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Zugsieherungseinriehtung gegen Überfahren von Haltesignalen.
Die Erfindung bezieht sich auf Einrichtungen zur Beeinflussung fahrender, namentlich elektrischer Züge, um Eisenbahnunfälle infolge Überfahrens von Haltesignalen zu verhüten, indem durch Einwirkung auf das Ventil der Notbremse diese in Tätigkeit versetzt wird. Eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist in den Fig. 1-3 dargestellt, u. zw. zeigt Fig. 1 die Einrichtung der Sicherungsanlage in Verbindung mit dem Semaphor (Haltesignal), Fig. 2 ein Schaltungsschema mit unmittelbarer Einwirkung des Fahrstromes auf das Ventil der Notbremse und Fig. 3 ein Schaltungsschema gleicher Art unter Einschaltung eines Transformators zur Erzielung einer Einwirkung auf das Ventil der Notbremse durch niedriger gespannten Strom.
Neben der durch Querdrähte 7 auf Masten 6 isoliert aufgehängten Fahrdrahtleitung. 5 ist eine auf Trägern 8 gleichfalls isoliert angebrachte Kontaktleitung 9 ausserhalb der Spurweite des Geleises angeordnet. Das Haltsignal jf besitzt zwei beim Zeichen"Halt"miteinander in Berührung kommende Kontakte 2 und 3, welche durch den Hebelarm 1 des Haltesignals betätigt werden. Ein Kontakt 2 ist über die Leitung 4 an den Fahrdraht 5 und der zweite Kontakt 3 über die Leitung 10 an die Kontaktleitung 9 angeschlossen.
Durch die Haltstellung des Hebelschalters am Semaphor wird die Kontakt-oder Bremsleitung 9 unter Spannung gesetzt. Mit dem Arbeitsstrome in der Leitung 5 ist der Scherenstromabnehmer 11, 11' (in den Fig. 2 und 3 perspektivisch dargestellt) gespeist und besitzt weiters der Stromabnehmer senkrecht über das Geleise hervortretende und voneinander durch ein Isolierstück 12 getrennte Bremsbügel 9 und 9', welche mit den seitlichen Rahmenteilen des Stromabnehmers in fester Verbindung sind und je nach der Fahrtrichtung mit der Bremsleitung 9 in Berührung kommen. Diese Bremsleitung 9 ist in einer entsprechenden Entfernung vor dem"Halt"-Signal angebracht um noch die Notbremse rechtzeitig zur Wirkung kommen zu lassen.
Wenn nun für den Fall des auf "Halt" gestellten Signals an der entsprechenden Stelle die elektrische Lokomotive sich dem Bremsdrahte 9 nähert und die Bremsbügel13 oder 13'mit der Bremsleitung Kontakt nehmen, so wird der bisher während der Fahrt vom Kontaktbügel 14 über die Leitung 15 und einem Ausschalter 16 und in weiterer Folge über Leitung 17 und den Anlasser 18 sowie die Elektromotore 19 durch Leitung 20 zur Schiene gehende Arbeitsstrom unterbrochen, indem der Arbeitsstrom über den z. B. an der elektrischen Lokomotive befindlichen und eingeschalteten Ausschalter 25 und Leitung 23'zu einem Relais 23 (Elektromagnet), welcher über Leitung 26 und 27 bisher an die Schiene angeschaltet war, geleitet wird.
Durch diesen Elektromagneten wird ein unter Federzug stehender Arretierhebel21, welcher den gleichfalls unter Federzug stehenden Schalthebel 16 gesperrt hält, angezogen, so dass der Schalter 16 unter Einwirkung der Feder 28 in die Stellung 16'gelangt und aus dem daselbst angeordneten Kontakte über die Leitung 29 zu einem Elektromagneten 30 geführt wird, welcher nunmehr mit dem Elektromagneten 23 und Leitung 26 in einem einzigen Stromkreis des Arbeitsstromes eingeschaltet ist.
Hiedurch wird nun der unter dem Zug einer Feder 32 z. B. stehende Anker 31 angezogen, welcher die Ventilstange 33 einer Notbremse betätigt. Die Relaisleitungen 23'und 26 sowie die über den Elektromagneten 30 führende Leitung 29 sind mit den Elektromotoren parallel geschaltet an Erde gelegt. Der umgelegte Hebel 25'lässt die gleiche Einwirkung auf die Bremsvorrichtung bei einer Fahrt der elektrischen Lokomotive in entgegengesetzter Richtung zu.
