DE35571C - Klaviatur mit Einrichtung zum Anschlagen von Accorden - Google Patents
Klaviatur mit Einrichtung zum Anschlagen von AccordenInfo
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- DE35571C DE35571C DENDAT35571D DE35571DA DE35571C DE 35571 C DE35571 C DE 35571C DE NDAT35571 D DENDAT35571 D DE NDAT35571D DE 35571D A DE35571D A DE 35571DA DE 35571 C DE35571 C DE 35571C
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Classifications
-
- G—PHYSICS
- G10—MUSICAL INSTRUMENTS; ACOUSTICS
- G10C—PIANOS, HARPSICHORDS, SPINETS OR SIMILAR STRINGED MUSICAL INSTRUMENTS WITH ONE OR MORE KEYBOARDS
- G10C3/00—Details or accessories
- G10C3/30—Couplers, e.g. for playing octaves
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- Acoustics & Sound (AREA)
- Multimedia (AREA)
- Auxiliary Devices For Music (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE Bl: Musikalische Instrumente.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 7. October 1885 ab.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Hülfsklaviaturen für Orgeln und Klaviere, bei
denen die Tasten in drei harmonische Abtheilungen oder Reihen eingetheilt und so angeordnet
sind, dafs man die zu spielenden Noten mechanisch transponiren kann. Die angebrachten
Verbesserungen beziehen sich im besonderen auf die Einrichtungen, welche in
der Patentschrift der Vereinigten Staaten von Nord-Amerika No. 304981 vom 9. September
1884 beschrieben sind.
In den beiliegenden Zeichnungen ist Fig. 1
die gewöhnliche Tastatur ohne die Registerzüge und mit einem Theil der Hülfsklaviatur;
Fig. 2 ist der Rahmen, in welchem sich die Hülfsklaviatur verschiebt; Fig. 3 stellt den Rahmen
mit der Tastatur dar; Fig. 4 ist ein Schnitt nach der Linie x-x in Fig. 3; Fig. 5 ist ein
Grundrifs und zeigt einen Theil der Tasten an Ort und Stelle; Fig. 6 ist ein Schnitt nach
der Linie y-y in Fig. 5; Fig. 7 zeigt eine Vorrichtung, welche die Stellung der Hülfsklaviatur
zu bestimmen dient.
Aus den Zeichnungen ist ersichtlich, dafs die gewöhnliche Klaviatur ihre übliche Lage beibehält,
während die Hülfsklaviatur hinter und über der gewöhnlichen angebracht ist und die
letztere somit frei und zugänglich ist, so dafs der Spieler sich der einen wie der anderen
leicht bedienen kann.
In allen Orgeln u. dergl. hat die gewöhnliche chromatische Klaviatur, in den Zeichnungen
mit A bezeichnet, hinter den schwarzen Tasten einen flachen oder ebenen Theil A1.
Auf diesem flachen Theil wird die Hülfsklaviatur . befestigt. Der in Fig. 1 gezeigte
Rahmen B ist mittelst der Blöcke b an den Enden des Rahmens befestigt, welcher die
Tasten der gewöhnlichen Klaviatur A trägt. S1 ist ein Brett, das von einem der Blöcke b
zum anderen geht und mit einer Reihe von senkrechten Löchern b1 versehen ist, von
denen jedes über je einer Taste der Tastatur A liegt. In den Löchern befinden sich lose,
senkrechte Stifte i>2. Jeder dieser Stifte ruht
mit seinem unteren Ende auf einer Taste der Klaviatur A, während das obere Ende des
Stiftes ein wenig über die obere Fläche von J31 hervorragt. £2 B3 sind Stangen, welche
von einem Block b zu dem anderen gehen und mit dem Brett B1 parallel laufen. B1 ist
ein Brett, welches vor dem Stiftbrett B1 angebracht ist. Dasselbe kann auch bis unter
das Stiftbrett B1 gehen und durchlöchert sein, indem die Löcher bl dann nach unten fortgesetzt
werden.
