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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Melken von
Tieren, wie z. B. von Kühen, mit mindestens einem Melkstand
und mindestens einer Melkmaschine, die ein Melkgeschirr
aufweist, wobei die Zitzenbecher des Melkgeschirres relativ
zu einer aufwärts gerichteten Achse separat bewegbar sind,
so daß das Melkgeschirr in einer Lage anzuordnen ist, die
auf das Tier abgestimmt ist.
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Das Melken erfolgt mittels einer Melkmaschine, die ein
Melkgeschirr mit Zitzenbechern aufweist, die an die Zitzen
des Euters anzuschließen sind, worauf die Melkmaschine in
den Bechern ein pulsierendes oder nicht pulsierendes Vakuum
erzeugt, so daß die Milch aus dem Euter gesaugt wird.
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Das Anlegen der Zitzenbecher an die Zitzen des Euters ist
problematisch, weil nicht nur die Lage der Zitzen relativ
zu dem Euter und die Position eines Tieres relativ zu dem
Melkstand bei jedem Melken eines Tieres bei verschiedenen
Tieren unterschiedlich sind, sondern weil auch die
spezielle Ausrichtung der Zitzen bei verschiedenen Tieren und
bei bestimmten Tieren je nach dem zwischen
aufeinanderfolgenden Melkvorgängen liegenden Zeitraum unterschiedlich
sein kann.
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Eine Vorrichtung zum Melken von Tieren, wie sie in der
Einleitung beschrieben ist, ist aus der US-A-4,010,714
bekannt. Insbesondere in Fig. 4 dieser Patentschrift ist ein
System gezeigt, bei dem die separaten Zitzenbecher mittels
Schrittmotoren in einer horizontalen Ebene in zwei
orthogonale Richtungen zu bewegen sind, wobei sie mittels einer
durch Gewindestangen zu steuernden Platte gemeinsam und
mittels Hebern einzeln nach oben zu bewegen sind.
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Die Erfindung hat zur Aufgabe, eine Vorrichtung zum Melken
von Tieren gemäß der Beschreibungseinleitung vorzusehen,
bei der die Zitzenbecher in effizienter und zuverlässiger
Weise an die Zitzen anzulegen sind.
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Gemäß der Erfindung weist die Vorrichtung eine Mittelstütze
für das Melkgeschirr und eine Schwenkvorrichtung auf,
mittels der jeder Zitzenbecher mit der Mittelstütze verbunden
ist, und die Melkmaschine ist elektronisch gesteuert,
insbesondere rechnergesteuert.
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Gemäß der Erfindung weist die Schwenkvorrichtung zum
separaten Bewegen der Zitzenbecher ferner rechnergesteuerte
Motoren zum Betätigen eines Gelenkes auf.
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Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist eine
rechnergesteuerte Vorrichtung zum Auf- und Abwärtsbewegen des
Melkgeschirres vorgesehen, wobei das Melkgeschirr zumindest
im wesentlichen in einer horizontalen Lage gehalten ist.
Zusätzlich kann die Melkvorrichtung gemäß der Erfindung mit
einer Mittelstütze für das Melkgeschirr versehen sein, die
um mindestens eine aufwärts gerichtete Achse relativ zu
einem Hauptträger drehbar ist, der am Boden des Melkstandes
befestigt ist und eine rechnergesteuerte Vorrichtung zum
Auf- und Abwärtsbewegen der drehbaren Mittelstütze
aufweist.
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Um das Melkgeschirr gegen eine etwaige, durch das Tier
verursachte Beschädigung und außerdem gegen Verunreinigungen
zu schützen, die oft von der Rückseite aus erfolgen, kann
die Mittelstütze für das Melkgeschirr gemäß einem weiteren
Merkmal der Erfindung an der den Hinterbeinen des Tieres
zugewandten Seite mit einer Abschirmung versehen sein.
Vorzugsweise kann die Abschirmung durch eine Platte gebildet
sein, die an der Oberseite einen umgebogenen Rand aufweist.
