AT138383B - Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen.

Info

Publication number
AT138383B
AT138383B AT138383DA AT138383B AT 138383 B AT138383 B AT 138383B AT 138383D A AT138383D A AT 138383DA AT 138383 B AT138383 B AT 138383B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
cellulose
production
plastics
solution
drying
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Leon Dr Lilienfeld
Original Assignee
Leon Dr Lilienfeld
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Leon Dr Lilienfeld filed Critical Leon Dr Lilienfeld
Application granted granted Critical
Publication of AT138383B publication Critical patent/AT138383B/de

Links

Landscapes

  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)
  • Chemical Or Physical Treatment Of Fibers (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen. 



   Die bisher bekannten alkalischen Zelluloseverbindungen haben bei ihrer Verwendung in der Technik eine ganze Reihe von Missständen und Fehlern gezeigt. In den in kaltem und heissem Wasser unlöslichen, in wässerigen Alkalien   löslichen   Zellulosehydroxyparaffinmonokarbonsäuren, d.   Ii.   Verbindungen, in denen die Zellulose in die   alkoholische Hydroxylgruppe einer Hydroxyparaffinmonokarbon-   säure eingetreten ist, wurden Körper gefunden, welche sich sowohl für sich wie auch im Gemisch mit andern hiefür geeigneten Substanzen mit Erfolg auf solche Kunststoffe verarbeiten lassen, für deren Herstellung bisher die bekannten alkalilöslichen Zellulosederivate, insbesondere Viskose, verwendet wurden. Folgende Eigenschaften machen die   Zellulosehydroxyparafiinmonokarbonsäuren,   welche z.

   B. durch Umsetzung von Zellulose mit Halogenfettsäuren in Gegenwart von Alkalien leicht gewinnbar sind, für diese Zwecke besonders geeignet : Ihre Beständigkeit und   Indifferenz   (als Beispiel wird angeführt, dass sie mehrstündiges Kochen mit starker Lauge, z. B.   20% niger   Natronlauge, vertragen, ohne sich merklich zu verändern), ihre Haltbarkeit in fester und gelöster Form, ihre und ihrer Lösungen Farblosigkeit, die Abwesenheit von Nebenprodukten der Reaktion, welche die Verarbeitung auf Kunststoffe erschweren selbst in den rohen, sich aus ihrer Herstellung ergebenden Reaktionsgemischen, ihr hoher Reinheitsgrad im isolierten Zustande, ihre leichte Abscheidbarkeit in Gestalt von technischen Gebilden, Die in die 
 EMI1.1 
 unter der Einwirkung verdünnter anorganischer oder organischer Säuren, selbst von Gerbsäure,

   oder von Salzlösungen oder von Alkohol allein, ja sogar von Formalin zu Produkten, welche die für die weiteren   Operationen (Waschen usw. ) erforderliche Festigkeit aufweisen.   



   Ferner sind ihre leichte   Löslichkeit   in verdünnten Alkalien und ihr   hochkolloider   Zustand (ihre Lösungen sind viskose Sole), die Farblosigkeit, Durchsichtigkeit, Festigkeit im nassen und trockenen Zustande sowie Biegsamkeit der aus ihren Lösungen gewonnenen Fäden, Häute, Schichten,   Überzüge   und Kunststoffe im allgemeinen zu erwähnen. In dieser Beziehung sind sie den wasserunlöslichen, alkalilöslichen Alkylderivaten der Zellulose überlegen.

   Das vorliegende Verfahren besteht darin, dass man die wasserunlöslichen, alkalilösliehen Zelluloseoxysäuren, welche bei der Wechselwirkung von Zellulose und Halogenfettsäuren in Gegenwart von Alkalien entstehen, für sich oder im Gemisch mit andern Bindemitteln oder Kolloiden oder weichmachenden Mitteln in Alkalien löst, die hiebei erzielten Lösungen oder Pasten gegebenenfalls unter Zusatz von Füllstoffen oder Pigmenten oder Farbstoffen oder weichmachenden Mitteln in die Form der   gewünschten   Kunststoffe bringt und die so geformten, wenn gewünscht, vorher ganz oder teilweise   eingetrockneten   Gebilde mit Mitteln behandelt, welche die Zelluloseoxysäuren abzuscheiden vermögen.

