, welches letztere, da es unlöslich ist, durch Filtration entfernt werden kann. Neben dem sich bildenden Schwefeleisen' wird Schwefelwasserstoff frei, welcher auf die brenzlichen Verunreinigungen entfärbend wirkt. Alsdann setzt man, um das schon gebildete Schwefeleisen anzuziehen und die Filtration zu erleichtern, 5 kg sehr feinen Sand oder dergleichen zu, welchen man vorher gut gewaschen und getrocknet hat, weil das Schwefeleisen dann leichter am Sande adhärirt, rührt von neuem um und filtrirt oder, läfst auch stehen. Nach ungefähr 24 Stunden hat sich die Flüssigkeit gut geklärt und man giefst dann ab.
Die abgegossene Flüssigkeit wird auf 100 kg Melasse mit 10 kg gepulverter thierischer Kohle vermischt, filtrirt und bis zum dicken Syrup concentrirt.
Das Calcium vom Calciumpentasulfid, sowie der in der rohen Melasse sonst enthaltene Kalk wird nach bekanntem Verfahren durch Schwefelsäure als schwefelsaurer Kalk gefällt. Hat man Handelsmelassen, welche mit condensirten vegetabilischen Säften vermischt sind, so ist die beste Methode zur Reinigung und Entfärbung die folgende:
Man behandelt die Melassen, und zwar immer nach erfolgter Vorbehandlung mit dem Calciumpentasulfid und Sand oder dergleichen, mit einer Lösung von unterschwefligsaurem Natron in dem Verhältnifs von 2 kg desselben in 3 1 Wasser auf 100 kg Melasse, rührt gut um und setzt dann 1 kg oder wenig mehr Schwefelsäure von 66° B., gelöst in dem Doppelten ihres Gewichtes Wasser zu, rührt wiederum kräftig um und versetzt nach einigen Stunden, um zu neu'tralisiren, mit ein wenig gepulvertem kohlensaurem Kalk (sehr feinem Marmorpulver). Man läfst stehen, giefst ab und filtrirt durch thierische Kohle, worauf die Melasse fast farblos ist und concentrirt sie dann wie oben.
Der Vorgang bei diesem Procefs ist der, dafs das unterschwefligsaure Natron unter Einwirkung der Schwefelsäure schweflige Säure entwickelt, welche im Zustande der Entstehung auf die verdünnten Pflanzensäfte stark entfärbend einwirkt. Es bildet sich ferner schwefelsaures Natron und ein Schwefelniederschlag.
2Va2 S2 O3 + H2 SOi = Na0 SO1
+ H, SO3+ S.
Durch Behandlung mit kohlensaurem Kalk bildet sich dann unlöslicher schwefelsaurer Kalk mit einer kleinen Menge von unterschwefligsaurem Kalk. Wenn die Operation regelrecht ausgeführt wird, so bleibt kein unterschwefligsaures Natron zurück, sondern nur Spuren von Natriumsulfat (Na2 SO*), welche wenige Gramm betragen können und 10 g pro 100 kg Melasse nicht übersteigen.
Manche Handelsmelassen, selbst blonde, enthalten aufser den oben genannten Verunreinigungen auch schleimige und beim Kochprocefs durch Einwirkung des Feuers (durch Ueberhitzung an den Heizflächen) entstandene Stoffe; diese werden mit besserem Resultat auf folgende Weise behandelt:
Zu je 200 kg Melasse giefst man eine Lösung von ι kg übermangansaurem Kali in 15 kg Wasser, rührt stark um und versetzt nach ungefähr 2 Stunden mit einer warmen Lösung von ι bis 11Z2 pCt. Oxalsäure in ι ο pCt. Wasser, auf 100 kg Melasse bezogen. Man rührt gut um, läfst stehen, giefst ab, neutralisirt mit kohlensaurem Baryt, läfst wiederum stehen und giefst von neuem um. Auf diese Weise bildet sich nach der Methode von Zinno Ozon, welches die Melasse rasch entfärbt. Da dieselbe aber immer noch Mangan und Eisen enthält und dadurch eine mehr oder weniger gelbe Farbe bekommt, so mufs Calciumpentasulfid zugesetzt werden, je nach dem Grade der verbliebenen Färbung, nach vorgängigem Versuch; alsdann filtrirt und concentrirt man.
Die Ablagerungen und Rückstände von den beschriebenen Operationen geben beim Behandeln mit Wasser ihren ganzen Syrupgehalt ab und man kann dieses Wasser bei den späteren Operationen an Stelle von gewöhnlichem Wasser verwenden.
Die zur Ausführung aller beschriebenen Operationen erforderlichen Apparate, z. B. Kessel, werden aus Gufseisen hergestellt und innen mit einem Emailüberzug versehen.

Claims (3)

Patent-Ansprüche: .
1. Ein Verfahren zur Reinigung der Melassen von Eisen, darin bestehend, dafs man sie mit einer Lösung von Calciumpentasulfid in Wasser behandelt und, um das Absetzen des gebildeten Schwefeleisens zu erleichtern, gewaschenen Sand zusetzt.
2. Die Behandlung der nach Anspruch 1. erhaltenen abfiltrirten Flüssigkeit behufs Entfernung der nicht zuckerhaltigen vegetabilischen Unreinigkeiten mit einer Lösung von unterschwefligsaurem Natron und Schwefelsäure.
3. Die Vorbehandlung der nach Anspruch 1. ■ zu reinigenden Melassen behufs Entfernens schleimiger und beim Kochprocefs entstandener Stoffe mit übermangansaurem Kali und Oxalsäure.
DENDAT65053D Verfahren zur Reinigung von Melassen Expired - Lifetime DE65053C (de)

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