DE55941C - Maschine zur Herstellung von Knopfuntertheilen mit Drahtöse - Google Patents
Maschine zur Herstellung von Knopfuntertheilen mit DrahtöseInfo
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- B21—MECHANICAL METAL-WORKING WITHOUT ESSENTIALLY REMOVING MATERIAL; PUNCHING METAL
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 44: Kurzwaaren.
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Maschine, mittelst welcher Knopfuntertheile
hergestellt werden, die aus einem Unterboden (Calotte) aus dünnem Metallblech und einer
in diesem Unterboden befestigten Drahtöse bestehen. Die Befestigung der durch Zusammenbiegen
eines Drahtstückes gebildeten Oese wird dadurch bewirkt, dafs die in die Calotte eingesteckten
Enden des Drahtes bezw. die Schenkel der Oese auf die Innenfläche des Unterbodens
umgebogen werden.
In den l beiliegenden Zeichnungen, Blatt I
bis III, ist die Maschine theils im Zusammenhange, theils durch einzelne Theile veranschaulicht.
Die Fig. 1 zeigt einen senkrechten Schnitt nach x-x und die Fig. 2 einen senkrechten
Schnitt nach y-y der Fig. 3; letztere Figur stellt eine Oberansicht des Arbeitstisches
der Maschine dar. Die Fig. ia und ib zeigen den Unterboden bezw. die Oese mit Unterboden,
vereinigt. In den Fig 4 bis 9 sind einzelne Theile der Maschine zur Darstellung
gebrächt.
Zur Herstellung der vorbezeichneten Knopfuntertheile sind in der Maschine drei Haupteinrichtungen
vereinigt; dieselben bestehen zunächst aus einem zur Anfertigung der Drahtösen ο (Fig. ib), sodann aus der zur Herstellung
der ■ Unterböden c (Fig. ia) dienenden Vorrichtung,
und endlich aus derjenigen Einrichtung, durch welche das Umlegen der Oesenschenkel
auf die Innenfläche der. Unterböden bewerkstelligt wird.
Der Antrieb der besagten Vorrichtungen erfolgt von der in dem Untergestell der Maschine
gelagerten Welle W aus, welche mechanisch mittelst Riemscheibe R (Fig. 2) oder auch
durch Hand- oder Fufsbetrieb in Umdrehung versetzt wird.
Die Zusammensetzung der Drahtöse, deren Herstellung nebst der dazu benutzten Maschine
weiter unten erläutert werden wird, mit dem Unterboden erfolgt nun in der Weise, dafs
die Oese einer im Arbeitstisch A der Maschine in gleichmäfsigen Zwischenzeiten in der Richtung
des Pfeiles, Fig. 3, umgedrehten Scheibe B zugeführt wird, welche die Oese am Rande
aus dem Oesenapparat bei 1 aufnimmt, indem dieselbe, hier auf einen vertieft liegenden Dorn d
gedrückt wird, wie es in der Fig. 4 in Vorder- und Oberansicht, sowie im Querschnitt in
gröfserem Mafsstabe veranschaulicht ist. Die Scheibe B, deren Oberfläche mit der Tischfläche
in einer Ebene liegt, enthält sechs der Stifte d in gleicher Vertheilung und erhält
gleichmäfsig bei jeder Umdrehung der Haupttriebwelle W eine Sechsteldrehung, so dafs
also die Stifte α nach einander in die Stellung 1 gelangen. Ist hier eine Oese aufgenommen
worden, so kommt dieselbe bei der nächsten Drehung in die Stellung 2, wobei sie, mit den
Schenkeln nach oben vorstehend, an der Innenfläche der . Tischausbohrung vorbeigeführt
wird. Während des Stillstandes der Scheibe B wird auf die besagten Oesenschenkel, wie aus
II (Fig. ι b) ersichtlich, ein Unterboden gesteckt, welcher nun bei der weiteren, Sechsteldrehung
mit der Oese in die Stellung 3 gelangt. Hier erfolgt mittelst eines einfallenden Stempels eine
theilweise Ausspreizung der Oesenschenkel, so dafs dieselben die in III (Fig. 1 b) gezeichnete
Lage erhalten, aus welcher dieselben nach nochmaliger Drehung durch einen weiteren
Stempel in die durch IV gekennzeichnete, gänzlich umgelegte Stellung gebracht werden,
womit die feste Vereinigung von Unterboden und Oese erreicht ist. Die nächste Sechsteldrehung
führt den nunmehr fertigen Knopf-
untertheil in Stellung 5 (Fig. 3) über eine Oeffnung O des Tisches A, und ein auf dem
letzteren befestigter, als flache Feder gestalteter Anlauf N streift an einer entsprechend geformten
und gerichteten Kante die Oese von dem Dorn d, Fig. 4, wonach der Knopfuntertheil
durch genannte Oeffnung O in eine Rinne und durch diese in einen Sammelbehälter fällt. In
Stellung 6 ist der Dorn leer und wird nun in Stellung 1 wieder mit einer in dem Oesenapparat
hergestellten Oese versehen.
