Fernsprechanlage für wahlweisen Anruf. Die Erfindung bezieht sich auf eine Fern sprechanlage, bei welcher Fernsprechstationen, die parallel an eine gemeinsame Doppellei tung angeschlossen sind, sich gegenseitig an rufen können. Die Entfernung der einzelnen Fernsprechstationen von einander kann hierbei mehrere Kilometer betragen, wie es zum Bei spiel bei den Streckenfernsprechern an Bahn linien der Fall ist.
Die Erfindung stellt eine besonders ein fache und praktische Ausführungsform der artiger Anlagen dar. Die parallel an einer gemeinsamen Leitung liegenden Schaltwerke werden in bekannter Weise über Relais ge steuert. Die Zentralbatterie liegt zweckmässig etwa in der Mitte der gemeinsamen Leitung. Um sicherzustellen, dass die Einstellung der Empfänger richtig erfolgt, werden die Emp fänger beim Beginn der Impulsgabe vor ihrer eigentlichen Einstellung in die Nullage gesteuert. Diese Einstellung in eine Nullage ist erforderlich, weil die Schaltwerke unter Umständen durch irgendwelche lokale Strom flüsse oder Stromstösse auf den Leitungen verstellt werden können, obgleich sie nach Schluss des letzten Gespräches durch Auf legen des Sprechapparates in die Nullage ge bracht wurden.
Nach der Erfindung ist in jeder Empfänger einrichtung ein träge arbeitender Magnet und ein schnell arbeitender Magnet angeordnet. Der schnell arbeitende Magnet bewegt der Impulsgabe am Geber entsprechend über ein Klinkwerk das Schaltrad des Empfängers, das innerhalb vom träge arbeitenden Magneten abhängigen Grenzen drehbar ist.
Zweckmässig ist es, das Kontaktrad des Gebers nach erfolgter Wahl und nach dem Anruf der gewünschten Station durch einen Anschlag am Hakenumschalter still zu setzen, so dass nach Beendigung des Gespräches und Einhängen des Hörers das G eberkontaktrad ausgelöst wird und in seine Ruhestellung weiterläuft. Hierdurch werden auch alle Emp fänger am Schluss des Gespräches wieder auf Null gesteuert.
Um am Geber den vollen Kreisumfang für die Ableseskala nutzbar zu machen, kann die Einrichtung getroffen werden, dass das als Fingerscheibe oder Hebel ausgeführte Einstellorgan über ein Vorgelege arbeitet, das zweckmässig aus einem Exzenter und darauf gleitendem Hebel besteht. Das Ein stellorgan bewegt dadurch einen Sektor, der eine Anzahl der Einstellzähne des Geberkon- taktrades verdeckt.
Ein weiterer Vorteil kann dadurch er reicht werden, dass die am Rasselwecker der angerufenen Station erfolgenden Strom unterbrechungen über einen Kondensator auf eine zusätzliche Wicklung des Linienrelais einwirken, von hier in die Leitung gelangen und dadurch dem anrufenden Teilnehmer eine Anrufkontrolle geben.
Es ist ferner vorteilhaft, ein Besetztzeichen vorzusehen, das von der Achse des Emp- fängerschattwerkes mechanisch angetrieben wird, also keinen zusätzlichen Strom ver braucht.
Es ist ferner zweckmässig, in den Linien stromkreis zwischen die a- und b-Leitung ein zweites Relais mit starker Verzögerung einzu schalten, so dass die Arbeitsmagneten parallel geschaltet werden können und die ganze Anlage mit Stromunterbrechungen gesteuert werden kann. Dies ermöglicht die Einfügung besonderer Kontakte, die den Vorteil bieten, dass im Telephon des anrufenden Teilnehmers das störende Knacken während des Wählen beseitigt ist und am Apparat des angerufenen Teilnehmers der Wecker solange tönt, bis der angerufens Teilnehmer seinen Hörer ab nimmt.
