DE583303C - Verfahren zur Herstellung von Adenosinphosphorsaeure aus tierischen Organen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Adenosinphosphorsaeure aus tierischen Organen

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DE583303C
DE583303C DEC46744D DEC0046744D DE583303C DE 583303 C DE583303 C DE 583303C DE C46744 D DEC46744 D DE C46744D DE C0046744 D DEC0046744 D DE C0046744D DE 583303 C DE583303 C DE 583303C
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phosphoric acid
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animal organs
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07HSUGARS; DERIVATIVES THEREOF; NUCLEOSIDES; NUCLEOTIDES; NUCLEIC ACIDS
    • C07H1/00Processes for the preparation of sugar derivatives

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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Adenosinphosphorsäure aus tierischen Organen Es ist bekannt, daß alle tierischen Organe (Blut, Muskel usw.) freie Adenosinphosphorsäure in Mengen bis zu 1,5 g pro i kg Organ enthalten (Druryu. Szent-Györgyi, P a r n a s , Ostern u. a.). Es sind in der Literatur einige Verfahren beschrieben zur Herstellung dieser Säure (E m b d e n u. Zimmermann, Zeitschrift für physiol. Chemie 167 [19a71 Seite 137; Zeitschrift für physiol. Chemie 179 [19a8] Seite 149; L o h -mann, Biochem. Zeitschrift aßß [1931] Seite 46o;- Hahn, Fischbach u. H a a r m a n n , Zeitschrift für Biologie 89 [193o] Seite 563). Diese sind jedoch von dem Verfahren gemäß vorliegender Erfindung grundverschieden.
  • Die Adenosinphosphorsäure aus tierischen Organen wurde bisher im größeren Maßstabe überhaupt nicht hergestellt, da dies nach den älteren bekannten Verfahren nicht gelang. Die Hauptschwierigkeit bei der Darstellung von Adenosinphosphorsäure bestand in der Trennung der Adenosinphosphorsäure und Inosinsäure. Das Auftreten von Inosinsäure, das Desaminierungsprodukt der Adenosinphosphorsäure, ist aber bei der Herstellung von Adenosinphosphorsäure unvermeidlich, da die Adenosinphosphorsäure in kürzester Zeit in Inosinsäure übergeht, welche - wenn einmal vorhanden - die Reindarstellung von Adenosinphosphorsäure in größeren Mengen nach den alten Verfahren verhinderte. Aus diesem Grunde mußten die früheren Darsteller der Adenosinphosphorsäure mit Muskeln von Tieren arbeiten, welche bereits wenige Minuten nach der Tötung verarbeitet wurden. Außerdem war man gezwungen, um überhaupt die Adenosinphosphorsäure abtrennen zu können, die Extrakte völlig von Eiweiß zu befreien, wobei ein großer Teil der Adenosinphosphorsäure verlorenging. Näeh dem vorliegenden Verfahren hingegen gelingt es einerseits, den Extrakt so schonend teilweise zu enteiweißen, daß dadurch keine nennenswerten Verluste an Adenosinphosphorsäure auftreten, andererseits die Adenosinphosphorsäure von der Inosinsäure mit Hilfe ihrer Bariumsalze oder Calciumsalze zu trennen, ein Verfahren, welches bisher nicht bekannt war. Da aber bei fabrikmäßiger Darstellung von Adenosinphosphorsäure stets damit gerechnet werden muß, daß ein Teil der Adenosinphosphorsäure in der Zeit zwischen der Tötung des Tieres und der Verarbeitung der Organe zu Extrakten in Inosinsäure übergeht, ist eine gelungene Trennung der Inosinsäure von der Adenosinphosphorsäure die Grundbedingung einer Reindarstellung der letzteren.
  • Ein weiterer Vorteil des vorliegenden Verfahrens ist, daß nur geringe Mengen der teuren Reagenzien, wie sie bisher angewendet wurden, verbraucht werden, denn die Abtrennung von Eiweiß aus den Extrakten und die Fällung der anorganischen Phosphate geschieht mit den billigsten Mitteln. Die früheren Verfahren gingen alle so vor, daß ein wässeriger Auszug aus den Organen mittels Trichloressigsäure oder Sublimat und Salzsäure völlig enteiweißt wird. Sodann werden durch Blei- bzw. Quecksilberacetat alle Phosphorverbindungen gleichzeitig gefällt; der Niederschlag wird mittels verschiedener Maßnahmen nacheinander von anorganischen und dann von organischen Phosphorverbindungen befreit, bis die Adenosinphosphorsäure schließlich aus einer wässerigen Acetonlösung kristallisiert erhalten wird.
  • Nach der vorliegenden Erfindung wird ein für die folgenden Verfahrensstufen genügend von Eiweiß befreiter Auszug erhalten, wenn man den wässerigen Organbrei kochend zunächst mit Essigsäure ansäuert, dann mit Natronlauge bis zur schwach alkalischen Reaktion versetzt und schließlich nochmals mit Essigsäure schwach ansäuert, worauf aus dem erhaltenen Extrakt zuerst nur die anorganischen Phosphate mittels Bariumhydroxyd oder Calciumhv droxyd gefällt werden. Aus dem erhaltenen Filtrat werden dann die organischen Phosphorverbindungen mittels Bleiacetat gefällt. Der Bleiniederschlag wird mittels Schwefelwasserstoff zersetzt. Die erhaltene bleifreie wässerige Lösung wird nun stark eingedampft, worauf man die inosinsauren Salze durch Kristallisation abscheidet und hierdurch die spätere Reindarstellung der Muskeladenosinphosphorsäure ermöglicht. Das in Lösung zurückbleibende adenosinphosphorsaure Salz wird mittels Ouecksilberacetat gefällt, der Niederschlag mit Schwefelwasserstoff zersetzt, die erhaltene Lösung eingedampft und von Barium bzw. Calcium mittels Schwefelsäure befreit. Schließlich wird die Adenosinphosphorsäure durch Kristallisation aus wässerig-alkoholischer Lösung gewonnen und nötigenfalls umkristallisiert. Beispiel i io kg frische Skelettmuskulatur vom Pferd werden mit der gleichen Menge siedenden Wassers versetzt und einige Minuten gekocht. Während des Kochens wird zuerst Essigsäure bis zur lackmussauren Reaktion, sodann Natronlauge bis zur schwach lackmusalkalischen Reaktion hinzugegeben. Schließlich wird so viel Essigsäure tropfenweise hinzugefügt, daß der Brei ganz schwach sauer wird. Der Brei wird sodann rasch abgekühlt und ausgepreßt. Das Filtrat wird mit Barytwasser versetzt, bis kein Niederschlag mehr entsteht. Der Niederschlag wird durch Abschleudern oder Filtrieren entfernt. Die Lösung wird mit Essigsäure neutralisiert und sodann mit Bleiessig versetzt, bis kein Niederschlag mehr entsteht. Der erhaltene Niederschlag -wird abgesaugt oder abgeschleudert, mehrmals gewaschen, dann in Wasser aufgeschwemmt und mittels Schwefelwasserstoff zersetzt. Hierauf wird die Lösung filtriert; das klare Filtrat wird mit- Bariumcarbonat neutralisiert, im Vakuum eingeengt, filtriert und über 48 Stunden im Eisschrank stehengelassen, worauf sich ein kristallinischer Niederschlag von inosinsaurem Barium bildet. Die abgesaugte klare Lösung wird nun mit Quecksilberacetat versetzt, bis sich kein Niederschlag mehr bildet. Der weißgelbliche Niederschlag wird abgesaugt, mehrmals gewaschen, in Wasser aufgeschwemmt und mit Schwefelwasserstoff zersetzt; sodann wird filtriert und die Lösung im Vakuum eingeengt. Nun wird aus der Lösung mittels verdünnter Schwefelsäure das "Barium ausgefällt, .das Filtrat wird mit 96°/oigem Alkohol bis zur stark milchigen Trübung versetzt und im Eisschrank stehengelassen. Es scheiden sich weiße, nadelförmige Kristalle der Adenosinphosphorsäure aus, welche nötigenfalls nochmals aus einer wässerig-alkoholischen Lösung umkristallisiert werden.
  • Ausbeute an Adenosinphosphorsäure 3 g. Beispiel 2 5o kg frisches Blut von Schweinen - gut gekühlt bis zur Verwendung - werden unter Zusatz von Ammoniak oder Saponin hämolysiert, dann in die gleiche Menge mit Essigsäure schwach angesäuertes, siedendes Wasser laufen gelassen. Es wird sofort aufgekocht und mit Essigsäure schwach angesäuert, dann mit Natronlauge bis zur schwach alkalischen Reaktion gebracht, weiter durch neuerlichen, vorsichtigen Zusatz von Essigsäure wieder schwach angesäuert, wodurch eine vollständige Fällung des Blutfarbstoffes stattfindet. Die weitere Verarbeitung erfolgt, wie unter Beispiel i angegeben.
  • Ausbeute an Adenosinphosphorsäure etwa 2 g. Beispiel 3 Frische Rinderherzen werden in genau derselben Weise, wie bei Beispiel i angegeben, auf Adenosinphosphorsäure verarbeitet.
  • Ausbeute aus io kg frischen Rinderherzen etwa 2 g. ,

