DE224979C - - Google Patents
Info
- Publication number
- DE224979C DE224979C DENDAT224979D DE224979DA DE224979C DE 224979 C DE224979 C DE 224979C DE NDAT224979 D DENDAT224979 D DE NDAT224979D DE 224979D A DE224979D A DE 224979DA DE 224979 C DE224979 C DE 224979C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- water
- compound
- acenaphthenequinone
- reduction
- alkalis
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Active
Links
Landscapes
- Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
i 224979 KLASSE 12 o. GRUPPE
KALLE & CO. AKT.-GES. in BIEBRICH a. Rh.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 18. Februar 1909 ab.
Graebe & Gfeller erhielten bei der Reduktion des Acenaphtenchinons mittels Zinkstaub
und Eisessig das Acenaphtenon (Annalen Bd. 276 [1893] S. 12; vgl. auch Graebe &
Jequier, Annalen Bd. 290 [1896] S. 195). In
diesem ist nur noch das eine Kohlenstoffatom der Seitenkette mit Sauerstoff verbunden.
Es wurde nun gefunden, daß, wenn man die Reduktion nicht so weit treibt, wie es
Graebe & Gfeller getan haben, oder wenn man auf das Acenaphtenchinon milde wirkende
Reduktionsmittel einwirken läßt, neue Reduktionsprodukte des Acenaphtenchinons erhalten
werden, bei welchen in der Seitenkette scheinbar noch jedes Kohlenstoffatom mit Sauerstoff
verbunden ist.
Das erste Reduktionsprodukt, welches vorzüglich bei der Einwirkung alkalischer Reduktionsmittel,
wie z. B. Schwefelalkali, Ammoniak bzw. Natronlauge und Zinkstaub, Traubenzucker
und Natronlauge, auf das Acenaphtenchinon entsteht, ist durch folgende Eigenschaften
gekennzeichnet: Es ist in Wasser sehr schwer löslich, mit Alkalien bildet es tiefblau
gefärbte, in Wasser nahezu unlösliche Salze, in Eisessig löst es sich zum Teil, wobei aber
auch Acetylierung erfolgt; beim Erwärmen mit wässerigem Bisulfit gehen sowohl die freie
Verbindung als auch ihre schwerlöslichen Salze in eine Bisulfit verbindung über, die aber durch
Säuren wie durch Alkalien zersetzt wird. Aus Tetrachloräthan kann man die neue Verbindung
Umkristallisieren, wobei sie in schönen gelblichen Prismen vom F. P. 2480 erhalten
wird. Mit Oxythionaphten läßt sich die Verbindung kondensieren, wobei teils ein roter
Küpenfarbstoff, teils dessen Leukoverbindung entsteht.
Durch Reduktion in sauren, neutralen oder alkalischen Medien geht die Verbindung in die
zweite Reduktionsstufe über. Der dabei erhaltene Körper ist in Wasser löslich; mit Alkalien
bildet er zwei Reihen von Salzen, die in Wasser leicht löslich sind. Mit wenig Alkali
entstehen ungefärbte oder schwach blau gefärbte Salze, die mit einem Überschuß von Alkali in tief violettblau gefärbte Salze
übergehen. Mit Magnesia entsteht nur das schwach gefärbte bzw. farblose Salz. Aus Alkohol
kann die neue Verbindung umkristallisiert werden; man erhält dünne Nadeln vom F. P. 2540. Beim Kochen mit Eisessig erfolgt
Acetylierung, mit Bisulfit unter den gleichen Verhältnissen Bildung einer Bisulfitverbindung,
die durch Alkalien oder Säuren zersetzt wird. Bei der Kondensation mit Oxythionaphten entsteht
die Leukoverbindung eines roten Küpenfarbstoffes.
