DE85582A - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 51: Musikalische Instrumente.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 20. April 1894 ab.
Ungeachtet der von den Orgelbauern in den Mitteln zur Erzeugung einer automatischen
Musik erzielten Fortschritte sind die bislang gemachten Versuche, eine mechanische Begleitung
der Choräle und sonstiger Kirchengesänge unter Berücksichtigung des Tactes zu
ermöglichen, ohne jedes praktische Ergebnifs geblieben.
Vorliegende'Erfindung betrifft eine Vorrichtung,
welche,, der Klaviatur der Orgel oder des Harmoniums „angepafst, jeden Kirchensänger
befähigt, ohne: irgend welche Vorübung den Organisten zu ersetzen, da die den Noten des
Chorals entsprechenden Accorde durch Niederdrücken eines an der Vorderseite des Apparates
befindlichen Hebels oder Handgriffs, dem Tacte folgend, angeschlagen werden und die Begleitung
wie durch Orgelspiel erfolgt.
Fig. ι ist ein Querschnitt eines Theiles des Gehäuses und zeigt das Triebwerk für die
durchlochten Notenschablonen. Fig. 2 ist eine Oberansicht der Vorrichtung und zeigt die
in Bewegung begriffene durchlochte Notenschablone im Obertheile des Apparates. Fig. 2 a
ist ein Längenschnitt durch die durchlochten Schablonen und zeigt die Vorkehrung, welche
eine Aufeinanderfolge der Schablonen ohne Unterbrechung ermöglicht. Fig. 3 ist ein
Querschnitt. Fig. 4 ist ein Lä'ngenschnitt. Fig. 5 ist eine Oberansicht einer abweichenden
Anordnung des beweglichen, mittelst, des von aufsen gehandhabten Handgriffes niedergedrückten
Rahmens. Fig. 6 zeigt die Vorrichtung, welche man anwenden kann, sofern man
den Apparat nicht unmittelbar auf den Orgeltasten, sondern vor denselben anzubringen
wünscht. Fig. 7 ist eine Vorderansieht der auf dem Tastenbrett der Orgel gedachten Vorrichtung.
Fig. 8 ist eine Oberansicht und zeigt die Tasten der Vorrichtung. Fig. 9 ist ein
Längenschnitt der Vorrichtung und stellt die einem der Hebel der Vorrichtung entsprechenden
Organe dar. Fig. 10 und 11 beziehen sich auf die Vorkehrungen zur Erzeugung von
kurzen und getragenen Noten.
Die Vorrichtung wirkt mittelst durchlochter Schablonen, auf denen Worte und Zeichen,
welch letztere den Werth der den einzelnen Silben entsprechenden Noten anzeigen, vermerkt
sind. In Fig. 2 sieht man diese Zeichen unmittelbar unter den Worten angeordnet. In
dem Mafse, wie die Schablone vorwärts rückt, kommen diese Zeichen, eins nach dem anderen,
vor eine Spitze 1 (Fig. 2) zu liegen; der Spieler vermag mithin, lediglich durch Ablesen
dieses Zeichens, sich zu vergewissern, wie schnell er den Triebhebel zu handhaben hat,
und kann somit der auf der Orgel angeschlagenen Note ihre genaue Tonlänge geben. .
Um den Begleiter zu befähigen, ohne Vorübung die Musikstücke richtig vorzutragen, ist
die Vorrichtung derart eingerichtet worden, dafs das Intervall zwischen zwei Accorden, die
getragenen und abgestofsenen Noten und sogar die Tactpausen selbstthätig und ebenso vollendet
und regelmäfsig erzeugt werden, wie von einem die Tasten anschlagenden Organisten.