An der Scheibe B ist an der unteren Seite ein Schaft α angebracht (Fig. 1 und 2), welcher,
durch eine unter der Tischplatte sitzende Verdickung gehend, unter der letzteren mit einem
Sperrrad s versehen ist, in welches eine Klinke k eingreift, die auf einem auf dem Schafte unter
dem Sperrrade angeordneten Hebel h befestigt ist und durch eine Feder Ar1 stets mit dem
Sperrrad in Eingriff gehalten wird. Das letztere enthalt, wie aus Fig. 5 — welche einen waagrechten
Schnitt nach Z-Z der Fig. 1 darstellt — zu ersehen ist, in gleicher Eintheilung sechs
Zähne, so dafs der Schaft α bezw. die Scheibe B durch eine entsprechende Drehung des Hebels h
um eine Sechsteldrehung gedreht werden kann. Der bezeichnete Hebel h wird durch
eine Feder f in der in Fig. 5 punktirt gezeichneten Lage gehalten, wobei die Klinke k
gerade vor einem Zahn des Sperrrades 5 liegt und die Drehung des Hebels aus dieser Lage,
in welcher derselbe an einem unter der Tischplatte befestigten Anschlag It1 Stütze findet,
erfolgt mittelst eines auf der Achse W sitzenden, entsprechend gestalteten Daumens u,
welcher den Hebel während des Vorbeiganges an demselben um so viel dreht, dafs das
Sperrrad hierbei um den Abstand eines Zahnes vom anderen, also um eine Sechstelumdrehung
weiter gedreht wird. Nach dem Vorbeigang des Daumens bringt dann die Feder den
Hebel/: in die punktirte Stellung, Fig. 5, zurück, wobei die Klinke k, das Rad 5 stehen
lassend, nach dem Rückgang hinter dem nächsten Zahn einfällt. Es ist ersichtlich, dafs
also bei jeder Umdrehung der Welle W innerhalb eines kurzen Theiles dieser Umdrehung
die Scheibe B jedesmal um ein Sechstel gedreht wird. Damit die letztere stets fest auf
dem Boden der Vertiefung der Tischplatte A aufliegt, ist auf dem Schafte α eine Schraubenfeder
η (Fig. 1) angeordnet, welche die Scheibe fest in die Vertiefung des Tisches einzieht.
Ueber der Scheibe B ist centrisch zu derselben ein von der Stütze G getragener Cylinder
C angeordnet, welcher das zur Prägung des Unterbodens dienende Stanzwerk trägt und
welcher den zum Ausspreizen und Umlegen der Oesenschenkel angewendeten Stempeln zur
Führung dient. Das Stanzwerk, in Fig. 2 in Vorderansicht und in Fig. 9 in der Seitenansicht
dargestellt, besteht aus dem Oberstempel t, welcher von einem Arme Z1 getragen wird, der
am Ende der senkrecht in dem Cylinder C auf- und abbeweglichen Stange g sitzt, und aus
dem in die Tischplatte A eingelegten Sattel b mit dem in der Mitte desselben angebrachten
Unterstempel ^1 (Fig. 2 und 3).