Die Einwirkung auf die Ventilstange 33 bzw. die Not- bremse lässt sich aber auch durch einzelne in den Personenwagen angebrachte Schalter 34 (Taster) herbeiführen, welche beim Gebrauche über die Leitungen 35 und 36 den Arbeitsstrom aus dem Fahrdrahte zum
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Relais 23 senden, wodurch der Sperrhebel 21 vom Umschalter 16 gelöst und letzterer in die Lage 16' gebracht wird, so dass der Arbeitsstrom wieder über den Elektromagneten 30 geleitet wird und auf den Anker 31 bzw. auf die Ventilstange 33 der Bremse einwirkt. Durch Betätigung der Schalter (Taster) 34 werden die Elektromotore 19 der elektrischen Lokomotive stromlos. Die zur sofortigen Abstellung der Motore erforderlichen Sicherungsapparate sind mit Ausnahme der in den Personenwagen angeordneten Notschalter auf der Lokomotive angebracht.
Um nun die Verwendung der Notsehalter 34 in einem Fahrstrome grösserer Spannung zu vermeiden, können dieselben auch sowie das Auslöserelais in einem Sekundärkreise einer Transformatoranlage angeordnet sein. In diesem Falle werden die Primärwicklungen zweier zueinander und mit den Motoren parallel geschalteter Transformatoren 45 und 38 einerseits an den Abnehmerbügel durch Leitungen 44 und anderseits an den Bremsbügel über Leitung 24 und Schalter 25 sowie über die Leitung 42 angeschlossen, während die anderen Klemmen der Primärwicklung dieser beiden Transformatoren über Leitungen 46 und 43 parallel mit den Elektromotoren an die Schiene gelegt sind.
Bei normaler Fahrt gelangt der Fahrstrom aus dem Scherenbügel über die Leitung 15 bzw. den Aussehalter 37 sowie über den Anlasser 18 und die Elektromotore 19 nebst Leitung 20 an die Schiene. Gelangt der Bremsdraht 9 mit dem Auslegerbremsbügel 13 z. B. vor einem auf "Halt" eingestellten Zeichen in Berührung, und die nunmehr durch Leitung 24 über den Schalter 25 und Leitung 42 gemäss Fig. 3 angeschlossene Primärwicklung des Transformators 38 betätigt das im Sekundärkreise 39,40 gelegene Relais 23, welches auf den Ausschalter 37 wirkt und den Arbeitsstrom zu den Elektromotoren 19 unterbricht. Der gleichzeitig durch den geschlossenen Stromkreis 39, 40 erregte Magnet 30 wirkt nunmehr auf den Anker 31 sowie die Zugstange 33 des Bremsventils, so dass der Zug selbsttätig zum Stehen gebracht wird.
Bei Schliessung der in den Personenwagen angeordneten, im Sekundärkreis des Transformators 45 liegenden Schalter (Taster) 34 wird gleichfalls der mit dem Schalterkreis 47, 48 parallel geschaltete Sekundärkreis 39, 40 samt dem Relais 23 und dem Elektromagneten 30 erregt, wodurch die Motore stromlos werden und die Ventilstange 33 des Bremsventils betätigt wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Selbsttätige Zugsicherung gegen Überfahren von Haltesignalen an elektrischen Bahnen, dadurch gekennzeichnet, dass durch den bei der Halt"-Stellung einer Semaphoranlage bewirkten elektrischen
EMI2.1
abnehmers parallel mit der Stromleitung der Elektromotore (19) über eine Leitung (24 und 23') an Erde gelegt wird, wodurch ein in dieser Le'trog angeordnetes Relais (23) einen gesperrten Umschalter (16) der Motorstromleitung aus-und umschaltet, so dass einerseits der Motorstromkreis stromlos gemacht und anderseits durch die bewirkte Umschaltung (16') ein gleichfalls mit den Motoren parallel an Erde gelegte und die Ventilspindel (33) der Bremse beeinflussender Elektromagnet (30) betätigt wird.