AT146493B - Verfahren zur Gewinnung von Muskeladenylsäure. - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Muskeladenylsäure.

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  Verfahren zur Gewinnung von Muskeladenylsäure. 



   Es ist bekannt, aus der in tierischen Geweben vorkommenden, als Adenylpyrophosphorsäure bezw. Adenosintriphosphorsäure bezeichneten Verbindung aus Phosphorsäure und Muskeladenylsäure letztere zu gewinnen. Nach Lohman (Bio. Z. 233 [1931] 460 ; C. 1931, II, 739) wird aus dem mittels Trichloressigsäure erhaltenen Extrakt frischer Kalt-oder Warmblütermuskulatur die Adenylpyrophosphorsäure in Form ihrer Erdalkalisalze abgeschieden ; die so gewonnenen Salze werden sodann nach mehrmaliger Umfüllung bei schwach alkalischer Reaktion in der Hitze hydrolysiert. Durch die mehrmalige Umfüllung des Zwischenproduktes ist dieses Verfahren für die technische Herstellung der Muskeladenylsäure als zu umständlich bzw. zu teuer nicht geeignet. 



   Es wurde nun gefunden, dass man die Muskeladenylsäure durch alkalische Hydrolyse der aus den mit Hilfe wässriger Trichloressigsäure gewonnenen Muskelextrakten ausgefällten Erdalkalisalze der Adenylpyrophosphorsäure in einfacherer Weise gewinnen kann, wenn man die letzteren ohne besondere Reinigung, also unmittelbar in dem Zustande, wie sie durch Fällung der Extrakte mit Erdalkalihydroxyden, wie Calcium-, Barium-oder Strontiumhydroxyd erhalten werden, gegebenenfalls nach Abtrennung von der Mutterlauge der Hydrolyse bei erhöhter Temperatur unterwirft und aus den Hydrolysaten nach Ausfällen der Phosphorsäure und Abtrennen des Niederschlages die Adenylsäure in bekannter Weise mit einem wasserlöslichen Bleisalz ausfällt und durch Zerlegen der entstandenen Fällung mit Schwefelsäure abscheidet.

   Diese Art der Abscheidung bietet den Vorteil, dass das Bleiion aus dem entstandenen Adenylsäurebleisalz ohne Zuhilfenahme von Schwefelwasserstoff beseitigt wird, wodurch die sonst infolge Adsorption an den Bleisulfidniederschlag eintretenden Verluste an Adenylsäure vermieden werden. 



   Das Verfahren wird beispielsweise so ausgeführt, dass man frisches Muskelfleisch mit verdünnter wässriger   Trichloressigsäurelösung   extrahiert, die Lösung mit Kalkmilch alkalisch macht, einige Zeit auf Temperaturen zwischen ungefähr   500 und 1000 bzw.   fast zum Sieden erhitzt und dann durch Zugabe von Bariumacetat das anorganische Phosphat abscheidet. Die Erhitzungsdauer richtet sich nach dem angewandten Erdalkalihydroxyd sowie nach der Temperatur ; sie beträgt etwa zwischen 10 Minuten und 10 Stunden. Aus dem Filtrat fällt man dann die enstandene Adenylsäure mit Bleiacetat und zerlegt die Fällung mit Schwefelsäure. Aus dem Filtrat vom Bleisulfat kann nach Entfernung der überschüssigen Schwefelsäure die Adenylsäure in bekannter Weise, z. B. durch Eindampfen im Vakuum, gewonnen werden. 



   Man kann das Verfahren auch so ausführen, dass man die Alkalisierung der Rohextrakt mit Erdalkalihydroxyd, z. B. Bariumhydroxyd, vornimmt, wobei man in möglichst grosser Konzentration arbeitet, den entstandenen, das adenosintriphosphorsaure Barium enthaltenden Niederschlag abtrennt und diesen durch Erhitzen in wässriger Suspension in adenylsaures Barium überführt. Die weitere Reinigung der Adenylsäure durch Überführung derselben in ein Schwermetallsalz, Abtrennung und Zerlegung des letzteren, geschieht in der oben angegebenen Weise. 



   Die Ausbeute beträgt durchschnittlich   0. 5 g   Muskeladenylsäure je 1 kg Frischfleiesh, während mit Hilfe der oben erwähnten bekannt gewesenen Verfahren ein Arbeiten in technischem Massstab nicht möglich ist. 



