DE2004503B - Baßmechanik für Handharmonikas und Akkordeons - Google Patents

Baßmechanik für Handharmonikas und Akkordeons

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DE2004503B
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Pending
Application number
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English (en)
Inventor
Antonin Horzovice Najman (Tschechoslowakei)
Original Assignee
Czeskoslovenske hudebni nastroje, podnikove rzeditelstvi, Königgrätz (Tschechoslowakei)

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Description

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Die Erfindung bezieht sich auf eine Baßmechanik für Handharmonikas und Akkordeons, was als Sammelbegriff für chromatische Handharmonikas einschließlich Bajan zu verstehen ist.
Nach der bislang üblichen Konstruktion eines Baßteils für Akkordeons sind die Betätigungstasten einerseits in Einzelbaßreihen, worin bei der Betätigung der zugehörigen Taste gleichzeitig nur die Töne der gleichnamigen Bezeichnung in mehreren Oktaven ausgelöst werden, und andererseits in Akkordtastenreihen geordnet, worin bei der Betätigung der zugehörigen Taste jeweils mehrere zur Akkordbildung grifftechnisch geeignete Einzeltöne ausgelöst werden.
Eine derart angeordnete Baßmechanik beschränkt die Spieltechnik und die Musikwiedergabe des Instruments, weil sie weder eine freie Auswahl der Akkorde noch das Spiel der melodischen Passagen im Umfang von mehr als einer einzigen Okiave ermöglicht.
Diesen Nachteil sollten die Akkordeons mit den melodischen sogenannten freien Bässen beseitigen, deren Baßklaviatur mit einer weiteren Klaviatur zum Spielen einer chromatischen Skala in mehreren Oktaven ergänzt war. Mangelhaft an dieser Konstruktion sind die riesengroßen Ausmaße sowie das große Gewicht eines solchen Instruments, dessen recht schwierige Betätigungsmöglichkeit und seine hohen Anschaffungskosten. Es wurde auch versucht, die Nachteile der bisherigen klassischen Mechanik eines Baßteils nach einem neuen Prinzip zu beseitigen, welches die Umschaltung einer bestimmten Anzahl der Betätigungstasten von einer starren Tonverkoppelung (Akkordlänge bzw. mehrstimmig klingende Baßtöne) zu zerlegten melodischen, sogenannten freien Baßtönen ermöglicht. Eine konstruktive Lösung dieses Prinzips war jedoch jeweils recht kompliziert und höchst kostspielig.
Die Erfahrung bei der bisherigen Erzeugung dieser Instrumente sowie die Ergebnisse der aus zahlreichen Patenten resultierenden Technik können folgendermaßen zusammengefaßt werden:
Bekannt und gebräuchlich sind Baßmechaniken für kostspielige Kunstinstrumente, die entweder starre Tonverkoppelungen zu Akkordklängen bewirken, und in weiterer Entwicklung auch solche, die eine Auflösung der Akkorde in sich mehr oder weniger willkürlich daraus ergebende Einzeltöne ermöglichen. In weiterer Vervollkommnung sind auch total umschaltbare Baßmechaniken bekannt, die eine vollständige Umwandlung des gekoppelten Akkordsystems einschließlich der Grundbässe in ein einheitlich geordnetes Einzelbaßsystem zulassen, so daß das normale Akkordeon unverändert anwendbar bleibt und gleichzeitig seine Verwendbarkeit als polyphon auswertbares Einzelbaßinstrument möglich ist.
Damit wurde bereits ein gewisser Fortschritt insoweit erreicht, als das beim normalen Akkordeon verfügbare Tonmaterial im Umfange von einer einzigen mehrchörigen Oktave in einem über volle zwei Oktaven fortlaufenden Tonbereich in Einzeltönen auszuwerten war. Für eine voll künstlerische Anwendung des Harmonika-Instruments jedoch bleibt der Wunsch nach Erweiterung des polyphon gespielten Tonumfanges bestehen. Da all diesen Entwicklungen aber das verkoppelte Akkordsystem des normalen Akkordeons zugrunde liegt, wäre eine Erweiterung des Tonbereiches nur durch einen erheblichen technischen Mehraufwand durch Vermehrung des dazu erforderlichen Stimmenmaterials zu erreichen.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, diesen Aufwand zu vermeiden und trotzdem ein kombiniertes Instrument zu schaffen, bei dem einmal die gesamte vorhandene Tonskala in Einzeltönen spielbar und gleichzeitig eine Akkord-Begleitung möglich ist, die klanglich für das Normalakkordeon charakteristisch ist.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß eine Baßmechanik des begleitenden Teiles von Handharmonikas und Akkordeons, deren Tastenschieber mittels Mitnehmer auf Drehstifte von Drehwellen und letztere auf Luftklappen bzw. Tonventile
