DE254187C - - Google Patents
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- DE254187C DE254187C DENDAT254187D DE254187DA DE254187C DE 254187 C DE254187 C DE 254187C DE NDAT254187 D DENDAT254187 D DE NDAT254187D DE 254187D A DE254187D A DE 254187DA DE 254187 C DE254187 C DE 254187C
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-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07F—ACYCLIC, CARBOCYCLIC OR HETEROCYCLIC COMPOUNDS CONTAINING ELEMENTS OTHER THAN CARBON, HYDROGEN, HALOGEN, OXYGEN, NITROGEN, SULFUR, SELENIUM OR TELLURIUM
- C07F9/00—Compounds containing elements of Groups 5 or 15 of the Periodic Table
- C07F9/66—Arsenic compounds
- C07F9/70—Organo-arsenic compounds
- C07F9/74—Aromatic compounds
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
-■ M 254187 KLASSE 12 q. GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 4. Februar 1911 ab.
In den Patentschriften 206057, 206456, 212205
und 224953 der Kl. 12 q sind Verfahren zur Herstellung von Arsenoverbindungen beschrieben,
welche darin bestehen, daß man Oxy-, Amino- oder Aminooxysubstitutionsprodukte der Phenylarsinsäure oder des Phenylarsenoxyds
mit starken Reduktionsmitteln behandelt.
Es wurde nun ein neuer Weg gefunden, solche Arsenoverbindungen herzustellen, der
darin besteht, daß man die aus Phei^larsinsäure
oder deren Derivaten durch Reduktion in stark saurer Lösung erhältlichen primären
Arsine von der allgemeinen Formel Ar-AsH2
auf Arsenoxyde von der allgemeinen Formel Ar-AsO oder auf die diesen entsprechenden
Arsenchlorüre Ar · As Cl2 einwirken läßt. Die Umsetzung erfolgt entsprechend den Gleichungen:
Aryl-AsH2 + Ar-AsO
Aryl-AsH2 + Ar-AsO
= Aryl- As: As· Ar + H2O,
Aryl - AsH2 + Ar-As Cl2
= Aryl -As: As-Ar 4- 2 HCl
= Aryl -As: As-Ar 4- 2 HCl
oder vielleicht auch aus den Arsenoxyden nach einer intermediären Wasseraufnahme, wie
es die folgende Gleichung erläutert:
Aryl -AsH2 4- Ar-AsO (H2O)
= Aryl-As :As-Ar 4- 2 H2 O.
= Aryl-As :As-Ar 4- 2 H2 O.
So erhält man beispielsweise aus dem primären 4-Aminophenylarsin NH2 · C6H4- AsH2
und4-Aminophenylarsenoxyd NH2' C6H 4 ·AsO
das 4 · 4'-Diaminoarsenobenzol
NH2 -C6H^As: As-C6H4- NH2.
Aus dem primären 4-Oxy-3-aminophenylarsin OH (NH2) C6H3-AsH2 und 4-Oxy-3-aminophenylarsenoxyd
OH (NHJ C6H3-AsO erhält
man das 4 · 4'-Dioxy-3 · 3'-diaminoarsenobenzol
OH - NH2 -C6H3-As: As-C6H3- NH2 - OH.
Außerdem aber kann man durch das neue Verfahren eine bisher unbekannte Reihe von
Arsenoverbindungen asymmetrischer Struktur von der allgemeinen Formel Ar1-As : As -Arn
herstellen, indem man auf ein Arsenoxyd oder Arsenchlorür ein primäres Arsin zur Einwirkung
bringt, welches ein von dem aiigewandten Oxyd oder Chlorür verschiedenes organisches
Radikal enthält.
So erhält man aus 4 - Aminophenylarsin NH2· C6H i- AsH2 und dem 4-Oxyphenylarsenoxyd
OH-C6Ht-AsO eine asymmetrische
Arsenoverbindung, das 4-Aminobenzolarseno-4'-oxybenzol;
aus dem primären 4-Oxy-3-aminophenylarsin und 4-Phenylglycin-i-arsenoxyd
ebenso das 4-Glycinbenzolarseno-(4')-oxy-(3')-aminobenzol
COOHCH2 - NH - C6Hi -As-.As- C6H3(NHJ - OH.
