DE110768C - - Google Patents

Info

Publication number
DE110768C
DE110768C DENDAT110768D DE110768DA DE110768C DE 110768 C DE110768 C DE 110768C DE NDAT110768 D DENDAT110768 D DE NDAT110768D DE 110768D A DE110768D A DE 110768DA DE 110768 C DE110768 C DE 110768C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
blue
violet
red
oleum
yellow
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT110768D
Other languages
English (en)
Publication of DE110768C publication Critical patent/DE110768C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B1/00Dyes with anthracene nucleus not condensed with any other ring
    • C09B1/50Amino-hydroxy-anthraquinones; Ethers and esters thereof
    • C09B1/503Amino-hydroxy-anthraquinones; Ethers and esters thereof unsubstituted amino-hydroxy anthraquinone

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Coloring (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
Durch Behandeln von Diamidoanthrachinonen mit rauchender Schwefelsäure sind bislang noch keine brauchbaren Farbstoffe erhalten worden.
Es wurde nun die überraschende Beobachtung gemacht, dafs man sehr werthvolle, durch ihre Farbstärke und Echtheitseigenschaften ausgezeichnete blaue Farbstoffe erhält, wenn man statt der Diamidoanthrachinone selbst deren in dem Patent 104901 beschriebene Chlor- und Bromderivate einer Behandlung mit rauchender Schwefelsäure unterwirft.
Das Verfahren besteht im Allgemeinen darin, ' dafs diese Halogensubstitutionsproducte mit rauchender Schwefelsäure von 5 bis 50 pCt. Anhydridgehalt erhitzt werden. Die Nuance der erhaltenen Farbstoffe "hängt ab von der Concentration des angewendeten Oleums, von der Temperatur und von der Zeitdauer des Erhitzens.
Hochprocentiges Oleum wirkt im Allgemeinen rascher und bei niedrigerer Temperatur farbstoffbildend und man erhält dabei in der Regel grünere Nuancen, als mit Oleum von geringerem Anhydridgehalt; durch Steigerung der Temperatur bezw. Verlängerung der Schmelzdauer hat man es aber auch hier mehr oder weniger in der Hand, röthere Farbstoffe zu erzielen.
Verwendet man schwach rauchende Schwefelsäure, so mufs man höher und länger erhitzen.
Die so erhaltenen Farbstoffe sind halogen- und schwefelhaltig und mehr oder weniger leicht löslich in Wasser. Sie ziehen in saurem Bade auf ungeheizter Wolle in blauen bis blaurothen Tönen, auf chromirter Wolle erhält man blaue, sehr echte Färbungen.
Das Verfahren wird durch folgende Beispiele erläutert:
Beispiel I.
50 kg i- 5-Diamidoanthrachinonbromid werden in 500 kg 40 proc. Oleum gelöst und die Lösung auf 110 bis 1200 erhitzt. Nach kurzer Zeit fängt die Schmelze an lebhaft zu schäumen. Hierbei entweicht ein Theil des Broms in freier Form. Nach 1 bis 2 Stunden ist die Reaction beendigt, was man daran erkennt, dafs ein in Wasser gegossener Tropfen sich klar löst. Man kühlt dann ab, giefst die Schmelze in Wasser, das zweckmäfsig mit Bisulfit versetzt ist, kocht auf und salzt aus.
Der so dargestellte Farbstoff ist direct zum Färben geeignet. Er stellt eine tiefviolettschwarze Paste dar und löst sich in heifsem Wässer sehr reichlich mit violetter Farbe. Die wässerige Lösung wird mit Alkalien rein blau, und ein Ueberschufs von Alkali oder Zusatz von Kochsalz fällt das Alkalisalz in braunvioletten Flocken. Auf ungeheizter Wolle erhält man sehr schöne violette Töne, der Chromlack ist rein blau.
Der trockene Farbstoff stellt ein schwarzes Pulver dar, das sich nicht sehr reichlich in Wasser löst. Die Lösung in cone. Schwefelsäure ist von röthlichgelber Farbe. Auf Zusatz von Borsäure tritt intensive Blaufärbung ein. Der Borsäureäther zeigt ein scharfes Spectrum, bestehend aus einer Linie im Orange und
einem schwachen Band im Gelbgrün. In Benzol, Nitrobenzol, Aether etc. ist der Farbstoff unlöslich, Alkohol und Eisessig nehmen kleine Mengen mit violettblauer Farbe auf.
Beispiel II.
Ein dem in Beispiel I beschriebenen sehr ähnliches Product erhält man durch Behandlung von ι · 5-Diamidoanthrachinonbromid mit schwach rauchender Säure. Wie eingangs erwähnt, ist hierbei jedoch eine längere Reactionsdauer und eine höhere Temperatur erforderlich.
