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Raumbewegliche Führung für kurvengängige, endlose Förderbänder Zusatz
zum Patent 805 505
Bekannte Förderbänder sind an eine mehr oder weniger starre und
stationär verlegte Bandführung gebunden. Ausnahmen bilden hierbei in beschränktem
Sinne die vorzugsweise als sog. verrückbare Strebbänder in Untertagebetrieben bekannten
Gurtförderer, deren Bandführung aus einzelnen Schüssen besteht, welche in bestimmten
Längen stirnseitig untl vielfach verschiebbar miteinander verbunden sind, so daß
von Stoß zu Stoß Abweichungen bis zu etwa 4° aus der Geraden möglich sind. Diese
Versetzbarkeit wird als seitlich verrückbar gekennzeichnet und ist im wesentlichen
bedingt durch eine eckige, S-förmige Schleife, beispielsweise im Nachgang von über
den Bandförderern sich bewegenden Gewinnungsmaschinen od. dgl.
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Derartige Strebförderer bedürfen hierfür besonderer Vorrichtungen,
die auf die entsprechende Führung des Bandes für besagte Schleife z. B. abge stimmt
sind. Dies bedingt aber nicht und wurde auch noch von keiner Seite herausgestellt,
daß ein derartiges Fördermittel als kurvengängiges Förderl)and mit oder ohne stationäre
Verlegung bezeichnet werden kann.
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Alle übrigen, auch sog. kurvengängige Förderländer wie auch diesbezüglich
bekannte Stahlglieder- oder Stahlplattenbänder oder solche mit elastischen Verhindungsmitteln
sind hinsichtlich eines einwandfreien Betriebsablaufes von einer mehr oder weniger
stationär gebundenen Verlegung der Bandführung abhängig.
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Erst die mit Patent 8o5 505 unter Schutz gestellte Erfindung hat
die Möglichkeit eröffnet, ein Kurvenband, dessen Bandquerschnitt rinnenartig mitV-förinnig
angestellten Bandhälften und einer wulstartigen, für den Antrieb, die Abstützung
und die Führung besonders geformten Verdickung im Bereich der Mittellinie ausgebildet
ist, auch mit einer rauml)eweglichen, nicht stationär gebundenen Bandführung zu
verlegen.
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Die Erfindung stellt hierzu eine Bandführung heraus, die es erlaubt,
sogar während des Laufes nicht nur eine seitliche Verrückung, sondern auch eine
Bewegung im Raum durchzuführen.
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Dies ist insbesondere betrieblich dann von Vorteil, wenn beispielsweise
Abraum oder Bergemengen fortschreitend und entlang einer Strosse oder einer Kippe
mit nicht geradlinigem Verlauf durch Verschränken der Bandführung abgeworfen werden
sollen und enbsprechend dem Schüttfortschritt ein seitliches Nachrücken kurzzeitig
erforderlich wird, wie dies beispielsweise beim Anschütten eines Planums der Fall
ist.
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Erfindungsgemäß wird für eine demetsprechende Bandführung ein neuartiges
Bandgerüst mit einer neuartigen Verbindung der einzelnen Bandschüsse miteinander
aufgezeichnet.
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Bekanntlich wird bei einer Bandstraße das bandführende Traggestell
immer in Kichtung der Bandstraße auf Druck und das eigentliche Förderband auf Zug
beansprucht.
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Für eine kurvengängige Bandführung kommt als weitere Definition die
neutrale Längsachse hinzu, welche hei Unterbringung des Bandes in einer endlos in
sich geschlossenen Bandführung bei Nutzung der gesamten Bandlänge durch die Mitte
des Bandes bzw. des mittigen Wulstes verläuft und die bei Uiiterbringung von Förder-
und rücklaufendem Leertrum in einer Bandführung zwischen den beiden Längsachsen
von Förder- und Leertrum durch die Bandführung verläuft.
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Bei einer raumbeweglichen, stationär oder auch nicht stationär verlegten
Bandführung stehen alle Abweichungen im Raum in Abhängigkeit von der neutralen Längsachse.
l)ies bedingt, daß im Gegensatz zu bekannten Verbindungen von Schüssen die gelenkartigen
Verbindungsmittel immer auf die neutrale Längsachse uncl den mittleren Drehpunkt
der Schüsse zueinander ausgerichtet sein müssen und nach Möglichkeit mit den bandführenden
Elementen konstruktiv und funktionsmäßig vereinigt werden, um den Abweichungen des
Bandes bei einer raumbeweglichen Verlegung gerade an diesen zueinander beweglichen
Stoßstellen gerecht zu werden.