Der Handgriff A (Fig. 1, 4, 5, 7 und 9), welcher an der Vorderseite des Gehäuses hervorragt,
bildet einen Bestandtheil des Triebhebels oder vielmehr des Triebrahmens B (Fig. 1,
4, 5, 7> 9 und I0)·
Die beiden Stäbe B des Rahmens sind an ihrem beweglichen Ende mittelst eines Querstabes
b (Fig. 5,4 und 9) verbunden, "welcher, wie weiter unten erläutert wird, den Mechanismus
in Bewegung setzt. Die beiden Stäbe B sind andererseits, an ihrem entgegengesetzten
Ende, durch eine eiserne Stange c (Fig. 1) verbunden, mittelst welcher sie sich in den beiden
Lagern C drehen. Man kann auch, wie in Fig. 5 dargestellt, die beiden Stäbe hinten mit
einem Gegengewicht 2 versehen, welches den Rahmen in seine ursprüngliche Lage zurückführt,
sobald die Hand nicht mehr den Grifft andrückt.
In nachstehender Beschreibung ist die in Fig. i, 3 und 4 dargestellte Vorrichtung angewendet
gedacht.
Der Rahmen wird durch eine Feder D (Fig. 4), die mit ihrem Haken E einen am
Rahmen hervorstehenden Zapfen e des dem Handgriff A gegenüberliegenden Stabes -B des
Rahmens erfafst, für gewöhnlich in der gehobenen Lage gehalten. An der Innenseite desselben
Rahmenstabes B befindet sich unfern der Drehungsachse c ein das Fortrücken der
Schablonen bewirkender Arm F (Fig. 1), dessen Drehpunkt sich in 3 am Rahmenstabe B
befindet. Eine gegen den Zapfen H des Rahmenstabes B aufliegende Feder G (Fig. 1)
drückt den Arm F beständig gegen die Innenseite des Obertheils des Gehäuses. Das bewegliche,
winklig aufgebogene Ende dieses Armes läuft in einer schlitzförmigen Führung, welche
jedes Schwingen verhindert. Nach der Mitte einer nach abwärts gerichteten Verlängerung I
(Fig. 1) zu ist ein Winkelhebel 5 gelagert, dessen nach oben gerichteter, mit drei Zähnen
ausgestatteter Arm in drei von den in gleichen Abständen von einander in einer Reihe angeordneten
Löchern 6' der Schablone (Fig. 2) eingreift. Eine unter dem Rahmenstabe B
vorspringende und auf diesem verschraubte Schlagfeder K (Fig. 1) drückt gegen den anderen
Arm J des Winkelhebels, so dafs dieser die Schablone jedesmal ein Loch weiter schiebt,
wenn der Hebelarm J nach oben geht. Wenn man den Handgriff A niederdrückt und sich
der Rahmen B mit diesem nach unten bewegt, bleibt der Arm F unbeweglich, bis der Rahmenstab
in seiner Abwärtsbewegung gegen den Vorsprung L der schenkeiförmigen Verlängerung
/ stöfst und diese mitzieht, wie in Fig. 1 in punktirten Linien veranschaulicht. Diese
Mitnahme der Verlängerung / bewirkt eine Abwärtsbewegung des mit der Verlängerung /
ein zusammenhängendes Ganzes bildenden Armes F\ der Winkelhebel 5 senkt sich gleichzeitig
mit der Verlängerung 2, und dessen drei Zähne ziehen sich unter die Löcher 6' der
Schablone zurück. In demselben Augenblicke jedoch wird der dreizähnige Arm des Winkelhebels
von der Feder M (Fig. 1) derart von links nach rechts verschoben, dafs, sobald der
aufsteigende Handgriff den Arm F freigiebt und dem Drucke seiner Feder G aussetzt, der gleichzeitig
nach oben gehende dreizähnige Hebelarm nicht in dieselben Schablonenlöcher zurückkehrt,
sondern in die rechts davon gelegenen Löcher eingreift und die Schablone von rechts nach
links verschiebt, bis der nach oben gerichtete Arm des Winkelhebels 5 gegen die durch den
Schlitz N (Fig. 1) gebildete Hemmung aufstöfst. Die Schablonen rücken mithin nach jeweiligem
Niederdrücken des Handgriffes A vorwärts.
