DE649487C - Vorrichtung zur Sicherung von Eisenbahnen - Google Patents
Vorrichtung zur Sicherung von EisenbahnenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Sicherung von Eisenbahnen, insbesondere für
Weichen, Wegübergänge, Kreuzungsstellen, Bahnhöfe u. dgl., bei der Signalübertragungen
von Streckenpunkten nach der Lokomotive und umgekehrt erfolgen und wobei das Wirksamwerden
der betätigten Signale oder Einrichtungen unabhängig von Entfernung und Geschwindigkeit des Zuges zu einem genau
bestimmten Zeitpunkt einsetzt.
Es ist bereits eine Signalvorrichtung für Züge bekannt, bei der ein elektrischer Generator
mit gleichbleibender Erregung auf jeder Lokomotive angeordnet ist und durch die Räder
der Lokomotive selbst derart angetrieben wird, daß dessen Drehzahl und somit auch
dessen Spannung der Bewegungsgeschwindigkeit des Zuges entspricht. Bei dieser bekannten
Vorrichtung ist der Generator ferner in einem Stromkreis eingeschaltet, der den Lokomotivkörper,
einen Anzeiger und eine Schleifbürste umfaßt, die auf einer isolierten Steuerleitung
schleift, die längs des Gleises angeordnet und so eingerichtet ist, daß sie einen
verhältnismäßig bedeutenden linearen Ohmschen Widerstand aufweist.
Diese Vorrichtung- war dazu bestimmt, einen Zusammenstoß zwischen aufeinanderfolgenden
Zügen zu vermeiden, und es war grundsätzlich kein Gleisrelais vorgesehen, so daß man gezwungen war, die meisten gewöhnlichen
Signale aufrechtzuerhalten, und es fehlte der Einrichtung die Anpassungsfähigkeit
und Sicherheit.
Es sind ebenfalls Vorrichtungen bekannt, bei denen auf jeder Lokomotive ein Generator,
mit gleichbleibender Spannung angeordnet ist, dessen Klemmen einerseits mit den Fahrgleisen
und anderseits mit einer Steuerleitung verbunden sind, die aus getrennten isolierten
Abschnitten besteht, die mit Gleisrelais verbunden sind. Aber da die Spannung des Generators
eine gleichbleibende ist, wird die Geschwindigkeit der Lokomotive in keiner Weise berücksichtigt. Die Gleisrelais müssen
somit noch nach den bekannten Grundsätzen der Blockanordnung in Bezirken von bestimmter
Länge verteilt sein, und infolgedessen können solche Vorrichtungen gegenüber -den
gewöhnlichen Vorrichtungen mit optischen Signalen keinen wesentlichen Vorteil aufweisen.
Erfindungsgemäß ist die Steuerleitung an wichtigen Stellen des Gleises, wie Weichen,
Wegübergängen, Kreuzungen, Bahnhöfen u. dgl., mit der Spule eines Gleisrelais verbunden,
das die Steuerleitung im Ruhezustand mit den Fahrschienen verbindet und bei
Annäherung der Lokomotive unter dem Einfluß des durch den auf der Lokomotive angeordneten
Generator erzeugten Stromes einen Kontakt schließt, der die Spule eines zweite^
Relais erregt, das die erste Steuerleitung mit der Steuerleitung verbindet, die zur Spule des
nächsten Gleisrelais führt, so daß bei Aufrechterhaltung der Verbindung zwischen der
Steuerleitung und den Fahrschienen ein auf ίο der Lokomotive angeordnetes Anzeigesignal
durch die Vergrößerung des Stromes in der Steuerleitung ausgelöst wird, während nach
Ansprechen des zweiten Relais ein örtliches Signal in Tätigkeit tritt und Verriegelungseinrichtungen
das Gleisrelais gegebenenfalls so lange festhalten, bis die Lokomotive vorübergefahren
ist.