Man erhitzt 50 kg 1 · 5-Diamidoanthrachinonbromid mit 500 kg 8 proc. Oleum 6 Stunden auf 180 bis 1900. Erst nach ca. 1 Stunde beginnt die FarbstofFbildung und ist beendigt, sobald in der Schmelze kein unverändertes Ausgangsmaterial nachzuweisen ist.
Die Aufarbeitung der Schmelze geschieht wie im Beispiel I angegeben.
Das erhaltene Product löst sich ziemlich in heifsem Wasser mit rothvioletter Farbe, in verdünntem Alkali mit violettblauer Farbe. Auf ungeheizter Wolle erhält man violettrothe, auf chromgebeizter Wolle violettblaue, sehr klare Töne.
Der trockene Farbstoff löst sich gelbroth in Schwefelsäure, die Lösung wird auf Zusatz von Borsäure violettblau.
Spectroskopisch läfst er sich nicht von dem in Beispiel I beschriebenen Product unterscheiden.
Beispiel III.
50 kg ι · 8-Diamidoanthrachinonchlorid werden in 1000 kg 40 proc. Oleum gelöst und die Lösung auf 110 bis 1200 erhitzt. Der Verlauf der Schmelze und die Aufarbeitung ist genau dieselbe, wie in Beispiel I angegeben. Auch der resultirende Farbstoff ist dem dort gewonnenen aufserordentlich ähnlich. Nur seine Löslichkeit in Wasser ist eine erheblich gröfsere. Die Lösung in cone. Schwefelsäure ist rothgelb und wird auf Zusatz von Borsäure rothviolett. Das Spectrum der letzteren Lösung besteht aus zwei Bändern in Roth und Orange, während Blau und Violett absorbirt werden.
In Wasser löst sich der Farbstoff rothviolett, in verdünnter Natronlauge blau.
Eine technisch sehr vortheilhaft ausführbare Methode zur Darstellung der neuen Farbstoffe besteht nun darin, dafs man von den Diamidoanthrachinonen direct ausgeht und dementsprechend die Halogenisirung und die Umwandlung der erhaltenen Halogenderivate in Farbstoffe in einer Operation vereinigt.
Diese Arbeitsweise wird durch folgendes Beispiel erläutert:
30 kg ι · 5-Diamidoanthrachinon werden in 1000 kg 40 proc. Oleum eingetragen und nun unter Kühlung und lebhaftem Rühren mit 80 kg Brom behandelt, wobei die Temperatur der Schmelze vortheilhaft bei 45 bis 50 ° gehalten wird. Sobald kein freies Brom mehr nachzuweisen ist, steigert man die Temperatur langsam auf 110 bis 1200 und verfährt im Uebrigen genau so, wie im Beispiel I angegeben.
Der auf diese Weise erhaltene Farbstoff ist mit dem in Beispiel I hergestellten vollkommen identisch. Dieses Resultat war zu erwarten, da nach dem eingangs citirten Patent 104901, Beispiel III, durch Bromirung des 1 · 5-D1-amidoanthrachinons in rauchender Schwefelsäure glatt dasjenige Bromsubstitutionsproduct entsteht, das in Beispiel I mit Oleum behandelt wird.
Die Eigenschaften der nach vorliegendem Verfahren gewonnenen Farbstoffe sind in folgender Tabelle in übersichtlicher Form zusammengestellt.
Farbstoff aus: Lösung
in'
Wasser
Lösung
in ver
dünnter
Natron
lauge
Lösung
in cone.
Schwefel
säure
Cone.
Schwefel
säure und
Borsäure
Spectrum
letzterer Lö
sung
Färt
auf un
geheizter
Wolle
Hing
auf
chrom
gebeizter
Wolle
ι · 5 - Diamido
anthrachinonchlorid
+ 4OpCt. Oleum
blauroth' röthlich
blau
rothgelb blau Linien in
Orange und
Gelbgrün
violett blau
ι ■ 5 - Diamido
anthrachinonchlorid
+ 8pCt. Oleum
schmutzig
blauroth
blauroth violettroth violettblau Linien in
Orange und
Gelbgrün
roth violett blau
ι · 5 - Diamido-
anthrachinonbromid ~
+ 40 pCt. Oleum
rothblau blau röthlich
gelb
blau zwei Linien
in Orange
und Gelbgrün
violettroth blau
Farbstoff aus: Lösung
in
Wasser
Lösung
in ver
dünnter
Natron
lauge
Lösung
in cone.
Schwefel
säure
Cone.
Schwefel
säure und
Borsäure
Spectrum
letzterer Lö
sung
Färt
auf un
geheizter
Wolle
)ung
auf
chrom
gebeizter
Wolle
ι · 5-Diamido-
anthrachinonbromid
+ 8pCt. Oleum
rothblau violettblau gelbroth violettblau zwei Linien
in Orange
und Gelbgrün
violettroth violettblau
ι -8-Diamido-
anthrachinonchlorid
+ 4OpCt. Oleum
blauroth blau rothgelb rothviolett zwei Bänder
in Roth und
Orange,
Blau und
Violett
absorbirt
blauviolett blau
ι · 8-Diamido-
anthrachinonchlorid
+ 8pCt. Oleum
blauroth blau gelb violettroth zwei Bänder
in Roth und
Orange,
Blau und
Violett
absorbirt
violett blau
ι ■ 8 - Diamido-
anthrachinonbromid
+ 4OpCt. Oleum
rothblau blau gelb violettroth zwei Linien in
Roth u. Gelb,
Blau und
Violett
ausgelöscht
violett blau
ι · 8 - Diamido-
anthrachinonbromid
+ 8pCt. Oleum
roth rothblau gelb violettroth zwei Linien in
Roth u. Gelb,
Blau und
Violett
ausgelöscht
violett blau.

