Maschine zum Vervielfältigen von Spiegelschriftoriginalen. Beim Vervielfältigen von Spiegelschrift originalen werden die Bogen mit einem Farblösungsmittel befeuchtet und sodann unter Druck an der mit dem Original be spannten Drucktrommel abgezogen. Die je Arbeitsgang auf die Druckbogen gebrachte Lösungsmittelmenge muss dabei sehr klein sein, damit ein Verschmieren der Schrift des Originals verhindert wird und Abdrücke in grosser Anzahl hergestellt werden können.
Bei einer Gruppe bekannter Maschinen wird zu diesem Zwecke die den Bogen be feuchtende Anfeuchtleiste aus einem Vor ratsbehälter über eine mit einem Drossel organ ausgestattete Zuleitung mit Lösungs mittel versorgt, doch gelingt bei dieser Art der Zumessung des Lösungsmittels eine gleichmässige sparsame Befeuchtung der Ab druckbogen nur dann, wenn die Einstellung des Drosselorganes fortlaufend der Höhe des Flüssigkeitsspiegels im Vorratsbehälter an- gepa.sst wird und die Maschine nebstdem auch mit einer der Regulierung entsprechenden Geschwindigkeit betrieben wird. Wird jedoch.
die Maschine langsamer gedreht, so erhält der zu bedruckende Bogen zu viel Feuchtigkeit und wird sie rascher gedreht, so erhält er zu wenig Feuchtigkeit. Ferner erfordert der Be trieb dieser Maschine insofern viel Aufmerk samkeit, als bei Arbeitsunterbrechung die Unterbindung des Lösungsmittelzuflusses zur Anfeuchtleiste nicht versäumt werden darf.
Bei einer andern Gruppe bekannter Ma schinen wird das Lösungsmittel über ein von der umlaufenden Maschine gesteuertes Ventil der Anfeuchtleiste zugeleitet. Diese Maschi nen arbeiten aber auch nicht vollkommen zu friedenstellend, weil der Befeuchtungsgrad der Bogen noch immer von der Arbeits geschwindigkeit abhängig ist, indem das Ventil um so länger offen steht, je langsamer die Maschine betrieben wird.
Hierzu kommt noch, dass man die Maschine jedesmal bei Arbeitsbeginn sehr oft umlaufen lassen muss, bevor sie in den für den regelmässigen Be trieb erforderlichen Zustand kommt, weil die zur Sättigung der trockenen Leiste erforder liche Flüssigkeitsmenge die je Arbeitsgang der Anfeuchtleiste zugeleitete Menge erheb lich übersteigt. Wird dabei die regelmässige Vervielfältigungsarbeit zu spät begonnen, so kommt es zu einer Übersättigung der Lei stung, die eine übermässig starke Befeuch tung der Bogen und damit eine Verringerung der Auflage zur Folge hat, weil zuviel Farbe gelöst wird.
Bei einer dritten Gruppe bekannter Ma schinen wird das Lösungsmittel dem Behäl ter der Anfeuchtleiste durch eine in das Ge triebe der Maschine eingeschaltete Förder- vorrichtung zugeleitet. In diesem Falle ist der Befeuchtungsgrad von der Arbeits geschwindigkeit der Maschine unabhängig, es besteht aber noch immer der Nachteil, dass mit dem regelmässigen Betrieb erst begonnen werden kann, nachdem die Anfeuchtleiste durch oftmaliges Drehen der Maschine bis zur Sättigung mit Lösungsmittel versorgt worden ist.
Man hat diesen Übelstand da durch zu beseitigen versucht, dass man in eine Umlaufleitung einer zweiten Fördervorrich- tung einen kippbaren Behälter anordnete, um der Anfeuchtleiste bei Arbeitsbeginn auf ein mal die zur Sättigung erforderliche Lösungs- mittelmenge zuführen zu können, doch wird hierdurch eine unter allen Umständen wirk same Abhilfe nicht geschaffen.
