DE96059C - - Google Patents

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DE96059C
DE96059C DENDAT96059D DE96059DA DE96059C DE 96059 C DE96059 C DE 96059C DE NDAT96059 D DENDAT96059 D DE NDAT96059D DE 96059D A DE96059D A DE 96059DA DE 96059 C DE96059 C DE 96059C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B1/00Dyes with anthracene nucleus not condensed with any other ring
    • C09B1/02Hydroxy-anthraquinones; Ethers or esters thereof
    • C09B1/06Preparation from starting materials already containing the anthracene nucleus
    • C09B1/12Dyes containing sulfonic acid groups

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAM
Bekanntlich werden die als »Anthracenblau« bezeichneten, in Wasser unlöslichen Farbstoffe der Patente Nr. 76262, 67102 etc. in der Art dargestellt, dafs man mit concentrirter Schwefelsäure, Salzsäure etc. diejenigen wasserlöslichen Farbstoffe erhitzt, welche aus Dinitroanthrachinonen bezw. deren partiellen Reductionsproducten durch Behandlung mit rauchender Schwefelsäure bei ca. 100 bis 1300 entstehen (vergl. die Patente Nr. 87729, Nr. 76941, Nr. 6526 u. s. f.). Die genannten wasserlöslichen Farbstoffe können dabei, wie mitgetheilt, entweder vorher isolirt oder direct in der Reactionsmasse (Mischung) verarbeitet werden; in letzterem Falle haben sie offenbar den Charakter von Schwefelsäureestern, welche bei der Isolirung zufolge des Eingiefsens in Wasser etc. verseift werden. Andererseits sind die wasserlöslichen Farbstoffe der Patente Nr. 87729 etc. je nach den Darstellungsbedingungen wechselnde Gemische von stickstoffhaltigen Verbindungen mit Polyanthrachinonsulfosäuren.
Es hat sich nun gezeigt, dafs die genannten wasserlöslichen Farbstoffe bezw. die darin enthaltenen Polyoxyanthrachinonsulfosäuren sich mit aromatischen Phenolen und Phenolcarbonsäuren zu Condensationsproducten zu vereinigen vermögen, welche die werthvolle Eigenschaft besitzen, ungeheizte Wolle in saurem Bade sehr gut mit violetten bis blauen (durch Nachchromen in Grünblau bis Blaugrün übergehenden) Tönen von grofser Lebhaftigkeit anzufärben, während die nicht mit Phenolen combinirten Ausgangsmaterialien unter gleichen Umständen nur braunrothe bis bordeauxrothe Nuancen liefern.
Diese Condensation mit den Phenolen vermag in verschiedenartiger Weise zu erfolgen und gelingt besonders leicht, wenn man die wasserlöslichen Farbstoffe in Form ihrer Schwefelsäure- oder Borsäure-Ester zur Anwendung bringt. Man kann daher sehr vortheilhaft in der Art verfahren, dafs man in die direct erhaltene Reactionsmischung, wie sie z. B. nach den Angaben der Patentschrift Nr. 87729 durch Erhitzen von Dinitroanthrachinon mit rauchender Schwefelsäure unter Zugabe τοπ Reductionsmitteln dargestellt wird, nach dem Abkühlen das betreffende Phenol einträgt und noch mehrere Stunden auf 60 bis 80° erhitzt.
Beispiel:
Wie im Beispiel 5 der Patentschrift Nr. 8772g werden z. B. 10 kg 1 · 4'-Di-o-nitroanthrachinon mit 50 bis 100 kg Schwefelsäure von 12 bezw. 40 pCt. freiem Anhydrid und 1,5 kg fein gepulvertem Schwefel mehrere Stunden auf 100 bis 1300C. erhitzt; nach Eintritt der vollständigen Wasserlöslichkeit wird die Schmelze abgekühlt
und bei gewöhnlicher Temperatur werden in dieselbe 8 kg Gallussäure unter stetem Umrühren eingetragen. Das Gemisch wird hierauf gelinde erwärmt (50 bis 60° C), wobei die Schmelze eine braune Farbe annimmt. Nach ca. 5 bis 6 Stunden ist die Reaction beendigt, die Schmelze wird wiederum abgekühlt, in Eiswasser gegossen und der leicht lösliche Farbstoff durch Kochsalz abgeschieden; derselbe bildet in trockenem Zustand ein schwarzes, in Wasser leicht lösliches Pulver (weitere Eigenschaften siehe Tabelle).
