DE505089C - Verfahren und Einrichtung zum Aufbringen der Dichtung auf die Deckel und Boeden von Konservenbuechsen - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zum Aufbringen der Dichtung auf die Deckel und Boeden von KonservenbuechsenInfo
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Description
Die Deckel und Böden von Konservenbüchsen werden bekanntlich unter Zwischenlage
eines sogenannten Dichtungsfadens, insbesondere aus Gummi, auf den Büchsenmantel
aufgebracht. Diese Dichtungsringe wurden bisher in fertigem Zustande bezogen, mittels
Hand auf die Köpfe einer sogenannten Fadenandrückmaschine aufgelegt und hierauf, gegebenenfalls
unter Erwärmung, an den Rand der Böden und Deckel angepreßt.
Dieses Verfahren birgt eine Reihe von Mängeln in sich. Zunächst erhalten die
äußerst dünnen Ringe bei ihrer Herstellung nicht eine kreisrunde Form, sondern werden
\Όη einem flachgepreßten Schlauch abgeschnitten,
wobei das Aufbringen der im Handel bezogenen Ringe von Hand eine große Geschicklichkeit des Arbeiters erfordert und
eine verhältnismäßig zeitraubende Tätigkeit bildet. Insbesondere aber hat sich gezeigt,
daß die sehr dünnen Ringe, zumal wenn sie aus Gummi bestehen, schon innerhalb kurzer
Zeit, nämlich bereits auf dem Wege von ihrem Herstellungsort zur Konservenfabrik,
in den Falten brüchig werden. Diese Tatsache hat eine Reihe von schweren Nachteilen
zur Folge. Häufig reißen die ausgetrockneten oder brüchig gewordenen Ringe schon beim
Aufbringen auf die Köpfe der Fadenandrückmaschine, da dies im allgemeinen unter Spannung
des Dichtungsmaterials erfolgt. Aber selbst wenn die brüchigen Ringe hierbei nicht
reißen, so sind doch ihre dichtenden Eigenschaften beeinträchtigt, so daß der Büchseninhalt
aus diesem Grunde verderben kann. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß die ausgetrockneten Flächen dieser Ringe schlecht
an dem Metall anhaften, so daß sich die Ringe nach Austritt des Deckels aus der Fadenandrückmaschine wieder mehr oder
weniger lösen können. Wenn derart schadhafte Deckel beim Sortieren nicht bemerkt
und in den automatisch arbeitenden Verschlußmaschinen verarbeitet werden, so können
sie zum Verderben des Büchseninhalts führen.
Die Erfindung beruht in der Erkenntnis, daß sich all diese Übelstände sehr wohl beseitigen
lassen, wenn man nur die dünnen Fäden unmittelbar nach ihrer Herstellung auf die Deckel aufbringt und auf diese sofort
auffalzt, wie dies bei Maschinen zur Herstellung von Flaschenverschlüssen mit starken
Gummiringen an sich bekannt ist. Auf diese Weise gelangen die Schnittflächen in frischem Zustande auf das Metall,
noch bevor sie austrocknen oder anlaufen können. Dies bietet zugleich die Möglichkeit, das bisher mittels Hand erfolgte
und sehr zeitraubende Auflegen der Fäden auf die Köpfe einer Fadenandrückmaschine
durch eine maschinelle Tätigkeit zu ersetzen, da man den aus der Schneidvorrichtung austretenden
Ring gewissermaßen im Entstehen einer automatischen Auflegemaschine zuführen kann, noch bevor er seine Gestalt verändert
hat. Außer einer wesentlichen Zeitersparnis und einer weiteren Verkürzung der Zeitspanne
zwischen Schneiden und Aufbringen des Ringes ist das selbsttätige Aufbringen in
hygienischer Hinsicht von allergrößtem Wert. In der Zeichnung ist eine zur Durchführung
des Verfahrens besonders geeignete Maschine als Ausführungsbeispiel dargestellt.
Abb. ι ist ein senkrechter Schnitt durch ίο den für die Erfindung wesentlichen Teil der
Maschine und
Abb. 2 ein waagerechter Schnitt nach Linie A-B der Abb. r, wobei der Messerhalter in
bezug auf Abb. ι um i8o° versetzt dargestellt ist.
