AT103896B - Verfahren zur Herstellung gerbfertiger Blößen unter Anwendung von Ammoniak. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung gerbfertiger Blößen unter Anwendung von Ammoniak.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Herstellung gerbfertiger Blössen unter Anwendung von Ammoniak. EMI1.1 unter Anwendung von Ammoniak, bei dem die Felle und Häute zunächst mit mehr oder weniger kon- zentrierten Lösungen der Salze der Alkalien oder Erdalkalien oder des Ammoniaks unter Zusatz von Säure behandelt werden ; sodann wird die Säure neutralisiert und gcgebenenfalls werden die Salze ausgewaschen. Nunmehr wird mit Ammoniak-allein oder in Verbindung mit andern alkalisch wirkenden Stoffen-die Enthaarung durchgeführt. Vor oder nach der Behandlung mit Ammoniak bzw. Ammoniak mit alkalischen Zusätzen können Eiweiss-Kohlhydrat-Fett spaltende Enzyme zur Einwirkung gebracht werden, um den Schmutz herauszulösen und gegebenenfalls die Enthaarung zu unterstützen. Die Säure kann entweder den Lösungen der Salze der Alkalien oder Erdalkalien oder des Ammoniaks unmittelbar zugesetzt werden, oder aber es erfolgt zunächst eine Behandlung mit den Salzlösungen und erst dann erfolgt der Säurezusatz mit nachfolgender gemeinsamer Einwirkung von Salzlösung und Säure. Die Neutralisation der Säure kann entweder im besonderen Arbeitsgang erfolgen oder aber die entsprechend vorbehandelten Häute und Felle werden unmittelbar mit Ammoniak bzw. Ammoniak mit alkalischen Zusätzen in Berührung gebracht, wobei eine über die zur Neutralisation notwendige Menge an Ammoniak bzw. Ammoniak mit alkalischen Zusätzen angewendet wird. Die unmittelbare Neutralisation mit Ammoniak bzw. mit Ammoniak und alkalischen Zusätzen erfolgt insbesondere dann, wenn die Salze nicht ausgewaschen werden. Im übrigen ist es auffallend, dass das vorliegende Verfahren gestattet, dass die Salze in den Blossen verbleiben können, weil in der Gerbereipraxis der Grundsatz besteht, salzhaltige Felle und Häute vor dem wäschern vom Salz zu befreien, weil sie sonst schwer oder erst nach längerer Zeit die Haare lassen. Das Verbleiben der Salze in den Fellen hat den Vorteil, dass mehrstündiges Waschen in fliessendem Wasser oder mehrtägiges Wässern unter öfterer Erneuerung des Wassers erspart bleiben. Das Ammoniak kann in Lösung oder gasförmig verwendet werden. Die Mitverwendung von Enzymen, z. B. der Bauchspeicheldrüse, ist insbesondere bei ungesalzenen, getrockneten Fellen notwendig. Wenn auf reine und zähe Narben Wert gelegt wird, so ist es vorteilhaft, die enthaarten Felle mit alkalischen Sehwellmitteln, z. B. Soda oder Ätznatron zu schwellen und sodann mit Beizmitteln, z. B. Enzymen der Bauchspeicheldrüse zu beizen. Im einzelnen wird das Verfahren folgendermassen ausgeführt : 1. Beispiel : 100 kg gesalzene Kalbfelle werden mit 300 l Wasser und 15 kg Kochsalz und 1 kg Salzsäure gewalkt. Sodann wird die Säure neutralisiert und 1 kg Bauchspeicheldrüsepräparat zugesetzt. Nach einiger Zeit werden die Felle aus der Lösung genommen und mit 100l Wasser, dem 4 kg Ammoniak beigegeben sind, gewalkt. Bereits nach einer Stunde kann enthaart werden. 2. Beispiel : 100kg gesalzene Kalbfelle werden mit 300l Wasser und 15kg Kochsalz gewalkt und nach einem Tag wird 1 kg Salzsäure zugesetzt. Nach 24 Stunden werden die Felle aus der Lösung genommen und mit 300 l Wasser, dem 3 kg Ammoniak und 3 kg Soda beigegeben sind, gewalkt. Bereits nach 1 Stunde kann enthaart werden. EMI1.2 <Desc/Clms Page number 2> wird die Säure neutralisiert, die Felle aus der Lösung genommen und mit 300 I Wasser, dem 3 lcg Am'nioniak und 3 kg Pottasche beigegeben sind, gewalkt. Nach einstündiger Einwirkung kann enthaart werden. 4. Beispiel : 100kg gesalzene Rindshäute werden mit 300l Wasser, 15 : y Kochsalz einen Tag lang behandelt, sodann wird 1 leg Salzsäure zugesetzt. Nach 24 Stunden werden die Felle in geschlossenen Raum gebracht, in den lkg Ammoniak eingeleitet wird. Nach wenigen Stunden kann enthaart werden. Die beschriebenen Einzelmassnahmen. sind zwar bekannt, insbesondere ist es bekannt, für die Äscherung Alkalien zu verwenden, jedoch wird bei dem vorliegenden Verfahren eine solche Vereinigung bekannter Massnahmen angegeben, dass bei weitgehender Schonung der Haare und der Wolle dennoch eine unerwartet schnelle und stets gleichmässige und glatte Enthaarung ausführbar ist. Im übrigen ist die Anwendung von Ammoniak wesentlich. Wird z. B. nach der beschriebenen Vorbehandlung in der beim Äschern üblichen Konzentration nur Natronlauge verwendet, so sitzen die Haare fest und lassen sich weder nach einer Stunde noch auch später entfernen, ein weiterer Neuheitsbeweis des beschriebenen Kombinationsverfahrens. Gegenüber bekannten Enthaarungsverfahren unter Anwendung von Ammoniak zeichnet sich das hier angegebene durch die ganz bestimmte Vorbehandlung der Häute und Felle und durch die überraschend gute und schnelle Wirkung aus. Ferner ist hiemit erstmalig ein Verfahren beschrieben, bei dem ohne eine Schwellung der Häute unmittelbar enthaart werden kann, was bisher nur beim Schwitzverfahren möglich war. PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Herstellung gerbfertiger Blössen unter Anwendung von Ammoniak, dadurch gekennzeichnet, dass die Felle und Häute mit mehr oder weniger konzentrierten Lösungen der Salze der fixen Alkalien, der Erdalkalien oder des Ammoniaks unter Zusatz von Säure behandelt werden, und dass sodann die Säure neutralisiert wird und mit Ammoniak die Enthaarung bewirkt wird, wobei in geeigneter Weise entsprechende Enzyme mitverwendet werden.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Salze ausgewaschen werden, und dass Enzyme der Bauchspeicheldrüse verwendet werden.3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass neben dem Ammoniak andere alkalische Verbindungen mitverwendet werden.4. Verfahren nach Anspruch l bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die enthaarte Felle und Häute mit einem alkalischen Schwellmittel, z. B. Soda oder Ätznatron behandelt, hierauf ausgewaschen werden und mit Enzymen der Bauchspeicheldrüse oder andern Beizmitteln gebeizt wird.
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