   Als Fällmittel können nicht nur die aus der Technik der Viskose und der Kupferoxydammoniakzellulose bekannten Substanzen und Substanzgemische, sondern auch viele andere verwendet werden, die sich für die Verarbeitung von Viskose auf technische Gebilde als unzureichend erwiesen haben. 



   Die Fällmittel können kalt oder warm oder heiss in Form von Fällbädern oder von Nebeln zur Verwendung gelangen. Der dem Fällvorgang folgende   Wasch- und Trockenprozess   wird in bekannter Weise ausgeführt. Als Kolloide und weichmachende Mittel, welche sich als Zusatz zu den Zelluloseoxysäuren eignen, werden beispielsweise folgende genannt : Alkalilösliche Hydrat-oder Hydrozellulose, rohe 
 EMI1.2 
 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
 EMI2.1 
 bzw. Alkaliverbindungen der   Fettsulfosäuren,   wie Türkischrotöl u. a. m. Die Zellulosehydroxy-   paraffinmonokarbonsäuren   können vermöge ihres kolloiden Charakters auch mit   wasserunlöslichen   Kolloiden oder weichmachenden Mitteln zu nicht oder nicht leicht entmischbaren Emulsionen bzw. 



   Suspensionen vermengt werden. Ihre Lösungen bzw. Pasten vertragen daher einen Zusatz solcher Mittel, wie Kautschuk, Guttapercha, Balata, Fette, trocknende oder nicht trocknende Öle, fettsaure Metalle u. dgl. Die Zelluloseoxysäuren eignen sich insbesondere für die Herstellung folgender Kunststoffe : für die Herstellung von künstlichen Fäden, insbesondere künstlicher Seide ; für die Herstellung von Filmen ; für die Herstellung von Überzügen und Schichten jeder Art ; für die Herstellung   wasserunlöslicher   Appreturen auf Geweben, Papier, Leder u.. dgl. ; für Schlichten von Gespinsten ; für die Herstellung von Buchbinderleinwand ; für die Herstellung von Kunstleder ; für die Herstellung von Klebmitteln und Kitten ; für Textildruck als Verdickungsmittel bzw.

   Fixiermittel für Pigmente ; für die Herstellung von Platten und plastischen Massen im allgemeinen u. dgl. Der in der Beschreibung und in den Patentansprüchen verwendete   Ausdruck Kunststoffe"soll   alle in dem vorhergehenden Absatz aufgezählten Kunststoffe umfassen. Die   Ausdrücke"Zelluloseoxysäuren"oder Zellulosehydroxyparaffinmonokarbonsäuren"   bedeuten solche Zellulosederivate, in welchen Zellulose oder ein Zellulosehydrat oder eine Hydrozellulose oder eine Oxyzellulose in die alkoholische Hydroxylgruppe einer   Hydroxyparaffinmonokarbonsäure   eingetreten ist und welche durch Umsetzung von Zellulose oder ihrer Umwandlungsprodukte mit
Monohalogenfettsäuren in Gegenwart von Alkalien entstehen. 



   Ausführungsbeispiele : 
I. Filme. 



   100 Gew. Teile einer in Wasser unlöslichen, in verdünnten Alkalien löslichen Zelluloseglykolsäure oder Zellulosemilchsäure werden in 900-1200 Gew. Teilen 5-8%iger Natronlauge unter Rühren oder
Kneten od. dgl. gelöst. Diese   Lösung wird, wenn   nötig, filtriert und durch ein schlitzartiges Mundstück in   10-20% ige Schwefelsäure   oder   25% igue   Essigsäure oder   30%ige Ammonchloridlösung   oder   20%  
Tanninlösung oder   40% iges   Formalin oder irgendein aus der Viskosetechnik bekanntes, z. B. aus Schwefel- säure, einem Salz und einer organischen Substanz, wie Zucker, bestehendes Fällbad gepresst. Der erstarrte
Film wird mit Wasser gründlich ausgewaschen und getrocknet.

