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Verfahren zur Herstellung löslicher Abkömmlinge von Aminoarylarsenoarsen-,
Aniinoarylarsenoantimon- und Aminoarylarsenwismutverbindungen ' Durch die Patente
573 53s, K1. 12 o, und 55s 567, 567 274, 567 275, K1. 12 q, sind Verfahren geschützt,
um lösliche Abkömmlinge von Aminoarylarsenoarsen-, Aminoarylarsenantimon- und Aminoarylarsenwismutverbindungen
durch Behandlung mit Formaldehydbisulfit bzw. Formaldehydsulfoxylat herzustellen.
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In weiterer Ausbildung dieser Verfahren wurde nun gefunden, daß lösliche
Abkömmlinge der genannten Verbindungen auch durch Einwirken von Alkylenoxyden und
ihren Abkömmlingen gewonnen werden können, wobei dieses Verfahren mit der Behandlung
von Formaldehydbisulfit bzw. Formaldehydsulfoxylat vereinigt werden kann.
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In den Patentschriften 412 i7i,und 430886,
K1. 12q, sind zwar
schon Verfahren beschrieben, nach denen man Äthylenoxyd usw. auf Arsenobenzol- und
Arsenostibiobenzolverbindungen einwirken läßt. Dort handelt es sich aber um Verbindungen
vom Typus ArAs - As Ar bzw. Ar As - SbAr, in (denen alles As und Sb an Arylreste
gebunden ist, während in dem vorliegenden Verfahren ein Teil des Arsens bzw. das
Antimon und Wismut in anorganischer Form vorliegen. Die Ausgangsstoffe des Verfahrens
können durch Umsetzung von aminosubstituierten aromatischen Arsinen mit anorganischen
Arsen-, Antimon- bzw. Wismutverhindungen in neutraler, saurer oder alkalischer Lösung
in Wasser oder organischen Lösungsmitteln gewonnen werden. Auch kann man vielfach
von den Produkten ausgehen, die bei der gemeinschaftlichen Reduktion einer Aminoarylarsenverbindung
mit einer anorganischen Arsen- oder Antimonverbindung entstehen.
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Die Ausgangsstoffe des Verfahrens haben die Zusammensetzung (NH2-Ar-As).Me",
worin Me As, Sb oder Bi bedeutet, m und n veränderlich sind. Das Verfahren zielt
darauf ab, die Aminogruppen - im allgemeinen ist n2 größer als i - ganz oder teilweise
mit den Resten -CH,-CH,-OH, -CI.2-C901-CH20H;usw.zubesetzen, wobei im letzteren
Fall, wenn also,die Aminogruppen nicht vollständig durch diese Reste besetzt sind,
noch die Reste - C H2 S.031\Ta bzw. - C H2 S 02 Na eingeführt werden können.
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Zur Ausführung des Verfahrens kann man
die gekennzeichneten
Ausgangsstoffe mit den Alkylenoxyden in Wasser oder organischen Lösungsmitteln behandeln.
Je nach Mengenverhältnissen, Zeit oder Temperatur kann man ein oder mehrere Aminogruppen
durch den aliphatischen Rest substituieren. Will man einen Teil der Aminogruppen
durch den -C H2 S O3 Na- oder -C H2 S 02 Na-Rest ersetzen, so kann man die Behandlung
mit Formaldehydbisulfit oder Forrnaldehydsulfoxylat gleichzeitig vornehmen. Statt
Formaldehydbisulfit kann man Formaldehyd und Bisulfit getrennt einwirken lassen.
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Man kann auch so verfahren, daß man die Komponenten der Ausgangsstoffe
einer Vorbehandlung mit einem Alkylenoxyd unterzieht, und zwar derart, daß man das
Aminoarylarsin mit ,dem Alkylenoxyd behandelt und dann mit der anorganischen Arsen-,
Antimon- oder Wismutverbindung umsetzt, welch letztere ebenfalls mit dem Alkylenoxyd
vorbehandelt sein können. Gegebenenfalls kann man dann eine weitere Behandlung mit
Formaldehydbisulfit oder Formaldehydsulfoxylat oder einem Alkylenoxyd anschließen.
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In ähnlicher Weise kann man von mit Alkylenoxyden vorbehandelten Aminoarylarsinsäuren
oder Aminoarylarsenoxyden ausgehen und diese z. B. mit einer anorganischen Arsen-
oder Antimonverbindung gemeinschaftlich reduzieren.