C ist ein länglicher Rahmen, an dessen vorderem Ende die Stange C1 angebracht ist,
während hinten die Stange C2 sich befindet. Dieser Rahmen ist um drei Tastenbreiten
länger als der Rahmen D. An der Unterseite hat das Brettchen Cx zwölf Kerben c1, deren
Abstände von einander den Abständen der Stifte &2, also auch denjenigen der Tasten in.
der Klaviatur A entsprechen. In diese Kerben greift ein Stift bz, welcher aus der Rückseite
des Stiftbrettes B1 hervorragt. C& Cs sind
Handgriffe am Rahmen, welche dem Spieler zugekehrt sind. Mittelst dieser Griffe kann
man den vorderen Theil des Rahmens hoch genug heben, um die Kerben c1 von dem
Stift b3 frei zu machen und dann den Rahmen
verschieben, so dafs nachher eine andere Kerbe über den Stift bs greift.
D ist gleichfalls ein rechteckiger Rahmen, der eine Octave kürzer ist als die Klaviatur A
und aus einem vorderen und einem hinteren Brett D1 bezw. D2, die durch Endstücke dl cP
verbunden sind, und aus einem verschiebbaren Mittelstück D3 besteht. Die Theile D1D2
haben an ihrer Unterseite Furchen zur Aufnahme der Stangen B2B3, auf denen die
ersteren sich bewegen. Die Hinterseite des Theiles D2 hat auch eine Furche zur Aufnahme
der Stange C2, und jede der Stangen wird durch Kappen oder Schliefshaken lose in
der bezüglichen Furche befestigt. Der Rahmen D ruht im Rahmen C und ist weit genug,
um den Raum zwischen den Stangen C' und C2 auszufüllen; seine Länge ist drei
Tastenbreiten geringer als der Raum, innerhalb des Rahmens C, so dafs der Rahmen D in
dem Rahmen C sich um drei Tastenbreiten verschieben kann, aber nicht um mehr. Das
Brettchen D3 kann in passender Weise gestützt werden. In den Zeichnungen sind Stifte d3
gezeigt, welche von den Enden des Brettchens nahe seiner hinteren Kante vorspringen und
lose in Löchern der Endstücke dl d2 stecken,
sowie ein horizontaler Stift d*, der in einer
Furche in den Endstücken d1d2 liegt. Diese
Stützung gestattet, das Brettchen etwas nach vorn zu neigen und seitlich zu verschieben,
jährend die Stifte d^ auch noch einem anderen
Zwecke dienen, der weiter unten erklärt werden wird. jD4 ist ein Hebel, welcher an dem
Brett D3 befestigt ist und gegen den Spieler zu hervorragt; mittelst desselben kann die
Stange D3 gehoben und verschoben werden. Wenn das Brett D3 an dem Endstück d2 anliegt
und der Rahmen D in dem Rahmen C in seiner Endstellung nach der rechten Seite zu steht, so müssen beide befestigt werden.
Dies geschieht mittelst des Ansatzes ds an der unteren Seite des Hebels D4, der in eine Aussparung
c2 des Brettchens c1 pafst. Da nun
Ds im Rahmen D sich um eine Tastenbreite
verschieben läfst, 'während der Rahmen D (mit
dem Theil -D3) um drei Tastenbreiten verschiebbar
ist, so läfst sich auf diese Art D 3
im Ganzen um vier Tastenbreiten verschieben und ist also nur noch eine Aussparung c2,
vier Tastenbreiten zur Linken von der ersten, nöthig, um den Hebel festzuhalten, wenn derselbe
ganz zur Linken hin bewegt wurde.