Das beispielsweise aus Gummi, Papier o. dgl. bestehende Packungsmaterial 2 wird
über einen Zylinder 3 gezogen, dessen unteres Ende 4 zweckmäßigerweise ein wenig erweiao
tert ist, so daß der Schlauch 2 eng· an dem Kernzylinder anliegt. Der Zylinder 3 ist
durch eine in der Zeichnung nicht dargestellte Vorrichtung in axialer Richtung verschiebbar.
In seiner Mitte befindet sich ein Schaft 5, an dessen Unterende ein Formstück 6 befestigt,
beispielsweise verschraubt ist, dessen waagerechte Querschnittsform der Gestalt der
jeweils verarbeiteten Deckel entspricht, also kreisförmig, elliptisch, eckig usw. sein kann.
Auf dem Schaft 5 ist ein Halter 7 verschiebbar angeordnet, dessen oberer Teil mit den
ihn «antreibenden Stößeln 8 verbunden ist, während der untere Teil mit einer Anzahl
von Lenkarmen 9 versehen ist, deren anderes Ende mit Greifern 10 gelenkig verbunden ist.
Diese Greifer laufen in entsprechenden Nuten 18 des Formstückes 6 und werden durch
einen beispielsweise an dem Formstück 6 befestigten Ring 11 von dreieckigem Querschnitt
daran gehindert, sich von dem Formstück 6 abzuheben. Um den Halter 7 an einer Drehung zu hindern, kann der Schaft 5 einen
kantigen Querschnitt aufweisen oder aber, wie in der Zeichnung dargestellt, mit Nut
und Feder 17 ausgerüstet sein.
Rings um den unteren Teil 4 des das Packungsmaterial 2 tragenden Kernzylinders
ist eine Reihe von Schlitten 12 mit Führungsrollen 13, 14 angeordnet, welche dazu bestimmt
sind, das Packungsmaterial 2 zu gegebenen Zeitpunkten gegen den Zylinder 4 anzupressen, so daß es bei dessen Axialverschiebung
von diesen nicht mitgenommen wird. Das Anpressen der Schlitten 12 an den
Schlauch 2 erfolgt mittels des mit einer unteren Schrägfläche versehenen Nockenringes
19, gegen dessen obere Fläche eine Anzahl von Federn 35 drückt, welche auf
Bolzen 36 sitzen und deren andere Enden auf fio der unteren Fläche eines Ringes 37 anliegen.
Durch Heben des bei 21 drehbar gelagerten Hebels 16 übt dieser mittels der bei 15 angelenkten
Fortsätze 20 einen Druck auf den Ring· 37 und somit auf die Federn 35 aus.
Der Nockenring 19 folgt der Abwärtsbewegung des zweiten Nockenringes 33, bis seine
untere Schrägfläche gegen die Rollen 13 aufläuft. Durch das Eigengewicht des Nockenringes
19 und den Druck der Federn 35 werden die Schlitten 12 gegen den Zylinder 4 geschoben.
Der die Schlitten 12 führende Rahmen 22 weist unterhalb· der Schlitten 12 eine ringförmige
Aussparung auf, in welcher ein ringförmiger Teil 23 läuft, dessen äußerer Umfang
eine Verzahnung 24 aufweist, die mit einem Stirnrad 25 in Eingriff steht. Dias
Stirnrad 25 sitzt auf der Welle 26 einer Antriebsvorrichtung, die in der Zeichnung beispielsweise
als Kegelrad 27 angedeutet ist. Der Ring 23 weist an einer Stelle seines Umfanges
einen nach innen gerichteten Vorsprung 28 auf, auf welchem der Messerhalter 29 mittels des Zapfens 38 schwenkbar gelagert
ist. An der Unterseite des Halters 29 befindet sich die Klemmschraube 30, welche die
Messerklinge 31, die beispielsweise aus einer gewöhnlichen Blattklinge eines Rasierapparates
bestehen kann, gegen die untere Fläche des Halters 29 drückt. Der Messerhalter 29
steht unter dem Druck einer Feder 39, welche bestrebt ist, ihn um den Zapfen 38 derart
gegen den äußeren Umfang der Maschine zu schwenken, daß die Schneide des Messers 31
von dem Schlatich 2 zurückgehalten wird. Auf der Oberseite des Halters 29 ist eine kegelige
Rolle 32 drehbar gelagert, welche mit der Schrägfläche eines zweiten Nockenringes 33
zusammenwirkt, der mit dem Ring 37 verbunden, beispielsweise verschraubt ist und
durch Heben des Hebels 16, 20 nach unten gedrückt werden kann, wodurch er den
Messerhalter 29 gegen die Wirkung der Feder 39 und der Zentrifugalkraft um den Punkt 38 gegen das Packungsmaterial 2 derart
schwenkt, daß das Messer 31 in den Bereich des Schlauches 2 gelangen kann, dessen
zwischen dem Ring 11 und der Unterkante des Zylinders 3 vorgeschobener Teil beim Umlauf
der Teile 27, 26, 25, 23 ringsherum abgetrennt wird. Wenn der Nockenring 33 mittels
des Hebels 16 durch Mitnehmer 20 wieder nach oben gezogen wird, gibt seine untere
Schrägfläche die Rolle 32 des Messerhalters frei, so daß dieser wieder in seine Ausgangslage
zurückgeschwenkt wird. Bei Fortsetzung der Aufwärtsbewegung läuft die Schulterfläche
40 des Ringes 33 auf die untere Stirnfläche des Nockenringes 19 auf, so daß dieser
nicht mehr auf die Rollen 13 der Schlitten 12 drückt. Die äußere Seite des Nockenringes
ist mit einer Schrägfläche 34 versehen,
welche beim Heben des Ringes gegen die Rollen 14 der Schlitten 12 trifft und diese
somit von dem Zylinder 4 wegzieht.