wirken, wobei mit Hilfe einer Umschaltvorrichtung zwei unterschiedliche Relativlagen zwischen den Tastenschiebern und den Drehwellen einstellbar sind, in deren einer der Tastenschieber mit mehreren Mitnehmern auf die Drehstifte mehrerer Drehwellen, und in deren anderer der Tastenschieber nur auf eine Drehwelle und somit auf nur ein Tonventil einwirkt, dadurch gekennzeichnet, daß die Tastenschieber von jeweils mehreren, z.B. drei benachbarten Tastenreihen der Höhe nach in derselben horizontalen Ebene oberhalb der Drehwellen gelagert sind und jeder Tastenschieber über einen wesentlichen Teil seiner Länge eine frei drehbare Überzieh-Hülse trägt, die in einer Axialrichtung mit mehreren die Drehstifte der Drehwellen zur Bildung von starr verkoppelten Akkorden betätigenden Mitnehmervorsprüngen und in einer anderen axialen Richtung lediglich mit einem einzigen, die Drehwelle nur eines Einzeltons beherrschenden Mitnehmervorsprung versehen ist.
Zur Umschaltung der beiden Wirkungen ist zweckmäßigerweise an einem Ende der Überzieh-Hülsen jeweils ein kurbelartiger Arm ausgebildet, der zwecks gemeinschaftlicher Betätigung in eine gemeinsame kammerartige Kulisse eingreift. Diese kammartige Kulisse kann in zwei Richtungen, nämlich in Längs- und Querrichtung, an der Grundleiste des Mechanikrahmens verschiebbar sein und von einer Deckleiste betätigt bzw. mitgenommen werden, welche die Verschiebung der Kulisse in der einen Richtung begrenzt. Vorzugsweise ist zur Betätigung der kammartigen Kulisse an der Querleiste ein Paar zweiarmiger Hebel in Zapfen gelagert und dazwischen in der Grundleiste ein Stein fest eingesetzt, mit welchem die beiden Grenzlagen der kammartigen Kulisse gegenüber der Grundleiste des Mechanikrahmens fixiert sind.
Bei der Betätigung der kammartigen Kulisse mittels eines am Deckel des linken Kastens gelagerten Druckknopfes wird zunächst von den zweiarmigen Hebeln die kammartige Kulisse zwangsweise gegenüber sämtlichen Tasten der besagten drei Reihen verschoben, um die^e zuverlässig in ihre normalen Lagen zurückzuführen, wonach sie durch gemeinsame Verschiebung aller kurbelartigen Arme die Wirkung sämtlicher Uberzieh-Hülsen umschaltet und erst dann in ihre wieder gesicherte Ausgangslage zurückkehrt. Dadurch wird zuverlässig jedwede Beschädigung des feinen Mechanismus durch unwillkürliche Umleitung irgendeines Mitnehmers oder sonstigen Elements vermieden.
Als ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Mechanik sei nachfolgend die Gestaltung des akkordischen Teils der Baßmechanik eines Akkordeons an Hand der Zeichnung erläutert. Es zeigt
F i g. 1 in schematischer Darstellung die mechanische Verkuppelung von der Taste eines gleichnamigen Baßtons bis zu der zugehörigen Luftklappe bzw. dem Tonventil am Stimmstock,
F i g. 2 die Akkordverkoppelung wieder in schematischer Darstellung,
F i g. 3 eine einzelne Überzieh-Hülse am Tastenschieber in Draufsicht und
F i g. 4 die linke Hälfte des Sicherungsmechanismus zum Fixieren der beiden Grenzlagen einer kammartigen Kulisse und sämtlicher kurbelartigen Arme der Überzieh-Hülsen zwecks Schließen und Aufschließen der starren Tonverkoppelung im Grundriß.
Eei der Beschreibung der Baßmechanik ist es uotwendig, von dem am zu stimmenden Teil des Instrumentkastens montierten Stimmstock auszugehen. Die Töne am Stimmstock sind regelmäßig in der gleichen Reihenfolge wie die Tasten an der Klaviatur, am häufigsten in Quinten oder aber in einer chromatischen Anordnung, gruppiert. Für den Baßteil sind zwölf Baßwellen mit Luftklappen bzw. Tonventilen und für den zu stimmenden Teil weitere zwölf Baßwellen mit Luftklappen bzw. Tonventilen vorgesehen.
Unterhalb einer jeden Luftklappe bzw. Tonventil sind gewöhnlich zwei bis drei gleichnamige Töne ausgebildet, die sich nur in ihrer Oktav-Lage unter-
scheiden. Auch die mechanische Verkuppelung ist wie üblich mit Baßwellen 1 verwirklicht, die drehbar entlang der ganzen Klaviatur gelagert sind. Jede Welle ist mittels eines Winkelhebels 2 mit der zugehörigen Luftklappe 3 gekoppelt, so daß beim Verdre-
hen der Welle die Luftklappe des zugehörigen Tons geöffnet wird. An den Wellen 1 sind aufrecht stehende Stifte 4 zur Einschaltung von Tasten 5 an Stellen angeschweißt, an welchen in der Klaviatur die gleichnamigen Töne in den anderen Oktaven auftreten.