Die einen Accord bildenden Notenlöcher (es sind dies die Löcher, welche sich in Fig. 2
unterhalb der mit 6' bezeichneten Löcher befinden) kommen auf die Nasen 6 (Fig. 4) der,
wie wir weiter unten sehen werden, unter Federdruck gehaltenen Tasten einer kleinen
metallischen Klaviatur zu liegen. Das Eingreifen dieser Tastennasen in die Notenlöcher
bedingt, wie aus Nachstehendem erhellt, die Uebertragung der Bewegung des Rahmens B
auf die entsprechenden Tasten der Orgel, wohingegen die von der nicht durchlochten
Schablone zurückgehaltenen Tastennasen 6. jede Wirkung des Rahmens B auf die entsprechenden.
Orgeltasten verhindern.
Am unteren Ende jeder der oben, mit einer Nase 6 ausgestatteten Tasten 7 (Fig. 4) ist eine
Stange O angelenkt, welche die Bewegung des Triebrahmens auf die Orgeltasten überträgt
(s. Fig. 4 und 9). Jede Metalltaste 7 ist ferner mit einer Feder q versehen, welche sie oder
vielmehr ihre Nase in die Notenlöcher drängt. Wenn eins dieser Löcher über eine Nase 6 zu
liegen kommt, verschiebt sich_ die entsprechende Taste 7 um ihren Drehpunkt 8 und rückt ihre
Stange O nach links vor, wo ihr vorstehendes Ende von dem Querstabe b des Rahmens B
niedergedrückt wird, sobald man einen Druck auf den Handgriff A ausübt. Fig. 9, welche
eine Taste im Einzelnen darstellt, veranschaulicht deutlicher als Fig. 4 den oben angedeuteten
Vorgang. ;
Die Einrichtung zum Uebertragen der Bewegung auf die Tasten der Klaviatur der Orgel
oder des Harmoniums ist in nachstehend beschriebener Weise getroffen.
Die Enden der Stangen O gleiten in den durch die Stäbe eines Gitters R (Fig. 3, 4 und 9)
gebildeten Zwischenräumen. Dieselben haben eine hinreichende Höhe, um dem Niedergehen
der Stangen einen der Abwärtsbewegung der Orgeltasten entsprechenden Spielraum zu
lassen. In denselben Zwischenräumen des Gitters bewegen sich die hakenförmig umgebogenen
Enden s zweier Reihen Hebel S, bestehend aus Metallstreifen von gleicher Stärke
wie die Stangen O. Wie aus Fig. 4 und 9 ersichtlich, lehnen die Hakenenden s der
Hebel 5 gegen die Stangen O. Ein Theil der
Hebel 5 bewegt sich um eine in Einschnitten des Theiles U (Fig. 3) gelagerte Achse 9,
während sich die Drehungsachse der übrigen Hebel S auf der gegenüberliegenden linken
Seite des Apparates in gleicher Weise angeordnet befindet.
Um diese Anordnung verständlicher zu machen, sei angenommen, dafs der erste, vordere
Hebel S des Apparates, wie in Fig. 4 dargestellt, seinen Drehpunkt in 9 (Fig. 9) in dem
mit Einschnitten versehenen Theile U habe und von rechts nach links (Fig. 4) gerichtet
sei; der zweite im entgegengesetzten Sinne von links nach rechts gerichtete Hebel bewegt sich
alsdann um eine am linken Ende des Gestelles T gleichfalls in Einschnitten eines ebensolchen
Theiles U angebrachten Achse. Der dritte Hebel und ebenso alle anderen ungeraden
Hebel haben ihren Drehpunkt auf derselben Achse wie der erste, während die Drehungsachse
aller Hebel, die einer geraden Zahl entsprechen, sich auf der linken Seite der Vorrichtung
(Fig. 4) befindet.
Jeder Hebel S trägt einen nach unten gerichteten
Vorsprung oder Drücker 10. Mittelst dieser Drücker wirken die Hebel S auf eine
zweite Reihe hölzerner Hebel V (Fig. 3 und 6).
Die Drücker 10 sind auf ihren entsprechenden Hebeln in verschiedener Entfernung vom
Drehpunkte g der Hebel S angeordnet, dergestalt, dafs in der Gesammtreihe der Hebel die
Drücker, einer neben dem anderen, um den Abstand der Hebel V in schräger Richtung
zurücktreten.