Die einzelnen Teile arbeiten in folgender Reihenfolge:
Der Arm 16 wird gehoben bzw. Mitnehmer 20 gesenkt, wodurch der Nockenring
19 in der beschriebenen Weise gegen die Rollen 13 der Schlitten 12 aufläuft und die
Schlitten gegen das Packungsmaterial gedruckt werden. Hierauf hebt sich der Hebel
16 weiter, so daß das umlaufende Messer 31
in den Bereich des unteren, über die Zylinderkante vorstehenden Endes des Schlauches 2
•5 geschwenkt wird, wodurch der unter der oberen Fläche des als Schneideunterlage
dienenden Ringes 11 liegende Teil des Schlauches ringsherum abgeschnitten wird
und, wie in Abb. 1 bei 42 angedeutet, auf die Führungsarme 10 herabfällt. Hierauf wird der
Arm 16 ein wenig gesenkt, d. h. Mitnehmer 20 bzw. der Nockenring 33 in einer Zwischenstellung
gehoben, in welcher sich die Kontaktflächen 40 noch nicht berühren. Die Schlitten 12 drücken immer noch gegen das
Packungsmaterial. Hierauf wird der Zylinder 3 mittels einer nicht dargestellten Einrichtung
um einen Betrag hochgezogen, der der Stärke des zu schneidenden Dichtungs- :io ringes entspricht. Beim Aufwärtsgang des
Zylinders 3 wird jedoch infolge des von den Schlitten 12 ausgeübten Druckes derSchlauch2
nicht mitgenommen, so daß dieser auf dem Zylinder 3 bei dessen Aufwärtsgang gleitet.
Sodann erreicht der Hebel 16 seine tiefste Lage bzw. Mitnehmer 20 die höchste, so daß
die Schlitten 12 von dem Packungsmaterial 2 zurückgezogen werden. Gleichzeitig wird der
Zylinder 3 um das zuvor gehobene Maß gesenkt. Da jedoch bei der Abwärtsbewegung des Zylinders die Schlitten 12 von dem
Schlauch 2 weggezogen sind, wird der Schlauch mit nach abwärts genommen, so daß sein unteres Ende ein wenig unter die obere
ti- Fläche des Ringes 11 zu liegen kommt. In
dem Augenblick, wo der frischgeschnittene Ring 42 auf die Führungsarme 10 fällt, liegt
der vorher geschnittene Ring noch auf dem . Formstück 6, das in dem dargestellten Ausführungsbeispiel
einen kreisförmigen Querschnitt besitzt. Die Stößel 8 mit den Armen 10, welche während dieses Vorganges in einer
Zwischenstellung weilten, werden weiter gesenkt, so daß das untere Ende der Arme 10
5S den auf dem Formstück ruhenden Ring nach unten über das Formstück abstreift. Da der
größte Durchmesser des Formstückes ein wenig größer ist als der Durchmesser des unteren Zylinderendes 4, wird der Ring beim
Abstreifen ein wenig gedehnt und springt so beim Verlassen des Formstückes gegen das
zylindrische und im Durchmesser ein wenig abgesetzte Ende des Andrückknopfes 41 ab,
wie es in der Zeichnung mit 43 angedeutet ist. Die. Stößel 8 mit den Armen 10 gehen
darauf in ihre Höchststellung zurück, und der geschnittene Ring 42 fällt auf das Formstück
6 herab. Sodann senken sich die Stößel 8 mit den Armen 10 und verweilen in
der oben beschriebenen Mittelstellung. Das vorher beschriebene Spiel des Zylinders 3, des
Hebels 16 und der von diesem gesteuerten Teile wiederholt sich, so daß ein neuer Ring
hergestellt wird, der auf die Arme 10 herabfällt.