Die hinteren Enden der Hülfstasten können aus Holz oder aus sonst passendem Material
gefertigt und in Form und Befestigungsweise den gewöhnlichen Orgeltasten ähnlich construirt
sein. Jede Taste ruht an ihrem äufseren oder mittleren Theil auf einem Stift b2. Man benutzt
nur sieben Tasten für jede Octave, und wenn das Brettchen D3 sich in der äufsersten
Stellung rechts befindet, so sind diese Tasten der Dur-Scala gemäfs angeordnet. Die sämmtlichen
Tasten einer jeden Octave, mit Ausnahme der dritten Taste und der sechsten, sind an D2 gelenkig befestigt, die dritte und
sechste aber an U3, so dafs man sie um eine
Tastenbreite gegen die anderen verschieben und somit die Einstellung von Dur auf Moll
und von Moll auf Dur nach Belieben vornehmen kann. Das äufsere Ende der Tasten kann mit dem übrigen Theil ein Stück sein
und dieselbe Form haben wie gewöhnliche Orgel- oder Klaviertasten; der Erfinder zieht
jedoch vor, für vorliegende Erfindung die in den Zeichnungen gezeigte Form anzuwenden.
Die Vordertaste besteht hiernach aus einem Stück Draht oder Blech E1, das passend am
vorderen Ende des Holztheiles der Taste befestigt und aufserhalb des Stiftbrettes B nach
unten gebogen ist, so dafs derselbe das Brett B1
(oder, wo letzteres fehlt, die Tastatur^.) beinahe berührt. Weiter verläuft der Draht
1 horizontal und geht dann aufwärts, um einen Knopf für den Finger aufzunehmen.
F ist ein Frontbrett, Fig. 6, das vor dem
Stiftbrett angebracht ist und an der ganzen Orgelfront entlang geht. Wenn dieses Brett
über den oberen Rand des Stiftbrettes hinabreicht, so wird das Innere der Orgel ganz verdeckt
und dem Ganzen ein besseres Aussehen verliehen. Der Zweck der Biegung der Arme E1
nach unten ist, Platz für das Frontbrett zu schaffen. Die Griffe C3 und Hebel £)4 sind
ähnlich ,und zu demselben Zwecke gebogen. Das Stück F kann einen Theil des Registerbrettes
bilden, welches nur aus der üblichen Stellung etwas gehoben zu werden braucht.
Die Knöpfe E2 auf den Tasten sind am besten in drei Reihen eingetheilt, deren jede
die Tasten, die zu einer harmonischen Abtheilung gehören, in sich begreift; die untere
Reihe begreift die Dreiklang - Tasten in sich, die mittlere die Tasten des Subdominantaccords.
Um dies zu erreichen, werden die äufseren Enden der Arme E1 in drei verschiedenen
Ebenen nach aufwärts gebogen und die Enden in der zweiten Reihe etwas höher gemacht als in der ersten, und in der dritten
höher als in der zweiten. Da nun der erste, vierte und fünfte Ton der verschiedenen
Octaven je zweien der Harmonien angehören, so haben die Tasten für diese gabelförmige
oder doppelte Hebel E1, wovon ein Arm in einer Reihe, der andere in der anderen liegt.
G in Fig. 6 und 7 ist eine Scala, die auf dem Frontbrett F angebracht ist, und zwar
hinter einem Griff C3. Dieselbe hat zwölf Abtheilungen von derselben Breite wie die
Tasten in der Klaviatur A. Der senkrechte Theil an einem der Griffe C3 dient als Zeiger
für diese Scala. Die Scala ist den Grund-
tönen entsprechend mit Buchstaben oder Noten bezeichnet.