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Zum besseren Verständnis der Erfindung wird im folgenden
eine Ausführungsform der Vorrichtung zum Melken von Tieren
unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen
beschrieben. Es zeigen:
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Fig. 1 einen schematisch dargestellten Schnitt einer
Vorrichtung zum Melken von Tieren;
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Fig. 2 eine schematisch dargestellte Ansicht entlang der
Linie II-II in Fig. 1;
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Fig. 3 eine schematisch dargestellte Ansicht einer
Reinigungs- und/oder Trocknungseinheit für das Euter, die an das
Euter des Tieres automatisch anzuschließen ist;
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Fig. 4 eine schematisch dargestellte Ansicht einer
Melkeinheit, die an das Euter des Tieres automatisch anzuschließen
ist;
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Fig. 5 eine schematisch dargestellte Seitenansicht entlang
der Linie V-V in Fig. 4;
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Fig. 6 eine schematische Darstellung einer installierten
Vorrichtung zum Melken von Tieren, und
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Fig. 7 eine schematische Darstellung eines
Versorgungsfahrzeuges für die in Fig. 6 gezeigte Vorrichtung.
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Entsprechende Bauteile sind in den verschiedenen
Zeichnungen mit denselben Bezugszeichen bezeichnet.
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Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung mit einer Kabine 1
(Melkstand) für das Tier 2, die eine Tür 3 aufweist, durch
welche das Tier 2 die Kabine betreten kann, sowie eine Tür
4, durch welche das Tier die Kabine 1 verlassen kann. Beide
Türen 3, 4 sind mit der Vorrichtung derart verbunden, daß
ihre Ausrichtung beim Öffnen und Schließen im wesentlichen
dieselbe bleibt. Zu diesem Zweck ist eine Parallelogramm-
Konstruktion mit Führungsstangen 5 vorgesehen, die mittels
ihrer Enden 6 mit dem Rahmen der Vorrichtung schwenkbar
verbunden sind, und deren andere Enden 7 mit den an der Tür
angeordneten Stützen 8 schwenkbar verbunden sind. Fig. 1
zeigt die beiden Türen 3, 4 in geschlossenem Zustand,
während der geöffnete Zustand strichliert dargestellt ist. Die
Verwendung einer Parallelogramm-Konstruktion zum Betätigen
der Türen 3, 4 hat den Vorteil, daß zum Öffnen der Türen
nur ein begrenzter Raum benötigt wird. Beide Türen sind
mittels nicht gezeigter Steuerglieder wie z. B.
hydraulischer oder pneumatischer Zylinder zu betätigen, die in
bekannter Weise anzuordnen und zu betätigen sind. Wie in
Fig. 1 gezeigt ist, ist an der Tür 4 ein Futtertrog 9
angeordnet, aus dem das Tier 2 während seines Aufenthaltes in
der Kabine 1 Kraft- oder sonstiges Futter fressen kann.
Weil beim Öffnen der Tür 4 auch der Futtertrog 9
wegschwenkt, wird das Tier die Kabine 1 früher als sonst
verlassen.
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Über der Kabine 1 für das Tier 2 sind drei Vorrats- bzw.
Aufnahmebehälter 10, 11, 12 gezeigt. Der Vorratsbehälter 10
ist für Futter wie z. B. Kraftfutter bestimmt, das das Tier
während seines Aufenthaltes in der Kabine 1 fressen kann.
Der Vorratsbehälter 10 hat eine Einfüllöffnung 13 und eine
Zuteilungs-Auslaßöffnung 14, die als Reaktion auf ein
Steuersignal eine vorgegebene Futtermenge in den Futtertrog 9
einfüllt. Der Vorratsbehälter 10 kann nach Fig. 1 derart
ausgebildet sein, daß das Futter ohne zusätzliche
Fördervorrichtung in den Futtertrog strömen kann.
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Der Aufnahmebehälter 11 dient der Aufnahme von Milch und
kann zu diesem Zweck eine Vorrichtung zum Kühlen der in dem
Behälter gelagerten Milch aufweisen. Der Vorratsbehälter 12
enthält eine Reinigungsflüssigkeit, beispielsweise Wasser,
die zum Reinigen, Desinfizieren und Spülen von Teilen
verwendet werden kann, die mit der Milch in Berührung kommen,
wie z. B. Milchleitungen, das Melkgeschirr, das Euter oder
weitere für das Reinigen oder Spülen in Frage kommende
Teile.