In der Zeichnung sind verschiedene Aus führungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Fig. 1 zeigt eine Fernsprechanlage in Auf sicht, Fig. 2, 3 und 4 zeigen schematisch die mechanischen Teile des Gebers. Fig. 5 und 6 zeigen schematisch Teile der Emp fängervorrichtung; Fig. 7 gibt das Schalt schema, und Fig. 8 zeigt das Besetztzeichen.
Fig. 9, 10 und 11 veranschaulichen das Schaltschema eines andern Ausführungs beispiels, und zwar stellt Fig. 9 die rufende Station während des Wählens und Fig. 10 und 11 die angerufene Station während des Weckens dar.
Auf dem Grundbrett 1 der Fig. 1 ist ein Gehäuse 3 montiert, das alle zur Wahl, zum Anruf und zur Durchführung des Ge spräches erforderlichen Apparate enthält. Unter dem Gehäuse ist der Anrufwecker 4 und der Batteriekasten 2 a angebaut. Der Hebel 5 dient zur Einstellung der gewünsch ten Apparatnummer. Er ist zur Erleichterung der Einstellung mit einer Ausbuchtung 8 versehen. Statt des Hebels 5 könnte auch eine Fingerscheibe bekannter Bauart Ver wendung finden.
Auf einer zur Welle des Hebels 5 konachsialen Welle sitzt die Kur bel 6, die zur Herstellung einer Verbindung bis zu einem in der Fig. 1 nicht sichtbaren Anschlag gedreht wird. Bei ihrem Loslassen erfolgt selbsttätig die Einstellung aller Emp fänger auf Null, die Auswahl und der An ruf der gewünschten Station. Durch die am obern Teil des Gehäuses 3 angebrachte An zeigevorrichtung 7 wird die Besetzung der Leitung, und zwar die angerufene Station angezeigt. Wird kein Gespräch auf der ge meinsamen Leitung geführt, so liegt der schwarze Zeiger der Anzeigevorrichtung 7 im schwarzen Felde (Fig. 8). Bei der Wahl stellt er sieh auf die angerufene Nummer ein.
Die Einrichtung des mechanischen Teils der Gebevorrichtung soll nun zunächst an der Fig. 2 gezeigt werden. Die Kurbel 6 (Fig. 2) sitzt auf der Welle 20, die im Apparatge- häuse gelagert ist. Die Welle 20 trägt eine Seilscheibe 45, auf der sich das Seil 14 beim Drehen der Kurbel aufwickelt. Hierdurch wird das Gewicht 10 gehoben und damit die ganze Einrichtung gespannt. Fest auf der Welle 20 neben der Seilscheibe 45 sitzt die Scheibe 47, die ein Anschlagstück 46 trägt. Kurz vor Vollendung einer vollen Umdrehung legt sich das Anschlagstück 46 gegen den Nocken 9.
Dieser sitzt fest auf der im Apparatgehäuse drehbar gelagerten Welle 42. Die Drehung der Welle 42 wird jedoch durch den fest mit ihr verbundenen zweiten Nocken 48, der gegen die im Apparatgehäuse angebrachten Anschlagstifte 50 und 51 stösst, auf ein bestimmtes DIass begrenzt. Das An schlagstück 46 findet daher einen festen An schlag, sobald es den Nocken 9 soweit ge dreht hat, dass der Nocken 48 der Welle 42 gegen den Anschlagstift 50 stösst. Frei dreh bar auf der Welle 42 sitzt ferner eine Sperr klinke 39, die bei der Drehung der Welle 42 durch den auf dem Nocken 48 sitzenden Stift 43 angehoben werden kann.
Diese Sperrklinke 39 wird durch die Feder 65 gegen eine Scheibe 38 gedrückt, deren Bewegung gehemmt wird, sobald die Sperrklinke mit ihrer Nase 40 in eine entsprechende Ausneh- mung der Scheibe 38 fällt. Die Scheibe 38 sitzt gemeinsam mit .der Kontaktscheibe 12 auf einer Hohlwelle 60, die frei auf der Achse 20 drehbar ist. Mit der Welle 20 kann die Scheibe 38 durch die Kupplung der Sperrklinke 36 verbunden werden, die unter dem Druck der Feder 37 die Sperrklinke in die Ausnehmung 53 der auf der Welle 20 befestigten Scheibe<B>35</B> drückt.
