DE433292C - Verfahren zur Herstellung von Gerbmitteln - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Gerbmitteln

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DE433292C
DE433292C DEB88539D DEB0088539D DE433292C DE 433292 C DE433292 C DE 433292C DE B88539 D DEB88539 D DE B88539D DE B0088539 D DEB0088539 D DE B0088539D DE 433292 C DE433292 C DE 433292C
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anthracene
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tanning
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/08Chemical tanning by organic agents

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Gerbmitteln. Es wurde gefunden, daß man Gerbmittel von vorzüglichen Eigenschaften erhält, wenn man Gemische von Carbazol und Anthracen oder Gemische, die diese Verbindungen enthalten, mit sulfonierenden Mitteln behandelt. Diese Gemische übertreffen an Gerbwirkung die einzelnen Sulfosäuren. Man kann zweckmäßig von rohem, etwa 3o- bis 5oprozentigem Anthracen, oder den bei der Reinigung des Rohanthracens abfallenden Rückständen ausgehen. Bei Verwendung von Rohanthracen oder Anthracenrückständen wirkt mitunter die dunkle Färbung der sulfonierten Produkte, welche ein dunkel gefärbtes Leder erzeugen, störend. Es wurde nun gefunden, daß es Aufhellungsmittel gibt, durch deren Zusatz auch mit diesen Produkten ein wesentlich schwächer gefärbtes Leder erhalten wird. Als Beispiele seien Chlor, Hypochlorit, Oxalsäure, Formaldehyd usw. genannt, die einzeln, zusammen oder nacheinander zugesetzt werden können. Man kann auch unmittelbar zu heller gefärbten Produkten kommen, welche dem Leder nur eine schwache Färbung erteilen, wenn man zur Sulfonierung des Rohanthracens oder Anthracenrückstandes Chlorsulfonsäure zweckmäßig bei nicht zu hoher Temperatur und bei Gegenwart eines indifferenten Verdünnungsmittels, z. B. Nitrobenzol, verwendet. Gewünschtenfalls kann man aber auch bei den so erhaltenen Produkten durch Zusatz von Mitteln der erwähnten Art noch eine Aufhellung erzielen.
  • Beispiel i.
  • io Teile eines Anthracenrückstandes von der ungefähren Zusammensetzung: 6o Prozent Carbazol, io Prozent Anthracen, 2o Prozent Phenanthren, io Prozent Fluoren werden mit z2 Teilen konzentrierter Schwefelsäure auf i oo bis 130' erhitzt, bis das Produkt ganz oder zur Hauptsache wasserlöslich ist. Es kann in Form der freien Sulfosäuren oder ihrer Salze, in letzterem Falle zweckmäßig unter Zusatz einer Säure, verwendet werden. Man kann daher z. B. die Lösung des Sulfonierungsproduktes unmittelbar nach entsprechender Verdünnung oder nach Entfernung der überschüssigen Schwefelsäure durch Kalken oder nach teilweiser Neutralisation zum Gerben verwenden. Man kann das Produkt auch nach völliger Neutralisation zur Trockne eindampfen und die Gerblösung durch Auflösen des Produktes in Wasser und zweckmäßig Zusatz von Säure herstellen.
  • In entsprechender Weise kann man verfahren, `nenn man andere Gemische, die Carbazol und Anthracen enthalten, verwendet, z. B. ein Gemisch mit go Prozent Carbazol und i o Prozent Anthracen.
  • Beispiel e.
  • Zwecks Aufhellung wird das nach Beispiel i erhaltene Sulfonierungsprodukt aus io Teilen Anthracenrückständen in 3o bis 5o Teilen Wasser gelöst, mit Natronlauge neutralisiert und mit 8 bis io Teilen Natriumhypochloritlösung von etwa io bis i2 Prozent Gehalt an aktivem Chlor so lange bei d.o bis 70° behandelt, bis keine weitereAufhellung derLösungsfarbe erfolgt. Die Menge der zuzusetzenden Hypochloritlösung richtet sich nach der Beschaffenheit des Ausgangsstoffes und kann selbstverständlich in weiten Grenzen schwanken; ebenso kann die Temperatur nach oben und unten geändert werden. Bei genügend langer Einwirkung des Aufhellungsmittels erfolgt die Aufhellung schon bei gewöhnlicher Temperatur. Statt mit Hypochlorit kann die Aufhellung durch Einleiten von Chlor in die schwach alkalische oder neutrale Lösung der Sulfosäuren, bis die Bleichwirkung nicht mehr zunimmt, erfolgen.
  • Beispiel 3.
  • ioo Teile Rohanthracen oder Anthracenrückstände oder sonstige Gemische von Anthracen, Phenanthren, Carbazol u. a. werden in Zoo Teilen Nitrobenzol oder einem anderen geeigneten Verdünnungsmittel verteilt unter Rühren bei Temperaturen, die unter ioo° liegen, mit i2o bis iqo Teilen Chlorsulfonsäure langsam versetzt. Man rührt dann noch einige Stunden weiter, bis völlige Wasserlöslichkeit eingetreten ist. Das Verdünnungsmittel wird mit Wasserdampf übergetrieben oder im Vakuum abdestilliert, die Lösung der Sulfosäuren ganz oder teilweise neutralisiert und zum Gerben verwendet.
  • Die Zusammensetzung des Ausgangsstoffes kann in weiten Grenzen geändert werden. Man kann den Produkten unmittelbar oder auch bei ihrer Verwendung zum Gerben die obenerwähnten aufhellenden Mittel sowie auch weitere gerbende oder nicht gerbende Stoffe zusetzen.
  • Beispiel q..
  • ioo Teile Anthracenrückstände werden mit i2o bis 13o Teilen konzentrierter Schwefelsäure auf loo bis 13o° erhitzt, bis Wasserlöslichkeit eingetreten ist. Die Masse wird mit Wasser verdünnt, bis die Lösung eine Dichte von etwa i9° B8 besitzt, dann mit 15 bis 25 Teilen Formaldehydlösung von 30 Prozent versetzt und so lange bei Temperaturen zwischen 6o und 9o° erwärmt, bis die Farbe sich nicht weiter mehr aufhellt. Alsdann wird mit Natronlauge neutralisiert, zur Trockne eingedampft oder zwecks Gewinnung einer unmittelbar zum Gerben verwendbaren Lösung wieder entsprechend angesäuert.

Claims (3)

  1. PATENT-ANSPRÜcHE: i Verfahren zur Herstellung von Gerbmitteln, dadurch gekennzeichnet, daß man Gemische von Carbazol und Anthracen oder Gemische, die diese Verbindungen enthalten, mit sulfonierenden Mitteln behandelt.
  2. 2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch r, darin bestehend, daB man Rohanthracen oder die bei der Reinigung des Rohanthracens abfallenden Rückstände mit sulfonierenden Mitteln behandelt.
  3. 3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i und 2, darin bestehend, daß man die Sulfonierung mit Chlorsulfonsäure zweckmäßig bei nicht zu hoher Temperatur und in Gegenwart indifferenter Verdünnungsmittel bewirkt. q.. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die aus kohanthracen oder Anthracenrückständen erhaltenen dunkel gefärbten Sulfosäuren mit aufhellenden Mitteln nachbehandelt.
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