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Fig. 1 zeigt auch eine Einheit 15, die an das Euter des
Tieres 2 anzuschließen ist. Die Einheit 15 hat ein Becken
16, das das Kuheuter annähernd dicht umschließt und in der
Mitte durch einen Träger 17 abgestützt ist, der an dem
Boden angeordnet und im folgenden unter Bezugnahme auf Fig. 3
näher beschrieben ist.
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Außerdem ist eine Vorrichtung 18 zum Befördern von Milch zu
dem Aufnahmebehälter 11 vorgesehen. Eine Vorrichtung 19
dient zum Erwärmen von Luft und zum Befördern dieser
erwärmten Luft zu der an das Euter anschließbaren Vorrichtung
15, wie im folgenden näher ausgeführt ist. Mittels einer
Vorrichtung 20 kann das Reinigungsmittel von dem
Vorratsbehälter 12 in die an das Euter anschließbare Vorrichtung 15
gepumpt werden. Die hierfür erforderlichen Förderleitungen
21 sind schematisch dargestellt.
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Am Hals des Tieres ist ein Halsband 22 angeordnet, an
welchem eine Vorrichtung 23 zum Identifizieren des Tieres
befestigt ist. Diese Vorrichtung 23 kann durch einen
elektronischen oder magnetischen Informationsträger oder einen
Sender gebildet sein, der ein Signal sendet, das für das
jeweilige Tier 2 spezifisch ist. Die Vorrichtung hat
außerdem einen Computer 24 zum Steuern der verschiedenen
Funktionen der Vorrichtung. Zu diesem Zweck ist der Computer 24
mit verschiedenen Teilen der Vorrichtung verbunden, wie es
in Fig. 1 durch Linien dargestellt ist.
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Die Vorrichtung hat ferner einen Lautsprecher 25 zum
Erzeugen von Tönen oder von Musik, um die gewünschten Signale an
das Tier weiterzuleiten.
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Fig. 2 zeigt in schematischer Darstellung drei
nebeneinanderliegende Melkstände oder Kabinen 1, die durch Trennwände
26 voneinander getrennt sind. Ferner ist eine
beispielsweise durch Stangen gebildete Führung 27 vorgesehen, die dem
Tier eine nur begrenzte Bewegungsfreiheit einräumt. Fig. 2
zeigt zwei an das Euter des Tieres anzuschließende
Vorrichtungen, nämlich eine Reinigungs- und/oder Trocknungseinheit
28 und eine Melkeinheit 29. Diese Einheiten 28, 29 können
in der Ruhelage außerhalb des durch die Führung 27
begrenzten Bereiches angeordnet sein. Hält sich in der Kabine 1
ein Tier auf, so kann die Einheit 28 von der einen Seite
und die Einheit 29 von der anderen Seite her unter das Tier
bewegt werden. Beide Einheiten haben einen Träger mit zwei
im wesentlichen vertikalen Gelenkstiften 30, 31, wobei der
Träger im Bereich des Gelenkstiftes 30 am Boden befestigt
ist, so daß die Einheit 28, 29 innerhalb eines vorgegebenen
Bereiches zu bewegen ist. Außerdem ist eine Vorrichtung zum
Bewegen der Einheiten 28, 29 nach oben vorgesehen, wie im
folgenden näher ausgeführt ist.
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Die Einheit 28 hat ein Becken 16 (Fig. 3), das das Euter
des Tieres im wesentlichen eng umschließt und mehrere
Sprühdüsen 32 zum Besprühen des Tiereuters mit einer
Reinigungsflüssigkeit sowie eine Mittelöffnung 33 zum Ableiten
gebrauchter Reinigungsflüssigkeit und auch zum Zuführen von
Luft aufweist, die wahlweise erwärmt sein kann, um das
Euter nach dem Reinigen zu trocknen.
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Die Einheit 29 hat ein Melkgeschirr 34, das an die Zitzen
des Euters anzuschließen ist, sowie eine Abschirmung 35,
wie in der Folge näher erläutert ist.
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Die oben beschriebenen Vorrats- bzw. Aufnahmebehälter
10, 11 und 12, die wahlweise über den Kabinen 1 angeordnet
sein können, können sich über mehrere Kabinen erstrecken,
wobei als Alternative für jede Kabine wahlweise ein oder
mehrere Vorrats- bzw. Aufnahmebehälter vorgesehen sein
können.