Versucht man die bei der Reduktion auftretenden Erscheinungen nach der chemischen
Richtung zu deuten, so dürfte es wahrscheinlich sein, daß die erste Verbindung durch Zusammentreten
zweier. Moleküle Acenaphtenchinon unter Aufnahme von zwei Wasserstoffatomen gebildet wird, die dann bei weiterer
Reduktion unter Aufnahme von noch zwei
Atomen Wasserstoff Spaltung erleidet. Für die Verbindungen kommen etwa folgende Formeln
in Betracht:
C=C
OH
OH
Die Formel I erklärt die Schwerlöslichkeit dieser Verbindung sowie die Entstehung eines
Gemisches von Farbstoff und Leukoverbindung bei der Kondensation mit Oxythionaphten;
das Formelbild unter II. läßt die Möglichkeit erkennen, zwei Reihen von Salzen zu erhalten,
und erklärt die Entstehung von Leukoverbindungen bei der Kondensation dieses Körpers
mit Oxythionaphten.
Man kann bei der Darstellung von Verbindung II entweder unmittelbar vom Acenaphtenchinon
oder von der Verbindung I ausgehen. Man kann aber auch das Gemisch beider. Verbindungen
herstellen und diese dann trennen. Die neuen Verbindungen können zur Darstellung
von Küpenfarbstoffen bzw. deren Leukoverbindungen Verwendung finden.
i8 kg Acenaphtenchinon werden mit 25 kg kristallisiertem Schwefelnatrium und 5 1 Wasser
vermählen. Nach kurzer Zeit bildet sich ein dicker Brei von tiefblauen Kristallnädelchen.
Durch weiteres 1Z2 stündiges Mahlen wird die
Reaktion zu Ende geführt. Man verdünnt nun mit 50 1 kaltem Wasser, filtriert, wäscht
mit kaltem Wasser aus und preßt den Rückstand ab.
18 kg Acenaphtenchinon oder das nach Beispiel I daraus erhaltene Produkt, letzteres
nach Behandlung mit der zur Abscheidung der freien Säure nötigen Menge Salzsäure, werden
in ein kochendes Gemisch von 50 kg Eisenspänen, 200 1 Wasser und 5 kg 50 prozentiger
Essigsäure eingetragen und unter gutem Rühren 1Z2 bis ι Stunde gekocht. Man macht dann
mit Soda schwach alkalisch, fügt 50 kg Kochsalz hinzu, läßt erkalten und filtriert auf einem
Nutschfilter ab. Der gut trocken gesaugte Rückstand wird mit Alkohol extrahiert; die
alkoholischen Extrakte werden eingeengt, wobei die neue Verbindung auskristallisiert.
Weiter wurde die überraschende Feststellung gemacht, daß man bei der Darstellung der
neuen Reduktionsprodukte an Stelle des Acenaphtenchinons mit Vorteil auch das nach
Graebe aus Acenaphten erhältliche rohe Oxydationsprodukt
verwenden kann. Da dieses außer Acenaphtenchinon und unverändertem Ausgangsmaterial auch noch Naphtalsäure und
gefärbte Verbindungen enthält, so war anzunehmen, daß diese bei der Einwirkung von
Alkalien eine wesentliche Umlagerung erleiden und so die Isolierung der angestrebten neuen
Produkte beeinträchtigen würden. Dies ist jedoch keineswegs der Fall; vielmehr ist durch
die Darstellung der neuen Verbindungen mit Hilfe des gekennzeichneten rohen Oxydationsproduktes sogar ein bequemes Mittel an die
Hand gegeben, um das Acenaphtenchinon aus der komplexen Reaktionsmasse in geeigneter
Form zu isolieren. Dies bedeutet aber ein gewerblich wertvolles Ergebnis.
Die Verwendung des rohen Oxydationsproduktes sei an folgenden Beispielen erläutert:
Beispiel III.