Die Hülfsklaviatur wird in folgender Art benutzt: Wenn Rahmen D und der Theil Z)3
in dem Rahmen C ganz nach rechts geschoben sind (s. die Zeichnungen), so sind die Tasten,
wie schon oben erwähnt, für eine Dur-Tonleiter passend. eingestellt und die Tastatur pafst
dann zum Spielen von in dieser Tonart geschriebenen Stücken. Durch Anheben der
Griffe Cs kann man nun die ganze Tastatur
verschieben und über der passenden Taste in der Klaviatur A stehen lassen, wie dies mit
gewöhnlichen Transponirtastaturen der Fall ist. Die schon erwähnte Stellvorrichtung zeigt die
nöthige Stellung genau an. Wünscht man in einer Moll-Tonart zu spielen, so bewegt man
den Arm D4 und den Theil D8 um eine Tastenbreite zur Linken, bis die Tasten auf
D2 erreicht sind. Hierdurch werden die Tasten für die Terz und Sext um eine Tastenbreite
nach links geschoben. Wenn die Musik von der Dur-, zur entsprechenden Moll-Tonart
übergeht, so wird der ganze Rahmen mittelst des Hebels D4 in seine äufserste Stellung zur
Linken gebracht, während der Rahmen C stehen bleibt. Diese Veränderungen können
so leicht und schnell gemacht werden, dafs man sie selbst während des. Spielens vornehmen
kann. Beim Einstellen nach G ist es einerlei, ob man Dur oder Moll spielen will,
denn die Vorzeichnung bleibt dieselbe. Wenn man die Tastatur mittelst der Griffe C-3.oder D4
stellt, so werden dabei die Tasten E von den Stiften b2 abgehoben. Wenn man C1 hebt,
so kommt dieser Theil mit sämmtlichen Tasten in Berührung und hebt sie; wenn das Brettchen
D3 geneigt wird, so hebt dasselbe die vorderen Enden der sämmtlichen Tasten, auch
jener auf D2. Da nun D3 nicht lang genug ist, um unter die Tasten an den äufsersten
Enden des Rahmens D zu reichen, so sind die Stifte dl an den Enden des Brettchens D3
vorgesehen, welche die letzten Tasten heben.
Diese Tastatur dient nicht nur dazu, um beim Spielen von Accorden und Begleitungen
behülflich zu sein, wie ältere derartige Vorrichtungen, man kann sich derselben auch bedienen,
um Compositioneh verschiedener Art zu spielen oder um das Instrument in derselben
Ausdehnung zu benutzen, wie mit der gewöhnlichen Klaviatur, nur kann man keine
»erhöhten« oder »herabgesetzten« Noten anschlagen. .
Die Weglassung der überflüssigen Tasten und die Anordnung der übrigen in harmonische
Abtheilungen macht die Hulfstastatur besonders zum Spielen »nach Gehör« oder zum Improvisiren geeignet.
Obwohl die Erfindung hauptsächlich als bei einer Orgel angewendet beschrieben ist, kann
sie doch ebensowohl und mit geringen Abweichungen auch bei Pianos angewendet werden.
Claims (4)
1. die Anordnung der ersten, zweiten, vierten, fünften und siebenten Taste der verschiedenen
Octaven auf den Theilen D1 D2 eines
auf Stangen B'2 B3 geführten Rahmens D
und der .dritten und sechsten Taste der verschiedenen Octaven auf einem zwischen
D1 D2 liegenden und gegenüber diesen
Theilen um eine Tastenbreite verschiebbaren Theil -D3 desselben Rahmens D;
2. einen aus der Führungsstange C2, welche gleichzeitig als Drehachse dient, und der
mit Kerben c1 versehenen Stange C1, sowie den Handgriffen C3 Ca bestehenden
Rahmen C, welcher den Rahmen D umgiebt und um drei Tastenbreiten länger ist als der letztere, wobei beide Rahmen sowohl
mit einander als auch gegen einander verschoben werden können;
3. ein mit Löchern b1 für die Stifte b2 versehenes
Stiftbrett B1 mit dem horizontal auf der Klaviatur A aufliegenden Brett J54
und der das Innere des Instrumentes verdeckenden Frontplatte F;
4. die mit den Tasten E verbundenen Arme J?1, welche in Knöpfen E2 enden,
zuerst nach unten, dann horizontal und schliefslich nach oben gebogen und für die
erste, vierte und fünfte Taste der verschiedenen Octaven doppelt oder gabelförmig
gestaltet sind, um von zwei verschieden hoch liegenden Reihen der Knöpfe JE12 angeschlagen
werden zu können.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE35571C true DE35571C (de) |
Family
ID=311421
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT35571D Expired - Lifetime DE35571C (de) | Klaviatur mit Einrichtung zum Anschlagen von Accorden |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE35571C (de) |
-
0
- DE DENDAT35571D patent/DE35571C/de not_active Expired - Lifetime
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