Hierdurch' wird eine Vorrichtung geschaffen, bei der nicht nur die Sicherheit dadurch
zo wesentlich erhöht wird, daß das Arbeiten der auf den Lokomotiven angeordneten Signalapparate
gleichzeitig vom Abstand des Gefahrpünktes und von der Geschwindigkeit abhängt,
sondern auch die Gleisrelais dieser Vorrichtung nicht mehr notwendigerweise in den Blockstrecken eines Blocksystems eingeschlossen,
sondern lediglich dort, wo dieses unumgänglich erforderlich ist, d. h. an Straßenübergängen, Kreuzungen, Weichenstellen,
Bahnhöfen u. dgl., angeordnet sind.
Es ergibt sich eine sehr große Anpassungsfähigkeit und ein selbsttätiges Arbeiten, und
die Anzahl der für die Anbringung der Vorrichtung nötigen Gleisrelais ist bedeutend geringer
als die Anzahl der Signale der bisher üblichen Vorrichtungen.
Die Erfindung betrifft insbesondere eine auf jeder Maschine angeordnete Wählervorrichtung,
die den Zweck hat, von den Relais und Anzeigevorrichtungen der Maschine die Einflüsse fernzuhalten, die entweder auf weitere
hinter dem jeweiligen Zug fahrende Züge oder auf die verschiedenen Gleisapparate
zurückzuführen sind, die bereits überfahren wurden. Es ist nämlich klar, daß es für den Zugführer wichtig ist, die Lage der
vor seinem Zug fahrenden Züge bzw. angeordneten Apparate und durchaus nicht die Lage der hinter ihm befindlichen Züge und
Apparate zu kennen.
Ferner sind nun zwei auf jeder Lokomotive in einem größtmöglichen Abstand voneinander
angeordnete Schleifbürsten über in Gegenschaltung liegende Relais mit derselben Klemme des Generators verbunden, wobei die
mit der in Fahrtrichtung vorderen Schleifbürste verbundenen Relaisspulen eine größere
Windungszahl als die mit der rückwärtigen Schleifbürste verbundenen Relaisspulen aufweisen,
so daß die Relais nur durch die in der Fahrtrichtung vorn liegenden Vorrichtungen
an den Streckenpunkten beeinflußt werden.
Die Erfindung ist in den Zeichnungen beispielsweise dargestellt, und zwar zeigt:
*■ Fig. ι ein vereinfachtes Schaltungsschema
•für die Maschine und für ein Gleisrelais,
Fig. 2 das vollständige Schaltungsschema für die Maschine,
Fig. 3 das vollständige Schaltungsschema für ein einer Weiche zugeordnetes Gleisrelais,
Fig. 4 einen Teil des Kontaktleiters in schematischer Darstellung und
Fig. 5 einen Schnitt nach der Linie V-V der Fig. 4.
Von einem durch die Schienen eines Gleises gebildeten elektrischen Leiter 10 ist ein Leiter
11, der längs der Schienen 10 verlegt ist, isoliert.
Der Leiter 11 kann aus einem fortlaufenden Draht bestehen, jedoch wird er zweckmäßig
so ausgeführt, wie die Fig. 4 und 5 zeigen.
Hiernach sind zwei Leitungsstücke 81, 82
mit ihren Enden zusammenstoßend angeord- S5 net und durch Isolatoren 84 beispielsweise an
den Schwellen 83 des Gleises befestigt.
Die Leitungsstücke 81 und 82 berühren sich nicht und sind infolgedessen voneinander
elektrisch isoliert, aber sie sind durch einen Widerstand 85 miteinander verbunden, der
aus einem aufgewickelten Draht oder einem Gitter oder auch einer geeigneten Legierung
o. dgl. bestehen kann, und ist entweder in einer Isoliermasse oder innerhalb eines isolierten
Gehäuses 86 angeordnet. Die Enden dieses Widerstandes sind mit den Leitungsstücken 81 und 82 durch Winkelstücke 87 verbunden,
die durch Bolzen-88 befestigt werden.
Ein sehr bedeutender Vorteil dieser Ausbildung des Leiters 11 liegt darin, daß es
durch Verwendung von induktiven Widerständen 85 sehr leicht ist, diesem Leiter eine
beträchtliche lineare Selbstinduktionszahl zu verleihen, so daß man dann Spannungsvorluste
erhalten kann, die für Gleichstrom und Wechselstrom verschieden sind.
