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Verfahren zur Einführung von Alkylgruppen in ringförmige Verbindungen
Es wurde gefunden, daß man in einfacher Weise in ringförmige Verbindungen Alkylgruppen
einführen kann, wenn man ringförmige Verbindungen, die = O- oder ` = N-Gruppen enthalten,
in geschmolzenem, wasserfreiem
Aluminiumchlorid gelöst, mit Alkoholen oder Nfetallalkoholaten umsetzt. Dabei ist
es zweckmäßig, dem Aluminiumchlorid schmelzpunkterniedrigende Verbindungen, z. B.
Alkalisalze, zuzusetzen.
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Geeignete Ausgangsstoffe sind beispielsweise Benzoesäuren und deren
funktionellen Abkömmlinge, Benzaldehyde, Benzophenone, Benzanthrone, Dibenzanthrone,
Isodibenzanthrone, i, 2-Bertzanthrachinone, Dibenzpyrenchinone, Anthanthrone, Anthrachinonbenzacridone,
Phthalocyanine, wie Kupfer-, Kobalt-oder Eisenphthalocyanine oder metallfreie Phthalocyanine,
oder Indigo und seine Abkömmlinge.
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Als Alkohole eignen sich ein- oder mehrwertige Alkohole, wie Methanol,
Äthanol, Glykol, Glycerin, Isopropylalkohol, Octylalkohol, Stearylalkohol, Cyclohexanol
oder Benzylalkohol; auch die entsprechenden Metallalkoholate sind brauchbar.
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Die Umsetzung bewirkt man am einfachsten in der Weise; daß man den
Ausgangsstoff in der Aluminiumchloridschtnelze löst und unter Erwärmen und unter
Rühren
den Alkohol langsam einträgt. Im allgemeinen verläuft die Umsetzung zwischen ioo
und Z50°.
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Die Endstoffe sind meist sehr rein und kristallisiert, gewünschtenfalls
kann man sie in der üblichen Weise, z. B. durch Umlosen oder über ihre Salze oder
in manchen Fällen durch Behandlung mit Hypochlorid, weiterreinigen.
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Die Endstoffe sind je nach den angewandten Ausgangsstoffen Farbstoffe
oder Zwischenprodukte zur Herstellung von Farbstoffen, Weichmachern, Netz-und Dispergiermitteln.
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Die in den folgenden Beispielen genannten Teile sind Gewichtsteile.
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Beispiel i 2ooTeile wasserfreies Aluminiumchloridund 3oTeile Natriumchlorid
werden zusammen erhitzt, bis eine gleichmäßig dünnflüssige Schmelze entstanden ist.
Nach dem Abkühlen auf 13o bis 135° werden 25 Teile Isodibenzanthron eingetragen,
hierauf läßt man im Verlauf von etwa i Stunde 8 Teile Methanol zutropfen. Man rührt
die Schmelze bei der gleichen Temperatur weiter, bis entnommene Proben keine weitere
Farbtonänderung mehr zeigen. Die Schmelze wird hierauf mit Wasser zerlegt, der ausgeschiedene
Farbstoff abgesaugt, mit Wasser ausgewaschen, bis er keine anorganischen Bestandteile
mehr enthält, und getrocknet. Er färbt Baumwolle aus der Küpe in klaren, kräftigen,
violetten Tönen von ausgezeichneten Echtheitseigenschaften. Nach der Analyse sind
etwa vier Methylgruppen in den Ausgangsstoff eingetreten.
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Aus Dibenzanthron erhält man auf die gleiche Weise einen marineblau
färbenden Farbstoff.
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Beispiel 2 In eine Schmelze aus Zoo Teilen wasserfreiem Aluminiumchlorid
und 4o Teilen Natriumchlorid werden bei 13o bis 135° unter Rühren langsam 15 Teile
wasserfreies Glykol, dann 25 Teile Dibenzanthron eingetragen und die Schmelze noch
einige Stunden bei 13o bis 135°, dann noch kurz bei 15o bis 155° weitergerührt.
Man erhält nach dem in Beispiel i angegebenen Aufarbeiten einen Farbstoff, der Baumwolle
aus der Küpe in violetten Tönen färbt. Die Farbtöne sind rotstichiger als die des
Ausgangsstoffes.