War nämlich die Anfeuchtleiste zu Betriebsbeginn nur teil weise ausgetrocknet, so kommt es zu einer Übersättigung der Leiste, die ein übermässi ges Befeuchten der Bogen zur Folge hat. Nebstdem erfährt die Maschine durch die bei Betriebsbeginn zu betätigende Hilfsvorrich- tung eine unerwünschte Komplikation und Verteuerung.
Die Maschine zum Vervielfältigen von Spiegelschriftoriginalen gemäss der Erfin dung ist so eingerichtet, dass sie ohne Gefahr einer Übersättigung der Anfeuchtleiste den für den regelmässigen Betrieb erforderlichen Zustand schon nach einer oder einigen weni gen Umdrehungen erreicht.
Vom Bekannten wird dabei insoferne Gebrauch gemacht, als die die obere Bogenförderwalze befeuchtende Leiste in einem mit einem Ablauf versehenen Behälter untergebracht ist, der durch eine in das Getriebe der Maschine eingeschaltete Fördervorrichtung bei jedem Arbeitsgang mit einer abgemessenen Menge Lösungsmittel versorgt wird.
Während aber die Anfeueht- leiste bei bekannten Maschinen dieser Art bei jedem Arbeitsgang mit einer dem Ver brauch angepassten Menge des Lösungsmittels besprengt wird und dasselbe durch Schwer- kraftwirkung wieder an die Feuchtwalze ab gibt, saugt die Leiste bei der Maschine ge mäss der Erfindung das Lösungsmittel aus ihrem Behälter an, wobei die Fördervorrich- tung derart bemessen ist, @dass der Behälter der Leiste je Arbeitsgang eine den Verbrauch übersteigende,
zum Sättigen der bei der In betriebsetzung trockenen Leiste wenigstens nahezu ausreichenden Menge Lösungsmittels zugeleitet erhält.
In der beiliegenden Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegen standes dargestellt. Es zeigt: Fig. 1 eine Vorderansicht der Maschine ohne den Tisch für die zu bedruckenden Bogen, Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie 2-2 der Fig. 1, Fig. 3 eine gleiche.
Darstellung der Ma schine wie Fig. 2 mit Teilen in anderer Stel lung, Fig. 4 eine Seitenansicht der Maschine, Fig. 5 eine Stirnansicht der Drucktrom mel mit der Vorrichtung zum Festhalten des Originals, Fig. 6 eine gleiche Darstellung der Trom mel mit der Vorrichtung in anderer Stellung,
Fig. 7 einen Längsschnitt durch die Welle der Antriebskurbel und Fig. 8 einen Querschnitt durch den Be hälter der Anfeuchtleiste.
Die beiden Ständer 1, 1' der Maschine sind durch Stangen 2, 3 und 3', eine Achse 4 und eine Schiene 5 miteinander verbunden. Die zu bedruckenden Bogen werden auf einem Tisch 6 so angelegt, dass sie mit der Vorderkante an eine Anschlagschiene 7 an stossen. Die Walze 8 wird von einer Leiste 9 aus saugfähigem Stoff befeuchtet. Die Feuchtwalze 8, die aus Porzellan oder einem andern nicht porösen Material hergestellt sein kann, wirkt zu gegebener Zeit mit einer Walze 10 zusammen und fördert den be feuchteten Bogen zur Klemmstelle zwischen einer Trommel 11, auf welcher das Original befestigt ist, und einer Gegendruckwalze 12.
Der bedruckte Bogen tritt über ein Lenk blech 13 aus der Maschine aus.
In dem Ständer 1 ist eine Büchse 14 (Fig. 7) eingesetzt, welche das Lager für eine Hohlwelle 15 bildet, auf der die Hand kurbel 16 befestigt ist. Die Hohlvc,elle 15 wird von einer vollen Welle 17 durchsetzt, auf deren inneres Ende ein Zahnrad 18 auf gekeilt ist. Am äussern Ende der Welle 16 ist ein Zeiger 19 befestigt, der auf einem Teilung am Umfang der Kurbelnabe einstellbar ist. Der der Spitze gegenüberliegende Arm des Zeigers ist zu einem Zahnsegment 20 aus gebildet, in dessen Zähne eine in der Hand kurbel 16 gelagerte und mittels eines Knop fes 21 drehbare Schnecke 22 eingreift.
