DE74236C - Maschine zum Bekleben von Schachteln aus vorher getriebenen Pappkapseln - Google Patents
Maschine zum Bekleben von Schachteln aus vorher getriebenen PappkapselnInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE S4: Papiererzeugnisse.
Zusatz zum Patente JU 68798 vom 24. August 1892.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 3. September 1893 ab. Längste Dauer: 23. August 1907.
Vorliegender Zusatz beschreibt einige Verbesserungen der im Haupt-Patent beschriebenen
Maschine zum Bekleben von Schachteln.
Zunächst wird bezweckt, das Aufleimen des schmalen Bandes auf das breite durch Bedrucken
zu ersetzen und das Band in continuirlicher Weise zuzuführen, im Gegensatz zur Construction im Haupt-Patent, in welchem es
intermittirend zugeführt wurde. Ferner sind noch Vorrichtungen getroffen, welche ein
leichteres Abstofsen der Kapsel vom Dorn ermöglichen; aufserdem ist zwischen der im
Haupt-Patent unter 7. und 8. bezeichneten Arbeitsverrichtung eine Vorrichtung getroffen,
welche darin besteht, dafs runde Papierscheibchen (Rondelle genannt) aus einem Papierstreifen
herausgestanzt werden und diese Rondelle nach der Vorrichtung befördert werden,
welche das Umschlagen und Aufleimen des Papieres in das Innere der Kapsel bewirkt,
woselbst sie auf dem Boden der Schachteln aufgeklebt werden. Ferner sind noch Neuerungen
beim Pressen der Schachteln vorgesehen.
i. Bedrucken des Bandes (Fig. 1, 2, 3 und 4).
Es können ein oder mehrere schmale Bänder auf ein breites aufgedruckt werden. Zu diesem
Zwecke ist ein Metallrahmen angeordnet, welcher aus den Leisten Ra besteht, und welcher
in dem oberen Theil der Druckvorrichtung angeordnet ist. . . ■ ■
Der Vorgang ist folgender:
Auf einer Walze R 5 befindet sich das zu
bedruckende Papier B aufgespeichert. Von hier geht es über eine Walze wc, welche mit
einer Kautschuklage kb versehen ist; hierselbst wird der Farbstoff durch ein Lineal Ti auf-.
getragen. Das gefärbte Band läuft schliefslich über eine Anzahl von Laufwalzen/3/2/3/4/5
. bis /15, um hier an der Luft getrocknet zu werden, ehe es auf die Rolle R β aufgewickelt
wird. Um das Band in Bewegung zu setzen, wird die Welle a1 angetrieben, deren Winkelgeschwindigkeit
in dem Mafse verringert wird, in welchem der Durchmesser der Bandrollen zunimmt, so dafs eine constante lineare Geschwindigkeit
erreicht wird. Dies wird auf folgende Weise erzielt: Das Rad Rs wird durch eine Schnur angetrieben und treibt eine
Scheibe R\, gegen welche ein Rad M^ läuft,
dessen Entfernung vom Mittelpunkt der Scheibe R$ geändert'werden kann (Fig. 1 und 2).
Je nachdem nun das Rad M\. dem Mittelpunkt der Scheibe R%' genähert oder von
diesem entfernt wird, wird die Geschwindigkeit desselben geändert. Diese Bewegung des Rades
M\ wird der Welle a1 mitgetheilt, auf
welcher das Rad M\ gleiten kann. Auf der Welle λ2 ist ein Zahnrad ^1 befestigt, welches
die Bewegung der Welle a2 auf das mit der Schraube j1 fest verbundene Zahnrad ^2 überträgt.
Auf der Schraube sl befindet sich eine Schraubenmutter^2, welche mit Hülfe der
Stange Lm die mit dem Rad M\ verbundene
Muffe verschiebt. . Das bedruckte Band B kann als solches verwendet oder satinirt werden.
Das Band B wird hierauf (Fig. 3) auf die Rolle R 4 geleitet; hierselbst wird es geleimt
und über die Laufrollen 4 und 5 zu dem im Haupt - Patent näher beschriebenen Wagen K
geleitet. .
2. Continuirliche Zuführung des Bandes
(Fig. 3 und 4).
Die Bewegung dieser Vorrichtung wird von der Welle 239 (s. Haupt-Patent) abgeleitet.
Auf diese Welle wird eine Schraube ohne Ende F* gekeilt (Fig. 3 und 4), welche, in ein
auf der Welle C2 befestigtes Schneckenrad F5 eingreift. Auf der Welle C2 ist das konische
Zahnrad Fä befestigt, welches in das auf der
verticalen Welle C3 befestigte Zahnrad F1 eingreift.