Die zuletzt erwähnten Hebel V, welche den Orgeltasten entsprechen, sind wie diese angeordnet
und kreuzen sich infolge dessen mit den Metallhebeln S. Wie aus Fig. 3 ersichtlich,
bewegen sich die hölzernen Hebel V in Einschnitten der Rückwand des über der Klaviatur
der Orgel angeordneten Gestelles. Vier an den Ecken dieses Gestelles angebrachte Schrauben Y
(Fig. 8) gestatten, die Erhebung der Vorrichtung über der Klaviatur der Orgel nach Belieben
zu regeln. Die in Fig. 3 links befindliche Vorderseite des Apparates ist mit einem
rechteckigen, zur Aufnahme der hölzernen Hebelarme V dienenden Ausschnitte versehen.
Dieser rechteckige Ausschnitt ist durch eine Reihe paralleler Messingstäbe Z (Fig. 3) in
schlitzförmige Oeffhungen geschieden, in welchen die Enden der Hebelarme V zwischen den
als Führung dienenden, den Schlitz bildenden Messingstäben liegen.
Die Einrichtung, welche es ermöglicht, nach Belieben .getragene oder kurz abgestofsene
Töne zu erzeugen, ist folgendermafsen getroffen. Die von den Drückern 10 der Hebel 5
niedergedrückten Hebel V verschieben eine die ganze Breite der Vorrichtung einnehmende
hölzerne Leiste a' (Fig. 3 und 7), welche, wie aus Fig. 7 ersichtlich, durch vier kurze Hängearme 11 an einer drehbaren Schaukelwelle 12
befestigt ist.
Die Leiste a' wird von einer auf eine der Hängearme 11 wirkenden Feder 13 (Fig. 7) beständig
gegen die Hebelenden V gedrückt, so dafs sie, sobald sie von den niedergehenden
Hebeln zurückgedrängt worden ist, unmittelbar in ihre ursprüngliche vordere Lage zurückkehrt
und alsdann die niedergedrückten Hebel F so lange daran hindert, wieder in die Höhe zu
gehen, bis ein oder mehrere von neuem niedergehende Hebel V die Holzleiste a' zurückdrängen
und die vorher abwärts bewegten Hebel dadurch freigeben. Die Anordnung gestattet,
getragene Noten zu erzeugen und dieselben andauern zu lassen, selbst wenn man den Handgriff losläfst. Umgekehrt genügt die
Unterbrechung des von der Leiste a' ausgeübten Druckes, um nach Belieben abgestofsene
oder von Pausen begleitete Noten zu erzeugen,
Was nun die Noten betrifft, welche gewissermafsen ohne Intervall auf einander folgen, ohne
jedoch getragene Noten zu sein, so bildet sich eine erhebliche Schwierigkeit dar. Der Triebhebel
mufs zur Erzeugung der Noten durch seine Abwärts- und Aufwärtsbewegung die
Schablone vorrücken, was einen Zeitabstand zwischen zwei auf einander folgenden Noten
erheischt, der einen richtigen musikalischen Vortrag unmöglich machen würde.
Um nun diesem Uebelstand abzuhelfen und den Abstand zwischen zwei auf einander folgenden
Noten, die weder getragen noch abgestofsen sind, in dem musikalisch gebotenen Mafse zu verkürzen, ist folgende Vorkehrung
getroffen. Auf der Schaukelwelle 12 der hölzernen Leiste a' ist mittelst zweier Halter 14
(Fig. 7) eine drehbare Rolle C befestigt, während auf der Innenseite des Rahmens B
ein Arm d' (Fig. 4, 7, 10 und 11) angebracht
ist, welcher an seinem unteren Ende einen unter Federdruck gehaltenen Sperrkegel e'
trägt.