Das Getriebe 20, 22 ist selbsthemmend und bildet daher bei jeder beliebigen Einstellung des Zeigers 1.9 eine Kupplung zwischen der Kur bel 16 und der Welle 17.
Das Zahnrad 18 kämmt einerseits mit einem Zahnrad 23 auf der Trommelwelle 24, anderseits mit einem Zahnrad 25 auf der Welle 26 der Feuchtwalze B. Die Welle 26 ist beiderseits in schwenkbaren Hebeln 27 gelagert, die auf einer Welle 27' befestigt sind und unter der Einwirkung einer Feder 28 stehen. Einer der Hebel 27 ist mit einem Fortsatz versehen, in welchem eine Rolle 29 gelagert ist, auf die zu gegebener Zeit ein Nocken 30 auf der Kurbelwelle 15 einwirkt. In den Hebeln 27 ist eine Welle 31 gelagert, auf welcher die Tragarme 32 eines die An feuchtleiste 9 aufnehmenden Behälters 33, 33' befestigt sind.
Die Lager für die untere Bogenförder- walze 10 befinden sich in Winkelhebeln 34, die auf einer unter der Einwirkung einer Feder 36 stehenden Welle 35 befestigt sind. Die Welle 35 wird von einem Nocken 37 auf der Hohlwelle 15 gesteuert, der über eine auf einem schwingbar gelagerten Arm an geordnete Rolle 38 auf die Stirnkante 39 eines der beiden Winkelhebel 34 einwirkt. Die Welle 35 wird ferner noch von einem Zeiger 40 auf dem Zahnrad 23 gesteuert, der eine Rolle 41 trägt, welche zu gegebener Zeit auf einen auf der \'Delle 35 befestigten Hebel 42 einwirkt.
Wenn der Hebel 42 durch den Zeiger 40 verschwenkt worden ist, kommt eine winkelförmige Sperrklinke 43 mit einem Zapfen 44 auf dem Winkelhebel 34 zum Eingriff und hält den Hebel in Stel lung. Die Auslösung der Klinke 43 bewirkt ein Nocken 45 auf der Welle 15.
An die Welle der Förderwalze 10 sind Hebel 46 angelenkt, deren freie Enden durch die Anschlagschiene 7 verbunden sind. Auf den Hebeln 46 befinden sich Zapfen 47, an welchen Federn 48 angreifen. Unter dem Zug der Federn werden die Zapfen 47 mit Flanschen 49, die an den Ständern der Ma schine befestigt sind, in Eingriff gehalten.
Der Zeiger 40, dessen Spitze über dem Mantel der Trommel 11 ein wenig vorragt, ist an einem ringförmigen Einsatzstück 50 des Zahnrades 23 (Fig. 3) befestigt. Am äussern Umfang weist das Einsatzstück eine gerade Kante 51 auf. In dem von der Kante 51 und der kreisförmigen Ausnehmung 52 des Zahnrades begrenzten Raum sind zwei Rollen 53, 53' untergebracht, die durch eine Feder 54 auseinandergezwängt werden. Neben den Rollen befinden sich Stifte 55, 55', die in Hebel 56, 56' eingesetzt sind, deren Drehzapfen sich auf dem Einsatzstück 50 befinden. Die beiden Rollen 53, 53' wir ken nach Art von geilen und verhindern eine Verdrehung des Zeigers nach beiden Richtungen.
Bewegt man jedoch die beiden Hebel 56, 56' gegeneinander, so werden die Rollen in den sich erweiternden Mittelteil des sie aufnehmenden Hohlraumes gedrängt und es kann dann der Zeiger verstellt werden.