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Die beschriebene Vorrichtung zum Melken von Tieren kann als
transportable Einheit ausgeführt oder in einen
transportablen Behälter eingebaut sein, der als Ganzes an einem
gewünschten Ort aufgestellt werden kann. Zu diesem Zweck kann
die Vorrichtung wahlweise mit Rädern 36 (Fig. 2) oder mit
sonstigen Vorrichtungen zum Bewegen des Gerätes versehen
sein. Zwecks Aufstellung im Freien kann die Vorrichtung ein
Dach 37 aufweisen, das sich über die gesamte Vorrichtung
erstreckt (Fig. 1).
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In Fig. 3 ist die bereits in Fig. 2 gezeigte Einheit 28
vergrößert dargestellt. Die Einheit 28 hat ein Becken 16,
das mittels des Trägers 17 unter das Tier zu bewegen ist,
so daß es dessen Euter umschließt. Der Träger 17 ist um den
Gelenkstift 30 schwenkbar und im Bereich dieses
Gelenkstiftes am Boden befestigt. Der Träger hat einen ersten
Elektromotor 38 zum Bewegen der Vorrichtung 38 nach oben,
beispielsweise mittels einer konzentrisch zu dem Stift 30
angeordneten Spindel. Zusätzlich ist ein zweiter Elektromotor
39 vorgesehen, so daß der Träger um den Stift 30 schwenken
kann. Der Träger hat ferner einen zweiten im wesentlichen
vertikalen Schwenkstift 31, der ein Schwenken von
Verbindungsgliedern 40 und 41 des Trägers relativ zueinander
ermöglicht. Das Verbindungsglied 41 trägt an seinem Ende das
Becken 16, das mit Sprühdüsen 32 und einer Mittelöffnung 33
versehen ist. Die mittig in dem Becken 16 angeordnete
Öffnung 33 ist an der Stelle ausgebildet, an der das
Verbindungsglied 41 mit dem Becken 16 verbunden ist.
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Mittels einer Vorrichtung 20 (Fig. 1) kann den Sprühdüsen
32 über eine Leitung 42 eine Flüssigkeit, z. B. warmes
Wasser, zugeführt werden. Die gebrauchte Flüssigkeit kann
durch den Auslaß 33 und eine Leitung 43 an einen beliebigen
Ort außerhalb der Melkvorrichtung abgeführt werden. Zum
Trocknen der Euter nach dem Reinigen kann die Vorrichtung
19 (Fig. 1) wahlweise über eine Leitung 44 warme Luft
zuführen, die durch die Öffnung 33 zu dem Euter gelangt.
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Um sicherzustellen, daß die über die Leitung 44 zugeführte
Luft und die über die Leitung 43 abgeführte Flüssigkeit
sich gegenseitig nicht behindern, ist bei der in Fig. 3
gezeigten Ausführungsform in der Leitung 44 ein
Rückschlagventil 45 vorgesehen, das den zugeführten Luftstrom
durchläßt, für eine etwaige aus der anderen Richtung kommende
Flüssigkeit jedoch eine Absperrvorrichtung darstellt.
Außerdem ist in der Leitung 43 eine S-Kurve ausgebildet,
die eine Flüssigkeitssperre bildet, so daß sichergestellt
ist, daß die über die Leitung 44 zugeführte Luft nicht über
die Leitung 43 abströmen kann.
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Die in Fig. 3 gezeigte Melkvorrichtung ist elektronisch
gesteuert, insbesondere rechnergesteuert, so daß das Becken
16 zunächst eine geeignete Position in einer im
wesentlichen horizontalen Ebene einnimmt und dann nach oben bewegt
wird, so daß es sich in einer das Euter des Tieres
umschließenden Position befindet. Zur Erleichterung dieses
Vorganges ist der Rand des Beckens mit einem Streifen 46
aus einem flexiblen Material versehen. Die Leitungen 42, 43
und 44 müssen hinreichend flexibel sein, um sich den
Bewegungen des Beckens 16 anzupassen. Wie schon oben
ausgeführt, erfolgt die Bewegung des Beckens durch einen ersten
Elektromotor 38, mittels dessen die Einheit in vertikaler
Richtung zu verstellen ist, während die Drehung um den
Stift 30 mittels eines zweiten Elektromotors 39 und die
gemeinsame Drehung der Verbindungsglieder 40 und 41 um den
Stift 31 mittels eines dritten Elektromotors erfolgen. Zu
diesem Zweck ist der Computer mittels elektrischer
Leitungen 48 mit jedem dieser Motoren verbunden.
