DE595362C - Verfahren zur Reinigung herzwirksamer Stoffe - Google Patents

Verfahren zur Reinigung herzwirksamer Stoffe

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DE595362C
DE595362C DE1930595362D DE595362DD DE595362C DE 595362 C DE595362 C DE 595362C DE 1930595362 D DE1930595362 D DE 1930595362D DE 595362D D DE595362D D DE 595362DD DE 595362 C DE595362 C DE 595362C
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DE
Germany
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salts
heart
substances
precipitation
cleaning
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Expired
Application number
DE1930595362D
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Karl Ludwig Lautenschlaeger
Dr Fritz Lindner
Dr Rudolf Rigler
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
IG Farbenindustrie AG
Original Assignee
IG Farbenindustrie AG
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Description

DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM 11. APRIL 1934
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 12 p GRUPPE 17 ίο
12PI51.30 ■
I. G. Farbenindustrie Akt,-Ges. in Frankfurt a. M.*) Verfahren zur Reinigung herzwirksamer Stoffe
Patentiert im Deutschen Reiche vom 15. März 1930 ab
Es wurde gefunden, daß man aus herzwirksame Substanzen enthaltenden, aus tierischen Geweben gewonnenen Rohextrakten die herzwirksamen Substanzen in reinerer und konzentrierter Form dadurch gewinnen kann, daß man sie aus diesen Extrakten mit Kuprosalzen zur Abscheidung bringt und die erhaltenen Fällungsprodukte vom Fällungsmittel befreit. Solche Rohextrakte können durch Hydrolyse, die unter proteidspaltenden Bedingungen bei neutraler bis schwach alkalischer Reaktion erfolgt, aus Herzen, Muskeln, anderen eiweißhaltigen tierischen Stoffen, wie beispielsweise Serum, Blutkuchen, Drüsen, Organen, tierischer Haut α. dgl., gewonnen werden.
Anstatt die. fertigen Kuprosalze dem Extrakt zuzusetzen, kann man auch die Kuprosalze erst in der Lösung entstehen lassen, beispielsweise durch gleichzeitige Anwendung von Kuprisalzen und Reduktionsmitteln. Zweckmäßig kann die Fällung durch Zusatz von anderen Metallsalzen, wie Natriumacetat oder anderen Alkali- oder Erdalkalisalzeni, unterstützt werden. Die weitere Verarbeitung der Fällungen auf die wirksamen Substanzen erfolgt durch Zerlegung der erhaltenen Fällungsprodukte nach bekannten Methoden, beispielsweise mittels Schwefelwasserstoff bzw. Natriumsulfid.
Von dem Patentsucher sind als die Erfinder angegeben worden:
Dr. Karl Ludwig Lautenschläger in Frankfurt a. M., Dr. Frits Lindner und Dr. Rudolf Rigler in Frankfurt a. M.-Höchst.
Die erhaltenen Substanzen bewirken eine starke Erweiterung der Coronargefäße und können am Warmblüterherzpräparat nach Langend ο rff ausgewertet werden.
Beispiele
1.-500 ecm der durch Extraktion von Muskeln mit wasserlöslichen organischen Lösungsmitteln in Gegenwart von Wasser erhaltenen Lösung der herzwirksamen Substanzen werden mit destilliertem Wasser auf 21 verdünnt und nach Zusatz von 100 g Natriumacetat und 160 ecm 40 0/0 ig er Natriumbisulfitlösung zum Sieden erhitzt. Nunmehr wird mit ioO/oiger Kupfersulfatlösung gefällt, bis kein weiterer Niederschlag mehr entsteht, wozu etwa 200 ecm der Kupfersulfatlösung nötig sind. Die Flüssigkeit wird 3 Minuten im Sieden gehalten, dann wird die hellbraune flockige Fällung heiß abfiltriert und mit heißem Wasser gründlich ausgewaschen. Die Fällung wird dann in */2 1 destilliertem Wasser suspendiert, mit verdünnter Salzsäure schwach angesäuert und durch Einleiten von Schwefelwasserstoff in der Hitze zerlegt. Das abgeschiedene Kupfersulfid wird durch Filtrieren entfernt und gründlich mit Wasser ausgewaschen. Das Filtrat wird im Vakuum zur Trockne gebracht. Der Rückstand wird mit 100 ecm Wasser aufgenommen,
neutralisiert und entsprechend dem Ausfall der Prüfung am Herzpräparat nach Langendorff weiterverdünnt.
2. 1Z2I der bei der Verarbeitung von Pankreas auf blutzuckersenkende Substanz nach deren Abtrennung mit Ammonsulfat anfallenden Mutterlauge wird mit Wasser auf 2 1 verdünnt und nach Zusatz von Natriumacetat und Natriumbisulfitlösung, wie in Beispiel ι angegeben, mit ioo/oiger Kupfersulfatlösung gefällt. Die weitere Verarbeitung des Niederschlages erfolgt wie in Beispiel i.
3. Muskel werden mit Aceton in Gegenwart von Natronlauge extrahiert. Der nach FiI-trieren und Eindampfen des Extraktes bleibende Rückstand wird in Wasser gelöst; aus der Lösung werden zunächst Ballaststoffe und dann die wirksame Substanz mit Alkohol ausgefällt. 400 ecm einer wäßrigen Lösung des so erhaltenen Produkts werden nach Zusatz von 24 g Natriumacetat und 40 ecm 400/oiger Bisulfitlösung zum Sieden erhitzt und mit 80 ecm ioo/0iger Kupfersulfatlösung gefällt. Die hellbraune flockige Fällung wird heiß abfiltriert, mit heißem Wasser ausgewaschen und mit Schwefelwasserstoff zerlegt. Das Filtrat vom abgeschiedenen Kupfersulfid wird im Vakuum zur Trockne gebracht, der Rückstand mit Wasser aufgenommen, evtl.
neutralisiert und am Langendorff-Herz ausgewertet.
4. 500 ecm der in Beispiel 1 verwandten wäßrigen Lösung werden zum Sieden erhitzt, und es werden dann ioig festes Kuprochlorid eingetragen. Die hellbraune flockige Fällung wird abfiltriert und wie in Beispiel 1 weiterverarbeitet.

Claims (2)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Reinigung herzwirksamer Stoffe aus tierischen Geweben, da-
' durch gekennzeichnet, daß man aus nach üblichen Methoden gewonnenen, herzwirksamen Substanzen enthaltenden Rohextrakten mit Kuprosalzen, gegebenenfalls in Anwesenheit von anderen die Fällung begünstigenden Metallsalzen, wie Alkali- oder Erdalkalisalzen, die herzwirksamen Substanzen ausfällt und die erhaltenen Fällungsprodukte vom Fällüngsmittel nach für die Fällung des Kations des angewandten Schwermetallsalzes bekannten Methoden befreit.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Kuprosalze in dem die herzwirksamen Substanzen enthaltenden Rohextrakt entstehen läßt.
DE1930595362D 1930-03-14 1930-03-14 Verfahren zur Reinigung herzwirksamer Stoffe Expired DE595362C (de)

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