DE538981C - Verfahren zur Darstellung von Tetrazolen - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Tetrazolen

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DE538981C
DE538981C DEB128248D DEB0128248D DE538981C DE 538981 C DE538981 C DE 538981C DE B128248 D DEB128248 D DE B128248D DE B0128248 D DEB0128248 D DE B0128248D DE 538981 C DE538981 C DE 538981C
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azide
tetrazoles
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esters
preparation
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DEB128248D
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D257/00Heterocyclic compounds containing rings having four nitrogen atoms as the only ring hetero atoms
    • C07D257/02Heterocyclic compounds containing rings having four nitrogen atoms as the only ring hetero atoms not condensed with other rings
    • C07D257/04Five-membered rings

Description

  • Verfahren zur Darstellung von Tetrazolen Es ist bereits vorgeschlagen worden, Tetrazole dadurch herzustellen, daß Stickstoffwasserstoffsäure im Llberschuß bei Gegenwart von konzentrierter Mineralsäure auf organische Carbonylv erbindungen zur Einwirkung gebracht wird. Bei Durchführung dieses bekannten Verfahrens wird z. B. derart gearbeitet, daß zunächst eine Lösung von Stickstoffwasserstoffsäure in organischen Lösungsmitteln, wie Benzol, Äther u. dgl., hergestellt. diese mit konzentrierter Mineralsäure versetzt und alsdann die Carbonylverbindung unter Kühlen eingetragen wird, wobei z. B. auf 2,5 Mol. Stickstoffwasserstoffsäure i Mol. der Carbonylverbindung zur Anwendung gelangt.
  • Nach vorliegender Erfindung werden Tetrazole aus Estern von Oximen, insbesondere derenSulfosäureestern oder ausUmlagerungsprodukten genannter Verbindungen dadurch hergestellt, daß diese Verbindungen mit Aziden in Reaktion gebracht werden. Die Anwesenheit von konzentrierter Mineralsäure ist bei diesem Verfahren nicht erforderlich. ,Man kann z. B. in neutraler oder schwachsaurer Lösung oder auch bei Gegenwart von basischen Stoffen anorganischer oder organischer Natur arbeiten. Die chemische Umsetzung kann z. B. in wässeriger Lösung ausgeführt werden; es können auch gebräuchliche organische Lösungsmittel, wie z. B. Chloroform, Benzol usw., oder Gemische solcher zugesetzt werden. Azid und Oxim können z. B. in molekularen Mengen zur Anwendung gebracht werden. Die Anwendung des Azids im Überschuß ist aber nicht erforderlich. Anstatt von fertigen Estern auszugehen, kann man z. B. auch derart verfahren, daß man die Komponenten der Esterbildung aufeinander wirken läßt und das Azid unter Verzicht auf Abscheidung des Esters anschließend oder gleichzeitig mit dem Esterbildungsgemisch in Reaktion bringt.
  • Beispiel z io g Benzolsulfosäureester des Acetoxims werden mit i Mol. Natriumazid in wässerigem Alkohol mehrere Stunden unter Rückfluß gekocht und zur Trockne verdampft. Der Rückstand wird mit Chloroform ausgezogen. Der Chloroformrückstand gibt aus Ligroin umkristallisiert i, 5-Dimethyl-i, 2, 3, 4-tetrazol (Schmelzpunkt 7o bis 7i°), Schmelzpunkt der Ouecksilberchloridverbindung i i i °. Ausbeute 8o °/o der Theorie.
  • Beispiel e 2o,o g p-Toluolsulfonsäureester des Benzyltnethylketoxims, gelöst in i 5o ccm Alkohol, werden mit einer Lösung von 8 g Natriumt' (i,8 Mol.) in 4:o ccm Wasser versetzt und 2 Stunden unter Rückfluß gekocht. Es entsteht i-Benzyl-5-methyl-i, 2, 3, q.-tetrazol in einer 'Ausbeute von 70"/, der Theorie. Aus Äther kristallisiert das Produkt in farblosen derben Kristallen vom Schmelzpunkt 5o°. Es ist in heißem Wasser ziemlich gut löslich, sehr leicht löslich in Chloroform. Beispiel g 8 g Benzophenonoxim werden in wässerigalkoholischer Lösung mit. i,6 Mol. Natriumhydroxyd und i Mol. Benzolsulfonsäurechlorid unter Kühlung verestert und nach Zufügen von i Mol. Natriumazid langsam bis 70' erwärmt. Man erhält 1, 5-Diphenyl-1, 2, 3, 4-tetrazol in einer Ausbeute 8,6 g = 95 % der Theorie. Aus Alkohol kristallisiert das Produkt in dünnen Nadeln vom Schmelzpunkt r4.5°; es ist identisch mit dem von S c h r ö d e r Berichte 42 [19091 S. 2343 und 3359 dargestellten Diphenyltetrazol.
