DE89435C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C09—DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- C09J—ADHESIVES; NON-MECHANICAL ASPECTS OF ADHESIVE PROCESSES IN GENERAL; ADHESIVE PROCESSES NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE; USE OF MATERIALS AS ADHESIVES
- C09J105/00—Adhesives based on polysaccharides or on their derivatives, not provided for in groups C09J101/00 or C09J103/00
- C09J105/14—Hemicellulose; Derivatives thereof
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
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Description
KAISERLICHES
PATENTAM
Wenn die Johannisbrodkerne mit Wasser gekocht werden, so wird der Klebstoff sehr
verschlechtert, da er klumpig wird und Fasertheile enthält, und da, wenn die Schalen bei
dem Kochen gegenwärtig sind, ein Farbstoff aus ihnen herausgezogen wird, der den Klebstoff
verdirbt, während andererseits der Klebstoff bei einer Behandlung unter 710C. nicht
genügend für praktische Zwecke aus den Kernen gelöst wird. Es kann vielmehr erst bei einer
Temperatur zwischen 71 und 82° C. ein wirklicher Erfolg erreicht werden. . Aufserdem hat
sich bei der Ausführung des früheren Verfahrens nach Patentschrift Nr. 60251 herausgestellt,
dafs die Producte deshalb nicht marktgängig waren; weil bei der Verarbeitung der
Rohstoffe mit der Schale die schädliche Wirkung der aus denselben ausgezogenen, färbenden
Substanz nicht beseitigt werden konnte, und dafs, falls entschälte Kerne verarbeitet
wurden, keine wirksame Vorrichtung hergestellt werden konnte, um die Schalen zu entfernen,
ohne zugleich einen grofsen Theil der Cotyledonenblätter, welche den Klebstoff enthalten,
zu opfern.
Um die genannten Uebelstände zu vermeiden und einen Klebstoff zu gewinnen, der sich lange
Zeit unzersetzt hält, werden die Kerne von jeder kleinsten Spur von regelmäfsig vorhandenen
zuckerartigen Stoffen freigewaschen, gespalten und aufserdem die Cotyledonen von dem
zwischen ihnen liegenden Keime befreit.
Beispiel: ·
50 kg der wie oben geschildert vorbehandelten Kerne werden mit 800 1 kochendem Wasser
in ein mit Dampfhemd versehenes, innen mit Blei, Aluminium oder Silber ausgekleidetes Gefäfs
gebracht und umgerührt; andere Metalle werden leicht von der Masse angegriffen. Das.
Wasser kühlt sich bald ab, und während der' kurzen Anfangsbehandlung hat die höhere Temperatur
noch nicht die oben geschilderte schädliche Wirkung. Das Rührwerk ist auch zweck mäfsig
mit Aluminium oder hartem Holz zu bekleiden. Nach zwei oder drei Minuten Umrührens
läfst man das Ganze ungefähr eine halbe Stunde oder ein wenig länger, je nach
Qualität, Alter und Frische der Kerne, stehen; dann wird die Masse wieder einige Minuten
gerührt und dieses Rühren wird mit Unterbrechungen während 2Y2 bis 3 Stunden fortgesetzt,
wobei die Temperatur immer zwischen 71 und 820 C. erhalten wird. Die Zeit wechselt
mit der verschiedenen Qualität der Kerne und deshalb kann die genaue Arbeitszeit in jedem
Falle nur durch Probiren gefunden werden. Zweckmäfsig wird, um Verdampfung und Abkühlung
zu hindern, das Gefäfs möglichst bedeckt gehalten.
Die über den Kernen stehende Lösung bezw. der Brei wird darauf in einen Behälter unterhalb
des Kochgefäfses abgelassen, wo sie von Aluminium- oder Hartholzschlägern kräftig gepeitscht
wird, um von da in eine Centrifuge abzulaufen, deren Trommel mit Aluminiumdrahtgaze
oder feiner Seide bezogen ist. Auf diese Weise wird ein Klebstoff von dickbreiiger
Consistenz von den zurückbleibenden Kerntheilen getrennt und in ein anderes Gefäfs mit Holzschlägern
abgelassen. Die Reste der Kerne werden wieder in das erste Gefäfs zurückgeführt,
wek-hes oben beschrieben ist. Dann werden nochmals 400 bis 600 1 kochenden Wassers
'.zugegjisie^ vorzugsweise zuerst nur 400 1, die
schnell "-wieder auf 820 herabsinken, und dann
"cfäiPzus'ätzliche Wasser nach und nach zugefullt.