Jede auf den Schienen 10 fahrende Lokomotive oder Maschine trägt einen elektrischen
Gleichstromerzeuger 12, dessen Erregung 13 durch eine Hilfsstromquelle 14 in unabhängiger
Weise gesichert wird.
Die eine Klemme des Stromerzeugers 12, und zwar im allgemeinen die negative
Klemme 15, ist mit dem Maschinenkörper verbun den, so daß sie durch die Räder 16 der
Maschine mit den Fahrschienen 10 verbunden ist. Die positive Klemme 17 des Stromerzeugers
12 ist mit einer vorderen Schleifbürste 18 verbunden, die mit der Steuerleitung 11 in iao
ständiger Berührung steht. Diese Verbindung erfolgt über zwei Wicklungen 19 und 20, die
in Reihe geschaltet sind und zu zwei Relais mit beweglichen Ankern 21, 22 gehören.
Möglichst weit hinter der vorderen Schleifbürste 18, d. h. beispielsweise am rückwärtigen
Ende des (beim Dampfbetrieb) an der Maschine angehängten Tenders, befindet sich eine andere Schleifbürste 23, die auch mit der
Steuerleitung 11 in Berührung steht. Die Schleifbürste 23 ist ebenfalls mit der positiven
Klemme 17 des Stromerzeugers 12 über zwei in Reihe geschaltete Wicklungen 24 und
25 verbunden, die auf dieselben beweglichen Anker 21 und 22 wie die Wicklungen 19 und
20 wirken. Die Wicklung 25 hat jedoch eine weit geringere Anzahl von Windungen als
die Wicklung 20. Desgleichen ist die Wirkung der Wicklung 24 auf den Anker 21 geringer
als die der Wicklung 19.
Die Spulen 24 und 25 sind in einer Richtung gewickelt, durch die die Wirkung gegenüber
der der Wicklungen 19 und 20 entgegengesetzt ist. Der Ohmsche Widerstand der
Abzweigung 17, 23 ist jedoch trotz der verschiedenen Windungszahlen mit dem Ohmsehen
Widerstand der Abzweigung 17, 18
gleich.
Der von der Wicklung 19 angezogene Anker 21 ist mit einem Dämpfer 26 versehen
und steuert das öffnen oder Schließen des Stromkreises, der durch die Stromquelle 14
gespeist wird und eine Anzeigevorrichtung 27, eine Lampe oder Schauzeichen enthält.
Ebenso ist der bewegliche Anker 22 mit einem Dämpfer 28 und einer Rückzugfeder 29
versehen und steuert den Stromkreis einer Anzeigevorrichtung 30.
Die Steuerleitung 11 erstreckt sich längs
des; Gleises bis zum nächsten wichtigen Punkt, beispielsweise einem Bahnhof. Dort
ist die Steuerleitung mit dem beweglichen, mit einem Gewicht 32 belasteten Anker 31
eines Relais verbunden, das in seiner aus Fig. ι ersichtlichen Normalstellung, die
Steuerleitung.il mit einer Leitung 33 verbindet, die über eine Wicklung 34 von geringem
Widerstand zu den Fahrschienen 10 führt. Auf diese Weise ist der Steuerleitungsabschnitt
über jedes Gleisrelais mit den Fahrschienen 10 verbunden.
Die Wicklung 34 wirkt nun auf einen mit einer Rückzugsfeder 37 versehenen beweglichen Anker 36, der im angezogenen Zustand
einen Stromkreis schließt, der eine Hilfsstromquelle 38, eine örtliche Signalvorrichtung
39 und eine Wicklung 40 enthält, die auf den Anker 31 wirkt.
Dieser mit einem Dämpfer 41 verbundene
Anker 31 kann, wenn er von der Wicklung 40 angezogen wird, den Kontakt mit der Leitung
33 unterbrechen und dann den jeweiligen Abschnitt der Steuerleitung 11 mit dem nächstfolgenden
hinter dem Gleisrelais liegenden Abschnitt 11' verbinden.
