DE2821440C2 - Vorrichtung zur elektrischen Betäubung von Schlachtvieh, insbesondere von Schweinen - Google Patents
Vorrichtung zur elektrischen Betäubung von Schlachtvieh, insbesondere von SchweinenInfo
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Description
60
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur elektrischen Betäubung von Schlachtvieh, insbesondere von
Schweinen, mit zwei synchron und parallel laufenden endlosen Förderbändern, deren Arbeitsflächen V-förmig
angeordnet sind, mit einem Boden unter diesen Bändern, dessen Abstand von den Bändern in Bewegungsrichtung
der Bänder zunimmt, und mit einem Paar von Elektroden, die in Eingriff mit dem Kopf eines Tieres
gebracht werden können.
Eine derartige Vorrichtung ist aus der US-PS 21 85 949 bekannt.
Bei dieser bekannten Vorrichtung wird die Betäubung mit Hilfe einer elektrischen Zange durchgeführt,
die an ihren beiden von der jeweiligen Bedienungsperson abgewandten Enden mit zackenförmigen Elektroden
ausgestattet ist. Die diese Betäubungszange betätigende Bedienungsperson steht oberhalb der Förderbänder
und hat die Aufgabe, das jeweils zu betäubende Tier mittels der Zange quer hinter den Kopf zu erfassen, d. h.
die Zange beiderseits des Kopfes anzusetzen und das Tier dann mittels eines Stromstoßes zu betäuben.
Mittels dieser bekannten Vorrichtung läßt sich infolge der manuellen Handhabung keine sichere und gleichförmige
Betäubung erzielen, da die Tiere im Rahmen der noch bestehenden Bewegungsmöglichkeiten äußerst
unruhig sind, mit dem Kopf schlagen und deshalb schwer gezielt faßbar sind. Außerdem stellt diese Betäubungsart
für die jeweilige Bedienungsperson sowohl psychisch als auch physisch eine sehr große Belastung
dar.
Aus der DE-PS 4 94 062 ist eine Vorrichtung zum Betäuben von Schlachttieren bekannt, bei der die Tiere
auf eine Rampe getrieben werden müssen, deren Boden als Förderband ausgebildet ist und an derer Endbereich
Elektroden vorgesehen sind. Bei dieser bekannten Vorrichtung erfolgt keinerlei Festklemmen oder Festhalten
des jeweiligen Tiers auf dem Weg zur Elektrode, und es besteht sogar die Möglichkeit, daß die Tiere rückwärts
laufen und sonstige unerwünschte Bewegungen durchführen. Eine für eine ordnungsgemäße Betäubung des
Tieres erforderliche definierte Relativbewegung zwischen Elektrode und Tier ist mittels dieser bekannten
Vorrichtung nicht zu erzielen und damit ist auch eine gleichförmige und kontinuierliche Betäubung und vor
allem auch eine automatische Betriebsweise der Gesamtvorrichtung nicht möglich.
Aus der US-PS 39 96 644 ist eine diskontinuierlich arbeitende Betäubungsvorrichtung bekannt, wobei am
Ende eines Treibganges eine Kammer vorgesehen ist, in welche die Schweine einzeln eingeschleust werden, und
zwar durch öffnen und Schließen einer entsprechenden Tür. Befindet sich das jeweilige Tier in der geschlossenen
Kammer, so erfolgt die Betäubung unter Verwendung eines in der Kammer horizontal verschiebbaren,
trichterförmigen Körpers, welcher mittels eines Zylinders so lange verschoben wird, bis das Tier mit seiner
Nase die Elektrode und einen Fühler berührt. In diesem Moment wird der Zylinder betätigt, welcher die Elektrode
durch eine Öffnung eines Trichters nach Innen gegen den Kopf des Tieres führt. Diese Betäubungsvorrichtung
ist nicht nur wegen ihrer diskontinuierlichen Arbeitsweise unbefriedigend, sondern sie kann auch keine
sichere Betäubung gewährleisten.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung der eingangs angegebenen Art zu schaffen, mit der sich ein
effektives und gleichförmiges Betäuben durchführen läßt und die es ermöglicht, daß das Tier, das betäubt
werden soll, möglichst geringen Belastungen ausgesetzt ist und außerdem der Betäubungsvorgang ohne Einschaltung
einer menschlichen Person durchgeführt werden kann.
Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß die Elektroden in Bewegungsrichtung der Bänder
mit Abstand voneinander beweglich angeordnet sind und sich nach unten in die V-förmige Passage zwi-
sehen den Bändern erstrecken können.