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Die dementsprechend zweckmäßige Verbindung derartiger Schüsse miteinander
ist die eines Kreuz-oder Kardangelenkes oder die einer Kugelkupplung im Bereich
der neutralen Längsachse mit gleichzeitiger Unterbringung der bandführenden Elemente.
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Iriir die raumbewegliche Bandführung beispielsweise eines endlosen
Gummigurtförderers mit Hin-und Rückführung im gleichen Traggestell nach dem Patent
805 505 ergibt sich eine Lösung, welche in der Zeichnung als Ausführungsbeispiel
dargestellt wird.
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Abb. 1 zeigt die Vorseransicht einer Bandführung in teilweisem Ausschnitt,
Abb. 2 die entsprechende Draufsicht und Al>b. 3 die Seitenansicht: Abb. 4 zeigt
perspektivisch kizzoert einen Rollensatz und Abb. 5 einen perspektivischen Ausschnitt
einer Seite der Gelenkführung ffir diesen Rollensatz; Abb. 6 veranschaulicht perspektivisch
Ausschnitte einer raumbeweglichen Bandführung: Abb. 7 und 8 stellen Ausschnitte
einer rauml>eweglichen Verlegung clar.
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Die einzelnen Schüsse des Traggestells werden aus Tragrahmen 1 dessen
Höhe und Breite vom Verwendungszweck und der Bandbreite bestimmt wird, abstandhaltenden
Stahlrohren oder Profileisen 2 und Schleifblechen 3 gebildet.
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Die gelenkige Verbindung derartiger Schüsse miteinander zu einer
Bandstra0e- erfolgt mit einer doppeltrapezartig angeordneten Gelenkkonstruktion,
die gemäß Abb. 2 dadurch gekennzeichnet ist, daß die kürzeren parallelen Seiten
dieser Trapeze eine gemeinsame Achse 4 bilden, welche beidseitig von den vier Trapezschenkeln
in Form von scharnierartig ineinandergreifenden Gelenklaschen 5 und 6 gehalten wird,
wobei diese Gelenklaschen an den 'stirnseitig gegenüberliegenden Tragrahmen I mittels
Gelenkstücke 7 drehbar befestigt sind.
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Auf der Achse 4 sind in der Mitte eine Tragrolle 8 und beidseitig
davon je ein in Laufrichtung des Bandes nach beiden Seiten ausladendes, wippenartiges
Konstruktionsteil 9 aufgebracht, welches an seinen Enden in Steck- oder durchgehenden
Achsen od. dgl. die Stützrollen 10 für die seitliche Abstützung des Bandes bzw.
des Bandwulstes trägt.
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Erfolgt eine Abweichung der Schüsse zueinander, worbei beispielsweise
in einer horizontalen Kurve die Tragrahmen 1 stirnseitig benachbarter Schüsse einen
Winkel von etwa 7,5° miteinander bilden können, dann verschiebt sich die den Rollensatz
tragende Achse 4 entgegengesetzt zur Krümmung nach außen und paßt sich der Kurvengängigkeit
des Bandgurtes an.
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Ähnlich verhält sich der liollensatz bei allen übrigen Abweichungen
der Schüsse zueinander im Raum.
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Je nach Verwendungszweck kann diese Gelenkkonstrucktion beliebig
mit Stützrollen 10 bestückt werden, entweder nur für die Führung des Fördertrums
oder für die gleichzeitige Führung von übereinander angeordnetem uncl entgegengesetzt
zueinander laufendem Förder- und Leertrum. Im letzteren Fall wird die den Leertrum
tragende Flachrolle 11 in einem oder beiden Tragrahmen benachbarter Schüsse untergebracht.
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Darüber hinaus bestel1t die Möglichkeit, eine zweite und dritte Tragrolle
8 mit je einer entsprechenden Achse in den Linien der längeren parallelen Seiten
des Trapezes zwischen den Gelenkstücken 7 und/oder unter Wegfall dersellien innerhall>
der Tragrahmeii unterzubringen.
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Zweckmäßig ist hierbei immer, daß die Drehl>ereiche der Tragrollen
8 mit denen der Stützrollen io nicht in einer Ebene liegen bzw. sich überschneiden,
um ein Quetschen oder Klemmen des Band'vulstes zu vermeiden.
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Auch können die wippenartigen Konstruktionsteile 9 durch einen rechteckigen
Rahmen ersetzt werden, in dessen Ecken die Achsen der Stützrollen Io angeordnet
sind, und die Achse 4 kann wegfallen.