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In Fig. 4 ist die Einheit 29 gezeigt (siehe Fig. 2). Die
Einheit hat ein Melkgeschirr mit vier Zitzenbechern 52.
Diese Zitzenbecher 52 können herkömmlicher Bauart,
alternativ jedoch etwas erweitert ausgebildet sein, um den
Anschluß an die Zitzen zu erleichtern. Die in Fig. 4 gezeigte
Stütze entspricht der, die in Fig. 3 gezeigt und unter
Bezugnahme auf diese Zeichnung beschrieben ist. Mit Hilfe der
rechnergesteuerten Elektromotoren 38, 39 und 47 kann das
Melkgeschirr zum Anschluß an das Euter in jede gewünschte
Position bewegt werden. Die Spindel 49 zur Höhenverstellung
der Einheit ist schematisch dargestellt.
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Auf einer Seite des Melkgeschirres ist die in Fig. 4
gezeigte Anordnung mit einer Platte 35 versehen, die an ihrer
Oberseite einen umgebogenen Rand 51 aufweist. Die Platte 35
dient als Abschirmung des Melkgeschirres gegen die
Hinterbeine des Tieres, insbesondere zur Verhinderung einer
Verunreinigung des Melkgeschirres.
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Fig. 5 zeigt eine Seitenansicht entlang der Linie V-V in
Fig. 4 mit weiteren Details des Melkgeschirres. Gemäß
Fig. 5 ist jeder Zitzenbecher 52 mit einer Mittelstütze 54
schwenkbar verbunden, so daß jeder Zitzenbecher 52 relativ
zu der Mittelstütze 54 innerhalb eines bestimmten Bereiches
zu bewegen ist. Mittels kleiner Elektromotoren 55 und 56
kann jeder Zitzenbecher mit Hilfe des Computers relativ zu
der Mittelstütze 54 positioniert werden, so daß die vier
Zitzenbecher 52, die zusammen das Melkgeschirr bilden, in
einer Lage angeordnet werden, die an das jeweilige Tier
angepaßt ist.
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Fig. 6 zeigt in schematischer Darstellung eine
transportable Melkvorrichtung mit drei Melkständen, die
beispielsweise auf einer Wiese aufgestellt ist, so daß Tiere 2,
beispielsweise Kühe, um die Vorrichtung herumgehen können.
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Fig. 7 zeigt einen hinter einem Schlepper angeordneten
Anhänger, auf dem verschiedene Vorrats- bzw. Aufnahmebehälter
57, 59 und 60 beispielsweise für Flüssigkeit, Milch und
Futter angeordnet sind.
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Mit der in Fig. 7 gezeigten Kombination aus Schlepper und
Anhänger kann zu der in Fig. 6 gezeigten Melkvorrichtung
gefahren werden, um Milch abzuholen und Futter und
Flüssigkeit anzuliefern.
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Die Vorrichtung zum Melken von Tieren kann zwar auch in
jeden beliebigen Stall eingebaut werden, doch geht die
nachfolgende Beschreibung von einer Aufstellung der
Melkvorrichtung auf einer Wiese aus, wie in Fig. 6 gezeigt
ist.
