DE77136C - Verfahren zur Darstellung resorbirbarer Eisenverbindungen der Phosphor - Fleischsäure - Google Patents

Verfahren zur Darstellung resorbirbarer Eisenverbindungen der Phosphor - Fleischsäure

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DE77136C
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Aus dem Muskelfleisch ist kürzlich (Ber. d. math.-phys. Cl. d. Königl. Sächsischen Ges. d. Wissenschaften zu Leipzig vom 31. Juli 1893) eine neue stickstoffhaltige Säure, die »Fleischsäure« gewonnen worden. Dieselbe ist aber in dem Fleisch nicht fertig gebildet vorhanden, sondern entsteht erst aus einer phosphorhaltigen Verbindung durch Kochen mit Baryt. Mit Hülfe dieser phosphorhaltigen Verbindung der Fleischsäure ist es nun gelungen., Eisenpräparate darzustellen, welche das Eisen in organischer Bindung enthalten und resorbirbar sind, sich hierin also den natürlich im Eidotter, Blut etc. vorkommenden Eisenverbindungen gleich verhalten.
Chemisch giebt sich die organische Bindung des Eisens durch folgende Reactionen zu erkennen:
1. Die Präparate sind in Alkalien, Ammoniak und kohlensauren Alkalien löslich.
2. Schwefelammonium erzeugt nicht sofort einen schwarzen Niederschlag von Schwefeleisen oder eine Schwarzfärbung. Erst nach längerem Stehen oder Erhitzen findet die Bildung von Schwefeleisen statt.
3. Ferrocyankalium giebt in der mit Essigsäure angesäuerten Lösung keine Berlinerblau-Reaction. Erst nach längerem Stehen oder Erhitzen, oder auch nach Zusatz von Mineralsauren tritt die Reaction allmälig ein.
Man erhält diese Eisenpräparate, indem man beispielsweise wie folgt verfährt:
Die kalte oder nur wenig warme Lösung des Fleischextractes wird mit Barythydrat (oder Kalkhydrat oder Kalk- oder Bariumcarbonat) versetzt, bis ein Probefiltrat auf Zusatz von Baryt- oder Kalkwasser in der Kälte keinen Niederschlag mehr erzeugt.. (Beim Kochen einer solchen von Phosphorsäure befreiten Lösung mit Barythydrat entsteht ein Niederschlag von Bariumphosphat infolge Zersetzung genannter Phosphorverbindung.) Das Filtrat vom Baryt- (Kalk-) Niederschlag wird, wenn nöthig, mit Kohlensäure oder Schwefelsäure vom überschüssigen Baryt (Kalk) befreit und mit Eisenoxyd- oder Oxydulsalzen (anorganischen oder organischen) gekocht. Es scheidet sich das Eisenpräparat aus. Dieses enthält kein phosphorsaures Eisen, denn es ist in Essigsäure vollständig löslich. Wohl aber enthält es Phosphor, wie sich durch Prüfung der Asche ergiebt.
Bei Anwendung von Eisenoxydsalzen ist das Präparat direct in Ammoniak, kohlensaurem Ammoniak, kohlensauren und doppeltkohlensauren Alkalien löslich. Bei Anwendung von Eisenoxydulsalzen wird das Präparat durch den Luftsauerstoff oder durch schwach wirkende Oxydationsmittel oxydirt. Durch Abfiltriren, Auswaschen, Abpressen und Trocknen des Niederschlages erhält man das fertige Präparat.
Die so dargestellten Eisenpräparate sollen entweder selbst als Heilmittel Verwendung finden, oder ihre alkalischen Extracte, oder die aus diesen durch Alkohol gefällten oder ausgesalzenen Eisenverbindungen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung resorbirbarer Eisenverbindungen der Phosphor-Fleischsäure, darin bestehend, dafs man die Lösung irgend eines Fleischextractes nach vorgängiger Behandlung mit Baryt- oder Kalkhydrat in der Kälte und unter Vermeidung eines Ueberschusses der letzteren mit anorganischen oder organischen Eisenoxydsalzen oder mit Lösungen von anorganischen oder organischen Eisenoxydulsalzen ausfällt und im letzteren Falle durch den Luftsauerstoff oder durch schwach wirkende Oxydationsmittel oxydirt.
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