Durch die Verwendung der speziellen Festhaltevorrichtung in Verbindung mit der von einer menschlichen
Bedienung unabhängigen Elektrodenanordnung wird in überraschender Weise erreicht, daß trotz der immer
noch vorhandenen Bewegungsfreiheit des Kopfes des jeweiligen Schlachttieres eine sichere Kontaktgabe herbeigeführt
werden kann. Dies stellt sicher, daß ein kontinuierlicher Betäubungsablauf auch bei großen Zahlen
von Schlachttieren zu erreichen ist und die bei der Schlachtung beschäftigten Personen von den bisner üblichen
Streßeinflüssen befreit werden. Damit ergibt sich nicht nur eine Erleichterung für die mit der Schlachtung
beschäftigten Personen, sondern gleichzeitig läßt sich durch diese Vorrichtung ein erhöhter Durchsatz von
Schlachttieren im gleichen Zeitraum erreichen, da die Elektroden stets korrekt angesetzt werden, sich somit
eine optimale Betäubung ergibt und Ablaufstörungen durch fehlerhaftes Ansetzen von Elektroden vermieden
werden können.
Vorzugsweise sind die Elektroden an horizontalen Achsen schwenkbar aufgehängt und erstrecken sich in
ihrer Avrfangsstellung in die Passage zwischen den Bändern.
Es hat sich gezeigt, daß das Tier beim Anblick der ersten Elektrode seinen Kopf nach unten bewegt, um
darunter vorbeizukommen. Dem Tier gelingt dies jedoch nicht, und es fühlt, daß die Elektrode über seinen
Kopf streicht. Zwangsläufig hebt es dann seinen Kopf hoch, wobei die Schnauze des Tieres in Kontakt mit der
zweiten Elektrode kommt, worauf der Stromstoß direkt längs des geeignetsten Weges über Schnauze, Gehirn
und Nacken erfolgt.
Zweckmäßigerweise sind die Elektroden in der Anfangsstellung mit Hilfe von Federn gehalten, wodurch
sich eindeutig reproduzierbare Verhältnisse zwangsläufig für jedes einzelne Tier ergeben.
Nach einer Ausgestaltung der Erfindung sind die Elektroden aus einer Anzahl parallel zueinander verlaufender
Stäbe gebildet. Dadurch ist sichergestellt, daß die Schnauze trotzdem in Kontakt mit einer Elektrode
kommt, wenn das Tier seinen Kopf seitlich bewegt.
Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung nehmen in Bewegungsrichtung der Bänder die ersten
Elektroden im wesentlichen eine vertikale Anfangsstellung ein, während die zweiten Elektroden im größten
Teil ihrer Länge schräg nach vorne geneigt sind.
Diese Anordnung der Elektroden verbessert den Kontakt mit der Schnauze und fördert eine schnelle
Betäubung un'ier Verringerung der Gefahr von Muskelkontraktionen, welche zu Verletzungen des Tieres, zu
Blutungen und zu einer Verschlechterung der Fleischqualität führen können.
Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind die Zweitelektroden über die Breite der V-förmigen
Passage derart unterteilt, daß wenigstens eines der Augen des jeweiligen Tieres in Kontakt mit einer Elektrode
kommt. Wenn der Betäubungsstrom über die Augen zum Nacken fließt, ergibt sich eine besonders effekte
und gleichförmige Betäubung, da in dieser Strombahn das Gehirn des Tieres liegt. t>o
Es ist ferner von Vorteil, die Vorrichtung mit einer Steuereinrichtung zu versehen, welche die den Elektroden
zugeführte Leistung steuert. Diese Steuereinrichtung schaltet bevorzugt die volle Leistung ein, wenn ein
einer niedrigeren Leistung entsprechender Strom von b5 einer der Elektroden zur anderen fließt. Aus der Höhe
des niedrigeren Stromes, d. h. des KontrollstiOmes. ergibt
sich die Sicherheit, daß der Kontakt für die Abgabe des Hauptstromstoßes zufriedenstellend ist.
Die Steuereinrichtung ist bevorzugt derart aufgebaut, daß nach Abgabe der vollen Leistung während einer
kurzen, den Betäubungsvorgang entsprechenden Zeitperiode diese Steuereinrichtung während einer bestimmten
längeren Zeitperiode für die Abgabe eii.es nächsten Stromstoßes gesperrt, ist. Auf diese Weise wird
verhindert, daß ein Schwein, das einem eben betäubten Schwein folgt und in Kontakt mit ihm steht, zu früh den
Stromstoß erhält, falls es, während die zweite Elektrode noch in Kontakt mit dem vorhergehenden Tier ist. in
Berührung mit der ersten Elektrode kommt.
