DE67102C - Verfahren zur Darstellung blauer beizenfärbender Farbstoffe aus Dinitroanthrachinon - Google Patents

Verfahren zur Darstellung blauer beizenfärbender Farbstoffe aus Dinitroanthrachinon

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DE67102C
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    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B1/00Dyes with anthracene nucleus not condensed with any other ring

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Nach den Angaben der, Patente No. 46654 und 47252 erleiden Farbstoffe der Alizaringruppe unter dem Einflufs von hochprocentiger rauchender Schwefelsäure, wie auch von Schwefelsäuremonohydrat und gewöhnlicher Schwefelsäure höchst bemerkenswerthe Umwandlungen in andere Farbstoffe. So wird z. B. das Alizarinblaugrün durch Erhitzen mit Schwefelsäure von 66° B. bezw. Monohydrat in Alizaringrün übergeführt, und in analoger Weise wird letzteres durch Erhitzen mit concentrirter Schwefelsäure in Alizarinindigblau umgewandelt.
In ähnlicher Weise liefern einige der nach dem Patent No. 6526 (von der österreichischen Alizarinfabriksgesellschaft Przibram & Co. im Februar 1878 genommen) aus Nitroanthrachinonen etc. darstellbaren Farbstoffe bei entsprechender Behandlung andere Farbstoffe von blauer bis grünblauer Nuance und höchst werthvollen Eigenschaften. Dieselben werden als »Anthracenblau« bezeichnet.
Die nach diesem Patent aus Mono- und Binitroanthrachinon durch Einwirkung von rauchender Schwefelsäure entstehenden wasserlöslichen Farbstoffe sind an sich technisch werthlos (vergl. Friedländer, Fortschritte der Theerfarbenfabrikation I., S. 311, Anm.) und das Patent ist schon im December 1879 erloschen. So färbt z. B. der Farbstoff aus (1 -4')-Di-o-nitroanthrachinon chromgebeizte Wolle nur schwach mit graublauer Farbe und sehr ungleichmäfsig an und ist daher technisch nicht zu verwenden. Wird derselbe indefs nach dem obengenannten Verfahren der beiden Patente No. 46654 und 47252 mit gewöhnlicher concentrirter Schwefelsäure auf etwa 1300 C. erhitzt, so verwandelt er sich in einen in Wasser unlöslichen Farbstoff, welcher chromgebeizte Wolle in rein blauen indigoähnlichen und äufserst echten Nuancen anfärbt.
Die Darstellung dieser Farbstoffe wird an folgenden Beispielen erläutert:
a) Man erhitzt zunächst 10 kg reines (1 ■ 4')-Di - ο - nitroanthrachinon (H. Römer, Ber. Bd. XVI, S. 363) mit 50 bis 100 kg Schwefelsäure von 4OpCt. Gehalt an freiem Anhydrid auf 100 bis 130 ° C. während 3 Stunden und scheidet den entstandenen Farbstoff durch Eingiefsen in Wasser und Zusatz von Kochsalz ab. Derselbe bildet nach dem Trocknen ein schwarzes, metallglänzendes Pulver, welches sich in Wasser mit schmutzig rother, in Natriumcarbonat mit schmutzig blauvioletter, in Natronlauge mit schmutzig grünblauer Farbe löst. Man trägt den trockenen Farbstoff alsdann in die zehnfache Gewichtsmenge Schwefelsäure von 66° B. ein und erhitzt auf 1300 C. während 5 Stunden bezw. so lange, bis das entstandene Product in Wasser unlöslich geworden ist. Man giefst alsdann die Schmelze in Wasser, filtrirt und wäscht den Niederschlag mit warmem Wasser aus.
Der so erhaltene Farbstoff kann entweder direct in Pastenform oder nach Ueberführung in ein Alkalisalz zum Färben und Drucken verwendet werden. Derselbe bildet in trockener Form ein dunkles metallglänzendes Pulver, welches sich in Alkohol und in Eisessig mit rother Farbe und gelber Fluorescenz, in Natronlauge mit blauer, desgleichen in Schwefelsäure von 66° B. mit violettblauer Farbe und starker braunrother Fluorescenz löst. Aus Eisessig
kann derselbe in Nadeln krystallisirt erhalten werden, welche stickstoff- und schwefelfrei sind. In erwärmtem Anilin löst er sich mit schön himbeerrother Farbe auf.