Die Welle C3 überträgt ihre Bewegung auf einen Tisch Tr, auf welchem ein Rad I'2
läuft; ■ letzteres . kann man mit Hülfe einer Schraube J2, Fig. 4, mehr oder weniger vom
Mittelpunkt entfernen. Die Schraube J'2 kann durch den geränderten Knopf Kn verstellt und
somit die Geschwindigkeit des Rades P regulirt werden. Dieses Rad Γ2 bewirkt die Bewegung
der Walze G und des Kettenrades r des Haupt-Patentes, welche zum Weitertransportiren
des Papieres dienen. Um den Weitergang des Papieres unterbrechen zu können, ist auf
der Welle C3 eine Muffe O2 angeordnet, welche
mit dem Tisch verbunden ist. Diese Muffe kann auf der Welle C8 unter Zuhülfenahme
eines Längskeiles gleiten, während eine Feder o3 beständig den Tisch Tr gegen das Laufrad J2
prefst. Um die Bewegung von J2 zu unterbrechen, braucht man daher nur den Tisch Tr
nach unten zu drücken, zu welchen? Zwecke ein in a" angelenkter Hebel L1 vorgesehen
ist, dessen eines Ende gegen den Mittelpunkt des Tisches Tr drückt und dessen anderes
Ende unter Vermittelung eines in. d" angelenkten Hebels L2 beeinflufst wird. Der in d'"
gelagerte Hebel L2 wird an seinem freien Ende durch ein Excenter O* beeinflufst, welches
durch einen kleinen Handhebel Kn gedreht werden kann.
3. Abstofsen der Kapsel von dem Dorn nach der Leimung desselben (Fig. 5 und 6).
Die Vereinfachung besteht dem Haupt-Patent gegenüber darin, dafs der gelenkige Kanal 103,
Kanal 109, bewegliche Boden 111 und somit
die Theile 108, 106, 112, 113, 114, 115 weggelassen
sind. Ferner fällt die Klappe 104 des Dornes 99 fort und somit die Blattfeder 105.
Es bleibt demnach noch folgende Anordnung übrig: Der Dorn 99 und der Kolben 23 halten
die Kapsel Kp zwischen sich, um dieselbe über den Kanal Ka zu bringen. In diesem Augenblick
gehen beide- Kolben rasch zurück und die freigegebene Kapsel fällt vertical in den
gewundenen Kanal Ka. Dieser Kanal Ka hat eine scharfe Neigung und ist derartig construirt,
dafs die Kapsel am Drehen verhindert ist. Die in den Kanal Ka hineinfallende Kapsel legt
sich schliefslich in die Zelle 110 der Platte 135,
um daselbst der im Haupt-Patent unter 7. beschriebenen Ärbeitsvorrichtung unterworfen zu
werden. Um zu verhindern, dafs eine auf dem Dorn 99 sich festsetzende Kapsel nicht auf
diesem Dorn verbleiben kann, wird auf dem Ende des Dornes 99 eine Hülse Hd angeordnet,
durch . welche der Dorn hindurchgestofsen werden kann. Diese Hülse wird durch einen auf 99 befestigten Stift S10 am
Herabgleiten gehindert und durch eine Feder beeinflufst; der Stift S10 greift in eine in der
Hülse angeordnete Nuth ein, so dafs, wenn der Kolben 23 die Kapsel auf 99 legt, die
Hülse Hd gegen die Kapsel stöfst, wobei die Feder zusammengedrückt wird. Entfernen sich
der Dorn 99 und der Kolben 23 von einander, so wirkt die Hülse Hd auf die Kapsel
und stöfst sie von dem Dorn ab. Im übrigen sind zum Antrieb des Dornes 99 und Kolbens 23
dieselben Vorrichtungen verwendet wie im Haupt-Patent, nur ist die Gestalt der Curvenscheibe
etwas verändert.
4. Bod enbekleb vorrichtu ng.
Die weitere Neuerung liegt in der Anordnung einer zwischen der im Haupt-Patent unter
7. und 8. bezeichneten Arbeitsvorrichtung eingeschalteten Vorrichtung, welche darin besteht,
selbstthätig Papierrondelle aus einem geleimten Papierstreifen auszustanzen und diese Rondelle
in die Umschlagvorrichtung zu bringen, welche sie auf dem Boden der Kapsel aufleimt (Fig. 5
und 7). Das geleimte Papier Ba, aus welchem die Rondelle gestanzt werden sollen, wird von
einer Walze R7 zwischen zwei Führungsrollen 4a und 4b und 5 a und 5 b hindurchgeführt,
welche auf passende Weise in Umdrehung versetzt werden. Die Bewegung von
4a auf 5 a wird mit Hülfe einer Kette übertragen, während 5 a durch ein Kegelzahnrad Fs
angetrieben wird (Fig. 5). Dieses Rad Fs greift in ein Rad F9 ein, · welches auf der
Welle 171 befestigt ist; auf dieser Welle sind die Platten 135 und 136 befestigt, welche
intermittirend in Rotation versetzt werden.