Diese mechanische Vorrichtung wirkt wie folgt: Beim Drehen der Kurbel 6 im Sinne der in der Fig. 2 gezeichneten Pfeile dreht sich die Welle 20 mit den auf ihr festen Scheiben 35, 47 und 45. Die Schnur 14 rollt sich dabei auf der Scheibe 45 auf und hebt das Gewicht 10. Die Welle 60 mit ihren Scheiben 38 und 12 bewegt sich nicht mit, da die Scheibe 38 durch die Nase 40 der Sperrklinke 39 festgehalten wird und die Sperrklinke 36 frei auf dem Umfang der Scheibe 35 gleiten kann.
Macht die Kurbel 6 eine volle Umdrehung, so stösst das Anschlagstück 46 gegen den Nocken 9' der Welle 42 und dreht ihn zu nächst mit. Kurz bevor der Nocken 48 der Welle 42 am Anschlagstift 50 seinen An schlag und damit auch das Anschlagstück 46 festen Widerstand findet, fällt die Sperrklinke 36 wieder in die Ausnehmung 53 der Scheibe 35, und der Stift 43 hebt die Nase 40 der Sperrklinke 39 aus der Ausnehmung der Scheibe 38 heraus. Wird nun nach diesem Anschlagfinden die Kurbel 6 losgelassen, so sucht das gehobene Gewicht 10 die Welle 20 wieder zurückzudrehen.
Hierbei dreht sich jetzt die Welle 60 mit, da die Scheibe 38 bei der der eingezeichneten Pfeilrichtung ent gegengesetzten Drehung durch die Sperr klinke 36 mit der Scheibe 35 gekuppelt und die bisher sperrende Nase 40 der Sperrklinke 39 aus ihrer Ausnehmung gehoben ist. Das Ge wicht 10 versucht nun die ganze Einrichtung mit der Kontaktscheibe 12 um eine volle Umdrehung zurückzudrehen. Die Ablaufge schwindigkeit wird durch einen Windfang bekannter Bauart geregelt.
Die elektrischen Impulse der Geberein richtung werden durch das in der Fig. 3 ver anschaulichte Kontaktrad 12 gegeben. Die an die Klemmen 24, 25 angeschlossene Lei tung ist an einem Kontaktfederpaar 15 wie später beschrieben unterbrochen und wird bei der Drehung des Kontaktrades. 12 durch jeden vorbeigleitenden Zahn der Zahnzahl ent sprechend geschlossen. Das Kontaktrad 12 hat ausser den Zähnen 30' und 30 einen langen Zahn 21, bei dessen Vorbeigleiten an den Federn 15 zu später erläuterten Zwecken ein Stromkreis von längerer Dauer durch die Leitung geht.
Der in Fig. 3 gezeigte Sektor 19 wird durch den in der Fig. 1 gezeichneten Hebel 5 (oder die Fingerscheibe) bei der Wahl eines bestimmten Teilnehmers verstellt und beim Loslassen des Hebels 5 in bekannter Weise mit dem Kontaktrad 12 so gekuppelt, dass es die Umdrehung des Kontaktrades mit macht. Der Sektor 19 trägt ein Anschlag stück 31, mit dem er nach einem bestimm ten, je nach der Einstellung des Hebels 5 verschiedenen Winkel bei abgenommenem Hörer gegen den Anschlag 60 des Hakenum schalters 32 stösst. In dieser Stellung wird also während des Gespräches das vom Ge wicht 10 gedrehte Kontaktrad 12 festgehal ten. Der Federsatz 15 ist in diesem Augen blick von dem Sektor herunter in die erste Ausnehmung 58 hinter den Sektor geglitten.
Der Impulsstromkreis ist damit unterbrochen. Erst nach Anhängen des Hörers, der den Anschlag 60 frei vom Anschlagstück 31 des Sektors 19 hebt, vollendet das Gewicht 10 den Ablauf der Vorrichtung in die Ruhe stellung.