Claims (1)

  1. Pa tent-Ansprüche:
    Verfahren zur Darstellung von violetten bis blaugrünen halogenhaltigen Farbstoffen der Anthrachinonreihe, darin bestehend, dafs man die nach dem Patent 104901 erhältlichen halogenisirten Diamidoanthrachinone mit rauchender Schwefelsäure behandelt.
    Besondere Ausführungsform des unter 1. beanspruchten Verfahrens, darin bestehend,
    dafs man die Darstellung der Halogenisirungsproducte der Diamidoanthrachinone und die Umwandlung der letzteren zu Farbstoffen in einer Operation vereinigt und demgemäfs die Diamidoanthrachinone, in rauchender Schwefelsäure gelöst, mit Halogen behandelt und die so gebildeten Halogenisirungsproducte durch weiteres Erhitzen in Farbstoffe überführt.
DENDAT110768D Active DE110768C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE110768C true DE110768C (de)

Family

ID=380561

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT110768D Active DE110768C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE110768C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE110768C (de)
EP0021075B1 (de) Verfahren zur Herstellung eines Küpenfarbstoffs
DE110769C (de)
DE567922C (de) Verfahren zur UEberfuehrung carbocyclischer oder mehrkerniger heterocyclischer Halogen-verbindungen in halogenaermere oder halogenfreie Verbindungen
DE210828C (de)
DE545000C (de) Verfahren zur Darstellung von stickstoffhaltigen Kuepenfarbstoffen der Dibenzpyrenchinonreihe
DE520395C (de) Verfahren zur Darstellung von Kuepenfarbstoffen
DE591628C (de) Verfahren zur Herstellung von Azofarbstoffen der Stilbenreihe
DE510600C (de) Verfahren zur Darstellung von halogenhaltigen Kuepenfarbstoffen der Dibenzanthron- und Isodibenzanthronreihe
DE749495C (de) Verfahren zur Herstellung von Kuepenfarbstoffen
DE525111C (de) Verfahren zur Darstellung von Kuepenfarbstoffen
DE518335C (de) Verfahren zur Darstellung von Abkoemmlingen der Benzanthronpyrazolanthronreihe
DE737350C (de) Verfahren zur Herstellung von Kuepenfarbstoffen
DE498066C (de) Verfahren zur Darstellung von Kuepenfarbstoffen
DE677666C (de) Verfahren zur Herstellung von Farbstoffen
DE550355C (de) Verfahren zur Darstellung von halogenhaltigen Kuepenfarbstoffen der Dibenzanthron- und Isodibenzanthronreihe
DE287615C (de)
DE120266C (de)
DE493408C (de) Verfahren zur Darstellung von Kuepenfarbstoffen
AT36214B (de) Verfahren zur Darstellung von Halogenderivaten des Indirubins.
DE541265C (de) Verfahren zur Darstellung stickstoffhaltiger Kondensationsprodukte
DE940311C (de) Verfahren zur Herstellung von Kuepenfarbstoffen
DE619080C (de) Verfahren zur Darstellung von Kuepenfarbstoffen der Antrachinonacridonreihe
DE745464C (de) Verfahren zur Herstellung von Kuepenfarbstoffen
DE1188231B (de) Verfahren zur Herstellung von Kuepenfarbstoffen