Zur Herstellung eines Unterbodens wird eine in entsprechender Gröfse ausgepreiste runde
Platte (Fig. ia) über die Höhlung des Sattels b gelegt und der Oberstempel t auf dieselbe fallen
gelassen, wodurch sie in die Sattelhöhlung eingedrückt und gleichzeitig durch den Unterstempel
b1 , welcher dabei in eine entsprechende Oeffnung des Oberstempels eintritt, mit dem
für die Oese bestimmten Loch versehen. Die Fallkraft des Stempels wird durch ein auf der
Führungsstange g desselben angebrachtes Gewicht gx erzeugt, und das Anheben des Stempels
,vermittelt eine in den Lagern m m verschiebbare Stange m}, welche mit ihrem oberen
Ende frei unter das besagte Gewicht gl fafst. Diese Stange wird an dem Nocken m2 durch
einen Winkelhebel Hx gehoben, der sie auf
einem Bolzen ex des Lagerstuhles e drehen
kann. Die Bethätigung genannten Winkelhebels erfolgt durch einen in den Schenkel Z1
eingreifenden Stift p, welcher in dem auf dem Arbeitstisch befestigten Lager p} waagrechte
Führung erhält und welcher mit dem vor dem Lager vorstehenden Ende gegen eine an der
Kopffläche der auf der Haupttriebwelle W sitzenden Scheibe E angebrachte Bahn p2 anliegt. Die letztere hat an einer Stelle ps (Fig. 1)
eine Aussparung, welche einerseits plötzlich abfällt, so dafs, wenn diese Stelle bei der
Drehung der Scheibe E vor den Stift ρ gelangt, dieser in die genannte Aussparung einspringen
kann, wodurch die Stange JM1 in dem
Hebelarm i die Unterstützung verliert, so dafs nun der Stempel f unter Einwirkung des Gewichtes
gx in den Sattel b einschlägt und dabei
den Unterboden in der beschriebenen Weise ausstanzt. Nach Vorbeigang der Aussparung p3
gelangt zunächst eine schiefe Ebene der Bahn p.2
vor den Stift p, welche in einem weniger hohen Theil der genannten Bahn ausläuft, so
dafs der Stempel if zunächst nur einen Theil seines ganzen Hubes angehoben und einen
kurzen Zeitraum in dieser Höhe gehalten wird, um während dieser Zeit um die Achse der
Führungsstange g eine derartige Drehung auszuführen, dafs die Mitte des Stempels t gerade
über die Stelle 2 (Fig. 3) der Scheibe B gelangt. Dadurch wird der Unterboden, welcher
bei der Prägung stets am Oberstempel hängen bleibt, mit ihrem Loch gerade über die Oesenschenkel
der bei 2 auf dem Dorn sitzenden Drahtöse gebracht und nun erst erfolgt ein
vollständiges Anheben des Stempels t durch das Hebewerk ρ I1 ι m15 indem die Bahn ρ2 mit
ihrem höchsten Theile vor den Stift ρ getreten ist, und welche nun den Stempel t bis zum
nächsten Einfallen in den Sattel in höchster Stellung erhält. Die beschriebene kurze Drehung
des Stempels aus seiner Lage über dem Sattel b in die Stellung über die Oese 2 (Fig. 3) wird
durch einen Hebel r bewerkstelligt, welcher auf der Stempelstange und auf dem Cylinder C
so angebracht ist, dafs er sich drehen, aber die Verschiebung der Stange nicht mitmachen
kann. Zu diesem Zwecke ist die Nabe des Hebels mit einer Eindrehung versehen, in
welche ein auf dem Cylinder befestigter Stift rx
eingreift; anderentheils enthält die Stempelstange g eine Längsnuth M1, in welche ein in
der Nabe des Hebels sitzender Stift M2 fafst;
auf diese Weise mufs also die Stange g der drehenden Bewegung des Hebels r folgen,
während sie, indem sich die Nuth M1 über den
Stift M2 verschieben kann, an der senkrechten
Bewegung nicht gehindert wird. An den mehrerwähnten Hebel r greift eine Lenkstange /,
welche an dem anderen Ende mit dem ebenfalls auf dem Bolzen ex des Lagerstuhles e
sitzenden Doppelhebel Z1 Z2 in Verbindung steht.
Der letztgenannte Hebelarm Z2 ist mit einem in dem Lager px waagrecht gelagerten Federstift
Z3 verbunden, welcher an seinem frei vorstehenden Ende von einer gleichfalls an
der Scheibe E angebrachten Bahn Z4 bethätigt wird, die neben der die Anhebung des Stempels
vermittelnden Bahn p2 angeordnet ist.