   Nach oder vor dem Trocknen kann das endlose Filmband zwecks Erhöhung der Geschmeidigkeit mit einer wässerigen, z. B.   10%igen. Glyzerin-   lösung behandelt werden. 



   II. Künstliche Fäden, insbesondere Kunstseide und künstliches Haar. 



   Beispiel 1. Eine wie im Ausführungsbeispiel I bereitete Lösung von Zelluloseglykolsäure oder   Zellulosemilchsäure wird durch   feine Düsen in eines der im Ausführungsbeispiel I genannten Fällbäder gepresst oder fallen gelassen, der sich bildende Faden nach dem Erstarren mit Wasser gründlich ausge- waschen und getrocknet. Die künstlichen Fäden können im fertigen Zustande oder im Verlaufe ihrer
Herstellung mit härtenden Mitteln, wie Formaldehyd od. dgl., behandelt werden. 



   Beispiel 2. Eine   Mischung von SO Gew.   Teilen Viskose (in üblicher Weise dargestellt), die in 100 Gew. 



   Teilen   8-12   Gew. Teile Zellulose enthalten, mit 50 Gew. Teile einer gemäss Ausführungsbeispiel I dar- gestellten   Zelluloseglykolsäure-oder Zellulosemilehsäurelösung   wird wie im   Beispiel II, J,   auf   künstliche  
Fäden versponnen. 



   III. Appretur von Textilstoffen. 



   Ein Textilgewebe, z. B. Baumwollgewebe, wird auf einer entsprechenden Maschine, z. B. einer
Paddingmaschine oder einer Spreadingmaschine, ein oder mehrere Male mit einer Zelluloseglykolsäure- lösung, bereitet wie im Beispiel I, überzogen und getrocknet (bei mehrschichtigem Arbeiten empfiehlt sich Trocknung nach jeder Schicht). Nach dem Trocknen wird der Stoff, gegebenenfalls nach kurzem
Dämpfen, in ein Fällbad gemäss   Ausführungsbeispiel   I gebracht, ausgewaschen und getrocknet. Vor oder nach dem Trocknen kann man den Textilstoff mit einem weichmachenden Mittel, z. B. einer Seifen- lösung oder einer wässerigen Lösung von Türkischrotöl oder einer wässerigen Glyzerinlösung, behandeln, gegebenenfalls können Füllmittel, z. B. Zinkweiss oder China-Clay oder Talcum, oder weichmachende
Mittel, z.

   B. ein trocknendes oder nicht trocknendes Öl oder Seife, oder Stärkelösung zugesetzt werden. 



   Die appretierten bzw. überzogenen Textilstoffe können nach Fertigstellung noch geglättet oder kalander oder durch Behandlung mit geriffelten bzw. gemusterten Walzen gepresst, gemustert oder geglänzt werden. 



   IV. Textildruck,
100 Gew. Teile einer   Zelluloseglykolsäurelösung   wie im   Ausführungsbeispiel   I werden mit 6-10
Gew. Teilen fein gemahlenem Glimmer oder 4 Gew. Teilen Lampenruss oder 8-10 Gew. Teilen Zinkweiss vermischt und gegebenenfalls nach vorheriger Mahlung auf einer Farbreibmühle mittels geeigneter Druck- 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 walzen auf einen Baumwollstoff aufgedruckt. Das bedruckte und getrocknete Gewebe wird dann eventuell nach vorherigem kurzem Dämpfen mit einem Fällbad, wie im Ausführungsbeispiel I behandelt, ausgewaschen und getrocknet. 



