DE975256C - Verfahren zur Herstellung gerbfrtiger Bloessen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung gerbfrtiger Bloessen

Info

Publication number
DE975256C
DE975256C DER13567A DER0013567A DE975256C DE 975256 C DE975256 C DE 975256C DE R13567 A DER13567 A DE R13567A DE R0013567 A DER0013567 A DE R0013567A DE 975256 C DE975256 C DE 975256C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
pelts
production
ashed
skins
treatment
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DER13567A
Other languages
English (en)
Inventor
Otto Dr Grimm
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Roehm GmbH Darmstadt
Original Assignee
Roehm and Haas GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Roehm and Haas GmbH filed Critical Roehm and Haas GmbH
Priority to DER13567A priority Critical patent/DE975256C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE975256C publication Critical patent/DE975256C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C1/00Chemical treatment prior to tanning
    • C14C1/04Soaking

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung gerbfertiger Blößen Es ist bekannt, bei der Lederherstellung enzyrna,-tische Produkte zum Beizen von geäscherten Fellen und Häuten zu verwenden. Ferner hat man Enzyme der Bauchspeicheldrüse als Weichmittel in alkalischer Lösung für Pelzfelle und in neutraler Lösung für die Lederherstellung vorgeschlagen. Auch die Enthaarung mit Hilfe von Schimmelpilztryptasen in schwach saurer Lösung in Gegenwart von Ammoniumsalz und Natriumbisulfit als Enthaarungsmittel ist bekannt. Dieser starken enzymatischen Behandlung können Felle nach einer normalen Weiche unterworfen werden. Aus der französischen Patentschrift 49 233 ist ein Verfahren zu entnehmen, nach dem trockene Rohfelle ohne vorhergehende Weiche unmittelbar dem Enthaarungsprozeß mit Schimmelpilztryptase in schwach saurer Lösung, die Ammoniumsulfat und Natriumbisulfit enthält, ausgesetzt werden, woran sich eine Nachbeha,ndlung mit Sodalösung anschließt. Nach dieser Arbeitsweise lassen sich die Felle erst nach vielen Tagen enthaaren, und man erhält ein Leder von verminderter Qualität.
  • Uberraschenderweise wurde nun gefunden, daß man zu einem sehr hochwertigen Leder kommt, wenn eiweißspaltende Enzyme in Gegenwart von Ammoniumsalzen und reduzierenden Verbindungen in saurer Lösung lediglich zum Weichen trockener oder gesalzener Felle verwendet werden und anschließend mit Kalk oder Sulfiden oder beiden zusammen geäschert wird. Trotz der auf diese Weise erreichbaren erheblichen Abkürzung der Weichdauer kommt man zu einer so gründlich durchgeweichten Haut, daß die Äscherchenlikalien gleichmäßiger aufgenommen werden. Es war weiterhin nicht vorauszusehen, daß man auf diese Weise den gefürchteten Narbenzug in schwellenden alkalischen Äscherbrühen vermeiden kann.
  • Der auffallende Unterschied in der Lederqualität beim Arbeiten nach der französischen Patentschrift 49:233 und nach dem erfindungsgemäßen Verfahren geht (Y aus folgendem Vergleichsversuch hervor: Zwei trockene Ziegenfelle werden der Rückenlinie nach geteilt und die linken Hälften gemäß der französischen Patentschrift ohne vorausgehende Weiche unmittelbar in eine Lösung von Schimmelpilztryptase, Natriumbistilfit und Ainmoniumsulfat eingebracht. Selbst nach iotägiger Einwirkung ließen sich die Felle noch nicht restlos enthaaren und wiesen trotzdem schon deutliche Narbenschäden auf. Nach dem Enthaaren und nach der Nachbehandlung mit Sodalösung wurden die zwei Hälften auf Chrornziegenleder verarbeitet.- Das Fertigleder wies wegen der starken Narbenschädigungen und wegen der zurückgebliebenen Ha-are eine recht mangelhafte Qualität auf. Im Gegensatz hierzu wurde aus den rechten Hälften ein sehr gutes Chromziegenleder erzielt, nachdem diese im trockenen Zustand, gemäß vorliegender Erfindung, mit den gleichen Mengen an Schimmelpilztryptase, Natriumbisulfit und Ammoniumsulfat wie die beiden linken Hälften so lange, d. h. 2- Tage behandelt worden waren, bis sie einwandfrei aufgeweicht waren. Anschließend wurden sie mit Schwefelnatrium geäschert, dann in üblicher Weise gebeizt mit Pankreastryptase lind Ammoniumsulfat und nach dem Pickeln zusammen mit den beiden linken Hälften chromgegerbt.