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Beispiel 3 Zoo Teile wasserfreies Aluminiumchlorid, 15 Teile Natriumchlorid
und 9 Teile Kaliumchlorid erhitzt man, bis eine gleichmäßige Schmelze entstanden
ist, trägt bei 13o bis 135° unter Rühren 25 Teile Pyranthron ein und läßt schließlich
8 Teile Methanol zutropfen. Nach Beendigung der Umsetzung wird die Schmelze in der
üblichen Weise aufgearbeitet. Man erhält einen Farbstoff, der Baumwolle aus der
Küpe in außerordentlich klaren, orangen Tönen von ausgezeichneten Echtheitseigenschaften
färbt. Der Farbstoff färbt deutlich stärker und rotstichiger als der Ausgangsstoff.
Nach der Analyse sind etwa zwei Methylgruppen in das Pyranthron eingetreten.
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Farbstoffe mit ähnlichen Eigenschaften erhält man mit Äthanol oder
Isopropylalkohol. Beispiel ¢ Zu einer Lösung von 4o Teilen Kupferphthalocyanin in
einer Schmelze aus Zoo Teilen wasserfreiem Aluminiumchlorid und 3o Teilen Natriumchlorid
läßt man bei 13o bis Z35° unter Rühren 4o Teile Octylalkohol langsam zutropfen und
erhitzt unter Rühren weiter, bis die Umsetzung beendet ist. Man erhält nach dem
üblichen Aufarbeiten einen grünstichigblauen Farbstoff, der in organischen Lösungsmitteln
mit grüner Farbe löslich ist.
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Führt man die Umsetzung bei 165 bis 170° durch, so erhält man einen
Farbstoff, der in organischen Lösungsmitteln noch leichter löslich ist.
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Einen Farbstoff, der in Alkohol mit blaugrüner Farbe löslich ist,
erhält man, wenn man an Stelle von Octylalkohol 2o Teile Cyclohexanol verwendet
und die Umsetzung bei 165 bis 17o° durchführt. Mit 12 Teilen Monoäthanolamin an
Stelle von Cyclohexanol erhält man unter analogen Bedingungen einen Farbstoff, der
sich in Alkohol mit blauer Farbe löst.
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Beispiel 5 In eine Schmelze aus Zoo Teilen wasserfreiem Aluminiumchlorid,
2o Teilen Natriumchlorid, io Teilen Kaliumchlorid und 3o Teilen Kobaltphthalocyanin
läßt man bei ioo bis iio° unter Rühren 22 Teile wasserfreies Glycerin eintropfen
und rührt die Schmelze einige Stunden bei 130 bis 13j` und schließlich bei i5o bis
155° weiter, bis die Umsetzung beendet ist. Nach dem üblichen Aufarbeiten erhält
man einen Küpenfarbstoff, der Baumwolle aus olivgrüner Küpe in klaren blauen Tönen
von ausgezeichneter Lichtechtheit färbt. Beispiel 6 In eine Schmelze aus Zoo Teilen
wasserfreiem Aluminiumchlorid, 15 Teilen Natriumchlorid und 9 Teilen Kaliumchlorid
werden bei 13o bis 135° unter Rühren 25 Teile Indigo eingetragen. Hierauf läßt man
im Verlauf von etwa 1/2 Stunde 6,7 Teile Methanol einfließen und rührt die Schmelze
bei der gleichen Temperatur noch einige Stunden weiter. Nach dem üblichen Aufarbeiten
erhält man einen Farbstoff, der Baumwolle aus der Küpe bedeutend grünstichiger blau
färbt als Indigo, dem der neue Farbstoff in den übrigen Eigenschaften etwa entspricht.
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Einen noch grünstichiger blauen Farbstoff erhält man, wenn man die
doppelte Menge an Methanol (13,2 Teile) verwendet.
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Ebenfalls grünstichigblaue Farbstoffe erhält man, wenn man an Stelle
von !Methanol Äthanol, Glykol oder Glycerin, verwendet.
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Beispiel 7 25Teile des nach Beispiel i der Patentschrift 651750
aus
Pz-Chloroxy-i, 2-pyrazinoantlirachinon und m-Toluidin hergestellten Farbstoffs trägt
man in eine im vorigen Beispiel beschriebene Schmelze bei 13o bis 135° ein und läßt
4,7 Teile Methanol einfließen. Man rührt dann das Gemisch noch mehrere Stunden bei
13o bis 135° weiter und arbeitet dann wie üblich auf. Man erhält so einen Farbs#off,
der aus der Küpe Baumwolle in orangefarbigen Tönen von ausgezeichneten Echtheiten
färbt. Einen gleichfalls orangefärbenden
Farbstoff erhält man,
wenn man an Stelle von Methanol Äthanol verwendet.