Auf diese Weise wird das Band Ba durch die Vermittelung der Walzen 4a, 4b, 5a, 5b
intermittirend vorwärts . gezogen. Zwischen diesen beiden Walzen ist eine Matrize .Zm vorgesehen,
gegen welche sich ein Kolben g·3 bewegt und bei ms die runden Papierscheiben
ausstöfst. Der Kolben ~g3 wird durch den Hebel L4 auf- und nieder.bewegt, welcher auf
der im Haupt-Patent mit 141 bezeichneten
Welle befestigt ist.
Um die Papierrondelle aus der' Matrize Zm
in die Zellen hineinzuführen, ist noch ein innerer Kolben gi angeordnet, welcher sich in
dem Kolben g3 bewegt und durch eine Stange St angetrieben wird (Fig'. 5), welche
durch eine Stange St mit dem Kolben verbunden ist; ,die Stange St wird durch die
Stange St1 bewegt, welche bei s3 angelenkt
und durch die auf der Welle H1 aufgekeilte Curvenscheibe Tc bewegt wird. Die Vorrichtung
zum Stanzen ist in der Nähe des Trägers Tg angeordnet. Um die gummirten Papierrondelle,
welche sich nach dem Leimen aufrollen, wieder eben zu machen, wird oberhalb der Zelle 6
ein heifser feuchter Luftstrahl eingeprefst, welcher bewirkt, dafs die Papierrondelle sich
aufrollen und in den Zellen, welche hier mit. x1 bis x12 bezeichnet sind, flach hinlegen, so
dafs die Kapsel in der Zelle 8 sich genau auf die Papierscheiben legen kann. Dieser feuchte
heifse Luftstrom wird folgenderweise erzeugt: In einem Cylinder Vc, welcher von einem
Dampf hemd umgeben ist, bewegt sich ein Kolben, welcher die Luft durch eine Leitung 64
ansaugt. Diese Luft kommt von einem Behälter be, in welchem das Condensationswasser
des Dampfes sich ansammelt, welcher durch b1 und bs einströmt, um den Kolben des Cylinders
Vc herumkreist und schliefslich durch das Rohr b9 entweicht. Die Luft, welche in
b6 angesaugt wird, geht durch b9, in welchem
gleichfalls Condensationswasser ist. Hierselbst nimmt die Luft eine Menge Feuchtigkeit auf
und wird durch die Leitung Ix oberhalb der Zelle 6 ausgestofsen. Der Kolben des Cylinders
Vc wird mit Hülfe eines Hebels L3 angetrieben, welcher in L4 angelenkt und durch
die auf H1 aufgekeilte Curvenscheibe Tc bethätigt wird. Der Kolben wird durch eine
Feder Fe zurückgetrieben, so dafs bei seinem schnellen Zurückgang frische Luft einströmt.
Um die Rondelle auf dem Boden der Schachtel aufzukleben, wird die das Einschlagen des
Papieres in das Innere der Schachtel bewirkende Arbeitsvorrichtung benutzt. Der Kolben 137
preist in seinem Hubende die Kapsel auf die geleimte Rondelle auf, welche etwas gewärmt
ist, so dafs sie. leicht auf dem Boden der Schachtel haften bleibt. Um die Rondelle zu
erwärmen, wird der Dampf benutzt, welcher durch Z8 in eine Aushöhlung A5 strömt, welche
direct unterhalb des Kolbens 137 angeordnet ist. Dieser Dampf entweicht durch Ae.
5. Pressen der Kapsel (Fig. 8).
Nachdem die Kapseln in die Zellen der
Platte 183 eingelegt sind, werden sie durch einen Strom heifser trockener Luft getrocknet,
welcher sich über die Zellen 1', 2', 3' ergiefst.