  • Das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erreichbare gründliche Durchweichen der Felle und Auflockern der Haut wirkt sich auch günstig auf die Aufnahme von Chromgerbstoffen aus. Diese Vorteile wurden sowohl bei getrockneter als auch gesalzener Rohware beobachtet.
  • Zur Durchführung des Verfahrens eignen sich eiweißspaltende Enzyme, wie Schimmelpilztryptase, Bakterienprotease sowieEnzyme derBauchspeicheldrüse. Zur Erzielung bestimmter Effekte können die genannten Enzyme auch gemeinsam zur Anwendung kommen.
  • Zusammen mit den angeführten Enzymen kann man auch mit diesen verträgliche Netzmittel verwenden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, solche Netzmittel vor der Anwendung der Enzyme auf die Felle zur Einwirkung zu bringen. Als Netzmittel für die Vorbehandlung kommen z. B. Fettalkoholsulfonate, Fettsäurekondensationsprodukte und Alkylarylsulfonate in Betracht, nichtionogene Produkte, wie z. B. Polyglykoläther oder kationaktive Produkte, wie z. B. quartäre Ammoniumsalze. Für die gleichzeitige Verwendung zusammen mit dem Enzym kommen vor allem nichtionogene Netzmittel, wie Poly-lykoläther oder andere damit verträgliche, wie N-substituierte Aminocarbonsäuren, in Frage.
  • Die Kombination mit Netzmitteln unterstützt die Enzymwirkung und wirkt zudem günstig auf die Ernulgierung von Naturfett.
  • Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, die Felle vor dem Äschern einer Behandlung mit solchen Konservierungsmitteln zu unterwerfen, die die Enzymwirkung nicht im ungünstigen Sinne beeinflussen. Beispiele: i. Trockene Ziegenfelle werden in der Grube mit iooo % Wasser und 10/9 Netzmittel 24 Stunden vorbehandelt. Anschließend wird im Faß mit 6o'/o Wasser, VI/o Pilztryptase aus Aspergillus parasiticus, o,5 11/o Natriumbisulfit, o,5 11/o Ammoniumsulfat :2 Stunden gewalkt. Über Nacht wird mit gewöhnlichem Wasser nachbehandelt. Die nach dem Welchen ausgewasthenen Felle werden mit Schwefelnatrium geäschert.
  • 2. Trockene Schaffelle werden in der Grube mit ioooll/o Wasser, i% Pankreastryptase, i% Natriumbisulfit, i "/o Amnioniumsulfat 2 Tage bei pli 6 ,geweicht. Nach beendeter Weiche werden die Felle ausgewa.schen und dann mit Kalk und Schwefelnatrium gesch-,vödet.
  • 3. Trockene südafrikanische Rindshäute werden in der Grube mit iooo% Wasser, 211/o Bakterienprotease, i 19/o Natriumbisulfit, i % Ammoniumchlorid 3 Tage geweicht. Nach beendeter Weiche werden die Häute ausgewaschen und dann im Faß mit Kalk und Schwefelnatrium geäschert.
  • 4. Gesalzene Kalbfelle werden in der Grube mit 500'% Wasser, o,519/o Pilztryptase, 0,3"fo Natriumbisulfit, 0,3% Ammonsulfat über Nacht geweicht. Die Felle werden nach der Weiche ausgewaschen und dann im Haspel mit Kalk und Schwefelnatrium geäschert.
  • 5. Trockene Lammfelle werden mit i ooo l)/o Wasser, i % Bakterienprotease, 0,5 "/0 Polyglykoläther, 0,3"/o Natriumbisulfit, i% Ammoniumsulfat geweicht. Nach der Weiche werden die Felle ausgewaschen und dann mit Kalk allein oder zusammen mit Arsenik geäschert.
  • Die enzymatische Wirksamkeit der in den Beispielen verwendeten eiweißspaltenden Enzyme beträgt ?,ooo bis 4ooo Enzymeinheiten nach L Ö h 1 e i n -Volhard.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE- i. Verfahren zur Herstellung von mit kalk-und bzw. oder sulfidhaltigen Brühen geäscherten tierischen Blößen, dadurch gekennzeichnet, daß die getrockneten oder gesalzenen Rohfelle vor der Äscherung mit einer sauren, aus Pankreasdrüsen oder Mikroorganismen erzeugte oder gebildete eiweißspaltende Enzyme, Ammoniumsalze und reduzierende Verbindungen enthaltenden Lösung geweicht werden. :2. Verfahren zur Herstellung gerbfertiger Blößen nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß solche Felle geäschert werden, welche vor oder gleichzeitig mit der enzyrnatischen Weiche einer Behandlung mit Netzmitteln unterzogen worden sind. 3. Verfahren zur Herstellung gerbfertiger Blößen nach Anspruch i und:2, dadurch gekennzeichnet, daß solche Felle verwendet werden, welche vor dem Äschern einer Behandlung mit konservierend wirkenden Mitteln unterworfen worden sind. In Betracht gezogene Druckschriften: Französische Patentschrift Nr. 49 2,33; USA.-Patentschrift Nr. 1 753 539; britische Patentschrift Nr. 474 991.
DER13567A 1954-02-14 1954-02-14 Verfahren zur Herstellung gerbfrtiger Bloessen Expired DE975256C (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DER13567A DE975256C (de) 1954-02-14 1954-02-14 Verfahren zur Herstellung gerbfrtiger Bloessen