Diese Bahn Z4 besteht nur aus einer kurzen Erhöhung, welche, vor den Federstift Z3 tretend,
diesen entsprechend verschiebt, wodurch, wie aus der Fig. 2 leicht zu verfolgen ist, eine
Schwingung des Doppelhebels Z1 Z2 herbeigeführt
wird, welche durch die Lenkstange Z eine Drehung des Hebels r veranlafst. Hiermit
wird der Stempel t in die Stellung über den Sattel b gebracht, wie es in Fig. 2 und in der
einen Horizontalschnitt nach X1-X1 (Fig. 2)
darstellenden Fig. 8 gezeichnet ist. Ist die erhöhte Bahn Z4 an dem Federstift Z3 vorbeigegangen,
so drückt die Feder Z5 den besagten Stift vor, und es erfolgt nun die entgegengesetzte
Drehung des Hebels r und damit des Stengels t, welche diesen über die Stelle 2
(Fig. 3) bezw. über die Drahtöse bringt. Hat der Stempel t diese Stellung erreicht, so erfolgt
gleich nachher die vollständige Anhebung desselben, wie oben schon beschrieben. Damit
nun der an ihm haftende Unterboden bei seinem Aufwärtsgang abgestreift wird, so dafs
sie mit der OefFnung über die Oesenschenkel fällt, ist der Stempel in eine unter dem Cylinder
C befestigte Gabel wi (Fig. 2 und 8) eingeführt worden, deren Zinkenweite derart eingerichtet
ist, dafs sie den Stempel gerade umfafst und so den Unterboden von letzterem abstreift, sobald der Stempel aus der in Fig. 2
punktirt angedeuteten Lage in seine höchste Stellung gehoben wird. Um in den Stellungen,
welche die mit den Unterböden versehenen Oesen in 3 und 4 (Fig. 3) erreichen, die Oesenschenkel
aus einander zu spreizen bezw. gänzlich an die Innenfläche des Unterbodens umzulegen,
sind die in dem Cylinder C geführten Stempel D bezw. F vorgesehen,
welche natürlich genau über den Punkten 3 bezw. 4 stehen müssen. Diese Stempel sind
gemeinschaftlich an dem scheibenförmigen Gewicht H angebracht, welches von einer in der
Mitte des Cylinders Führung erhaltenden Stange / getragen wird. Während das Stempelende
D durch beiderseitige Abschragung etwas angeschärft ist, damit der Stempel zwischen
die nur wenig aus einander stehenden Oesenschenkel eintreten kann, ist der Stempel F
entsprechend abgerundet, derart, dafs die Schenkel nach seinem Einfallen sich der Rundung
des Unterbodens anpassen. Die besagte, das Gewicht H tragende Stange J ist nach
unten durch die Scheibe B und den Schaft derselben verlängert und kurz vor dem Ende
unterhalb des Hebels h (Fig. 2 und 5) mit einer Nase J1 versehen, durch welche die Stange
mittelst einer auf der Achse W sitzenden ,Daumenscheibe J2 angehoben und, nachdem
der erhöhte Theil dieser Daumenscheibe an der Nase vorbeigegangen ist, plötzlich fallen gelassen
wird. Die Fig. 1 und 2 zeigen die Stange J, also auch das Gewicht H und die
Stempel D F in gehobener Stellung ; die Nase J1
wird hierbei von dem erhöhten Theil der Daumenscheibe J2 gehalten. Ist dieser Theil
bei Drehung in der Richtung des Pfeiles, Fig. 1, an der Nase vorbeigegangen, so rutscht dieselbe
plötzlich ab und die Stempel D F fallen nun beide unter Wirkung des Gewichtes H
zwischen die Oesenschenkel, um nach weiterer Drehung der Daumenscheibe J2 von dieser
wieder in die angehobene Stellung (Fig. 1 und 2) gebracht zu werden. Die Schlagkraft des Gewichtes
H (Fig. ι und 9) kann noch durch eine am unteren Ende der Stange F eingreifende
Feder J3 unterstützt werden, die andererseits an der Verbindungsstange T befestigt
ist und deren Zug durch Einlegung der Verschraubung T1 verstellbar gemacht werden
kann. Der einseitige Aufschlag der Stempel -D und F wird noch durch eine im Gewicht H
angeordnete Schraube S1 abgestützt, die nach
unten um ein entsprechendes Stück vorsteht und mit dem Ende auf den oberen Rand des
Cylinders C aufschlägt.