   Beispiel 1 : 1 kg Muskelfleisch vom Pferd wird unmittelbar nach dem Schlachten durch einen mit Eis gekühlten Fleischwolf in 21 auf   00 vorgekühlte 10%ige Trichloressigsäurelösung   eingemahlen und das Ganze 1/2 Stunde unter Kühlung   gründlich   verrührt. Man presst dann gut ab, macht das Filtrat mit Hilfe von Kalkmilch phenolphtaleinalkalisch, erhitzt während 5 Stunden auf   90-1000 und kühlt   

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 dann rasch auf Zimmertemperatur ab. Man setzt so lange   20% ige Bariumacetatlosung   zu, bis keine weitere Fällung mehr auftritt und filtriert. Das Filtrat wird mit Bleiacetatlösung gefällt, die Fällung gründlich 
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 von überschüssiger Schwefelsäure durch Zugabe von Bariumhydroxyd quantitativ befreit und im Vakuum bis zur beginnenden Kristallisation eingeengt.

   Durch vorsichtig Zugabe von Alkohol oder Aceton wird die Muskeladenylsäure dann vollends   in kristallisierter   Form abgeschieden. 



   Beispiel   S   :   kg     Herzmuskel vom'Pferd   wird unmittelbar nach dem Schlachten, wie in Beispiel 1, verarbeitet. Die erhaltene   Trichloressigsäurelosung wird   mit Natronlauge bis zur kongonegativenReaktion 
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 alkalisch gemacht und die Fällung durch Zugabe von Bariumacetatlösung vervollständigt. Die Fällung wird nunmehr abgetrennt, in Wasser verteilt, die Aufschwemmung gegebenenfalls mit so viel Barium- hydroxydlösung versetzt, dass sie deutlich phenolphtaleinalkalische Reaktion zeigt, und dann wie in
Beispiel 1 erhitzt und weiter aufgearbeitet. 



   An Stelle des Bariumhydroxyds   bzw.-acetats   lassen sich auch Strontiumhydroxyd bzw.-aeetat verwenden. 



    Beispiel 3 : 10 Muskelfleisoh werden sofort nach dem Schlachten durch einen gekühlten Fleiseh-   wolf in   10 ! vorgekühlte 10% ige   Trichloressigsäure   eingemahlen.   Man rührt 1 Stunde unter Kühlung und presst dann in einer hydraulischen Presse gut ab. Der Presssaft wird durch Kieselgur klar filtriert und mit Natronlauge- neutralisiert, worauf man je Liter Lösung 10   g   Calciumhydroxyd einträgt. Man schleudert sofort ab, verteilt die Fällung in 5l Wasser und erhitzt 3 Stunden unter Rühren auf dem Dampfbad. Nach dem Abkühlen auf Zimmertemperatur gibt man unter Rühren so lange Oxalsäure zu, bis eine abfiltrierte Probe auf weiteren Zusatz eben keine Trübung mehr gibt. Man saugt ab, macht das Filtrat mit Bariumhydroxydlösung eben phenolphtaleinalkalisch und filtriert die Fällung ab.

   Aus dem Filtrat wird dann mit Schwefelsäure das Barium entfernt, worauf man im Vakuum bis zur beginnenden Kristallisation einengt. Beim Stehen in der Kälte kristallisiert dann die reine Muskeladenylsäure aus.

Claims (1)

  1. PATIENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Gewinnung'von Muskeladenylsäure durch alkalische Hydrolyse'der aus den durch Extraktion von frischen tierischen Muskelgewebe mit wässrigen Lösungen von Trichloressigsäure gewonnenen Extrakten ausgefällten Erdalkalisalze der Adenylpyrophosphorsäure, dadurch gekennzeichnet, dass man die letzteren ohne besondere Reinigung, also unmittelbar in dem Zustande, wie sie durch Fällung der Extrakte mit Erdalkalihydroxyden gewönnen werden, gegebenenfalls nach Abtrennung von der Mutterlauge, der Hydrolyse bei erhöhter Temperatur unterwirft und aus den Hydrolysaten nach Ausfällen der Phosphorsäure und Abtrennen des Niederschlages die Adenylsäure in bekannter Weise mit einem wasserlöslichen Bleisalz ausfällt und durch Zerlegen der entstandenen Fällung mit Schwefelsäure abscheidet.
AT146493D 1932-03-12 1933-03-11 Verfahren zur Gewinnung von Muskeladenylsäure. AT146493B (de)

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