Dieser Sperrkegel e' wirkt auf die Rolle C, sobald der Triebhebel nach unten geht, und
gleitet an derselben ab, wenn er aufsteigt, wie Fig. 3 veranschaulicht. Beim Niedergehen
des Triebnebels schiebt der Sperrkegel mit der Rolle C die Leiste a' von den Hebelenden V
hinweg, so dafs die niedergedrückten und von der Leiste a' zurückgehaltenen Hebel V aufsteigen
können. Sobald der Sperrkegel e' die Höhe der Achse der Rolle C überschritten
hat, kehrt diese mit der Leiste a'- nach rechts (Fig. 3) zurück, welch letztere die neuerdings
niedergedrückten Hebel zurückhält und am Aufsteigen hindert. Auf diese Weise entsteht
ein kurzes Intervall zwischen den auf einander folgenden Noten oder Accorden.
Nach Beseitigung vorerwähnter Schwierigkeit galt es noch, ein Mittel zu finden, die Pausen
durch Aufserwirkungsetzen der Leiste a' und die getragenen Noten durch Aufserwirkungsetzen
des Sperrkegels e' zu erzeugen. Zu diesem Zwecke bedient man sich der ersten
beiden Metalltasten 7 und ihrer entsprechenden Nasen 6. Die erste Taste oder Nase 6 setzt
die Leiste a' und die zweite, welche die getragenen Noten erzeugt, den Sperrkegel e'
aufser Wirkung. Diese Vorrichtungen sollen nunmehr, jede für sich, in Nachstehendem erläutert
werden. .
i. Pausen (Fig. 3, 4 und 10).
An der inneren Vorderseite des Gehäuses befindet sich eine Messingplatte /, an welcher
ein gebogener Hebel /' angebracht ist, dessen umgebogenes Ende die Messingplatte J umfängt.
Wenn eine Schablonenöffhung über die erste Nase zu liegen kommt, tritt die Nase in
dieselbe und schiebt mittelst der entsprechenden Taste 7 die Stange g' (Fig. 4) bis zu dem
seitlichen Vorsprung Z" des Hebels /' vor, welcher sie aufhält. Während dieser Vorwärtsbewegung
gleitet die Stange g' in einer runden Oeffnung der Platte Γ des Armes d'. Wenn
nun der Triebhebel -B mit dem Arme d' niedergedrückt wird, nimmt infolge dessen
letzterer die durch seine Platte /' hindurchgehende Stange g' in seiner Abwärtsbewegung
mit, so dafs in einem gegebenen Augenblicke die Spitze der Stange g' nicht mehr von dem
Vorsprung /" zurückgehalten wird und sich, während die Nase 6 ihrer Taste 7 gänzlich in
das Schablonenloch eingreift, völlig nach links (Fig. 4) verschiebt, wie in Fig. 10 und in
punktirten Linien in Fig. 4 dargestellt. Der in Fig. 10 von der Seite gesehene Vorsprung /"
des Hebels V bildet ein zusammenhängendes Ganzes mit dem am Hebelende angebrachten
Bleigewicht V".
Wenn der Triebhebel B aufsteigt, stöfst die Spitze der Stange g' gegen den Vorsprung /"
des gebogenen Hebels /' (Fig. 10), dreht denselben und drückt dessen umgebogenes
Ende m' gegen die Rolle C (Fig. 3), wodurch die Leiste a' von den Hebelarmen V zurückgeschoben
wird, letztere frei werden und gleichzeitig mit dem Triebhebel B aufsteigen.
Die Wirkung der Stange g' hört auf, sobald die nicht durchlochte Schablone ihre entsprechende
Nase 6 niederdrückt und der gebogene Hebel /' infolge seines Gegengewichts/'"
in seine ursprüngliche Lage zurückkehrt.