Damit die Scheibe B nach jedesmaliger Sechsteldrehung in ihrer Lage berichtigt wird,
ist sie mit sechs Bohrungen versehen, in welche ein von unten kommender Stift q
(Fig. ι und 2) gleich nach dem Vorbeigang des Daumens u an dem Hebel h, nachdem
letzterer an den Anschlag hL zurückgegangen
ist, eingeführt wird. Zu diesem Zwecke ruht der genannte Stift mit seinem unteren
Ende auf der auf der Welle W sitzenden un-
runden Scheibe ^1, Fig. 5, welche den Stift zu geeigneter
Zeit anhebt, sobald aber die Drehung der Scheibe B erfolgen soll, eine Vertiefung
unter den Stift führt, so dafs dieser nach abwärts aus dem Loche der Scheibe B austreten
kann. Es bleibt nun noch der zur Herstellung der Oesen in Anwendung gebrachte Apparat
zu beschreiben, welcher theilweise in Fig. 2 und 3, in den Fig. 6 und 7 in vergrößertem
Mafsstabe dargestellt ist.
Der Apparat besteht im wesentlichen aus einem vor der senkrechten Platte P sich auf- und abbewegenden
Stempel S, Fig. 2, 3, 6 und 7, welcher am oberen Ende eine zum Abschneiden
des Drahtes dienende Schneide S1 und eine halbrunde Aussparung S2 enthält, ferner aus den um
Bolzen M bezw. M1 sich drehenden, die querstehenden Drücker U tragenden Hebeln K und L,
wovon der letztere mit einer Ausladung L1 über den seitlich umgebogenen Hebelarm K1 greift,
gegen den eine Feder K2 anliegt, welche auf
ein Auseinanderhalten von K und L hinwirkt, sodann aus der die fertige Oese von der
Stange Q auf den Dorn der Scheibe B drückenden Schiebevorrichtung VV1 V2 (Fig. 3) und
endlich aus den den Draht zuführenden WaI^
zen n>, Fig. 6, welche durch die Schnurscheibe W1
und Zahnräder W2 in Umdrehung versetzt werden. Die genannte Schnurscheibe erhält
ihren Antrieb von einer im Untergestell der Maschine gelagerten Achse wa aus (Fig. 1)
durch die Schnurscheibe V1 , Fig. 2; der Antrieb
der Achse wa erfolgt von W aus durch Schnurscheiben V1 V2.
Der zur Herstellung der Oesen verwendete, von einem Haspel oder einer Rolle kommende
Draht O1 (Fig. 3 und 6) geht aus den Walzen
durch eine Durchbohrung des dem Stempel S als Führung dienenden Gleitstückes S3, bis er
mit seinem Ende gegen das an der anderen Seite von S liegende Gleitstück S4 stöfst; das
zwischen den bezeichneten Gleitstücken liegende Drahtstück wird nun beim Aufgange des
Stempels S durch die Schneide S1 abgeschnitten, und da das Drahtstück unmittelbar unterhalb
der Stange Q liegt, so drückt bei weiterem Aufgange des Stempels die Rundung S2 den
Draht um die genannte Stange, so dafs die Enden nach oben stehen, wie es in Fig. 6
punktirt angedeutet ist. Während das so geformte Drahtstück noch in der gezeichneten
Lage gehalten wird, werden die Hebel K und L in der Richtung der Pfeile (Fig. 6) gegen einander
bewegt, so weit, dafs die Drücker UU zusammenstofsen und nun die Drahtenden
derart über die Stange Q umlegen, dafs die Oese die in Fig. 1 b in I gezeichnete Gestalt
erhält. Zu diesem Zwecke sind die Enden der Drücker U entsprechend geformt, so dafs die
gegen einander gedrückten Drahtenden an einander vorbeigehen, d. h. sich neben einander
legen.