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Aiistatt der scharnierartig ineinandergreifenden Gelenklaschen 5
und 6 wird erfindungsgemäß und gemäß .\l)l>. 4 eine elastische Laschenverbindung
gekennzeichnet, xvol)ei die seitlichen, die Achse 4 tragenden Laschen 12 aus Bandfederstahl
oder einem anderen elastischen Werkstoff bestehen, beispielsweise einem Stück Förderband,
welches mit oder ohlle Verbindung von Bandfederstahl in entsprechenden Beschlagteilen
gehalten wird. Eine derartige .\ufhängung des Rollensatzes kann in Abstimmung auf
die der Bandführung anhaftenden Druckkräfte sich elastischer den Abweichungen im
Raum anpassen.
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T)ie Schleifl>leche 3 der Schüsse werden gemäß der Erfindung als
Lochl>leche ausgebildet; um eingeschlossene Schmutz- oder Kohleteilchen od. dgl.
durchfallen zu lassen.
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Eine Abdeckung des Leertrums bei Rückführung im gleichen Traggestell
ist kaum notwendig, da infolge der Kurvengängigkeit der Bandgurt so gedehnt und
gereckt wird, daß aufliegende Fremdkörper sehr schnell abgeworfen werden.
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.\bs). 7 und 8 zeigen Ausführungsbeispiele für eine rauml>ewegliche
Verlegung einer Bandführung.
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Iierl>ei sind die Tragrahmen I einzelner Schüsse l>eidseitig
mit Rollen I3 oder sonstigen Gleitmitteln bestückt, die entweder in einem ringförmig
geschlossenen U-Profil I4 oder in einem zu einem Segment 15 gebogenen U-Profil geführt
werden.
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Eine derartige Führung ist darüber hinaus gleichzeitig als Gleitkufe
anzusehen und vorzugsweise geeignet für eine raumbewegliche Bandführung mit fortschreitenden
Al>wurfstellen.
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PATENTANSPROCHE: 1. Raumbewegliche Führung für kurvengängige, endlose
Förderbänder nach Patent 8o5 505, l>estehend aus einzelnen Schüssen, dadurch
gekennzeichnet, daß die einzelnen Schüsse der Bandführung aus zwei oder mehr Tragrahmen
(i) im Sinne von Querspanten, abstandhaltenden Stahlrohren, Profileisen (2) oder
Blechstößen im Sinne von längs durchlaufenden Gurten und auf der Oberseite angebrachten
Schleif- bzw. Lochblechen (3) für die Abstützung der Bandflanken bestehen, die als
nicht verwindungsteife, lose verlegbare Konstruktionen ausgebildet sind, und mit
doppeltrapezartig angeordneten Gelenkkonstruktionen, mit einer mittleren, von den
zusammenliegenden parallelen kürzeren oder längeren Trapezseiten gebildeten und
getragenen, frei schwebenden, die bandführenden Elemente, wie Tragrollen (8) und
Stützrollen (Io), gleichzeitig tragenden Achse (4) stirnseitig und gelenkig in allen
Anschlußpunkten verbunden werden und welche sich bei Abweichungen der Schüsse zueinander
entgegengesetzt zum Mittelpunkt der Radien raumbedingter Kurven verschieben.
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2. Raumbewegliche Bandführung nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet,
daß die nicht parallelen Seiten der doppeltrapezartigen Gelenkkonstruktion aus scharnierartig
ineinandergreifenden Laschen (5, 6) gebildet werden, die beidseitig gelenkig mit
der frei schwebenden Achse (4) einerseits und gelenkig und drehbar mit dem Tragrahmen
(I) stirnseitig gegenüberliegender Schüsse anderseits verbunden sind.
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3. Raumbewegliche Bandführung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Scharnierlaschen von durchgehenden und in der Mitte die
frei schwebende Achse (4) tragenden Bandfederstahllaschen oder Förderbandstücken
(I2) gebildet werden, wobei letztere für die Anschlüsse mit Beschlagteilen hestückt
oder eingefaßt werden.
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4. Raumbewegliche Bandführung nach den Ansprüchen I bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die auf der frei schwebenden Achse (4) innerhalb der Gelenkkonstruktion
aufgebrachten bandführenden Elemente aus einer oder mehreren mittleren Tragrollen
(8) und beiderseits davon in besonderen Konstrucktionselementen (9) angeordneten
Stützrollen (10) bestehen, die eine Stützung des Fördertrums und/oder des in gleicher
Bandführung rücklaufenden Leertrums bewerkstelligen.