Verfahren zur Herstellung von neuen Hydrazin-Derivaten Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von neuen Hydrazin-Derivaten der Formel I, R-NH-NH-CH2- CH2- CH2- NH2 I worin R ein Wasserstoffatom oder eine Acylgruppe bedeutet, dadurch gekennzeichnet, dass man Cyano- äthyl-hydrazin-Derivate der Formel II R-NH-NH-CH2- CH2 CN II reduziert.
Die Reduktion der Cyanogruppe zur Methylen- aminogruppe kann mit katalytisch erregtem Wasser stoff oder mit Metallhydriden, wie Lithiumaluminium- hydrid, ausgeführt werden.
Die Reduktion mit Metallhydriden, wie z. B. mit Lithiumaluminiumhydrid, erfolgt vorzugsweise in Tetrahydrofuran bei einer Temperatur von 0 bis 10 . Zur Vervollständigung der Reaktion erhitzt man an schliessend das Gemisch noch etwa 1 bis 2 Stunden zum Sieden. Das Endprodukt wird nach bekannten Methoden aus dem Reaktionsgemisch isoliert und durch Destillation im Hochvakuum undloder durch Überführung in ein geeignetes Salz gereinigt.
Wird die Cyanogruppe mit katalytisch erregtem Wasserstoff reduziert, so verfährt man beispielsweise in der Weise, dass man die mit Ammoniakgas ge sättigte methanolische Lösung der Ausgangssubstanz in Gegenwart von Raney-Nickel 2 Stunden bei 80 und einem Anfangsdruck von 100 at hydriert. Nach Entfernen des Katalysators wird das Endprodukt nach bekannten Methoden isoliert und durch Destillation im Hochvakuum und/oder durch Überführung in ein geeignetes Salz gereinigt.
Die erfindungsgemäss hergestellten neuen Hy drazin-Derivate sind basische Verbindungen, die mit anorganischen oder organischen Säuren beständige, bei Raumtemperatur kristallisierte Salze bilden. Sie besitzen therapeutisch verwertbare pharmakodyna- mische Eigenschaften, die sie zu wertvollen Medi kamenten machen. So zeichnen sie .sich beispielsweise durch eine starke Monoaminoxydase-Hemmwirkung aus.
Schliesslich sind die erfindungsgemäss hergestell ten Hydrazin-Derivate auch als Oxydations-Inhibito- ren von Treibstoffen für Otto-Motoren verwendbar, indem sie die Lagerbeständigkeit der Treibstoffe be trächtlich erhöhen.
Die als Ausgangsmaterialien verwendeten Cyano- äthylhydrazin-Derivate können beispielsweise erhal ten werden, indem man ein Säurehydrazid, z. B. Essigsäure- oder Benzoesäure-hydrazid, mit Acryl- nitri1 umsetzt, wobei die gewünschten Ausgangsver bindungen der Formel II entstehen.
In den nachfolgenden Beispielen sind die Tem peraturen in Celsiusgraden angegeben. <I>Beispiel 1</I> Zu einer auf 0 abgekühlten Suspension von 2,2 g LiA1H4 in 120 cm3 abs. Tetrahydrofuran lässt man langsam eine Lösung von 6,0 g 1-(2'-Cyano- äthyl)-2-benzoylhydiazin in 40 cm3 Tetrahydrofuran so zutropfen, dass die Temperatur nie über + 10 steigt. Darauf wird das Reaktionsgemisch noch 11/2 Std. zum Sieden am Rückfluss erhitzt. Nach Ab kühlen gibt man unter weiterem Rühren 4 cm3 Wasser und 16 cm3 5proz. wässrige Natronlauge zu und: rührt anschliessend noch 15 Min. bei Zimmer temperatur. Sodann wird filtriert, der Filterrückstand mehrmals gut mit abs.
Tetrahydrofuran ausge waschen und das Filtrat im Vakuum zur Trockne verdampft. Der Rückstand, das 1-(3'-Amino-n-pro- pyl)-2-benzoylhyd'razin, wird in wenig abs. Methanol aufgenommen und daraus mit methanolischer Salz säure das Dihydrochlorid hergestellt. Smp.224 bis 226 (Zers.).