Die Arbeitsweise der vorbeschriebenen vereinfachten Einrichtung ist folgende:
Wenn eine Maschine mit einer bestimmten ■ Geschwindigkeit auf dem Gleis 10 fährt, so
wird im Stromerzeuger 12 eine dieser Geschwindigkeit entsprechende elektromotorische
Kraft hervorgebracht, und ein gewisser Strom fließt dann durch die beiden
Abzweigungen, die zu den Schleif bürsten 18 und 23 führen, und durch den Abschnitt 11
der Steuerleitung, die Leitung 33, die Wicklung 34, die Fahrschienen 10 und durch den
Maschinenkörper.
Die Stärke dieses Stromes richtet sich einerseits nach der vom Stromerzeuger hervorgebrachten
elektromotorischen Kraft und andererseits nach dem Gesamtwiderstand des Stromkreises. Nun wird der größte Teil
dieses Widerstandes durch den zwischen der Maschine und dem Gleisrelais liegenden Teil
der Steuerleitung 11 gebildet. Da dieser Wi- „
derstand der Länge dieser Steuerleitung entspricht, so ist die Stromstärke unter sonst
gleichen Bedingungen gleichzeitig von der Maschinengeschwindigkeit und von der Entfernung
zwischen der Maschine und dem Gleisrelais abhängig. 9"
Diese Stromstärke wird daher um so größer sein, je schneller die Maschine fährt und
je näher sie sich an dem Gleisrelais befindet. Wenn man annimmt, daß die Geschwindigkeit
der einzelnen Züge gleichbleibt, so spricht das Relais 34, 36 ohne Rücksicht auf
die Zuggeschwindigkeit mit einer gleichbleibenden Zeit vor dem Vorbeifahren des Zuges
an. Dies bildet einen der bedeutendsten Vorteile der Vorrichtung.
Wenn die Stromstärke z. B. den Wert erreicht, der das Anziehen des Ankers 36 bewirkt,
so wird der Stromkreis der Signalvorrichtung 39 und der Wicklung 40 geschlossen,
so daß das benachbarte Betriebspersonal von der bevorstehenden Ankunft des Zuges benachrichtigt
wird. Gleichzeitig wird die Steuerleitung 11 mit dem zum nächstfolgenden
Gleisrelais führenden Abschnitt 11' verbunden.
Dies hat zur Folge, daß die Stromstärke beträchtlich sinkt, so daß die Maschine das
Gleisrelais überfahren kann, ohne ihre Geschwindigkeit irgendwie zu verringern.
Wenn der Anker 36 aus irgendeinem Grunde nicht angezogen wird, so nimmt die
Stromstärke in der Wicklung 40 des Gleisrelais immer mehr zu, je mehr sich die Maschine
dem Gleisrelais nähert, und bald erreicht diese Stromstärke einen Wert, daß dadurch
die Wicklung 20 den Anker 22 auf der Maschine anzieht und hierdurch den Strom-
kreis des Anzeigesignals 30 unterbricht. Der Zugführer weiß nun, daß er seine Fahrt verlangsamen
soll. Diese Verlangsamung soll so lange andauern, bis der Anker 22 seine normale
Stellung wieder einnimmt, was bei einem feststehenden Gleisrelais erst dann stattfindet, wenn die Maschine und somit
auch der Stromerzeuger stillsteht, d. h. gerade auf der Höhe des Gleisrelais. Falls das Gleisrelais inzwischen arbeiten
sollte, nimmt der Anker 22 seine normale Stellung wieder ein. Das Anzeigesignal 30
zeigt dann dem Zugführer, daß dieser nunmehr mit der normalen Geschwindigkeit we'iterfahren
kann.
Wenn sich zwischen der Maschine und dem Gleisrelais eine andere Maschine befindet,
deren Geschwindigkeit geringer ist, so werden die Stromerzeuger der beiden Maschinen
hierdurch parallel geschaltet, wobei sich ein Kreislaufstrom zwischen beiden einstellt. Die
Stärke dieses Stromes richtet sich einerseits nach dem Geschwindigkeitsunterschied zwischen
beiden Zügen und andererseits nach der Entfernung zwischen beiden.