2. Getragene Noten.
Am unteren Ende der einer zweiten Nase 6 entsprechenden Metalltaste 7 (Fig. 11) dreht sich in einem Gelenk eine Zunge h', welche in einem länglichen Ausschnitt der Platte /' des am Triebrahmenstäbe B befestigten Armes d' gleitet. So lange die nicht durchlochte Schablone die zweite Taste oder ihre Nase 6 niederhält, bleibt die Zunge h' in einer gewissen Entfernung von dem Sperrkegelfortsatz 15, sobald aber ein Schablonenloch über die Nase zu liegen kommt, diese unter dem Drucke ihrer Feder 9 einspringt und ihre Taste 7 sich um ihre Achse 8 (Fig. 9) bewegt, stöfst die Zunge h' gegen den Sperrkegelfortsatz. Wenn infolge des Aufsteigens des Triebrahmens B der mit diesem sich gleichfalls aufwärts bewegende Sperrkegel e' beim Anschlagen an die Rolle C abgleitet, so verschiebt sich bei dieser Drehung der Sperrkegelfortsatz vor der Zunge h' und legt dieselbe frei. Die freigegebene Zunge h' rückt vollends vor und hindert nunmehr mittelst des seitlich aufgehaltenen Fortsatzes das Zurückspringen des Sperrkegels nach Verlassen der Rolle C. Beim folgenden Accorde, sofern die Zunge h' in ihrer Stellung verharrt, wirkt der niedergehende Sperrkegel e' nicht mehr auf die Rolle C, und dies bleibt so lange der Fall, bis die nicht durchlochte Schablone durch Niederdrücken der zweiten Nase 6 die Zunge h' zurückzieht. Man erzielt auf diese Weise eine Unterbrechung der Wirkung des Sperrkegels auf die Rolle c' und erzeugt dadurch die getragenen Noten.
Am unteren Ende der einer zweiten Nase 6 entsprechenden Metalltaste 7 (Fig. 11) dreht sich in einem Gelenk eine Zunge h', welche in einem länglichen Ausschnitt der Platte /' des am Triebrahmenstäbe B befestigten Armes d' gleitet. So lange die nicht durchlochte Schablone die zweite Taste oder ihre Nase 6 niederhält, bleibt die Zunge h' in einer gewissen Entfernung von dem Sperrkegelfortsatz 15, sobald aber ein Schablonenloch über die Nase zu liegen kommt, diese unter dem Drucke ihrer Feder 9 einspringt und ihre Taste 7 sich um ihre Achse 8 (Fig. 9) bewegt, stöfst die Zunge h' gegen den Sperrkegelfortsatz. Wenn infolge des Aufsteigens des Triebrahmens B der mit diesem sich gleichfalls aufwärts bewegende Sperrkegel e' beim Anschlagen an die Rolle C abgleitet, so verschiebt sich bei dieser Drehung der Sperrkegelfortsatz vor der Zunge h' und legt dieselbe frei. Die freigegebene Zunge h' rückt vollends vor und hindert nunmehr mittelst des seitlich aufgehaltenen Fortsatzes das Zurückspringen des Sperrkegels nach Verlassen der Rolle C. Beim folgenden Accorde, sofern die Zunge h' in ihrer Stellung verharrt, wirkt der niedergehende Sperrkegel e' nicht mehr auf die Rolle C, und dies bleibt so lange der Fall, bis die nicht durchlochte Schablone durch Niederdrücken der zweiten Nase 6 die Zunge h' zurückzieht. Man erzielt auf diese Weise eine Unterbrechung der Wirkung des Sperrkegels auf die Rolle c' und erzeugt dadurch die getragenen Noten.