  • Beispiel4 i Mol. Cyclohexanonoxim wird in verdünnter Natronlauge gelöst und unter guter Kühlung allmählich mit i Mol. Benzolsulfonsäurechlorid versetzt. Unter Beibehaltung der Kühlung wird sodann unter Rühren i Mol. Natriumazid eingetragen. Nach langsamer Aufhebung der Kühlung hält man das Reaktionsgemisch noch kurze Zeit bei mäßig erhöhter Temperatur. Aus der Lösung erhält man das a, ß-Cyclopentamethylentetrazol in guterAusbeute neben E-Leucinlactam, von dem es sich z. B. durch Destillation oder Fällung mit Ouecksilberchloridlösung trennen läßt.
  • Beispiels , 4.5,2 g Cyclohexanonoxim werden in einem Gemisch von 45 g Pyridin und 225 ccm Chloroform gelöst, wobei man unter Kühlung 89 g Benzolsulfochlorid eintropfen läßt. Vor oder nach der Umlagerung des Oximesters gibt man i bis 1,5 Mol. fein gepulvertes Natriumazid oder auch die entsprechende Menge einer gesättigten wässerigen Azidlösung zu, wobei lebhaft zu rühren ist und allzu starke Erwärmung vermieden werden muß. Ausbeute an Cyclopentamethylentetrazol 7o bis 9o °l0 der Theorie.
  • Beispie16 In die nach Beispiel 5 hergestellte Lösung des Benzolsulfonsäureesters desCyclohexanonoxims trägt man unter entsprechender Kühlung i bis 1,5 Mol. Kaliumazid oder Ammoniumazid in Pulverform oder in Form einer gesättigten wässerigen Lösung ein. Ausbeute an Cyclopentamethylentetrazol 9o °/o der Theorie.
  • Be-ispiel7 Cvclohexanonoxim wird in verdünnter Natronlauge gelöst und das Doppelte von seinem Gewicht an Chloroform, Benzol oder deren Gemische zugesetzt und unter Kühlung mit i Mol. Benzolsulfonsäurechlorid verestert. Der entstandene Oximester wird dann mit Natriumazi.d oder dessen wässeriger Lösung zweckmäßig unter Vermeidung allzu großer Wärmeentwicklung umgesetzt. Die Ausbeute beträgt etwa 70 %.
  • Beispiel 8 22,6g Cyclohexanonoxim werden in Chloroform mit 3M01. Pyridin gelöst und unter guter Kühlung mit i Mol. Phosphoroxychlorid behandelt. In die Lösung des gebildeten Esters wird i Mol. gepulvertes Natriumazid oder dessen wässerige Lösung eingetragen. Zum Schluß noch auf 5o bis 6o° erwärmt. Ausbeute etwa 65 °@o _ an Pentamethylentetrazol.
  • Gegenüber dem eingangs erwähnten bekannten Verfahren bietet das vorliegendeVorteile nach verschiedenen Richtungen hin. Wie bereits erwähnt, kommt bei vorliegender Erfindung die Mitwirkung von starker Mineralsäure in Wegfall. Weiterhin kann auf die Anwendung des Azids im überschuß verzichtet werden und schließlich ist die dem eigentlichen Verfahren vorangehende Herstellung einer Lösung von Stickstoffwasserstoffsäure in organischen Lösungsmitteln entbehrlich. Auch ermöglicht das neue Verfahren die Herstellung von Tetrazolen aus Oximen, deren Carbonylverbindungen in freier Form schwer zugänglich sind.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Darstellung von Tetrazolen, dadurch gekennzeichnet, daß man Ester von Oximen, vorzugsweise deren Sulfosäureester oder Umlagerungsprodukte genannter Verbindungen bei Abwesenheit konzentrierter Mineralsäure auf Azide in Gegenwart oder Abwesenheit organischer Lösungsmittel einwirken läßt.
  2. 2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch -i, dadurch gekennzeichnet, daß man Ester von Oximen cyclischer Ketone oder deren Umlagerungsprodukte verwendet.- -
  3. 3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeich--net, daß man ' den Benzolsulfosäureester des cyclöhexanonoxims oder dessen Umlagerungsprodukte verwendet.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Reaktionskomponenten in molekularen Mengenverhältnissen bzw. das Azid nur in geringem überschuß verwendet.
DEB128248D 1926-11-11 1926-11-11 Verfahren zur Darstellung von Tetrazolen Expired DE538981C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE748758C (de) * 1941-01-13 1944-12-04 Verfahren zur Herstellung von disubstituierten Tetrazolen

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