Wenn der vordere Zug langsamer fährt, so wird der Anker 22 der Vorrichtung der nachfolgenden
Maschine durch den Kreislaufstrom angezogen, wobei der Zugführer an dem Anzeigesignal 30 sieht, daß er ebenfalls
langsamer fahren soll.
Die Anordnung der beiden Schleif bürsten
18 und 23 sowie der beiden Wicklungen 20 und 25 auf der Maschine hat somit den
Zweck, eine selbsttätige Auswahl der auf den Anker 22 wirkenden Ströme zu bewirken.
Der zwischen den Schleif bürsten 18 und 23 liegende Teil der Steuerleitung hat einen
Ohmschen Widerstand, der mit R bezeichnet werden soll. Nimmt man der Einfachheit
halber an, daß die die Wicklungen 25 und 20 enthaltenden Zweige des Stromkreises denselben
Widerstand R haben und daß der Strom von hinten nach vorn fließt, so wie es
die Fig. 1 zeigt und weil ein Gleisrelais die Steuerleitung mit den Schienen kurzschließt,
so sieht man, daß der in der Wicklung 20 fließende Strom die Größe ijR hat, während
die Stärke des in der Wicklung 25 fließenden Stromes 1/ (R-{- R) beträgt und somit nur
halb so groß ist. Da die Wicklung 20 andererseits mehr Windungen aufweist als die Wicklung
25, so ist ihre Wirkung deutlich überwiegend, und die Vorrichtung arbeitet in der
vorbeschriebenen Weise.
Wenn der Kurzschluß dagegen beispielsweise wegen der Anwesenheit eines folgenden
Zuges hinter der Maschine stattfindet, so würde die Stromstärke in der Wicklung 20
dem Wert 1J-^R, die Stromstärke in der
Wicklung 25 dem Werti/i? entsprechen.
Nimmt man an, daß die Windungszahl der Wicklung 20 doppelt so groß ist als die der
Wicklung 25, so sieht man, daß die Zahl der Amperewindungen für beide Wicklungen die
gleiche ist, und da diese Wicklungen einander entgegengeschaltet sind, so ist die Wirkung
gleich Null. Dies zeigt also, daß das Anzeigesignal 30 nur unter dem Einfluß von vor dem
Zug und nicht unter dem Einfluß von hinter dem Zug liegenden Ursachen ansprechen
kann.
Die Anordnung der Wicklungen 19 und 24 ist ungefähr dieselbe wie die der Wicklungen
20 und 25.
Der Anker 21 wirkt wie ein Mindeststromsicherheitsrelais.
Während der normalen Fahrt wird dieser Anker von der Wicklung 19 angezogen, in der stets ein gewisser Strom
fließt, und der Stromkreis des Anzeigesignals 27 ist geschlossen. Wenn aber eine unerwünschte
Unterbrechung des Stromkreises stattfindet, so bleibt die Wicklung 20 wirkungslos,
und da der Anker 21 nicht mehr angezogen wird, so öffnet er den Stromkreis
des Anzeigesignals 27, das den Zugführer auf die Unterbrechung des Stromkreises aufmerksam
macht.
Ein Ausführungsbeispiel der Ausrüstung einer Maschine ist in Fig. 2 gezeigt, in der
die vorbeschriebenen, in Fig. 1 gezeigten Vorrichtungen, und zwar den Stromerzeuger 12,
dessen Erregerwicklung 13 und die Hilfsstromquelle 14, die aus einer Erregermaschine
mit gleichbleibender Spannung gegebenenfalls in Verbindung mit einer Pufferbatterie 42 besteht,
dargestellt sind. Die Überprüfung des Stromerzeugers erfolgt mittels eines Spannungsmessers
43, der unmittelbar in Kilometern in der Stunde geeicht sein kann, da die Stromerzeugerspannung der Geschwindigkeit
entspricht. Andererseits werden die Angaben des Maschinengeschwindigkeitsmessers
auf einem anderen Spannungsmesser 44 wiederholt, und beide Instrumente müssen natür- i°5
lieh gleiche Angaben zeigen. Ein Differentialrelais 45 bewirkt das Ansprechen eines Anzeigers
46, wenn aus irgendeinem Grunde die Angaben der beiden Spannungsmesser voneinander
abweichen.