42 kg des rohen, nach Graebe & Gfeller aus Acenaphten erhältlichen Oxydationsproduktes
werden mit 40 kg Schwefelnatiium und 10 1 Wasser vermählen. Der nach kurzer Zeit
entstehende dunkelblaue Kristallbrei wird zur Beendigung der Reaktion noch etwa 1 Stunde
weiter gerührt, sodann mit kaltem Wasser verdünnt und filtriert. Das so erhaltene Produkt
ist nahezu rein und für technische Zwecke direkt verwendbar, da die Nebenprodukte fast
völlig mit der wässerigen Mutterlauge fortgehen. Es kann aber leicht durch Auflösen
in Sulfitlauge, Abfiltrieren der Lösung und Wiederausfällen mittels Natronlauge oder
Schwefelsäure völlig gereinigt werden.
Das nach Beispiel III aus 42 kg rohem Oxydationsprodukt von Acenaphten durch
Einwirkung von Schwefelnatrium, Verdünnen und Abfiltrieren erhältliche Produkt wird mit
Salzsäure bis zur schwachen Reaktion auf Congo versetzt und dann, wie im Beispiel II
angegeben, mit Eisen und Essigsäure reduziert. Verlauf und Ergebnis der Reaktion sind
analog Beispiel II.
Claims (2)
- Patent-An Sprüche:i. Verfahren zur Darstellung von Reduktionsprodukten des Acenaphtenchinons,dadurch gekennzeichnet, daß man Acenaphtenchinon mit reduzierend wirkenden Mitteln behandelt und dabei" die Reduktion entweder innehält bei der vollendeten Bildung einer in Wasser sehr schwer löslichen Verbindung, die mit Alkalien tiefblau gefärbte, in Wasser ebenfalls schwerlösliche Salze liefert, oder die Reduktion darüber hinausleitet bis zur Entstehung einer in Wasser löslichen Verbindung, die mit einem Überschuß von Alkalien leichtlösliche violettblau gefärbte Salze bildet.
- 2. Ersatz des reinen Acenaphtenchinons in dem Verfahren des Anspruchs ι durch das bei der Oxydation des Acenaphtens erhältliche Rohprodukt.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE224979C true DE224979C (de) |
Family
ID=485667
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT224979D Active DE224979C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE224979C (de) |
-
0
- DE DENDAT224979D patent/DE224979C/de active Active
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE224979C (de) | ||
| DE942104C (de) | Verfahren zur Herstellung metallhaltiger Azofarbstoffe | |
| DE971896C (de) | Verfahren zur Herstellung kobalthaltiger Azofarbstoffe | |
| DE239090C (de) | ||
| DE2131153A1 (de) | Wasserloesliche antibakterielle Verbindungen unterirdischer Stollen | |
| DE114974C (de) | ||
| DE254187C (de) | ||
| DE233473C (de) | ||
| DE515468C (de) | Verfahren zur Darstellung von ª‰-Naphthylaminophenoxyfettsaeuren | |
| DE244789C (de) | ||
| DE151981C (de) | ||
| DE196501C (de) | ||
| DE491224C (de) | Verfahren zur Darstellung von Arylaminosubstitutionsprodukten von o-Aminoarylmercaptanen | |
| DE65236C (de) | Verfahren zur Darstellung zweier p-Amidophenoldisulfosäuren | |
| DE562917C (de) | Verfahren zur Herstellung von Farbstoffen oder Farbstoffzwischenprodukten | |
| DE313725C (de) | ||
| DE194237C (de) | ||
| DE854802C (de) | Verfahren zur Herstellung von 4, 4'-Diaminodiphenylsulfoxyd | |
| DE241839C (de) | ||
| DE943369C (de) | Verfahren zur Herstellung metallisierbarer Disazofarbstoffe | |
| DE125589C (de) | ||
| DE925904C (de) | Verfahren zur Herstellung von Azofarbstoffen | |
| DE105798C (de) | ||
| DE462041C (de) | Verfahren zur Herstellung der ªÏ-Methylsulfonsaeuren von Diaminoanthrachinonen | |
| DE156477C (de) |