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Die Tiere laufen frei um die automatische Melkvorrichtung
herum. Alle Tiere sollen einen Melkstand der
Melkvorrichtung mehr oder weniger regelmäßig aufsuchen, um
dort gemolken zu werden. Zu diesem Zweck können die Tiere
durch Anbieten von Kraftfutter in den Melkstand gelockt
werden, alternativ ist es jedoch möglich, die Tiere mittels
akustischer Signale zu rufen. Jedes Tier trägt deshalb ein
Halsband mit einem daran befestigten Empfänger, der mit
einem im Bereich der Ohren des Tieres angeordneten
Lautsprecher verbunden ist. Die Melkvorrichtung ist mit einem
elektronisch gesteuerten, insbesondere rechnergesteuerten
Sender versehen, so daß der Computer über den Lautsprecher ein
Rufsignal an die betreffende Kuh senden kann. Auf diese
Weise kann jedes gewünschte Tier beispielsweise mittels
angenehmer Töne aufgefordert werden, zum Melkstand zu gehen,
weil das Tier dann weiß, daß dort beispielsweise
Kraftfutter angeboten wird. Gleichzeitig kann den Tieren, deren
Aufenthalt in der Nähe des Melkstandes unerwünscht ist, ein
unangenehmes Signal gesendet werden, sobald sie sich dem
Melkstand zu sehr nähern. Alternativ können anstelle von
Funksignalen Tonsignale verwendet werden, die mittels eines
in Fig. 1 mit dem Bezugszeichen 61 bezeichneten
Lautsprechers erzeugt werden. Da an dem Halsband der Kuh auch eine
Identifizierungsvorrichtung befestigt ist, beispielsweise
ein Sender zum Aussenden vorgegebener Signale, stellt ein
Sensor der Melkvorrichtung die Anwesenheit eines bestimmten
Tieres fest, nachdem der Computer die Tür 3 (Fig. 1)
geöffnet hat, um dem betreffenden Tier Zutritt zu dem Melkstand
zu gewähren. Der Computer liefert eine vorgegebene
abgemessene und auf dieses spezifische Tier abgestimmte
Kraftfuttermenge an den Futtertrog, und eine Vorrichtung zum
Reinigen der Euter wird an die Euter angeschlossen. Weil das
Tier das angebotene Futter frißt, befindet es sich in einer
vorgegebenen Position, und der Computer kann die an das
Euter anzuschließenden Einheiten derart steuern, daß sie in
geeigneter Weise angeschlossen werden. Nach einem
Reinigungsvorgang kann ein Trocknungsvorgang durchgeführt
werden, wonach sich die an das Euter angeschlossene
Vorrichtung in ihre Ausgangsposition zurückbewegt und das
Melkgeschirr ebenfalls rechnergesteuert von der anderen
Seite her unter das Tier bewegt und an das Euter
angeschlossen werden kann, wobei die jeweiligen Positionen der
Zitzenbecher auf das Euter des spezifischen Tieres
abgestimmt sind. Nach Beendigung des Melkvorganges kehrt das
Melkgeschirr in seine Ausgangslage zurück, die Tür 4 wird
geöffnet und Tür samt Futtertrog werden weggeschwenkt, so
daß das Tier den Melkstand verlassen kann. Um einen
ordnungsgemäßen Anschluß der betreffenden Einheit an das Euter
durchführen zu können, verfügt der Computer über die
entsprechenden Daten jedes Tieres und steuert anhand dieser
Daten die Einheiten 28, 29.
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Im Interesse einer optimalen Milchproduktion ist es von
größter Bedeutung, daß sich das Tier in allen Situationen
wohl fühlt oder gar positiv beeinflußt wird. Diese
Beeinflussung kann mittels Tönen erfolgen, die von einem an der
Wand des Melkstandes angeordneten Lautsprecher 25 erzeugt
werden (Fig. 1). Dieser Lautsprecher dient in erster Linie
zum Anlocken des Tieres durch Erzeugen eines für das Tier
angenehmen Tones, beispielsweise einer bestimmten Art von
Musik. Während des Melkens kann diese Musik derart variiert
werden, daß sie die Milchproduktion fördert, beispielsweise
indem sie von einem anfangs langsamen allmählich in einen
dynamischeren Rhythmus übergeht. Derselbe Lautsprecher 25
kann dazu verwendet werden, das Tier zum Verlassen des
Melkstandes zu bewegen, beispielsweise durch Erzeugen
unangenehmer wie z. B. schriller Töne.
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Selbstverständlich kann das Tier auch in jeder anderen
geeigneten Weise zum Melkstand gelockt werden. Es kann auch
vorteilhaft sein, das Tier selbst entscheiden zu lassen, ob
es gemolken werden will; zu diesem Zweck stellt der Sensor
die Anwesenheit des betreffenden Tieres fest und gewährt
diesem Tier dann den Zugang zum Melkstand. Auf diese Weise
kann die Häufigkeit des Melkens auf viele Male pro Tag
gesteigert und an die Bedürfnisse des Tieres angepaßt werden,
was für die Milchproduktion von Vorteil sein kann.
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Alternativ kann die Melkvorrichtung natürlich in einem
offenen oder sonstigen Stall installiert werden.