Dabei ist es nicht notwendig, die Arsenoxyde bzw. Arsenchlorüre zu isolieren. Sie
können vielmehr in Form ihrer frisch hergestellten Lösungen zur Anwendung kommen,
was in solchen Fällen vorteilhaft ist, in denen das Zwischenprodukt schwer isolierbar oder
unbeständig ist. In diesem Falle kann man in der Weise verfahren, daß man die mit
Jodkalium versetzte saure Lösung der entsprechenden Arsinsäure mit schwefliger Säure
60
sättigt und diese Lösung unmittelbar zur Reaktion verwendet.
Die nach dem Verfahren erhältlichen Arsenoverbindungen, welche mindestens eine salzbildende
Atomgruppe, wie z. B. die Amino-, Oxy- oder Glycingruppe, in einer der Arsenoxyd-
oder Arsinkomponenten enthalten, sind für medizinische Zwecke verwendbar, indem sie bei durch Trypanosomen verursachten Infektionskrankheiten
bactericid wirken.
1. 4 · 4'- Diaminoarsenobenzol: 169 g 4'-Aminophenylarsin
(vgl. Patent 251571, Beispiel 2) werden in 1 1 Normalsalzsäure und
9 1 Wasser in Lösung gebracht. Diese Lösung wird in der Kälte mit einer Auflösung von
!83 g 4-Aminophenylarsenoxyd (vgl. Patentschrift
206057, Kl. 12 q, Beispiel 1) in 11 Normalsalzsäure
und 4 1 Wasser verrührt und noch ι 1 Normalsalzsäure hinzugegeben. Es
tritt eine lebhafte Gelbfärbung ein, zuweilen fällt auch eine geringe Menge eines gelben
flockigen Niederschlags aus. Nach mehrstündigem Stehen in der Kälte versetzt man das
Reaktionsprodukt mit einer Lösung von 450 g essigsaurem Natron in 1500 ecm Wasser, wobei
das schon bekannte Diaminoarsenobenzol (vgl. Patentschrift 206057, Kl. 12 q, Beispiel 4)
in schwach gelb gefärbten Flocken ausfällt.
2. 4 · 4'-Dioxy-3 · 3'-diaminoarsenobenzol:
230 g 4 - Oxy - 3 - aminophenylarsinsäure (vgl. Patentschrift 224953, Kl. 12 q, Beispiel 1)
werden in 2000 ecm Wasser und iooo' ecm
Doppeltnormalschwefelsäure gelöst, mit einer Auflösung von 50 g Jodkalium in 50 ecm
Wasser versetzt und sodann mit Schwefeldioxyd gesättigt. 185 g 4-Oxy-3-aminophenylarsin
(vgl. Patent 251571, Beispiel 4) werden in 2000 ecm Alkohol und 2000 ecm Normal-.
salzsäure gelöst. Beide Lösungen werden in der Kälte ineinandergerührt, wobei das schon
bekannte 4 · 4'-Dioxy-3 · 3'-diaminoarsenobenzol unmittelbar in Form eines graugelben Niederschlags
ausfällt.
. 3. 4-Aminophenylarseno-4'-oxybenzol
j färbten Niederschlags aus. Getrocknet ist es ! ein gelbes Pulver, das sich beim Erhitzen auf
etwa 200 ° zersetzt; es ist löslich in Salzsäure j und Natronlauge, unlöslich in Wasser und den
üblichen organischen Lösungsmitteln.