Wie zu Beginn dieser Beschreibung angedeutet, werden die Nasen 6 durch durchlochte
Schablonen bewegt. Das Einbringen der Schablone in die Vorrichtung erfolgt nach Aufheben der in Gelenken beweglichen Metallplatte
O' (Fig. 2), welche, während die Vorrichtung sich in Thätigkeit befindet, mittelst
eines Riegels verschlossen gehalten wird, durch Eingreifen der Zacken des Winkelhebels in
die ersten drei Zuführungslöcher der Schablone. Man kann Schablonen von bedeutender Länge
für gröfsere Musikstücke durch Falzen verwendbar machen, wie dies bei den mittelst
durchlochter Schablonen betriebenen Musikwerken geschieht. In Kirchenliedern, wo dieselbe
Melodie verschiedene Male wiederholt wird, liefse sich eine erhebliche Ersparnifs
durch mehrfache Verwendung derselben durchlochten Schablone zur Begleitung sämmtlicher
Strophen erzielen. Die dem gegenüberstehende Schwierigkeit besteht in dem durch die zwischen
dem Herausnehmen und Wiedereinsetzen der Schablone verfliefsende Zeit entsprechenden
Zwischenräumen. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, ist eine Vorkehrung getroffen worden,
welche darin besteht, zwei Schablonen zu verwenden, von denen jede die vollständige
Begleitung der ganzen Strophe enthält. Man bringt die erste Schablone in das Gehäuse
und setzt die Vorrichtung in Thätigkeit; sobald der letzte Accord verklungen ist, gleitet
die Kante der ersten Schablone 18 (Fig. 2 a)
von der höher gelegenen Unterlage auf die tiefer gelegene Unterlage 18' und erlaubt dem
Orgelspieler, die zweite Schablone 17 vorzurücken, bis dessen erstes Loch von dem letzten
Zahne des Winkelhebels gegriffen wird. Beim weiteren Handhaben der Orgel gleitet die erste
Schablone aus der Vorrichtung, während die zweite das Spiel fortsetzt. Diese Einschaltung
der zweiten Schablone kann sehr schnell ausgeführt werden, so dafs nur ein kurzer
Zwischenraum zwischen den beiden auf einander folgenden Strophen entsteht.
Fig. 6 zeigt eine Vorrichtung, welche in dem Falle Anwendung findet, dafs der Apparat
nicht unmittelbar über den Orgeltasten angebracht werden soll. In diesem Falle ist der
hintere Theil jedes Hebels F mit einer Blattfeder 19 verbunden, welche beim Niederdrücken
des Hebelarms Fmittelst der Ansätze 21
und 22 des Armes 20 auf die entsprechende Orgeltaste wirkt.
Um nun nochmals die Wirkungsweise der beschriebenen Vorrichtung vom einen Arbeitsstadium zum anderen im Zusammenhange übersichtlich
zu erläutern, sei Folgendes bemerkt.
Wie bereits erwähnt, wird die Vorrichtung durch einen Rahmen B in Thätigkeit gesetzt,
indem der Spieler diesen Rahmen mittelst des Handgriffes A abwechselnd hinabdrückt und
wieder hebt. ■ Es sollen nun nach einander diejenigen Wirkungen angegeben werden, welche
einestheils beim Niederdrücken und anderentheils beim Heben des Rahmens eintreten.
i. Beim Niederdrücken des Rahmens B trifft derselbe den vorspringenden Theil L des
Armes / und nimmt denselben mit. Hierdurch werden die Zähne des Winkelhebels aus den
Löchern des Notenblattes herausbewegt, so dafs sich der betreffende Arm des Winkelhebels,
da er von dem Notenblatte nicht mehr gehalten wird, unter dem Einflüsse der Feder M
nach rechts bewegt.
Beim weiter fortgesetzten Niedergange des Hebels B trifft dessen Querleiste b gegen die
Enden derjenigen Stangen O, die den Nasen 6 entsprechen, welche in Löcher des Notenblattes
eingetreten waren. Die dadurch ihrerseits niedergedrückten .Stangen O drücken nunmehr
die ihnen entsprechenden Hebel S nieder, und diese wirken mit ihren Ansätzen 10 auf die
darunter angeordneten Hebel F, welche dadurch veranlafst werden, die ihnen parallelen
Tasten der Orgelklaviatur anzuschlagen, indem diese sich in nur geringer Entfernung von jenen
befinden. Es erhellt aus dem oben Gesagten, dafs (abgesehen von der Wiedergabe der Pausen
und der getragenen Töne) durch das Niederdrücken des Rahmens B diejenigen Tasten der
Orgelklaviatur angeschlagen werden1, welche den Stangen O derjenigen Nasen b entsprechen,
die jeweilen in die Löcher des Notenblattes eingetreten sind.