Das Pressen geschieht in der Zelle 4'. Sind die Kapseln daselbst geprefst, so wandern sie
nach der Zelle 5', woselbst sich ein Kolben K33, Fig. 5, befindet, welcher sich senkt,
um die Platte 183 sich drehen zu, lassem
Dieses Niedersenken geschieht in demselben Augenblick, in welchem sich der Schlitten 208
bewegt, in welchem dieser Kolben K33 mit Hülfe eines Winkels W35 getragen wird. Der
Kolben K33 hat den Zweck, das Pressen des Randes der Kapsel zu beenden, indem er auf
dieselbe einen schwachen Druck ausübt, der durch die Feder/34 auf die Kapsel übertragen
wird, welche in der Zelle 5' nur durch ihren Rand gehalten wird. Die Spannung der Feder
f3i kann mit Hülfe einer auf die Stange
des Kolbens K33 aufgeschraubten Muffe verstellt werden. Die heifse Luft wird unter die Zellen
1', 2', 3' auf folgende Weise geleitet: Ein cylindrisches Gehäuse g·27 umgiebt einen Behälter,
in welchem die Luft von der Röhre b9 durch einen Ventilator eingeprefst wird. Der
Dampf, welcher den in g21 eingeschlossenen
Luftbehälter umkreist, condensirt und entweicht durch bs. Hierbei wird die in dem inneren
Behälter enthaltene Luft erhitzt und diese
» 30 y S1 ν 32
unter die Zelle 1', 2', 3' geleitet.
Claims (3)
1. Die Anordnung einer Druckvorrichtung, gekennzeichnet
durch eine mit Kautschuk belegte Rolle kb, über welche das Band
unter einem die Farbe auftragenden Lineal Ti hingeführt, von hier zum Trocknen an der
Luft über mehrere Rollen geleitet und auf eine Bandrolle aufgewickelt wird, deren
Winkelgeschwindigkeit vermittelst der Zahnräder^1^-2,
Schraube S1 und Schraubenmutter. y2, Verbindungsstange Lm und
Rad M% in dem Mafse verringert wird, in welchem der Durchmesser der Bandrollen
zunimmt.
2. Eine ununterbrochene Zuführung des geleimten Papierstreifens, gekennzeichnet durch
einen auf der Welle C3 mit einer Muffe aufgesetzten rotirenden Tisch Tr, welcher
unter Vermittelung des auf ihm laufenden und axial verstellbaren Rades P die das
Weiterschieben des Bandes A1 bewirkende Rolle G antreibt und dadurch aufser Thätigkeit
gesetzt werden kann, dafs er durch Hebel L1 L" niedergedrückt wird.
3. Eine Vorrichtung, welche nach der Leimung die Kapsel von dem Dorn abdrückt, gekennzeichnet
durch eine auf dem Ende des Domes angebrachte Hülse, welche beim'
Aufstofsen der Kapsel auf den Dorn auf
demselben zurückgeschoben wird und dabei eine Feder zusammenprefst, welche beim
Zurückgehen des Domes, die Hülse vortreibt und somit die Kapsel abstöfst.
Eine Vorrichtung zum Bekleben der Kapselböden, gekennzeichnet durch eine intermittirend wirkende Stanzvorrichtung g4 Zm, welche runde Papierscheiben (Rondelle) aus einem geleimten Band herausstanzt, welche Papierscheiben in die Zellen, in welchen das Umschlagen des Randes in die Schachtel bewirkt wird, eingelegt werden, woselbst sie zur Vermeidung des Aufrollens mit heifser feuchter Luft behandelt werden.
Eine Vervollständigung der Prefsvorrichtung, gekennzeichnet durch die Zuführung von heifser trockener Luft zum Trocknen der Kapseln und einen Kolben KBS, welcher vor die Kapsel geführt wird und durch eine vermittelst einer Muffe verstellbar angeordnete Federy34 einen schwachen Druck auf die Kapsel überträgt.
Eine Vorrichtung zum Bekleben der Kapselböden, gekennzeichnet durch eine intermittirend wirkende Stanzvorrichtung g4 Zm, welche runde Papierscheiben (Rondelle) aus einem geleimten Band herausstanzt, welche Papierscheiben in die Zellen, in welchen das Umschlagen des Randes in die Schachtel bewirkt wird, eingelegt werden, woselbst sie zur Vermeidung des Aufrollens mit heifser feuchter Luft behandelt werden.
Eine Vervollständigung der Prefsvorrichtung, gekennzeichnet durch die Zuführung von heifser trockener Luft zum Trocknen der Kapseln und einen Kolben KBS, welcher vor die Kapsel geführt wird und durch eine vermittelst einer Muffe verstellbar angeordnete Federy34 einen schwachen Druck auf die Kapsel überträgt.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE74236C true DE74236C (de) | 1900-01-01 |
Family
ID=347298
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT74236D Expired DE74236C (de) | Maschine zum Bekleben von Schachteln aus vorher getriebenen Pappkapseln |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE74236C (de) |
-
0
- DE DENDAT74236D patent/DE74236C/de not_active Expired
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