4. 4-Glycin-3'-amino-4'-oxyarsenobenzol
4. 4-Glycin-3'-amino-4'-oxyarsenobenzol
)—As:As—ζ
i84 g 4-Öxyphenylarsenoxyd (vgl. Patentschrift
213594, Kl. 12 q, Beispiel 1) werden in 2000 ecm
Methylalkohol gelöst. 169 g 4-Aminophenylarsin werden in 1 1 Normalsalzsäure und 9 1
Wasser in Lösung gebracht. Beide Lösungen werden in der Kälte vereinigt und sofort mit
2 1 Doppeltnormalsalzsäure versetzt. Es tritt kräftige Gelbfärbung ein. Nach mehrstündigem
Stehen fügt man 4 1 Doppeltnormalnatriumacetatlösung hinzu. Dabei fällt das Reaktionsprodukt in Form eines gelblich ge-NH-CH2-COOH
OH:
275 S p-Phenylglycinarsinsäure (vgl. Patentschrift
206057, Kl. 12 q, Beispiel 6) werden in 21Z2 1 Methylalkohol und 1 1 Doppeltnormalschwefelsäure
gelöst, mit 50 g Jodkalium in 50 ecm Wasser versetzt und die Lösung mit
Schwefeldioxyd gesättigt. 185 g 4-Oxy-3-aminophenylarsin
werden in 2 1 Alkohol und ι 1 Normalsalzsäure gelöst. Beide Lösungen
werden in der Kälte vereinigt, wobei das Reaktionsprodukt in Form eines braungelben
flockigen Niederschlags direkt ausfällt. Abfiltriert und getrocknet ist die neue Verbindung
ein gelbes Pulver, das sich beim Erhitzen auf etwa 120 ° dunkel färbt und bei
150° vollständig zersetzt. Es ist unlöslich in Wasser, Alkohol und den meisten gebräuchlichen
Lösungsmitteln, dagegen löslich in Natronlauge, Sodalösung und Salzsäure.
5. Verwendung eines Arsenchlorürs: Beim Einleiten von Schwefeldioxyd bis zur Sättigung
in eine auf ·—■ 10 ° gehaltene Lösung von Phenylglycinarsinsäure in konzentrierter
Salzsäure, welcher man eine kleine Menge Jodwasserstoff zugesetzt hat, erhält man einen
Kristall brei des salzsauren Phenylglycinarsenchlorürs. Dieses kann abgesaugt, erst mit
Eisessig, dann mit Äther gewaschen und durch Stehen über Ätzkali getrocknet werden; es
bildet weiße Kristalle, die sich beim Erhitzen auf 120° zersetzen, und ist leicht löslich in
Wasser, Methylalkohol und Alkalien. 320 g dieses salzsauren Phenyglycinarsenchlorürs löst
man in 5 1 Wasser und gibt die Lösung zu einer Lösung von 250 g 4-Oxy-3-aminophenylarsin
in 2,5 1 Methylalkohol, 2 1 Wasser und 2 1 Normalsalzsäure. Das Lösungsgemisch nimmt cino gelbe Farbe an; nach 12stündigem
Stehen läßt man es in eine Lösung von überschüssigem Acetat einfließen und erhält einen
gelben Niederschlag, bestehend aus dem schon im Beispiel 4 beschriebenen 4-Glycin-3'-amino-4'-oxyarsenobenzol.
6. 3-Amino-4-oxyarsenobenzol: 55,5 g 3 · 4-Aminooxyphenylarsin
werden in 1 1 Alkohol unter Zusatz von 100 ecm kalt gesättigter
alkoholischer Salzsäure unter Luftabschluß gelöst und solche Lösung unter Kühlung zugegeben
zu der heiß hergestellten und erkalteten Lösung von 50 g Phenylarsenoxyd in 1 1
Benzol. Es entsteht ein gelber käsiger Niederschlag, der, unter Luftabschluß abgesaugt, mit
Benzol gewaschen und im Vakuum getrocknet, ein gelbliches Pulver darstellt; es ist löslich
in Wasser, Alkohol und Methylalkohol, seine wäßrige Lösung gibt mit Natronlauge Ausscheidung
des freien 3-Amino-4-oxyarsenobenzols
-As : As—ζ
-OE
J/
NH2,
das sich im Überschuß aus Natronlauge wieder löst.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Darstellung von aromatischen Arsenoverbindungen, darin bestehend, daß man solche aromatischen Arsenoxyde, oder an deren Stelle Arsenchlorüre, und solche aromatischen primären Arsine, von denen mindestens die eine oder die andere Komponente eine salzbildende Atomgruppe, wie z. B. die Amino-, Oxy- oder Glycingruppe, enthält, aufeinander einwirken läßt.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE254187C true DE254187C (de) | 1900-01-01 |
Family
ID=512399
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT254187D Expired DE254187C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE254187C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US20030205259A1 (en) * | 2002-05-01 | 2003-11-06 | Mcconnell Thomas E. | Valve dishwasher basket |
-
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- DE DENDAT254187D patent/DE254187C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US20030205259A1 (en) * | 2002-05-01 | 2003-11-06 | Mcconnell Thomas E. | Valve dishwasher basket |
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