Die Abbildung 4 zeigt die Einstellvor richtung des Sektors 19. An Stelle des Ein stellzeigers 5 der Fig. 1 ist eine Finger scheibe a dargestellt. Der Sektor 19 ist fest mit dem Zahnrad d verbunden, das in ein im Apparatgehäuse gelagertes Zahnrad e ein greift. Fest an diesem Zahnrad e ist der Hebel<I>f,</I> dessen Rolle<I>Ir</I> durch die Feder ,g auf den Exzenter b gedrückt wird. Dieser Exzenter<I>b</I> ist mit der Fingerscheibe<I>a</I> fest verbunden. Durch Drehen der Fingerscheibe wird also der Sektor 19 über die Zähne des Kontaktrades 12 (Fig. 3) bewegt.
Nach dieser Einstellung werden Sektor 19 und Kontakt rad 12 durch eine der bekannten, daher in der Figur nicht gezeigten Kupplungsarten, zum Beispiel eine Rastenkupplung verbunden.
In der Fig. 5 ist der als Empfängervor richtung dienende Relaissatz dargestellt. Der mit verzögertem Ankeranzug arbeitende Mag net 62 ist mit dem schnell arbeitenden Mag- rieten 63 in Reihe gesubaltet. Die von den kurzen Zähnen 30' und 30 des Kontaktrades 12 am Federpaar 15 gegebenen kurzen Strom impulse betätigen nur den Anker 78 des schnell arbeitenden Magnetes 63. Dieser Anker schaltet bei seinen Bewegungen durch den Hebel 66 und das Klinkwerh 77 das um die Achse 64 drehbare Schaltrad 65 um je einen Zahn weiter.
Die Drehung des Schaltrades 65 wird trotz weiterer Bewegung des Ankers 78 begrenzt, wenn sich der Stift 76 (Fig. 5 und 6) gegen das Plättchen 71 legt. Dieser Stift 76 sitzt auf der Scheibe 70, die auf der Welle des Schaltrades 65 befestigt ist. Das Plättchen 71 ist fest mit dem Hebel 79 des Ankers 69 verbunden.
Wenn sich der Stift 76 gegen das Plätt chen 71 gelegt hat, tritt, solange der Magnet 62 seinen Anker noch nicht angezogen hat, keine Weiterschaltung des Schaltrades mehr ein. Erst beim Anziehen des Ankers 69 tritt das Plättchen 71 weg von dem Stift 76 und das Schaltrad 65 wird den neuen kurzen Stromimpulsen entsprechend weitergedreht.
Während. einer Umdrehung des Kontaktrades 12 zieht der lllagnet 62 zweimal seinen Anker an. !lud zwar das erste Mal während des langem durch den 'Lahn 21 des Kontaktrades 12 gegebenen Impulses, das zweite Mal, wenn der die Zahnlücken überdeckende Sektor 19 die Kontaktfeder 15 schliesst. Während dieses zweiten Ansprechens des Magnetes 62 wird der gewählte Teilnehmer in folgender Weise angerufen.
Die auf der Welle 64 des Schaltrades sitzende Scheibe 70 ist an ihrem Umfang mit Ausnehmungen (in der Figur mit 82 und 72 bezeichnet) versehen.
Diese Ausnehmungen der Scheibe 70 stehen für jeden Teilnehmer in verschiedenem Abstand zu dem Stift 76; zum Beispiel beim Teilnehmer Nr. 1 nach dem ersten Schalt schritt der Scheibe 65, beim Teilnehmer 2 nach dem zweiten und so fort. Zieht der Magnet 62 beim Vorbeigleiten des Sektors 19 auf der Kontaktscheibe 12 an den Kontakt federn 15 zum zweiten Male an, so tritt die Schneide 83 des Magnetankers 69 bei dem Teilnehmer, der gewählt ist, in die ent sprechende Ausnehmung 82 oder 72. Der Hub des Ankers 69, der bei den andern Teilnehmern dadurch begrenzt wird, dass die Schneide 83 (Fig. 5 und 6) gegen den Um fang der Scheibe 70 legt, wird daher, bei dem angerufenen Teilnehmer grösser.