2. Bei der Aufwärtsbewegung des Rahmens B wird dessen . Einwirkung auf die Stangen O,
aufgehoben. Unter dem Einflufs der auf die Orgeltasten wirkenden Federn gehen also die
herabgegangenen Hebel Fund ebenso auch die Hebel S wieder in ihre ursprüngliche Lage
zurück. Bei der weiter fortgesetzten Aufwärtsbewegung des Rahmens B überläfst dieser den
Theil I der Einwirkung seiner Feder G. Der infolge dessen wieder in die Höhe gehende,
mit den drei Zähnen ausgestattete Arm bringt diese Zähne in die von den zuvor ihnen
gegenüber befindlichen rechts gelegenen Löcher des Notenblattes, und letzteres wird unter dem
Einflufs der auf den Theil J wirkenden Feder K von rechts nach links verschoben.
Diese Verschiebung hat zur Folge, dafs eine neue Löcherreihe über die Reihe von Nasen 6
gebracht wird, so dafs die betreffenden Nasen in die ihnen dargebotenen Löcher eintreten.
Es befinden sich somit nunmehr alle diejenigen Theile, welche bei dem folgenden Niedergange
des Rahmens in Thätigkeit gelangen sollen, in der wirksamen Stellung. Durch fortgesetztes
Niederdrücken und Heben des' Treibrahmens wird also das Spielen in beschriebener Weise
bewirkt.
In dieser kurzen Uebersicht der allgemeinen Wirkungsweise der beschriebenen Vorrichtung
ist von einer abermaligen Erläuterung der Wiedergabe von Pausen und von getragenen
Tönen aus dem Grunde Abstand genommen worden, weil die hierbei in Betracht kommenden
Einrichtungen und ihre Wirkungsweise vorher bereits ausführlich erläutert worden
sind.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:ι . Eine Vorrichtung zum mechanischen Spielen von Orgeln mittelst durchlochter Notenblätter, gekennzeichnet durch einen von ■Hand beweglichen Rahmen (B), bei dessen Abwärtsbewegung ein in mehrere Löcher des Notenblattes eingreifender Arm eines Winkelhebels (5) aus diesen Löchern herausgezogen wird, um alsdann unter Federdruck nach der Seite auszuweichen und beim Wiederaufwärtsgehen in die nächsten Löcher des Notenblattes einzugreifen und dieses nach links zu verschieben, wobei die Nasen (6) mehrerer Metalltasten (7) in die ihnen nach Mafsgabe des Vorschreitens des Notenblattes dargebotenen Notenlöcher des letzteren eingreifen und dadurch den betreffenden Tasten entsprechende Stangen (O) in den Bereich des abwärts bewegten Rahmens . (B) bringen, welche von diesem niedergedrückt wenden und dadurch die entsprechenden Pfeifen zum Ertönen bringen.Bei einer Vorrichtung nach Anspruch ι eine Vorrichtung zur Erzeugung der Pausen, bestehend aus einem Hebel (Z'), dessen einer Arm (τη') eine Leiste (a'J von den Enden der den Orgeltasten parallelen Hebel (V) entfernt, sobald beim Aufsteigen des Rahmens (B) eine an der ersten Nasentaste befestigte Stange (g') gegen einen Vorsprung (V) stöfst. Bei einer Vorrichtung nach Anspruch ι eine Vorrichtung zur Erzeugung getragener Töne, dadurch gekennzeichnet, dafs eine mit der zweiten Nasentaste verbundene Stange (h') durch ihre Einwirkung auf den Fortsatz (15) eines an einem Arme des Rahmens (B) befindlichen Sperrkegels .(e1) letzteren abstellt, während dieser sonst auf eine mit einer Leiste (a1) zusammenwirkende Rolle (C) derart einwirkt, dafs bei der Abwärtsbewegung des Rahmens die Leiste zunächst von den Enden der den Orgeltasten parallelen Hebel zurückgezogen wird, dann aber auf die Hebel, welche den von neuem mittelst des Rahmens niedergedrückten Orgeltasten entsprechen, vorspringt und dieselben so lange am Aufsteigen hindert, bis der Rahmen wieder niedergeht.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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