Der Oesenapparat ist nun in eine Aussparung A1 (Fig. 3) des Arbeitstisches so eingesetzt, dafs die Stange Q mit einem Ende
genau vor den Dorn d der Stelle 1 der ScheibeB
zu stehen kommt; das andere Ende der Stange ist bei Q2 befestigt und über dieselbe bewegt
sich das vorn bei V runde, bei F1 vierkantig gestaltete Schiebestück V V1 , welches in einer
entsprechenden Rinne F3 der Platte A geführt wird. Der vordere runde Theil F geht mit
seinem Ende durch einen in die Platte P eingelegten Einsatz P1, und es liegt dieses Ende
bündig mit der Fläche genannten Einsatzes, gegen welche auch der Stempel S durch eine
Federfe, Fig. 7, angedrückt wird; erfolgt daher
eine Verschiebung von F auf der Stange Q nach vorn hin, so wird die vor dem Ende von F
gefertigte Oese 0 über die Stange Q fortgeschoben und endlich von derselben ab auf den
Dorn d der Scheibe B gedrückt. Die besagte Verschiebung wird durch einen . Schieber F2,
Fig. 3, bewirkt, welcher von der Scheibe E bethätigt wird, indem eine an demselben angebrachte
Rolle ro in eine in den Umfang der Scheibe eingedrehte, an einer Stelle ausgebauchte
Nuth E1 greift; der Schieber erhält in einem Schlitz si auf dem Tische A die erforderliche
Geradführung, während er mit einem anderen Schlitz Si1 über einen in F
angebrachten Dorn do greift. Es ist ersichtlich, dafs ein Vordrücken des Schiebestückes VV1
erfolgen mufs, sobald der ausgebauchte Theil der Nuth E1 die Rolle ro trifft, während die
Zurückbewegung gleich nach dem Vorbeigang genannter Ausbauchung eintritt. Die Bewegung
des Stempels S und die Drehung der Hebel KL werden von der Haupttriebwelle W durch eine
Nuthenscheibe S5, Fig. 2, bezw. durch einen Daumen L2 veranlafst (die Nuthenscheibe fafst
mit einer in der Kopffläche angebrachten Eindrehung über einen an dem Stempel S sitzenden
Nocken S6, und da die Eindrehung an einer Stelle einen gröfseren Abstand vom Mittelpunkt
der Achse W hat, so erfolgt, sobald diese Stelle über den genannten Nocken kommt,
ein Aufgang des Stempels S, und der Rückgang desselben wird herbeigeführt, sobald die
weiter abstehende Stelle der Eindrehung den Nocken überschritten hat. Der Daumen L2
wirkt auf den nach unten verlängerten Arm L3 des Hebels L derart, dafs dieser Arm vom
Daumen beim Vorbeigang zurückgedrückt wird, wonach eine Gegeneinanderbewegung von K
und L, wie schon beschrieben, eintritt.
Das Zusammenspiel der verschiedenen Einrichtungen ist nun derart, dafs auf jede Umdrehung
der Hauptwelle W eine Drahtöse gefertigt und dieselbe der Scheibe B zugeführt
wird; gleichzeitig stellt die Stanzvorrichtung einen Unterboden her und setzt denselben über
die bei der vorhergehenden Umdrehung gefertigte Oese; die Stempel D und F besorgen
das Umlegen der Schenkel der bei der zweitbezw. drittvorigen Umdrehung hergestellten,
mit Unterböden besetzten Oesen, und endlich wird von den für sich betriebenen Walzen ein
weiteres Stück Draht dem Oesenapparat zugeführt. Der richtigen Reihenfolge vorgenannter
Arbeiten entsprechend, sind die verschiedenen Daumen, unrunden Scheiben, sowie die grofse
Scheibe E auf der Achse W entsprechend gegen einander versetzt.