Hierbei wird der am Hebel<B>19</B> (Fig. 6) befestigte Stift 75 gegen die Kontaktfedern 80 gedrückt, die den Weckerstromkreis des angerufenen Teil nehmers schliessen. Die Scheibe 70 aller Emp fängerwerke besitzt ausser den genannten Einschnitten (72, 82) noch weitere Einschnitte, die bei allen Werken in gleicher Entfernung von dem Stift 76 liegen und zur Auslösung eines Generalanrufes dienen.
Die Schaltung der Anlage soll nun an der Figur beschrieben werden. Die Sprech adern a und b, von denen die a-Leitung über die Zentralbatterie 7B an Erde liegt, sind durch die einzelnen parallelgeschalteten Rufrelais R. Ri, R@ jeder Teilnehmerstation verbunden. Parallel zu jedem Rufrelais liegt der Telephonstromkreis, der bei aufgelegtem Hörer am Hakenumschalterkontakt <I>la</I> unter- brochen ist.
Der die Ortsbatterie B er)thal- tende Mikrophonstromkreis ist über eine In duktionsspule 1, 11 mit dem Telephonstrom- kreis in bekannter Weise verbunden. Bei auf gelegtem Hörer ist der Mikrophonstromkreis am Hakenumschalterkontakt hl unterbrochen. An der gleichen Lokalbatterie B liegen die Magnete 63 und 62 in Reihenschaltung. Ihr Stromkreis wird durch den Kontakt ri des Ankers des Rufreläis R unterbrochen. Paral lel zum langsam ansprechenden Magneten 62 liegt eine besondere über den Ruhekontakt r2 des Rufrelais führende Leitung.
Da der Ruhekontakt r2 des R-Relais später öffnet, als der Arbeitskontakt ri schliesst, wird die Verzögerung des Magnetes 62 dadurch erhöht. Ferner liegt an der Orts batterie B der Stromkreis des Weckers 4, der durch die Kontaktfeder 80 unterbrochen ist, die vom Anker des Magnetes 62 wie be schrieben, zusammengedrückt werden kann. Vom Weckerstromkreis zweigt parallel über einen Kondensator eine Summerleitung ab, deren Summerwicklung auf dem Linienrelais R liegt. Diese Wicklung soll dem anrufen den Teilnehmer in seinem Hörer das Signal geben, dass der Wecker der angerufenen Station ertönt.
An jeder der das R-Relais enthaltenden Teilnehmerleitungen kann über das Federpaar 15 der Gebeeinrichtung die an der Zentralbatterie liegende Anlage ge erdet werden. Fig. 8 zeigt eine besondere Darstellung des Besetztzeichens. Der Zeiger des Besetzt zeichens kann direkt oder über ein Zwischen getriebe mit der Welle des Empfängerschalt- werkes verbunden sein.
Die Wirkungsweise der Anlage ist wie folgt: Der Teilnehmer nimmt den Sprechapparat t (Fig. 1)-vom Hakenumschalter, nachdem er sich durch Beobachtung des Besetztzeichens davon überzeugt hat, dass die Leitung frei ist und stellt den Zeiger 5 auf die Nummer der gewünschten Station, zum Beispiel B. Dann dreht er die Kurbel 6 im Sinne des 'Uhrzeigers bis zum Anschlag und lässt die Kurbel los. Die Auswahl und der Anruf des gewünschten Teilnehmers 8 geschieht nun selbsttätig vom Wähler aus.
Durch die erste Serie von kurzen Strom impulsen, die in die Leitung gelangen, wenn . die Zähne 30 (Fig. 3) den Federsatz 15 zu sammendrücken, werden sämtliche Scheiben 70 (Fig. 5) der Empfänger in die Nullage, d. h. bis zum Anschlag des Stiftes 76 gegen das Plättchen 71, gebracht, falls die Nullage durch äussere Einflüsse gestört war.