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Für Luftausschluß muß Sorge getragen werden.
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Vielfach treten die Substituenten in stöchiometrischen Verhältnissen
in die Aminogruppe ein. Beispielsweise kann man das Verfahren so leiten, daß man
eine Verbindung z. B. von der Zusammensetzung
erhält. Man erhält gut brauchbare Produkte auch, wenn die analytischen Ergebnisse
kein einfaches Verhältnis der eingetretenen Gruppen, z. B. CH20H-CHOH-CH,-, -CH,SO,Na,
-CH2S02Na, anzeigen.
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Vor den Produkten nach den eingangs genannten Patentschriften zeichnen
sich die nach dem neuen Verfahren erhältlichen Verbindungen durch erhöhte Luftbeständigkeit,
verhältnismäßig geringe Giftigkeit und besonders durch stark erhöhte Wirksamkeit
bei manchen Infektionskrankheiten, z. B. Bartonellen, aus.
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Es ist hervorzuheben, daß diese Wirksamkeit erreicht wird, trotzdem
ein Teil des Arsens bzw. das Antimon und Wismut nicht unmittelbar, sondern durch
Vermittlung von Arsen an Kohlenstoff gebunden vorliegt. Beispiel z 4o g 4-Oxy-3-aminophenylarsinacetatwerden
unter Zufügen von 40 ccm Epihydrinalkohol in etwa 450 ccm Methylalkohol gelöst.
Die Lösung wird verschlossen 24 Stunden stehengelassen. Dann vereinigt man bei -
r5° mit einer Lösung von 24 g Antimonchlorid in 250 ccm Methylalkohol. Man
läßt die Temperatur auf etwa + 5° steigen und fällt dann durch Einrühren in Aceton
das Hydrochlorid der Arsenoantimonverbindung. als orangebräunlichen Niederschlag
aus. Man kann der Antimonchloridlösung vor der Umsetzung Epihydrinalkohol zusetzen.
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40 g des so erhaltenen Hydrochlorids werden in Wasser gelöst, worauf
man mit verdünnter Natronlauge die Salzsäure so weit abstumpft, daß gerade noch
keine Ausfällung der Base eintritt, und dann 2o ccm 3oo;oige Formaldehydlösung hinzufügt.
Nach wenigen Minuten ist die Lösung zu einer Gallerte erstarrt. Man fügt unter Aufrühren
2o g Natriuinbisulfit hinzu und schüttelt unter Zufügen von Glaskugeln in einer
500-ccm-Flasche, bis Lösung eingetreten ist. Dann wird mit verdünnter Natronlauge
neutralisiert, nach kurzem Stehen filtriert und durch Einrühren in Methylalkohol
die gebildete Verbindung ausgefällt. Nach dem Abtrennen und Trocknen erhält man
ein braunes Pulver, das sich leicht mit neutraler Reaktion in Wasser löst. Die braune
Lösung verbraucht unter Entfärbung Jod. Sie enthält etwa drei -CH.>-CHOH-CH.-OH-Reste
und einen - C H2 S 03 Na-Rest.
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Verringert man die Menge und Einwirkungszeit des Epihydrinalkohols
in entsprechender Weise, so kann man ein Produkt mit etwa einem -CH2-CHOH-CH20H-Rest
auf zwei -CH2SO3Na-Reste erhalten. Beispiel e 4o g des nach Beispiel z erhaltenen
Hydrochlorids werden in Wasser gelöst, worauf
man verdünnte Natronlauge
bis zur neutralen Reaktion hinzufügt. Dabei fällt die Base als voluminöser brauner
Niederschlag aus. Man fügt 40 g Formaldehydbisulfit hinzu und schüttelt in einer
vollgefüllten 5oo-ccm-Flasche unter Zufügen von Glaskugeln, bis Lösung eingetreten
ist. Nach zweitägigem Stehen filtriert man und fällt die gebildete Verbindung durch
.Einrühren in Methylalkohol Baus. Nach dem Abtrennen und Trocknen im Vakuum- erhält
man ein braunes Pulver von den gleichen Eigenschaften wie in Beispiel z.