<I>Beispiel 2</I> 2,0 g 1-(2'-Cyanoäthyl)-2-benzoylhydrazin, ge löst in 40 cm3 bei 00 mit Ammoniakgas gesättigtem abs. Methanol, werden mit Raney-Nickel 2 Std. bei 800 und einem Anfangsdruck von 100 at hydriert. Nach Abfiltrieren vom Katalysator wird das Metha nol, im Vakuum entfernt, und aus dem Rückstand, dem 1-(3'-Amino-n-propyl)-2-benzoylhydrazin, mit methanolischer Salzsäure das Dihydrochlorid her gestellt. Das 1- (3' - Amino - n - propyl) - 2 - benzoyl- hydrazin-dihydrochlorid schmilzt unter Zersetzung bei 224-2260 und zeigt im Mischschmelzpunkt mit einem Präparat, hergestellt nach Beispiel 1 durch Reduk tion von 1-(2'-Cyanoäthy1)-2-benzoylhydrazin mit LiA1H4, keine Depression.
Das als Ausgangsmaterial in den Beispielen 1 und 2 verwendete 1-(2'-Cyanoäthyl)-2-benzoyl- hydrazin wird wie folgt hergestellt: Zu einer Lösung von 11,0g Benzoylhydrazin in 20 cm3 Wasser lässt man unter Rühren bei einer Temperatur von 1000 innert 45 Min. 4,4 g Acrylnitril zutropfen. Anschliessend wird unter weiterem Rühren die Temperatur noch während 2 Std. auf 90 ge halten. Beim Abkühlen scheidet sich das Reaktions produkt kristallin aus. Man versetzt mit Wasser und kristallisiert das 1-(2'-Cyanoäthyl)-2-benzoylhydrazin direkt ohne weitere Reinigung aus Wasser um. Smp. 122-1240.
<I>Beispiel 3</I> 7,3 g 1-(2'-Cyanoäthyl)-2-acetylhydrazin, gelöst in 145 cm3 bei 00 mit Ammoniakgas gesättigtem Me thanol, werden mit Raney-Nickel 2 Std. bei 800 und einem Anfangsdruck von 100 at hydriert. Nach Abfiltrieren vom Katalysator wird das Methanol im Vakuum entfernt, und der Rückstand im Hochvakuum destilliert, wobei das 1-(3'-Amino-n-propyl)-2-acetyl- hydrazin zwischen 124-1250 bei 0,003 mm Hg über- destilliert.
Zur Charakterisierung wird das Naphthaln-1,5- disulfonat hergestellt, das nach Umkristallisieren aus Methanol/Äther bei 185-1860 (Zers.) schmilzt. Das als Ausgangsmaterial verwendete 1-(2'-Cyano- äthyl)-2-acetylhydrazin wird wie folgt hergestellt: Zu einer Lösung von 24,0 g Acetylhydrazin in 80 cm3 Wasser werden unter Rühren bei einer Tem peratur von 900 innert 45 Min. 17,6g Acrylnitril zu gegeben. Anschliessend wird unter weiterem Rühren die Temperatur noch 2 Std. auf 1000 gehalten. So dann werden im Vakuum etwa 40 cm3 Wasser ab gedampft, der Destillationsrückstand mit Kochsalz gesättigt und mit total 180 cm3 Chloroform extra hiert.
Nach dem Trocknen des Extraktes über Magne siumsulfat wird das Chloroform im Vakuum entfernt, und der Rückstand destilliert, wobei das 1-(2'-Cyano- äthyl)-2-acetylhydrazin zwischen 135-1400 bei 0,1 mm Hg übergeht und in der Vorlage kristallin er starrt. Die Verbindung lässt sich aus Essigester/Petrol äther umkristallisieren und schmilzt dann bei 54 bis 560.
<I>Beispiel 4</I> 2-Cyanoäthyl-hydrazin, hergestellt aus 3,4 g 1- (2'-Cyanoät'hyl)-2-isopropyliden-hydrazin durch Ab spaltung der Isopropylidengruppe mittels Chlor wasserstoffgas in äthanolischer Lösung und über führen des entstandenen 2-Cyanoäthylhydrazin-hydro- chlorids [Smp. 198-1990 (Zers.) aus Methanol/Äther] in die freie Base, wird in bei 00 mit Ammoniakgas gesättigtem Methanol mit Raney-Nickel als Kataly sator bei 800 und einem Anfangsdruck von 100 at hydriert, wobei 1-(3'-Amino-n-propyl)-hyd'razin er halten wird. Das 1-(3'-Amino-n-propyl)-hydrazin-di- hydrochlorid schmilzt nach Umkristallisieren bei 119 bis 1210 (Zers.).