Für den zu stimmenden Teil sind außerdem an den Wellen weitere Stifte 6 angeschweißt, durch deren Verschiebung eine andere Welle verdreht und somit das zugehörige Tonventil 7 gehoben wird. Die
Taste 5 ist mit einem aus Draht bestehenden Tastenschieber 8 verbunden, auf dem eine Überzieh-Hülse 9 drehbar gelagert ist, die mit mehreren, hier vier Mitnehmern 10 in einer axialen Richtung oder Ebene und mit nur einem Mitnehmer 11 in einer dazu senkrecht stehenden axialen Richtung oder Ebene versehen ist. An einem Ende der Überzieh-Hülse 9 ist je ein Kurbelarm 12 angebracht; alle Kurbelarme stehen gemeinsam mit einer kammartigen Kulisse 13 im Eingriff, womit die gleichzeitige Umschaltung, näm-
lieh für die starr gekoppelten Akkorde und für die Einzeltöne, sichergestellt wird. Diese Umschaltung wird von einem Sicherungsmechanismus der am Rahmen der Mechanik zwischen zwei Leisten gelagerten kammartigen Kulisse 13 besorgt.
Die kammartige Kulisse 13 wird zu diesem Zweck in zwei Richtungen verschiebbar an einer Grundleiste 19 des Mechanikrahmens gelagert und von einer Hilfslciste 14 betätigt, an welcher in Zapfen 15 ein Paar doppelarmiger Hebel 16 angebracht ist, welche an ihren wirksamen Enden Führungsrollen 17 tragen, mit welchen sie in Ausnehmungen 18 der kammartigen Kulisse 13 eingreifen. In der Grundleiste 19 ist ein Stein 20 eingesetzt, mit welchem die beiden Grenzlagen der kammartigen Kulisse 13 gegenüber
der Grundleiste 19 des Mechanikrahmens fixiert sind. Schließlich ist an der Grundleiste 19 ein Führungsstift 21 befestigt» der in einen Längsschlitz 22 der Deckleiste 14 eingreift, wodurch die Längsverschiebung der Deckleiste 14 und der von ihr mitge-
nommenen kammartigen Kulisse 13 begrenzt wird. An der letzteren ist ein weiterer Führungsstift 23 vorgesehen, der in einen Querausschnitt 24 der Deckleiste 14 eingreift und ihre Querverschiebung gegenüber der Deckleiste 14 begrenzt. Die kammar-
tige Kulisse 13 sowie die Deckleiste 14 sind in ihrer gegenseitigen Grundstellung in der erforderlichen Lage mittels einer Druckfeder 25 gehalten, die an zwei einander entgegengerichteten und zweckmäßig
Die Betätigungsarme der doppelarmigen Hebel 16 verschieben bei einer Verschwenkung eines zugehörigen Umsehalt-Druckknopfes nach links mit ihren daraus ausgeschnittenen Dornen 26, 27 geführt wird, rechten Rollen 17 die kammartige Kulisse 13 in der Querrichtung, wodurch auch der Stein 20 aus dem Eingriff mit dem entsprechenden Ast einer U-förmigen Ausnehmung 28 herausgeholt und mit dem weiteren Zug der kammartigen Kulisse 13 in Längsrichtung unter Mitnahme der Deckleiste 14 verschoben wird. Deren Bewegung ist vom Führungsstift 21 im Ausschnitt 22 der Deckleiste 14 begrenzt. Nach dem Freilassen der Hebel 16 nimmt die kammartige Kulisse 13 mit dem weiteren Ast der Ausnehmung 28 den Stein 20 auf, wodurch die gesamte Umschaltvorrichtung in dieser neuen Lage wieder fixiert wird. Bei der Rückbewegung des Umschalt-Druckknopfes wird der gesamte Vorgang in umgekehrter Reihenfolge wiederholt.
Die beschriebene Mechanik des begleitenden Teils ao gestaltet sich äußerst einfach und übersichtlich sowohl bei der Herstellung als auch bei der Reparatur der Instrumente und hat sich als vollkommen zuverlässig beim Spielen mit gekoppelten und aufgelösten Akkorden bewährt, wobei die Umschaltung der beiden Wirkungen äußerst leicht und schnell erfolgt, so daß die Übergänge im Laufe des Spielens kaum bemerkbar sind.
Gegenüber den bisherigen Konstruktionen der Umschaltmechanik erwies sich die neu vorgeschlagene Konstruktion als unvergleichbar einfacher, da sie normalisierte Elemente benutzt, die auch zur Herstellung der klassischen Mechanik ohne Umschaltung verwendbar sind, was dem Instrumentenbauer minimale Produktionskosten gewährt. Die neue Mechanik des begleitenden Teils kann ebenfalls für übliche Akkordeons mit starr gekoppelten Akkorden ohne Umschaltung verwendet werden. Durch bloßen Austausch der festen Tastenschieber mit den erfindungsgemäßen drehbaren Tastenschiebern, die zweierlei Vorsprünge aufweisen, kann jedwede normale Mechanik selbst älterer Instrumente leicht zu den umschaltbaren Instrumenten mit freien und gekoppelten Bässen umgebaut werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen

Claims (4)

Patentansprüche:
1. Mechanik des begleitenden Teiles von Handharmonikas und Akkordeons, deren Tastenschieber mittels Mitnehmer auf Drehstifte von Drehwellen und letztere auf Luftklappen bzw. Tonventile wirken, wobei mit Hilfe einer Umschaltvorrichtung zwei unterschiedliche Relativlagen zwischen den Tastenschiebern und den Drehwellen einstellbar sind, in deren einer der Tastenschieber mit mehreren Mitnehmern auf die Drehstifte mehrerer Drehwellen und in deren anderer der Tastenschieber nur auf eine Drehwelle und somit auf nur ein Tonyentil einwirkt, dadurch gekennzeichnet, daß die Tastenschieber von jeweils mehreren, z. B. drei benachbarten, Tastenreihen der Höhe nach in derselben horizontalen Ebene oberhalb der Drehwellen (1) gelagert sind und jeder Tastenschieber (8) über einen wesentlichen Teil seiner Länge eine frei drehbare Überzieh-Hülse (9) trägt, die in einer Axialrichtung mit mehreren, die Drehstifte (4) der Drehwellen (1) zur Bildung von starr verkoppelten Akkorden betätigenden Mitnehmervor-Sprüngen (10) und in einer anderen axialen Richtung lediglich mit einem einzigen, die Drehwelle (1) nur eines Einzeltons beherrschenden Mitnehmer (11) versehen ist.
2. Mechanik nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Umschaltung der beiden Wirkungen an einem Ende jeder Überzieh-Hülse (9) ein kurbelartiger Arm (12) ausgebildet ist, der zwecks gemeinschaftlicher Betätigung in eine gemeinsame kammerartige Kulisse (13) eingreift.
3. Mechanik nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die kammerarüge Kulisse (13) in zwei Richtungen, nämlich in Längs- und Querrichtung, an einer Grundleiste (19) des Mechanikrahmens verschiebbar ist und von einer Deckleiste (14) betätigt bzw. mitgenommen wird, die die Verschiebung der Kulisse in der einen Richtung begrenzt.
4. Mechanik nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Betätigung der kammerartigen Kulisse (13) an der Deckleiste (14) ein Paar zweiarmiger Hebel (16) in Zapfen (15) gelagert und dazwischen in der Grundleiste (19) ein Stein (20) fest eingesetzt ist, mit dem die beiden Grenzlagen der Kulisse gegenüber der Grundleiste des Mechanikrahmens fixiert sind.

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