Zum Festklemmen des Originals auf der um die Welle 24 lose drehbaren Trommel 11 dient eine Schiene 57 trapezförmigen Quer- schnittes, deren Sitz von einem Längsschlitz 58 im Trommelmantel gebildet wird (Fig. 5 und 6). An den Enden der Schiene sind Stan gen 59 befestigt, die in radial angeordneten Führungen 60, 61 verschiebbar sind. In eine Ausnehmung 62 der Stangen greift eine ab- gerundete Verdickung von Winkelhebeln 63, die um Zapfen 64 drehbar sind.
An dem einen Ende jedes Winkelhebels 63 ist eine Feder 65 befestigt und am andern Ende ist ein Zapfen 66 vorgesehen, der in einem Schlitz 67 eines auf der Trommelwelle 24 be festigten Daumens 68 geführt ist.
An einer Stirnwand der Trommel 11 ist eine um einen Zapfen 71 drehbare Klinke 69 angeordnet, an welcher ein Bolzen 70 be festigt ist. Die Klinke 69 wirkt mit einem festen Anschlag 72 zusammen, der Anlauf kanten 72', 72" und 72"' sowie eine halb kreisförmige Ausnehmung 73 aufweist.
Auf der Trommelwelle 24 befindet sich noch ein Zahnrad 74 (Fig. 1), welches ein Schöpfwerk betreibt, das in einem an der Aussenwand des Ständers 1' befestigten Ge häuse 75 untergebracht ist. Das Gehäuse kommuniziert durch eine Leitung 76 mit einem grossen Vorratsbehälter 77 für das Farblösungsmittel und enthält eine mit Ei mern 78 besetzte Kette 79 (Fig. 4), die um Rollen 80, 81 geschlungen ist. Auf der Welle 80' der Rolle 80, die das Gehäuse 75 durchsetzt, ist ein Zahnrad 82 befestigt, das mit dem Zahnrad 74 kämmt.
Durch die Ei mer wird das Farblösungsmittel in eine Rinne 83 gefördert, welche durch eine Lei- tung 84 (Fig. 1) an einen Zulaufstutzen 8> des die Anfeuchtleiste enthaltenden Behäl ters 33, 33' angeschlossen ist. An dem dem Zulaufstutzen gegenüberliegenden Ende des Behälters ist ein Ablaufstutzen 86 angeord net, an den ein in die Decke des Vorrats- behälters 77 einmündenden Schlauch 87 an geschlossen ist.
Die mit der Trommel 11 zusammenwir kende Walze 12 ist in der Höhenrichtung einstellbar, um den Druck, mit welchem der befeuchtete Bogen an das Original angepresst wird, verändern zu können. Die Einstellung wird durch Verdrehen eines Handhebels 88 bewirkt, der ein Hebelwerk 89, 90, 91 be tätigt. Der Hebel 88 besteht aus einem auf der Welle 92 befestigten Arm 93, der am Ende einen spitzwinkligen Ausschnitt 94 aufweist und einem Fortsatz 95, der bei 96 an den Arm 93 angelenkt ist.
Mit dem Fort, satz 95 ist eine C-förmige Lasche 97 ver bunden. Der eine Schenkel 97' der Lasche be grenzt zusammen mit dem Ausschnitt 94 und der Seitenwand einer bogenförmigen Schiene 98 einen Hohlraum, in dem eine Rolle 99 untergebracht ist. Der andere Schenkel 97" stützt eine die Rolle 99 be lastende Feder 100 ab.
Wenn die Maschine zwecks Vervielfälti gung eines Originals in Betrieb gesetzt wer den soll, wird die Kurbel 16 aus der in Fig. 4 dargestellten Grundstellung entgegen dem Uhrzeiger gedreht. Die Drehung der Kurbel wird durch das Zahnrad 18 auf das Zahn rad 23 und dessen Welle 24 übertragen, auf welcher die Daumen 68 befestigt sind.
Die Daumen greifen an den auf der Trommel 11 befestigten Winkelhebeln 63 an (Fig. 5), be wirken aber zunächst keine Verdrehung die ser Hebel, weil der Widerstand, den die Trommel der Drehung entgegensetzt, kleiner ist als die Kraft der Federn 65, die die He bel 63 in Stellung halten.