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Beispiel 3 40 g 4-Oxy-3-aminophenylarsinacetat werden unter Zufügen
von 50 ccm Epihydrinalkohol in etwa 45o ccm Methylalkohol gelöst, worauf
man die Lösung verschlossen 4 Tage stehenläßt. ,Dann vereinigt man bei - 15' mit
einer Lösung von 24 g Antimonchlorid in 25o ccm Methylalkohol, der man 16 ccm Glycid
zugesetzt liat. Man läßt die Temperatur auf 'etwa + 5° steigen und rührt die braun
gefärbte Lösung in Aceton ein. Das ausgefällte Hydrochlorid wird abgetrennt und
im Vakuum getrocknet. Man löst in wenig Wasser, neutralisiert unter Kühlung mit
Eis mit verdünnter' Natronlauge, filtriert und fällt durch Einrühren in Alkohol.
Nach dem Abtrennen und Trocknen erhält man ein hellbraunes Pulver, das sich mit
neutraler Reaktion in Wasser löst. Beispiel 4 4-Oxy-3-aminobenzolarsenantimon, hergestellt
-aus 20 g 4-Oxy-3-aminophenylarsinacetat und Brechweinstein (s. Patent 558 567,
Beispiel 5), wird als frisch gefällte Paste mit einer Lösung von 2o g Formaldehydbisulfit
und 15 ccm Glycid geschüttelt. Nach kurzem Schütteln ist Lösung eingetreten.
Nach 24 Stunden wird filtriert und die gebildete Verbindung durch Einrühren in Methylalkohol
ausgefällt. Nach dem Abtrennen und Trocknen erhält man ein braunes Pulver, das leicht
mit neutraler Reaktion in Wasser löslich ist. Beispiel s 40 g 4-Oxy-3-aminophenylarsinacetat
werden unter Zufügen von 5o ccm tpihydrinallz:ohol in etwa 450 ccm Methylalkohol
gelöst, worauf man die Lösung 4 Tage stehenläßt. Dann vereinigt man bei - 15" mit
einer Lösung von 18 g Wismutchlorid in 25o ccm Methylalkohol, der man 16 ccm Glycid
zufügen kann.
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Man läßt die Temperatur auf -j- 5° steigen und fällt dann die dunkle
Lösung durch Einrühren in Aceton aus. 2o g des so erhaltenen Hydrochlorids werden
in Wasser gelöst und unter Kühlen mit Eisstückchen mit verdünnter Natronlauge neutralisiert.
Die erhaltene dunkle Lösung wird filtriert und durch Einrühren in Alkohol ausgefällt.
Man erhält ein schwarzbraunes Pulver, das sich mit neutraler Reaktion in Wasser
löst.
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Beispiel 6 209 4-Oxy-3-aminophenylarsinacetat werden in das 4-Oxy-3-aminobenzolarsenoarsen
(s. Patent 573538, Beispiel r4) verwandelt.
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Die erhaltene Paste wird unter Zufügen von 30 g Formaldehydsulfoxylat
und 2o ccm Epihydrinalkohol geschüttelt. Nach wenigen Stunden ist Lösung eingetreten.
Nach etwa 24 Stunden wird die filtrierte Lösung durch Einrühren in Methylalkohol
ausgefällt. Nach -dem Abtrennen und Trocknen im Vakuum er= hält man ein bräunlichgelbes
Pulver, das sich leicht mit neutraler Reaktion in Wasser löst.
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In ähnlicher Weise kann man z. B. p-Aminophenylarsenoarsen mit Formaldehydsulfoxylat
und Epihydrinalkohol oder Formaldehydbisulfit und Epihydrinalkohol umsetzen.
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Beispiel? 17 g 4-Oxy-3-aminophenylarsenoärsenhydrochlorid (hergestellt
nach Beispiel 2 des Patents 573 538) werden in Wasser gelöst, mit verdünnter Natronlauge
versetzt, bis der zunächst sich bildende Niederschlag sich eben wieder gelöst hat,
und 12 ccm Epihydrinalkohol zugesetzt. Nach wenigen Stunden wird mit verdünnter
Essigsäure neutralisiert, wobei die Lösung nunmehr klar bleibt. Man fügt I2 g Formaldehydbisulfit
hinzu und läßt 24 Stunden stehen. Dann wird filtriert, die Lösung mit Methylalkohol
verdünnt und durch Einrühren in Alkohol ausgefällt. Nach dem Abtrennen und Trocknen
erhält man ein hellbräunliches Pulver, das sich leicht mit neutraler Reaktion in
Wasser löst. Beispiel 8 zog 4-Oxy-3-aminophenylarsinacetat und so ccm Propylenoxyd
werden in 2o ccm Methylalkohol gelöst. Nach 24stündigem Stehen wird bei - z5° mit
einer Lösung von 7 g Antimonchlorid in 6o ccm Methylalkohol vereinigt. Man läßt
die Temperatur auf + 5° steigen und rührt die braune Lösung in Aceton ein. Das ausgefällte
Hydrochlorid wird abgetrennt.und getrocknet. Dann löst man in Wasser, gibt unter
Kühlung mit Eis verdünnte Natronlauge hinzu, bis eben noch keine Ausfällung erfolgt,
und 5,3 ccm 3o°joige Formaldehydlösung. Nach 5 bis ro Minuten fügt man 5,3 g Natriumbisulfit
hinzu und schüttelt. Nach etwa 2 Stunden wird die
Lösung mit verdünnter
Natronlauge neutralisiert, nachkurzem Stehen filtriert und durch Einrühren in Methylalkohol
ausgefällt. Man erhält ein braunes Pulver, das sich leicht mit neutraler Reaktion
in Wasser löst.