Das Stanzwerk zur Herstellung der Unterböden kann auch bei der Maschine fehlen,
d. h. es können die besonders gefertigten Unterböden von Hand auf die Schenkel der Drahtöse
in Stelle 2 (Fig. 3) aufgesetzt werden. In diesem Falle mufs aber, da bei dem Aufsetzen
von Hand leicht eine Verdrehung der Oese auf dem Dorn d und damit eine Neigung der
Schenkel nach der einen oder anderen Seite eintritt, ein genaues Einstellen bezw. Aufrichten
der Oese, sobald dieselbe an die Stelle 3 gelangt, vorgenommen werden, damit der
Stempel D auch gerade zwischen - die Oesenschenkel fällt. Zu diesem Zwecke erhält dann
die Maschine eine Richtvorrichtung, welche aus einem Schieber ch (Fig. 1 und 3) und
einem denselben bethätigenden Doppelhebel Ch1 besteht, welcher mit dem freien Ende an die
Scheibe E reicht, so dafs er von einem in der letzteren angebrachten Anschlag ga (Fig. 1)
seitlich gedrückt und um die Achse ch2 gedreht werden kann. Diese Drehung veranlafst
ein Vordrücken des Schiebers ch, und da auf demselben eine flache Feder ei befestigt ist,
welche vorn einen Einschnitt ei ^ hat, so erfolgt ein Aufrichten der Oese, indem der genannte
Einschnitt beim Vordrücken beiderseits um die Schenkel fafst und dadurch in seinem
hinteren engeren Theile das richtige Einstellen der Oesenschenkel ausführt, wonach sofort der
Rückgang des Schiebers ch unter Wirkung einer Feder, oder im Falle der Hebel c \
durch eine unrunde Nuth der Scheibe E bethä'tigt wird, durch diese Nuth erfolgt.
Claims (2)
- Pat E nt-Ansprüche:i. Eine Maschine zur Herstellung von Knopfuntertheilen (Unterböden) mit Drahtöse, bei welcher die für sich angefertigte Oese, mit den Schenkeln nach oben stehend, an den Rand einer im Arbeitstisch der Maschine angeordneten, in gleichmäfsigen Zwischenzeiten gedrehten Scheibe -(B) gebracht und von dieser mitgeführt wird, und wobei, nachdem von der Maschine oder von Hand über die Oesenschenkel ein Unterboden gesteckt ist, diese Theile unter ein Fallwerk (D F) bewegt werden, welches durch Umlegen der Schenkel in die Innenfläche der Unterböden die Verbindung der letzteren mit der Oese bewirkt, wobei ferner der so gefertigte Knopfuntertheil bei der Weiterbewegung der Scheibe von dieser gelöst wird.
- 2. An der unter 1. gekennzeichneten Maschine die gleichzeitige Anwendung folgender Einrichtungen:a) der zur Herstellung der Drahtösen dienende Apparat, bei welchem das zugeführte Drahtstück von einem Stempel (S) abgeschnitten, um eine über dem Stück angeordnete feste Stange (Q) gebogen und, nachdem die aufwärts stehenden Enden des Drahtes von zwei beiderseits angeordneten Drückern (U U) zusammengedrückt worden sind, die fertige Oese durch eine Schiebvorrichtung (VV1 F2J nach vorn über das Ende der Stange geschoben wird;b) die Einrichtung zum Stanzen der Unterböden und Absetzen derselben auf die Oesenschenkel, im wesentlichen bestehend in einem Stempel (tg), durch welchen der Unterboden in einem in den Tisch eingesetzten Sattel (b b-J gestanzt wird, und welcher den gestanzten Unterboden dadurch über den Oesenschenkel bringt, dafs er von der Maschine angehoben, dann in eine Abstreichgabel (wi) gedreht und nun nochmals angehoben wird, wodurch der Unterboden, an der Gabel zurückgehalten, über die Oesenschenkel fällt;c) die zum Richten der Drahtösen dienende Vorrichtung, welche angeordnet wird, wenn für sich gefertigte Unterböden von Hand auf die Oesen gesetzt werden, bestehend in einem Schieber (ch) mit einer flachen, vorn geschlitzten Feder (ei), welche durch den Schieber mit dem Schlitze so gegen die Oese bewegt wird, dafs diese von dem Schlitze umfafst, sich richtet und so für das Einfallen des Stempels zwischen die Schenkel die erforderliche Lage ein-, nimmt.Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE55941C true DE55941C (de) |
Family
ID=330429
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT55941D Expired - Lifetime DE55941C (de) | Maschine zur Herstellung von Knopfuntertheilen mit Drahtöse |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE55941C (de) |
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0
- DE DENDAT55941D patent/DE55941C/de not_active Expired - Lifetime
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