Die Erfindung wird im folgenden beispielsweise anhand der Zeichnung beschrieben: in dieser zeigt
Fig. 1 eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung, wobei Teile weggelassen wurden; und
F i g. 2 eine Vorderansicht der gleichen Vorrichtung.
Die Zeichnung stellt eine Festhaitevorrichtung dar. die zwei Bänder 1 und 2 umfaßt, welche V-förmig angeordnet
sind und unter denen sich ein Boden 3 befindet, der sich nach unten neigt. Die Schweine, die in Richtung
des Pfeiles 4 herangebracht werden, verlieren als Folge des sich nach unten neigenden Bodens 3 den Halt unter
ihren Füßen und werden zwischen den Bändern 1 und 2 mit ihren Seiten eingeklemmt.
Im Rahmen der Vorrichtung sind Elektroden 5 und 6 angeordnet, die sich um horizontale Achsen 7 bzw. 8
verschwenken können und mit Hilfe von Federn 9 bzw. 10 in ihrer Anfangsstellung gehalten werden. Wie sich
aus Fig.2 erkennen läßt, umfassen diese Elektroden eine Anzahl von Stäben, deren Länge durch den V-förmigen
Raum zwischen den Bändern 1 und 2 im wesentlichen festgelegt ist. Die Elektroden 5 sind im wesentlichen
verikal aufgehängt, während die Elektroden 6 einen sich schräg neigenden Bereich 6' besitzen, der nach
vorne gerichtet ist.
Das an den Elektroden 5 ankommende Schwein wird diese Elektroden mii seinem Kopf wegstoßen, so daß
sich diese um die Achse 7 im Gegenuhrzeigersinn verschwenken. Sobald der Kopf diese Elektroden 5 passiert
hat, kommt der Rüssel in den Bereich der Elektroden 6: sobald der Rüssel bzw. die Augen mit diesen in Berührung
kommen, beginnt der Kontrollstrom zu fließen, wonach sofort der Stromstoß folgt. Die ersten Elektroden
sind dann am Nacken des Tieres angeordnet. Da die Augen eine direkte Verbindung mit dem Gehirn besitzen,
ist ein Stromfluß über die Augen vorteilhaft.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (8)
1. Vorrichtung zur elektrischen Betäubung von Schlachtvieh, insbesondere von Schweinen, mit zwei
synchron und parallel laufenden endlosen Förderbändern, deren Arbeitsflächen V-förmig angeordnet
sind, mit einem Boden unter diesen Bändern, dessen Abstand von den Bändern in Bewegungsrichtung
der Bänder zunimmt, und mit einem Paar von Elektroden,
die in Eingriff mit dem Kopf eines Tieres gebracht werden können, dadurch gekennzeichnet,
daß die Elektroden (5, 6) in Bewegungsrichtung der Bänder (I12) mit Abstand voneinander
beweglich angeordnet sind und sich nach unten in die V-förmige Passage zwischen den Bändern
(1,2) erstrecken können.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Elektroden (5, 6) an horizontalen Achsen (7, 8) schwenkbar aufgehängt sind und sich
in ihrer AnfangsstelJung in die Passage zwischen den
Bändern (1,2) erstrecken.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden (5, 6) in der Anfangsstellung mit Hilfe von Federn (9,10) gehalten sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1,2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden (5, 6) aus einer
Anzahl parallel zueinander verlaufender Stäbe gebildet sind.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in Bewegungsrichtung
der Bänder (1, 2) die ersten Elektroden (5) im wesentlichen eine vertikale Anfangsstellung
einnehmen und daß die zweiten Elektroden (6) im größten Teil (6') ihrer Länge schräg nach vorne
geneigt sind.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die zweiten
Elektroden (6) über die Breite der V-förmigen Passage derart unterteilt sind, daß wenigstens eines
der Augen des jeweiligen Tieres in Kontakt mit einer Elektrode kommt.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einer Steuereinrichtung, welche die
den Elektroden zugeführte Leistung steuert, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung die
volle Leistung einschaltet, wenn ein einer niedrigeren Leistung entsprechender Strom von einer der
Elektroden zur anderen fließt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung, welche die den
Elektroden (5,6) zugeführte Leistung steuert, derart
aufgebaut ist, daß nach Abgabe der vollen Leistung während einer kurzen, dem Betäubungsvorgang entsprechenden
Zeitperiode die Steuereinrichtung während einer bestimmten längeren Zeitperiode für
die Abgabe eines nächsten Stromstoßes gesperrt ist.
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