b) Vereinigt man die unter a) beschriebene Darstellung des Przibram'schen Farbstoffes mit der darauf folgenden Ueberführung in das neue Product zu einer zusammenhängenden Operation, in ähnlicher Weise, wie dies im Patent No. 46654, Abschn.V, für die Darstellung des Alizaringrüns beschrieben ist, so resultirt ein dem vorigen sehr ähnlicher Farbstoff. In diesem Falle wird die aus 10 kg (1 ■ 4')-Dio-nitroanthrachinon und 50 bis 100 kg rauchender Schwefelsäure nach a) erhaltene Schmelze nicht in Wasser gegossen, sondern mit 100 kg Schwefelsäure von 66° B. verdünnt, das Gemisch bis zum Eintritt der Unlöslichkeit in Wasser auf 1300 C. erhitzt und dann wie oben verarbeitet.
Der so erhaltene Farbstoff ist von etwas grünerer Nuance, als der nach a) dargestellte, da ihm zum Theil der unter c) zu beschreibende Farbstoff beigemengt ist. Demgemäfs entsprechen seine Reactionen etwa denjenigen einer Mischung dieser beiden Körper.
c) Das letztgenannte grünere Product erhält man am zweckmäfsigsten durch eine Modification des Beispiels des Patentes No. 6526, indem man das (1 · 4')-Di-o-nitroanthrachinon mit einer minder stark rauchenden Säure bei entsprechend erhöhter Temperatur behandelt. Zur Darstellung desselben verfährt man z. B. wie folgt:
10 kg (1 · 4/)-Di-o-nitroanthrachinon werden in 100 kg Schwefelsäure von etwa 12 pCt. Gehalt an freiem Anhydrid, welche auf etwa 1300 C. erwärmt sind, allmälig unter stetem Rühren eingetragen, und die Mischung dann 2 V2 bis 3 Stunden lang auf etwa i6o° G. erhizt; die Schmelze wird alsdann mit 200 kg Schwefelsäure von 66° B. verdünnt und noch weitere 2 Stunden bezw. so lange bei einer Temperatur von 1300 C. gehalten, bis das intermediär entstandene, in Wasser mit schmutzig bläuvioletter Farbe lösliche Product in einen in Wasser fast unlöslichen Farbstoff verwandelt ist. Man giefst alsdann die Masse in Wasser, fütrirt den ausgeschiedenen Niederschlag ab und wäscht mit kaltem Wasser nach.
Zur weiteren Reinigung kann man denselben in Natriumacetat oder anderen schwach alkalisch reagirenden Salzen auflösen und durch Säurezusatz wiederum ausfällen. In trockener Form bildet der so erhaltene Farbstoff ein dunkles, beim Reiben Metallglanz annehmendes Pulver, welches sich in heifsem Wasser sehr wenig mit schwach violetter Farbe löst. In Alkohol ist es mit blauer, in concentrirter Schwefelsäure mit rothbrauner, in Anilin schon in der Kälte mit tiefblauer Farbe löslich, in kaltem Eisessig, Aether und Benzol hingegen fast unlöslich. Natriumacetat löst mit blauer Farbe, desgleichen Alkalien und Alkalicarbonate.
Der Farbstoff enthält, im Gegensatz zu dem unter a) beschriebenen, Stickstoff und Schwefel. Man verwendet ihn direct als Paste oder in Form des Alkalisalzes. Gechromte Wolle wird in schön grünblauen Tönen von aufserordentlicher Reinheit und Echtheit angefärbt.
Die oben angegebenen Versuchsbedingungen gestatten mannigfache Variationen in Bezug auf die Concentration und Menge der angewendeten Säure und den Grad und die Dauer des Erhitzens, wobei in der Regel Mischungen der obigen Farbstoffe resultiren.
Zur Darstellung der beschriebenen Farbstoffe ist es nicht erforderlich, das (i-4')-Di-onitroanthrachinon in reiner Form darzustellen, vielmehr kann statt desselben auch das rohe Dinitroanthrachinon verwendet werden, wie man es durch Nitriren von Anthrachinon z. B. mittelst Salpeterschwefelsäure erhält.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Darstellung blauer beizenfärbender Farbstoffe aus (1 · 4')-Di-o-nitroanthrachinon bezw. aus rohem, durch Nitrirerf des Anthrachinons dargestellten Dinitroanthrachinon, darin bestehend, dafs der daraus nach Patent No. 6526 mittelst Schwefelsäure von 40 pCt. Gehalt an freiem Anhydrid gewonnene wasserlösliche Farbstoff, nach vorheriger Isolirung oder direct in der Mischung, mit concentrirter Schwefelsäure auf etwa 1300 C. bis zum Unlöslichwerden in Wasser erhitzt wird.
2. Verfahren zur Darstellung eines grünblauen beizenfärbenden Farbstoffes aus (1 ■· 4'J-Dio-nitroanthrachinon bezw. aus rohem, durch Nitriren des Anthrachinons gewonnenen Dinitroanthrachinon, darin bestehend, dafs der daraus nach Patent No. 6526 unter Anwendung einer schwächer rauchenden Schwefelsäure bei höherer Temperatur erhaltene wasserlösliche Farbstoff mit concentrirter Schwefelsäure auf etwa 1300 C. erhitzt wird, bis derselbe in Wasser unlöslich geworden ist.
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