Zur Ausrüstung gehört ferner ein Hauptumschalter 47, mit dem einerseits die Pole
des Stromerzeugers 12 und andererseits die die Schleif bürsten 18 und 23 und die Wicklungen
19, 20, 24 und 25 enthaltenden Stromkreise umgeschaltet werden können. Durch
die Anordnung dieses Umschalters kann die Maschine auch rückwärts fahren.
Die Ausrüstung wird durch ein Relais 48 ergänzt, das einen Verlangsamungsanzeiger
betätigt und in einen Stromkreis eingeschaltet ist, der Schalter 50 und 51 enthält,
die durch die Schleif bürsten 18 und 23 betätigt werden, wenn diese beim Überfahren
einer Erhöhung gehoben werden, die in der Steuerleitung 11 an bestimmten Stellen der
Strecke planmäßig vorgesehen sind, wo es, wie z. B. beim Anfahren einer Kurve, nötig
ist, die Fahrt aller Züge zu verlangsamen.
Durch Strommesser 52 und 53 wird die Stromstärke des in den Schleifbürsten 18 und
23 fließenden Stromes angezeigt; diese Instrumente können ferner Endkontakte aufweisen,
die, wenn die Stromstärke einen bestimmten Wert übersteigt, das Ansprechen eines Anzeigers bewirken.
Der Stromerzeuger 12 wird durch einen Handumschalter £4 gesteuert, mit dem es beispielsweise
bei einer Beschädigung des Stromerzeugers 12 möglich ist, diesen durch die Erregermaschine
14 zu ersetzen, so daß der Zug seine Fahrt mit Sicherheit, wenn auch mit
einer geringeren Geschwindigkeit, fortsetzen kann.
Durch einen Druckknopf 55 kann der Stromerzeuger 12 bzw. die Erregermaschine
2g 14 vom Stromkreis isoliert und der Stromkreis
auf sich selbst geschlossen werden, so daß die Vorrichtung des folgenden Zuges in
normaler Weise beeinflußt werden kann und gleichzeitig die Anwesenheit der Maschine
angezeigt wird.
Ferner ist noch ein anderer Druckknopf 56 vorgesehen, der mit dem Umschalter 54 zusammenwirkt,
um die Erregermaschine 14 einzuschalten und den Stromerzeuger 12 vorübergehend
auszuschalten. Die Maschine hat ferner einen Sicherheitsgleitschuh 57, der von
Hand bedient werden kann. Dieser Gleitschuh ist mit dem Maschinenkörper 58 über
einen Widerstand 59 verbunden, der durch einen Ausschalter 60 gegebenenfalls ausgeschaltet
werden kann. Durch Betätigung des Gleitschuhs 57 kann der Zugführer durch gleichzeitiges Beobachten der Strommesser 52
und 53 sehen, ob ein Kurzschluß zwischen
der Steuerleitung 11. und den Schienen durch einen außerhalb der Maschine stattgefundenen
Unfall oder durch betriebstechnische Gründe hervorgerufen wurde, beispielsweise wenn das Einfahren in einen Bahnhof mit
Absicht verhindert werden soll.
Die Schleifbürsten 18 und 23 sind mit einstellbaren
Widerständen 61 und 62 verbunden, durch die es möglich ist, die Widerstände der
beiden Zweige des Stromkreises auf die passenden Werte einzustellen.
Zwischen dem Stromerzeuger 12 und den Relais ist ferner ein umlaufender Umschalter
63 eingeschaltet, der mit dem Stromerzeuger 12, aber mit einer weit geringeren Geschwindigkeit
umläuft, und es wird durch diesen Umschalter das Ausschalten des Stromerzeugers und das Schließen des Stromkreises auf
sich selbst wechselnd bewirkt. Auf diese Weise ist es möglich, wenn zufällig vor der
Maschine ein Zug genau mit gleicher Geschwindigkeit fährt, die Anwesenheit dieses
Zuges durchaus sicher festzustellen.