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Beispiel 9 24g 4-Oxy-3-aminophenylarsinacetat werden unter Zusatz
einer methylalkoholischen Lösung von aus Sog Glucose gewonnenem Glucosan in Methylalkohol
gelöst; die Lösung wird verschlossen 24 Stunden stehengelassen. Dann vereinigt man
unter Umschütteln mit einer Lösung von 14,3 g Antimontrichlorid in Methylalkohol.
Es bildet sich eine braune Fällung, die man durch Zusetzen von Äthylalkohol vervollständigt.
Man saugt ab, wäscht mit Alkohol und trocknet im Exsiccator.
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Dann wird das braune Pulver in Wasser gelöst, die Lösung mit verdünnter
Natronlauge neutralisiert, worauf man i9 g Formaldehydbisulfit hinzufügt, auf 25o
ccm auffüllt und schüttelt. Nach 24 Stunden wird die erhaltene dunkle Lösung filtriert
und durch Einrühren in. Methylalkohol ausgefällt. Nach dem Abtrennen und Trocknen
erhält man die Arsenantimonverbindung als ein braunes Pulver, das sich leicht mit
neutraler Reaktion in Wasser löst.
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In ähnlicher Weise kann man z. B. entsprechende Wismutarsenverbindungen
herstellen. Beispiel io 20g 4-Oxy-3-aminophenylarsinacetat werden unter Zufügen
von 2o ccm a-Diäthylaminoepihydrin in Methylalkohol gelöst; die Lösung wird auf
25o ccm aufgefüllt und 3 Tage stehengelassen. Dann vereinigt man bei - io° mit einer
Lösung von 7 g wasserfreiem Wismutchlorid in ioo ccm Methylalkohol, läßt die Temperatur
auf -:20 steigen, filtriert und fällt die dunkle Lösung durch Einrühren in Aceton
aus. Nach dem Abtrennen und Trocknen im Vakuum erhält man ein schwarzes Pulver,
das sich leicht mit neutraler Reaktion in Wasser löst. Beispiel ii 20g 4-Oxy-3-aminophenylarsinacetat
werden in Methylalkohol unter. Zufügen von i.7 ccm a.-Diäthylaminoepihydrin gelöst;
die Lösung wird auf 25o ccm aufgefüllt und 3 Tage stehengelassen.
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Dann vereinigt man unter Kühlung mit einer Lösung von 12 g Antimonchlorid
in i2o ccm Methylalkohol. Es bildet sich ein orangefarbener Niederschlag. Man läßt
unter häufigem Umschütteln unter Kohlensäure stehen, bis Lösung eingetreten ist
(etwa 1/2 Stunde). Die erhaltene rote Lösung wird filtriert und durch Einrühren
in Aceton ausgefällt. Nach dem Trocknen im Vakuum erhält man ein leicht mit schwach
saurer Lösung in Wasser lösliches Pulver. Zur Überführung in eine neutrallösliche
Verbindung kann man in Wasser lösen, mit verdünnter Natronlauge neutralisieren und
die filtrierte Lösung wieder durch Einrühren in Aceton ausfällen. Man saugt ab,
wäscht mit Aceton nach und trocknet im Vakuum. Man erhält die Arsenantimonverbindung
als ein braunes Pulver, das sich leicht mit neutraler Reaktion in Wasser löst.
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In ähnlicher Weise kann man z. B. eine Arsenanlagerungsverbindung
des mit a-Diäthylaminoepihydrin vorbehandelten 4-Oxy-3-aminophenylarsinacetats herstellen.