Nach einer Teil- drehuno; der Trommel 11 gleitet der Bolzen 7 0 auf der Klinke 69 entlang der Anlauf kante 72"' des Anschlages 72 und fällt in die Ausnehmung 73, wodurch die Trommel an der Weiterdrehung gehindert ist. Diese Wirkungsweise stellt sich aber nur bei kleiner Umdrehungsgeschwindigkeit ein. Er folgt jedoch die Drehung mit grosser Ge schwindigkeit, wie dies z. B. der Fall ist, wenn aus Unachtsamkeit an die in der Grundstellung befindliche Kurbel gestossen wird. so wird die Trommel nicht gehemmt.
Tn diesem Falle wird nämlich die Klinke 69 beim Auflaufen auf die Kante 72"' einwärts geschleudert und kann daher mit der Aus nehmung 73 nicht zum Eingriff kommen.
Wird die Kurbel 16 nach Feststellung der Trommel noch weiter entgegen dem Uhr zeiger gedreht, so erfolgt eine Verschwen- kung der Winkelhebel 68 aus der Stellung gemäss Fig. 5 in die in Fig. 6 dargestellte Stellung. Dabei wird die Klemmschiene 5 7 angehoben, so dass ein auf den Tisch 101 ge legtes Original mit seiner Vorderkante zwi schen die Schiene 5 7 und ihren Sitz 58 ein fallen kann. Wird nun die Kurbel 16, die gegen eine Verdrehung entgegen dem Uhr zeiger gesperrt ist, im Sinne des Uhrzeigers gedreht, so gelangen die Teile wieder in die Stellung gemäss Fig. 5.
Fortgesetzte Drehung der Kurbel im Uhrzeigersinn hat zur Folge, dass der Bolzen 73 der Klinke 69, auf der Kante 72<B>"</B> auflaufend, aus der Ausnehmung 73 herausgehoben wird.
Wie ersichtlich, ist die Trommel 11 mit ihrer Welle 24 durch die Klemmscheibe 57 und das zu ihrer Betätigung dienende Hebel werk 59, 63, 68 in der Weise gekuppelt, dass die Klemmschiene durch Drehen der Trom melwelle in der Arbeitsrichtung geschlossen und durch Drehen entgegen der Arbeitsrich- tung geöffnet wird. Diese Ausgestaltung bietet zwei Vorteile: Die Klemmschiene 57 wird beim Arbeiten der Maschine kräftig auf ihren Sitz niedergedrückt und es kann daher die Feder 65, die die Klemmschiene in Schliessstellung hält, verhältnismässig schwach sein. Der zweite Vorteil besteht darin, dass das Schliessen der Klemmschiene 57 bei still stehender Trommel 11 vor sich geht.
Da durch ist es möglich, zum Abstützen des Originals einen feststehenden Tisch zu ver wenden.
Nachdem das Original auf der Trommel befestigt worden ist, wird die Kurbel 16 im Uhrzeigersinn gedreht und dabei durch das Schöpfwerk 78, 79 Farblösungsmittel in die Rinne 83 geschöpft. Dasselbe gelangt durch die Leitung 84 zum Zulaufstutzen 85 des Behälters 33, 33', durchströmt den Behälter und fliesst schliesslich durch den Ablauf stutzen 86 und den Schlauch 87 in den mit dem Gehäuse 75 des Schöpfwerkes kommuni zierenden Vorratsbehälter 77 zurück.
Das Schöpfwerk 78, 79 ist so bemessen, dass die den Behälter der Anfeuchtleiste je Kurbelumdrehung durchflutende Flüssig- keitsmenge erheblich grösser ist, als der Ver brauch zum Befeuchten eines Bogens, der be kanntlich sehr klein ist und nur Bruchteile eines Kubikzentimeters beträgt. Durch diese reichliche Lösungsmittelzufuhr wird erreicht, dass die zu Betriebsbeginn trockene An feuchtleiste 9, deren Querschnitt sehr klein sein kann, rasch mit Lösungsmittel gesättigt wird.