An Stelle der Gallussäure können die verschiedensten Phenole bezw. Oxycarbonsäuren oder Derivate solcher Verwendung finden.
In der folgenden Tabelle sind für einige dieser Condensationsproducte die Eigenschaften aufgeführt.
Lf. Gallussäure
Pyrogallol
Resorcin
Phenol
a-Naphtol
ß-Naphtol
Dioxynaphtalin
ßlß*
0-Naphtolsulfo-
säure Schärfer
a)
b)
a)
b)
a)
U)
bl
a)
U)
bl
a)
b)
Lösung
in
Wasser
Natrium
carbonat
Natronlauge 66° B.
Schwefel
säure
Färbung auf: nach-
gechromt
Nr. blauviolett
blau
blauviolett
blau
blau
blau
violett
blau
blau
blau
violett
violettblau
violett
blau
blauviolett
blau
blau
blau
blau
grünl. blau
grünblau
reinblau
blau
blau
blau '
blau
grünblau
mit grüner
Fluorescenz
blau
blau
blau
blau
blau
blaugrün
grün
schmutzig
blaugrün
grünblau
blaugrün
reinblau
grünblau
reinblau
reinblau
grünl. blau
blaugrün
mit grüner
Fluorescenz
grünblau
blaugrün
grünblau
grünblau
grünblau
rothbraun
olivegrün
schmutzig
olive
olivegrün
schmutzig
olive
olivegrün
gelbbraun
olivegrün
schmutzig
olive
olivegrün
braungelb
olivegrün
olive
olivegrün
braun
olivegrün
ungeheizte
Wolle
blaugrün
grün
grünblau
grün
grünblau
blaugrün
grünl. blau
grünblau
grünblau
grün
grünblau
grünblau
grünl. blau
blaugrün
grünl. blau
blaugrün.
I
2
3
4
5
6
7
8
violett
blauviolett
blauviolett
blauviolett
violett
bläul. violett
rothviolett
blau
violett
blau
violett
violettblau
violett
violettblau
röthl. violett
violettblau
NB. Unter a) sind jeweils die Farbstoffe aufgeführt, welche bei Anwendung einer niedrig procentigen rauchenden Schwefelsäure (ca. 12 pCt. freies Anhydrid) erhalten werden; unter b) diejenigen, welche bei Verwendung von höher (ca. 40 pCt.) procentigem Anhydrid entstehen.
Die Darstellungsweise ist für alle diese Farbstoffe, wie schon oben angedeutet wurde, im wesentlichen dieselbe; doch können Temperatur und Mengenverhältnisse der angewendeten Phenole, Anhydridgehalt der Säure etc. in ziemlich weiten Grenzen variirt werden, ohne den Charakter der Farbstoffe wesentlich zu beeinflussen; ebenso kann an Stelle des reinen ι ■ 4'-Di-ο-nitroanthrachinone auch rohes Dinitroanthrachinon genommen werden, wie es z. B. entsteht durch Nitriren von Anthrachinon.
Das beschriebene Verfahren sowohl, wie der durch dasselbe erzielte technische Effect sind vollständig verschieden von demjenigen des Patentes Nr. 70234. Im Verfahren des letzteren dienen als Ausgangsmaterialien »Anthradichinone« genannte Farbstoffe, welche zu wasserunlöslichen oder schwerlöslichen Beizenfarbstoffen führen.
Das vorliegende Verfahren dagegen benutzt als Ausgangsmaterial Dinitroanthrachinon bezw. die aus demselben durch die Einwirkung von Oleum mit oder ohne Reductionsmittel intermediär entstehenden Ester wasserlöslicher Farbstoffsulfosäuren und liefert als Endproduct leicht in Wasser lösliche Farbstoffe, welche sowohl Beizenfarbstoffe als auch saure Wollfarbstoffe von ausgezeichneten Färbeeigenschaften und lebhaften Nuancen sind.

Claims (1)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Verfahren zur Darstellung violetter bis blauer wasserlöslicher Farbstoffe, darin. bestehend,
    dafs man die wasserlöslichen blauen Beizenfarbstoffe, wie sie nach dem Verfahren der Patente Nr. 87729 und Nr. 6526 entstehen, bezw. die darin enthaltenen Polyoxyanthrachinonsulfosäuren, zweckmäfsig in Form ihrer Ester, mit Phenolen, Phenolcarbonsäuren oder Derivaten derselben condensirt.
    Die Ausführungsform des durch Anspruch 1 gekennzeichneten Verfahrens unter Verwendung folgender Phenole bezw. Phenolcarbonsäuren bezw. deren Derivate: Gallussäure, Pyrogallol, Resorcin, Phenol, a-Naphtol, ß-Naphtol, ßx ß4-Dioxynaphtalin, ß-Naphtolsulfosäure Schäffer.
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