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: Verfahren zur Herstellung von Adenosinphosphorsäure aus tierischen Organen, dadurch gekennzeichnet, daß z. ein wässeriger Auszug aus tierischen Organen in der Weise bereitet -wird, daß der zum Kochen erhitzte Organbrei zunächst mit Essigsäure angesäuert, dann mit Natronlauge bis zur schwach alkalischen Reaktion versetzt und schließlich nochmals mit Essigsäure schwach angesäuert wird, a. daß der wässerige, noch teilweise eiweißhaltige Auszug mittels Hydroxyden der alkalischen Erden von anorganischen Phosphaten befreit wird. 3. daß aus dem von anorganischen Phosphaten befreiten, wässerigen Organauszug das Barium- bzw. Calciumsalz der physiologisch unwirksamen Inosinsäure durch Kristallisation ausgeschieden wird, q.. daß die reine Adenosinphosphorsäure durch Kristallisation aus der von anorganischen Phosphaten und von Inosinsäure auf obige Weise befreiten Lösung gewonnen wird.
DEC46744D 1932-08-03 1932-08-03 Verfahren zur Herstellung von Adenosinphosphorsaeure aus tierischen Organen Expired DE583303C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE972166C (de) * 1942-06-03 1959-05-27 Telefunken Gmbh Verfahren und Vorrichtung zum Loeschen eines Magnetogrammtraegers, der zu einer Spule gewickelt ist

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE972166C (de) * 1942-06-03 1959-05-27 Telefunken Gmbh Verfahren und Vorrichtung zum Loeschen eines Magnetogrammtraegers, der zu einer Spule gewickelt ist

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