Meistens genügen schon zwei, drei Kurbelumdrehungen, um die Anfeuchtleiste 9 in den für den regelmässigen Betrieb erfor derlichen Sättigungszustand zu bringen. Ist der Sättigungszustand einmal erreicht, so wird von der Anfeuchtleiste 9 jeweils nur ein sehr kleiner Teil der den Behälter 33, 33' durchflutenden Flüssigkeitsmenge aufgenom men und an die Feuchtwalze 8 abgegeben, die in dieser Weise höchst sparsam benetzt wird.
Dabei ist der Benetzungsgrad von der Geschwindigkeit, mit der die Maschine be trieben wird, unabhängig, weil das Schöpf werk je Arbeitsgang unabhängig von der Umdrehungsgeschwindigkeit des Antriebes stets die gleiche Flüssigkeitsmenge fördert.
Wenn mit dem Drehen der Kurbel zwecks Einlegens eines neuen Bogens ausgesetzt wird, steht der Behälter 33, 33' der Au <B>f</B> euchtleiste leer und es ist die Förderung von Lösungsmittel auf die Feuchtwalze 8 unterbunden. Aus diesem Grunde kann es auch bei langer Dauer der Betriebspausen nicht zu einer Ansammlung von Lösungs mittel auf der Feuchtwalze kommen. Ein anderer Vorteil besteht darin, dass die wäh rend des Betriebsstillstandes der Maschine verdunstende Lösungsmittelmenge sehr klein ist.
Sobald die Anfeuchtleiste 9 ihren Sätti gungszustand erreicht hat, wird die Spitze des Zeigers 40 so eingestellt, dass sie knapp hinter dem Ende der Schrift auf dem Origi nal steht. Nunmehr kann mit der Verviel- fältigungsarbeit begonnen werden. Zu diesem Zwecke wird ein vom Tisch 6 unterstützter Bogen mit seiner Vorderkante an die Schiene 7 angelegt und sodann die Kurbel 16 aus der Grundstellung (Fug. 4) einmal im Uhrzeiger sinn herumgedreht.
Nach einer Teildrehung der Kurbel kommt der Nocken 30 auf der Kurbelwelle 15 mit der Rolle 29 ausser Eingriff und es erfolgt unter Einwirkung der Feder 28 ein Verschwenken der Hebel 27 im Sinne des Senkens der Feuchtwalze B.
Gleichzeitig glei tet der Nocken 37 von der Rolle 38 ab und es werden unter der Einwirkung der Feder 36 die Winkelhebel 34 im Sinne des Hebens der Walze 10 verschwenkt. Dabei findet auch eine Verschw enkung der die Anschlag schiene 7 tragenden Arme 46 aus der Stel lung gemäss Fig. \? in die Stellung gemäss Fig. 3 statt.
Die Feuehtwalze 8 steht nun mit der Walze 10 in Eingriff. Bei der Weiter drehung der Antriebskurbel wird demnach der Bogen befeuchtet und zur Klemmstelle zwischen der Drucktrommel 11 und der Ge- gendruckwalze 12 befördert.
Sobald die Rolle 41 auf dem Zeiger 40 an den Hebel 42 stösst, wird die Welle 35 der Hebel 34 um einen kleinen Winkel ver- schwenkt und die Walze 10 so weit gesenkt, dass sie mit der Walze 8 nicht mehr in Rei bungseingriff steht. Gleichzeitig fällt die Klinke 43 über den Zapfen 44 ein und hält die verschwenkten Winkelhebel 34 in Stel lung. Da die Förderwalzen 8 und 10 nicht mehr in Reibungseingriff stehen, setzt das Befeuchten des Bogens aus. Seine Förderung erfolgt von diesem Zeitpunkt ab nur durch die Drucktrommel 11 und die Gegendruck walze 12.