In Fig. 3 sind die meisten bereits für das in Fig. ι gezeigte Gleisrelais beschriebenen
Teile zu sehen, die auch hier mit denselben Bezugszahlen bezeichnet sind. Hier hat' jedoch
der Stromkreis der Wicklung 34 noch eine Wicklung 64, die mit einem Anker 65 zusammenwirkt. Der Anker 65 betätigt eine
Klinke 66, durch die ein mit einem Gewicht 68 belasteter Riegel 67 festgehalten oder freigegeben
werden kann. Der Riegel 67 wirkt auf Rasten 69, die mit dem Weichennebel 70
fest verbunden sind.
Der Stromkreis der Wicklung 34 enthält noch eine Wicklung 71 mit einem sehr gerin- .
gen Widerstand, die auf einen mit dem Anker 36 im Stromkreis des Signals 39 in Reihe
geschalteten Anker 72 wirkt. Die Wicklung 71 ist so bemessen, daß sie mit einer geringeren
Stromstärke als die Wicklung 34 arbeitet.
Im Hauptstromkreis der Wicklung 34 ist eine Wicklung 73 eingeschaltet, die auf den
gleichen Anker 31 wie die Hilfswicklung 40 wirkt; auf den unter dem Einfluß der Wicklung
34 stehenden Anker 36 wirkt ferner eine Wicklung 74, die im Stromkreis des Signals
39 eingeschaltet ist.
Auf dem Gleis 10 ist ein von den übrigen 95 '
Schienen isolierter Doppelabschnitt 75 gebildet, und die beiden Teile dieses Doppelabschnittes
sind mit dem Beginn und mit dem Ende der Wicklung 74 derart verbunden, daß jedes auf dem Abschnitt 75 fahrende Fahr- 100.
zeug diese Wicklung kurzschließt.
Ein anderer an den Klemmen der Hilfsstromquelle 38 angeschlossener Hilfsstromkreis
enthält eine auf den Riegel 6j wirkende Wicklung 76, einen Druckknopf Jj und den
Anker 31 des Hauptstromkreises. Der Riegel 67 ist ferner in einen Stromkreis des Signals
39 eingeschaltet, und die Stellung, in der der Riegel ausgeschaltet ist, entspricht dem Ausschalten
eines Zusatzwiderstandes 78. ' \
Die Wirkungsweise dieser Einrichtung ist folgende:
Sobald der Strom in der Steuerleitung einen ersten Wert erreicht, wird der Anker 72
angezogen. Wenn der Zug sich nun weiter nähert, nimmt die Stromstärke allmählich zu,
und wenn sie den der Anzeige entsprechenden Wert erreicht, wird der Anker 36 angezogen,
der dann den Stromkreis des Signals schließt.
Der Stromkreis der Wicklung 40 enthält den Widerstand 78, so daß die Wirkung dieser
Wicklung nicht genügt, um den Anker 31
angezogen zu halten. Die Folge davon ist, daß dieser nur unter dem Einfluß der Wicklung
73 stehende Anker in ähnlicher Weise wie ein Hammer schwingt. Wenn der Zug sich aber noch weiter nähert, erreicht die
Stromstärke den Wert, mit dem die Wicklung 64 den Anker 65 anzieht, der alsdann in
eine Rast 69 des Weichenhebels 70 einfällt, indem er dem Einfluß des Gewichtes 68 folgt
und dadurch die Weiche verriegelt.
Durch diese Bewegung des Riegels 67 wird der Widerstand yS aus dem Stromkreis ausgeschaltet,
und die jetzt genügend erregte Wicklung 40 hält den Anker 31 endgültig
fest, so daß der Zug frei weiterfahren kann. Wenn die Weiche eine nicht ordnungsgemäße
Stellung eingenommen hätte, wäre der Anker 31 weiter in Schwingung geblieben,
und der Zug hätte seine Fahrt verlangsamen müssen.
Xach dem Vorbeifahren des Zuges betätigt
der Weichensteller- den Druckknopf yy, der
den Riegel by wieder einklinkt und die Bedienung der Weiche ermöglicht. Im übrigen gilt
das für eine Weiche Gesagte auch für die Schranken eines Straßenüberganges oder für
irgendeine andere Vorrichtung. Wenn der Zug den Abschnitt 75 überfährt, wird die
Wicklung 74 kurzgeschlossen, der Anker 36 freigegeben, und alle Teile kehren in die ursprüngliche
Lage zurück, bis der nächste Zug kommt.