Durch den hierauf folgenden langen Stromimpuls durch Zahn 21 (Fig. 3) wird der Elektromagnet 62 (Fig. 5) zum An sprechen gebracht. Der Anker 69 zieht an, Hebel 79 mit dem Plättchen 71 gibt den Stift 76 und damit 65, 70 frei und sämt liche Wählwerke werden durch die weiteren kurzen Stromstösse (Zähne 30, Fig. 3) um die durch den Sektor 19 eingestellten, als , Beispiel angenommenen 8 Schritte vorwärts gedreht.
Die gewünschte Station 8 hat, wie beschrieben, einen Einschnitt 82 in der Scheibe 70 derart, dass nach 8 Schritten aus der Nullage bei dem zweiten Anzug des Ankers 69, während der Sektor 19 am Feder satz 15 vorbeigleitet, die Schneide 83 gerade in den Einschnitt 82 kommt und durch die sen vergrösserten Hub der Stift 75 die Fe dern 80 zusammendrückt (Fig. 5, 6 und 7), wodurch der Anruf erfolgt. Der Anrufwecker 4 ertönt so lange, wie der Federsatz auf dem Kreisumfang des Sektors 19 schleift. Gleitet der Federsatz 15 vom Sektor 19 ab und ge langt in die Lücke 58 (Fig. 3), so stösst auch der Hebel 31 gegen den Ansatz 33 des Hakenumschalters und der Gebeapparat bleibt stehen.
Das Anhängen des Hörers gibt dann den Hebel 31 frei, so dass das Schaltwerk des Gebers in die Ruhelage zurückläuft.
Bei dem in Fig. 9 bis 11 dargestellten Ausführungsbeispiel ist von den beiden Sprechleitungen a und b die a-Leitung über die Zentralbatterie gaerdet. In allen Stationen sind die a- und b-Leitungen durch je eine ein gewöhnliches Rufrelais (R, Ri, <I>R2 . . .)</I> und ein Verzögerungsrelais (V, Vi, V2 <I>. . .)</I> enthaltende Leitung verbunden.
Parallel zu diesen Leitungen liegen die Telephonstrom- kreise, die bei aufgelegtem Hörer durch den Hakenumschalterkontakt h2 von der a-Leitung abgetrennt sind. Die Leitung des Telephon- stromkreises geht darin über die Wicklung<I>TI</I> der Sprechrolle, einen Kondensator oi und wahlweise über einen der Kontakte 1i oder t2 zur b-Leitung. Der Kontakt ti wird von der oben beschriebenen Sperrklinke 39 ge steuert,
die das Impulskontaktrad 12 mit der Ablaufvorrichtung der Wählereinrichtung kuppelt. Und zwar ist der ti-Kontakt in der Ruhelage der Wählervorrichtung geschlossen, wenn also die Sperrklinke 39 in die Aus nehmung der mit dem Kontaktrad fest ver bundenen Scheibe 38 eingerastet ist. Wäh rend des Wahlvorganges selbst ist der Kon takt ti geöffnet (d. h., wenn die Sperrklinke 39 ausgerastet ist und der Wähler seine Stromstösse gibt) und damit das Telephon der rufenden Station für die Dauer der Stromstossreihe abgeschaltet zu dem Zweck, das Knacken der Stromstösse im Hörer zu vermeiden.
Der i2-Kontakt wird von dein auf dem Kontaktrad 12 sitzenden, bei der Einstellung der Nummern des gewünschten Teilnehmers verstellten Segment 19 gesteuert, dessen Wirkungsweise gleichfalls oben näher erörtert ist. Und zwar schliesst dieses Seg ment 19, das zweckmässig über die Zähne des Kontaktrades 12 hervorreicht, diesen Kontakt gleichzeitig mit seiner Wirkung auf die Stromstossfedern 15.
Der die Ortsbatterie B enthaltende Mikro phonstromkreis ist durch die Wicklung I der Sprechrolle mit dem Teleplronstronilueis in bekannter Weise verbunden. Er ist bei auf gelegtem Hörer am Hakenumschalterkontakt hi unterbrochen.