Diese Masse wird dann mit unterbrochener Umrührung wie oben 3 Stunden in "',einer
Temperatur, von 71 bis 820 behandelt, dann
wieder centrifugirt und der erhaltene Klebstoff zu dem erst .erhaltenen zugefügt oder' auch
abgesondert aufbewahrt. . .,
' Zu dem wie beschrieben erhaltenen Klebstoff
wird ungefähr ein Theil Carbolsäure auf tausend Theile Klebstoff zugefügt oder eine andere
antiseptische Säure in äquivalenter Menge verwendet. Die Säure wird durch nochmalige
Behandlung mit hölzernen Schlägern gleichförmig in der Masse vertheilt. Diese wird dann
durch feine, Seide laufen gelassen, um auch
die kleinsten Schnitzelchen der Kernhaut, welche durch die Centrifugen gegangen sein könnten,-abzusieben,
und kann dann eventuell wie folgt behandelt werden:
Sie wird in ein mit Dampfhemd versehenes Mischgefäfs übergeführt, welches mit Zinn,
Blei, Aluminium oder Silber ausgekleidet und mit Mischern aus Aluminium versehen ist.
Hier werden ungefähr 5 Gewichtsprocente des feinsten Mehls, vorzugsweise Weizenmehl, zu
dem Klebstoff zugefügt, nachdem das Mehl vorher mit einer kleinen Quantität des Klebstoffes
zu dicker Breiconsistenz angemacht worden ist. Das Ganze wird nun fortwährend umgerührt und gleichzeitig nicht über 82° erhitzt.
Nachdem dies 20 bis 25 Minuten fortgesetzt ist und die Temperatur vielleicht ein
bischen gesunken, wird von der besten Handelssalzsäure i°/00 oder etwas mehr zugefügt und
durch fortgesetzte schnelle Bewegung des Rühr- und Mischwerkes gleichmäfsig in der Masse
vertheilt. Dabei wird ein Theil der Salzsäure verdampfen, und wenn die Dämpfe störend
sein sollten, können sie weggeleitet oder durch Kalk, Wasser oder sonstwie gebunden werden.
Die noch heifse Masse wird aus dem Mischgefäfs in Fässer unter demselben abgelassen
und nimmt in diesen die Form einer festen Paste an, die ungefähr 95 pCt. einer
wässerigen Lösung des Klebstoffs und 5 pCi. Mehl enthält. Diese Schlichte hält sich nach
den Erfahrungen lange Zeit, ohne Schimmel oder irgend welche Pilzbildungen hervorzurufen
oder sich zu zersetzen.
Für manche Zwecke ist es dabei besser, 10 oder selbst 12 pCt. Mehl statt der 5 pCt.
anzuwenden, namentlich, wenn eine starke Beschwerung der Waare nothwendig ist. Wenn
verschiedenartige Substanzen, wie Seifenstein, Speckstein, Gips oder Magnesia, wie bisher,
d. h. erstere zur Appretirung, letztere zur Beschwerung verwendet werden, ist es wünschenswerth,
diese Mittel durch gründliche Verkochung mit dem Klebstoff und Mehl zu vereinigen.
Das Product wird hauptsächlich für schwere Schlichtarbeiten von Baumwollgarnen und
anderen Webgarnen verwendet. Die entstehende Mischung von Klebstoff und Mehl wird de
Stelle des Talgs in einem grofsen Umfange I si der Stärkung von Geweben einnehmen ui d
kann in dieser Hinsicht Tragant ersetzen. Der Klebstoff' mit oder ohne Beschwerungsmittal
ist auch für Papierleimungen werthvoll.
Jedes der genannten Producte kann, wenn wünschenswerth, durch sorgfältige Verdampfung
eingetrocknet werden. Die festen Rückstände des Verfahrens sind für Fütterungszwecke verwendbar.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche.·ι. Ein Verfahren zur Gewinnung eines Klebstoffes aus Johannisbrodkernen, ,gekennzeichnet durch die Auslaugung der nicht enthülsten Kerne mit Wasser zwischen 71 und 820, zu dem Zwecke, ein ungefärbtes, filtrirfähiges und haltbares Product zu erhalten.
- 2. Der Zusatz von Salzsäure und Mehl zu der nach Anspruch 1 hergestellten angesäuerten Masse, zu dem Zwecke, ein homogenes haltbares Klebemittel darzustellen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE89435C true DE89435C (de) |
Family
ID=361250
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT89435D Active DE89435C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE89435C (de) |
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- DE DENDAT89435D patent/DE89435C/de active Active
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