Das oben beschriebene Ausführungsbeispiel eines Gleisrelais zeigt, wie sich die Vorrichtung
leicht allen Aufgaben bezüglich der Signalgebung, der Überprüfung und der Sicherheit anpassen läßt, die im Eisenbahnbetrieb
vorkommen können.
Die Erfindung ist nicht auf eine besondere Ausführungsform der Steuerleitung 11 und
der Abschnitte der Steuerleitung beschränkt. Es ist gleichgültig, ob diese aus einer Schiene
bestehen oder anders ausgebildet sind, vorausgesetzt, daß sie einen größeren Querschnitt
und eine hohe mechanische Festigkeit aufweisen. Desgleichen beschränkt sich die Erfindung auch nicht auf irgendeine Ausführungsform
der Ohmschen oder induktiven ■ Widerstände, durch die jeder Abschnitt mit
dem nächstfolgenden verbunden ist.
Claims (2)
- Patentansprüche:i. Vorrichtung zur Sicherung vonEisenbahnen, insbesondere für Weichen, Wegübergänge, Kreuzungen, Bahnhöfeu. dgl., bei der Signalübertragungen von Streckenpunkten nach der Lokomotive und umgekehrt erfolgen und wobei das Wirksamwerden der betätigten Signale oder Einrichtungen unabhängig von Entfernung und Geschwindigkeit des Zuges zu einem genau bestimmten Zeitpunkt einsetzt, mit einem auf jeder Lokomotive angeordneten, durch die Räder angetriebenen elektrischen Generator mit gleichbleibender Erregung, der einerseits mit dem Lokomotivkörper und andererseits durch eine Schleifbürste mit einer längs des Gleises angeordneten Steuerleitung elektrisch verbunden ist, die einen großen Ohmschen Widerstand aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerleitung (11) an wichtigen Stellen des Gleises, wie Weichen, Wegübergängen, Kreuzungen, Bahnhöfen u. dgl., mit der Spule (34) eines Gleisrelais verbunden ist, das die Steuerleitung (11) im Ruhezustand mit den Fahrschienen (10) verbindet und bei Annäherung der Lokomotive unter dem Einfluß des durch den Generator (12) erzeugten Stromes einen Kontakt (^y) schließt, der die Spule (40) eines zweiten Relais erregt, das die erste Steuerleitung (11) mit der Steuerleitung (11') verbindet, die zur Spule des nächsten Gleisrelais führt, so daß bei Aufrechterhaltung der Verbindung zwischen der Steuerleitung (11) und den Fahrschienen (10) ein auf der Lokomotive angeordnetes Anzeigesignal (30) durch die Vergrößerung des Stromes in der Steuerleitung ausgelöst wird, während nach Ansprechen des zweiten Relais (31, 40) ein örtliches Signal (39) in Tätigkeit tritt und Verriegelungseinrichtungen (66, 67, 68) das Gleisrelais (34, 36) gegebenenfalls so lange festhalten, bis die Lokomotive vorübergefahren ist.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwei auf jeder Lokomotive in einem größtmöglichen Abstand voneinander angeordnete Schleifbürsten (18, 23) über in Gegenschaltung liegende Relais (20, 25 und 19, 24) mit derselben Klemme (17) des Generators (12) verbunden sind, wobei die mit der in Fahrtrichtung vorderen Schleifbürste (18) verbundenen Relaisspulen (20, 19), eine größere Windungszahl als die mit der rückwärtigen Schleifbürste (23) verbundenen Relaisspuleii (25, 24) aufweisen, ;il0 so daß die Relais (20, 25 und 19, 24) nur durch die in der Fahrtrichtung vorn lie- ( genden Vorrichtungen an den Streckenpunkten beeinflußt werden.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR649487X | 1934-08-18 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE649487C true DE649487C (de) | 1937-08-30 |
Family
ID=9003339
Family Applications (2)
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Family Applications After (1)
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|---|---|---|---|
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Country Status (2)
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Families Citing this family (2)
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1935
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Also Published As
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