In Parallelschaltung zum Mikrophonstromkreis an der Lokalbatterie liegen ferner: Der Stromkreis des schnell arbeitenden Magnetes 63 mit einem Arbeits kontakt 2- des Rufrelais R, zweitens der Stromkreis des gleichfalls oben) beschriebenen langsam arbeitenden Magnetes 62 mit einem Arbeitskontakt<I>v</I> des Verzögerungsrelais Y und drittens der Stromkreis des Weckers 4 mit dem Hakenumschalterkontakt lt s und dem oben erwähnten Kontakt 80, der beim Anläuten des gerufenen Teilnehmers durch des Anker des langsam arbeitenden Magne ten 62 mechanisch geschlossen wird.
Parallel zum Wecker 4 ist wieder eine durch den Kondensator e2 getrennte Leitung vorgesehen, die finit je einer Summerwicklung auf dem Rufrelais R und dem Verzögerungsrelais V liegt.
Die Leitung von der b-Ader zur Erde, die den Stromkreis der an der a-Leitung liegenden Zentralbatterie ZB schliesst, führt über die vom Kontaktrad 12 gesteuerten Impulskontaktfedern 15 und einer) wieder vom Sperrhehel 39 gesteuerten Kontakt e zur Erde. Die Anlage wirkt wie folgt: Ninrnrt ein anrufender Teilnehmer seinen Hörer vom Haken, so schliesst der Haken umschalter die Kontakte<I>h</I> i und<I>h 2 im</I> Sprechstromkreis und öffnet l)3 im eigenen Weckstromkreis.
Wird nun beim Aufziehen des Schaltwerkes die Sperrklinke 39 ausge rastet, so wird bei t i das Telephon des an rufenden Teilnehmers wieder von der Lei tung abgeschaltet und gleichzeitig am Kon takt e der Stromkreis der Zentralbatterie über alle Teilnehmerstationen geschlossen über Erde,<I>ZB,</I> alle Relais Y und<I>R,</I> Ruhe kontakt 15 des Anrufenden. Arbeitskontakt e, Erde. Die Relais V und R sprechen an und schliefen an ihren Kontakten v und t die Stromkreise der beiden Magnete 62 und 63 in aller) Teilnehmerstationen.
Beim nun- rnehr folgenden Ablauf des Schaltwerkes werden statt durch Stromschliessungen wie bei der in Fig. 1 bis 8 dargestellten Aus führungsform, nunmehr durch Stromunter brechung beim Vorbeitritt jedes Zahnes des Schaltrades 12 am Kontaktfederpaar 15 alle Schaltwerke auf Null gesteuert.
Der ange zogene Anker des langsam arbeitenden Mag netes 62 verriegelt nun irr seiner Arbeits stellung das Weiterlaufen der Schaltwerke, bis der oben erwähnte grosse Zahn des Kon taktrades eine lange Stromunterbrechung des Kontaktfederpaares 15 erzeugt; worauf das Verzögerungsrelais Y abfällt und damit der Stromkreis des Magnetes 62 am Kontakt v geöffnet wird.
Der Magnet 62 lässt seinen Anker fallen und gibt dadurch die mecba- niselie Sperrung des Schaltwerkes frei; die nun durch die folgenden Stromunterbrechun gen des Kontaktrades 12 auf die gewünsehte Station weiter gesteuert werden, bis das Kon taktsegment 19 die Stromstossfedern 15 unterbricht und damit alle T%- und R-Relais abfallen.
Das dann gegen einen Anschlag des Hakenumschalters stossende Segment 19 hat beim anrufenden Teilnehmer dann den Kon takt 12 geschlossen, so dass dessen Telephon nun eingeschaltet ist; und gleichzeitig ist beim angerufenen Teilnehmer der Kontakt 80 durch den Anker des Magnetes 62 me chanisch geschlossen worden, so dass dessen Wecker ertönt, was über die Summerwick- lung und Relais V und R des Angerufenen im Telephon des Anrufenden hörbar ist. Der Weckruf ertönt solange, bis der Angerufene seinen Hörer abnimmt und damit am Kon takt hä seinen Weckerstromkreis unterbricht.
Beim Auflegen des Anrufenden gibt alsdann der Hakenumschalter das Segment 19 wieder frei, worauf alle Schaltwerke auf Null ge steuert werden.