   V. Buchbinderleinwand. 



   Ein vorteilhaft lockerer Textilstoff, z. B. Kaliko, wird mit einer gemäss Ausführungsbeispiel I bereiteten Zelluloseglykolsäurelösung in einer oder mehreren Schichten überzogen, bis die Gewebemaschen vollständig ausgefüllt sind. Wird der Überzug in mehreren Schichten ausgeführt, dann wird nach jeder Schicht getrocknet. Der Stoff kann nach jeder Überzugsschicht oder nur nach der   Schlussschicht   heiss 
 EMI3.1 
 Ausführungsbeispiel I geführt, ausgewaschen und getrocknet, gegebenenfalls können Füllmittel, wie Zinkweiss oder China-Clay, oder lockere Zellulosefasern oder Russ oder Farblack oder Glimmer, alkalibeständige Farbstoffe u. dgl. oder   10%   Rizinusöl zugesetzt werden. 



   Die fertige   Buchbinderleinwand   kann durch Pressen zwischen Platten oder durch Gauffrieren mit gemusterten Walzen od. dgl. mit beliebigen Mustern oder Narben versehen oder durch Kalandern glänzend gemacht werden.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen aus Lösungen von Zellulosederivaten, gegebenenfalls unter Zusatz von Weichmachungsmitteln, Farbstoffen und Füllstoffen od. dgl., dadurch gekennzeichnet, dass man alkalische Lösungen einer oder mehrerer Zellulosehydroxyparaffinmonokarbonsäuren, die in Wasser unlöslich, deren Alkalisalze aber in Alkalien löslich sind, in die Form von Kunststoffen bringt und mit Fällmitteln behandelt.
AT138383D 1924-04-04 1924-04-04 Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen. AT138383B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT138383T 1924-04-04

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT138383B true AT138383B (de) 1934-07-25

Family

ID=3640174

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT138383D AT138383B (de) 1924-04-04 1924-04-04 Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT138383B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE960048C (de) Verfahren zur Herstellung von Papier mit verbesserter Nassreissfestigkeit
DE807395C (de) Verfahren zur Impraegnierung von Faserstoffen mit synthetischen, kettenfoermigen Polyamiden
DE535393C (de) Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen aus Cellulosehydroxyparaffinmonocarbonsaeuren, wie Celluloseglykolsaeure u. dgl.
AT138383B (de) Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen.
DE467003C (de) Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen
AT111233B (de) Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen.
DE572783C (de) Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen
DE516461C (de) Verfahren zur Herstellung von Cellulosederivaten
DE838750C (de) Dispergier-, Verdickungs- und Reinigungs- sowie Hilfsmittel fuer die Behandlung von Werkstoffen mit waessrigen Fluessigkeiten und Dispersionen
DE908852C (de) Verfahren zum Krumpfechtmachen von Wolle
DE1152988B (de) Optisches Aufhellen von organischem Material, insbesondere cellulosehaltigen Materialien
DE489969C (de) Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen
DE1469868A1 (de) Verfahren zum Faerben organischer Erzeugnisse mit Pigmentfarbstoffen
AT104709B (de) Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen.
AT108400B (de) Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen.
DE524560C (de) Verfahren zur Herstellung von Cellulosederivaten
DE554698C (de) Verfahren zur Herstellung von Cellulosederivaten
DE567364C (de) Verfahren zur Herstellung von vorzugsweise zur Bereitung von Kunststoffen verwendbaren Cellulosederivaten
AT159624B (de) Verfahren zur Herstellung geformter Gebilde aus Celluloseäthern.
AT111845B (de) Verfahren zur Herstellung von mattierten und beschwerten Kunstseidefäden aus Zelluloseäthern und Zulluloseestern.
AT155461B (de) Verfahren zur Veredelung von Textilfasern.
DE566671C (de) Verfahren zur Herstellung von alaungarem Leder
AT62810B (de) Verfahren zur Herstellung von Viskose (Zellulosexanthogenat) und deren Anwendung zum Überziehen oder Bedrucken von geeigneten Unterlagen.
AT149978B (de) Verfahren zum Mattieren von Textilien.
AT78217B (de) Verfahren zur Darstellung neuer Zellulosederivate.