Die Deckel der Konservenbüchse "werden von Hand oder automatisch auf die Köpfe
der Fadenandrückmaschine gelegt und die Ringe sodann in der bekannten Weise in der
Fadenandrückmaschine behandelt und gegebenenfalls unter Erwärmung an die Deckel angepreßt.
Der Hebel 16, der Zylinder 2 und die Stößel 8 werden zweckmäßigerweise in
zwangsläufiger Abhängigkeit voneinander, beispielsweise durch Nockensteuerung, von
der Fadenandrückmaschine angetrieben, so daß sich ihr Spiel stets in der richtigen
Reihenfolge und in den richtigen Zeitpunkten wiederholt.
Aus dieser Darstellung ist ersichtlich, daß zwischen der Herstellung des Ringes und
seinem Aufbringen auf den Deckel nur wenige Augenblicke liegen, während derer die Schnittflächen
vollkommen frisch bleiben und insbesondere nicht brüchig werden können.
Claims (6)
1. Verfahren zum Aufbringen der Dichtung auf die Deckel und Böden von
Konservenbüchsen, dadurch gekennzeichnet, daß von dem in an sich bekannter Weise in Schlauchform über einen Kern
gezogenem Packungsmaterial Fäden abgeschnitten werden und, wie dies beim Aufbringen
von Flaschendichtungsringen bekannt, unmittelbar nach dem Abschneiden auf die Dichtungsfläche aufgebracht werden.
2. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 mit Klemmstücken
zur Führung- des Packungs-
- materials, dadurch gekennzeichnet, daß der Kern (3) in Richtung seiner Achse
hin und her geht und die gegen das1 Packungsmaterial verschiebbaren Klemmstücke
(12) derart in zwangsläufiger Abhängigkeit von der Bewegung des Kernes
gesteuert werden, daß sie bei dessen Bewegung in der einen Richtung den Schlauch auf dem Kern festklemmen,
während sie bei der Rückbewegung des Kernes vom Schlauch zurückgezogen werden.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmstücke
aus konzentrisch zur Kernachse angeordneten Schlitten (12) bestehen,
welche durch auf Rollen (13, 14) der Schlitten auflaufende Nockenringe (19,
33) gesteuert werden.
4. Einrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Schwenken
des Messerhalters (29) mittels einer Kegelrolle (32) erfolgt, gegen welche in bekannter Weise die Schrägfläche eines
der senkrecht zur Bewegung des Messers (31) verschiebbaren Nockenringe (33) aufläuft.
5. Einrichtung nach Anspruch 2 bis.4, dadurch gekennzeichnet, daß unter dem
senkrecht angeordneten Kern (2) ein kegliges bzw. pyramidenförmiges Formstück (6) angeordnet ist, auf dessen
Mantel eine Reihe von Führungsarmen (10) gleiten, die derart auf und nieder bewegt
werden, daß sie zunächst unter dem herabgefallenen Ring weggezogen werden, worauf sie bei ihrem Abwärtsgang den
auf dem Formstück ruhenden Ring über das sich erweiternde Ende des Form-Stückes abstreifen.
6. Einrichtung nach Anspruch 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsarme
(10) von einem beispielsweise am Formstück (6) befestigten Ring (11)
umgeben werden, gegen dessen äußere Kante das vorgeschobene Ende des Schlauches anliegt und über dessen Oberkante
unmittelbar das Messer angeordnet ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DEN29028D DE505089C (de) | 1928-07-07 | 1928-07-07 | Verfahren und Einrichtung zum Aufbringen der Dichtung auf die Deckel und Boeden von Konservenbuechsen |
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Publications (1)
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|---|---|
| DE505089C true DE505089C (de) | 1930-09-09 |
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| DEN29028D Expired DE505089C (de) | 1928-07-07 | 1928-07-07 | Verfahren und Einrichtung zum Aufbringen der Dichtung auf die Deckel und Boeden von Konservenbuechsen |
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|---|---|
| DE (1) | DE505089C (de) |
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1928
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