Die bei dieser Schaltbewegung der untern Bogenförderwalze 10 wirksamen Teile der Maschine sind so dimensioniert und angeord net, dass zum Zeitpunkt des Senkens der Walze 10 der Abstand des Zeigers 40 von der Klemmstelle zwischen der Drucktrommel 11 und der Walze 12 (längs des Trommel mantels gemessen) gleich ist dem Abstand dieser Klemmstelle von der Klemmstelle der Förderwalzen 8 und 10. Da der Zeiger 40 auf das Schriftende des Originals eingestellt worden ist, wird also der Bogen nur in dem Ausmass befeuchtet, als er bedruckt wird. In dieser 'eise wird Farblösungsmittel gespart.
Ferner ist unter allen Umständen verhindert, dass die Druckwalze 10 mit der Feuchtwalze 8 unmittelbar zur Berührung kommt und da durch benetzt wird. Das bedeutet einen we sentlichen Vorteil, weil die Benetzung der mit der Feuchtwalze zusammenwirkenden Gegendruckwalze, insbesondere bei grösserem Auflagendruck, die Gleichmässigkeit der Be feuchtung beeinträchtigt.
Unmittelbar bevor die Kurbel 16 wieder in die Grundstellung gelangt, kommt der Nocken 30 mit der Rolle 29, der Nocken 37 mit der Rolle 38 wieder zum Eingriff und es gelangen die Förderwalzen 8 und 10 wie der in die in Fig. 2 dargestellte Stellung. Gleichzeitig wird durch den Nocken 45 auch die Klinke 43 verschwenkt, so dass sie beim nächsten Arbeitsgang wieder mit dem Zap fen 44 zum Eingriff kommen kann.
Zeigt sich, dass die .Schrift nicht an der gewünschten Stelle des Bogens zum Abdruck gekommen ist, so wird durch Betätigung des Knopfes 21 auf der Kurbel 16 der Zeiger 19 entsprechend verstellt. Da das auf der Zeiger welle 17 aufgekeilte Zahnrad 18 mit dem Zahnrad 23 in Eingriff steht, wird bei dieser Verstellung die Trommelwelle 24 und die mit ihr durch das Hebelwerk 59, 63, 68 ge kuppelte Drucktrommel<B>11</B> verdreht, wo gegen der Steuerungsmechanismus für die Förderwalzen 8 und 10 seine Einstellung beibehält. Das hat zur Folge,
dass der Ab stand der das Original festhaltenden Schiene 57 von der Klemmstelle zwischen der Trom mel 11 und der Gegendruckwalze 12 zum Zeitpunkt, wo die Förderung des Bogens durch die Walzen 8 und 10 einsetzt, ver grössert oder verkleinert wird.
Lässt das Aussehen der Abdrücke erken nen, dass die Befeuchtung der Bogen unzu länglich ist, so wird die Einstellung der Schiene 33', die die Anfeuchtleiste klemmt (Fig. 8), geändert, um die Saugkraft der Anfeuchtleiste zu erhöhen oder herabzu setzen. Während des Auflagendruckes kann die Einstellung der Klemmschiene unverän dert bleiben, weil die je Arbeitsgang in den Behälter 33, 33' geförderte Lösungsmittel- menge vom Stand<B>*</B>der Flüssigkeit im Vor ratsbehälter 77 bezw. im Behälter 75 des Schöpfwerkes unabhängig ist.
Eine Regulie rung im Laufe der Vervielfältigungsarbeit erweist sich nur insofern notwendig, als mit dem Anwachsen der Auflage der Pressungs- druck zwischen der Trommel 11 und der Ge- gendruckwalze 12 geändert werden muss. Diese Regelung wird mit Hilfe des Hebels 88 bewerkstelligt.
Ist die Auflage fertig gedruckt, so wird die Kurbel 16 langsam entgegen dem Uhr zeigersinn gedreht, um die Klemmschiene in die Stellung gemäss Fig. 6 zu bringen und dadurch die Verbindung des Originals mit der Drucktrommel zu lösen.