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DER13567A DE975256C (de) 1954-02-14 1954-02-14 Verfahren zur Herstellung gerbfrtiger Bloessen

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE975256C true DE975256C (de) 1961-10-19

Family

ID=7399056

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DER13567A Expired DE975256C (de) 1954-02-14 1954-02-14 Verfahren zur Herstellung gerbfrtiger Bloessen

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE975256C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1203416B (de) * 1956-04-14 1965-10-21 Roehm & Haas Gmbh Verfahren zur Herstellung tierischer Bloessen

Citations (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US1753539A (en) * 1928-12-26 1930-04-08 Harry M Ullmann Process of unhairing hides and skins
GB474991A (en) * 1936-05-29 1937-11-11 Pancreol Ltd Improvements in treating hides or skins
FR49233E (fr) * 1938-03-01 1938-12-07 Procédé pour la préparation des peaux en employant des tryptases fougueuses

Patent Citations (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US1753539A (en) * 1928-12-26 1930-04-08 Harry M Ullmann Process of unhairing hides and skins
GB474991A (en) * 1936-05-29 1937-11-11 Pancreol Ltd Improvements in treating hides or skins
FR49233E (fr) * 1938-03-01 1938-12-07 Procédé pour la préparation des peaux en employant des tryptases fougueuses

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1203416B (de) * 1956-04-14 1965-10-21 Roehm & Haas Gmbh Verfahren zur Herstellung tierischer Bloessen

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DD210078A5 (de) Verfahren zum umweltfreundlichen aeschern von rohhaeuten
DE112007001827T5 (de) Verbessertes Verfahren zum Enthaaren und zum Faseraufschluss von Fell/Haut
DE2917376C2 (de) Enzymatisches Verfahren zur Haargewinnung und zum gleichzeitigen Hautaufschluß
DE1230169B (de) Verfahren zur Herstellung gerbfertiger Bloessen
DE1026038B (de) Enthaaren und Entwollen gruener oder geweichter Felle
DE975256C (de) Verfahren zur Herstellung gerbfrtiger Bloessen
DE2053016B2 (de) Verfahren zum aeschern von tierischen fellen und haeuten oder zum nachaeschern enzymatisch enthaarter bloessen
DE1233530B (de) Verfahren zum enzymatischen Enthaaren und bzw. oder Beizen von Haeuten und Fellen
DE746589C (de) Verfahren zum Enthaaren von Haeuten und Fellen
DE721885C (de) Verfahren zur Herstellung von Bloessen
DE896983C (de) Verfahren zum Enthaaren und gleichzeitigen Beizen von geweichten, alkalisch oder nicht alkalisch vorbehandelten Haeuten und Fellen mit Schimmelpilztryptase
AT156344B (de) Verfahren zur Herstellung von gerbfertigen Blößen.
AT157945B (de) Verfahren zur Herstellung von gerbfertigen Blößen.
AT224257B (de) Verfahren zum Enthaaren von Häuten und Fellen
DE1203416B (de) Verfahren zur Herstellung tierischer Bloessen
DE1288728B (de) Verfahren zur Herstellung gerbfertiger Bloessen
DE2307603C3 (de)
DER0013567MA (de)
US2371875A (en) Processing skins
DE977414C (de) Verfahren zum AEschern von Fellen und Haeuten mit proteolytischen Enzymen
DE446883C (de) Verfahren zur Herstellung gerbfertiger Bloessen
DE579634C (de) Verfahren zur Herstellung gerbfertiger Bloessen aus tierischen Haeuten und Fellen
DE972832C (de) Weichen von auf Pelze zuzurichtenden Fellen
DE1211349B (de) Enzymatische Enthaarung mit Pankreastryptase
DE369587C (de) Verfahren zum Weichen von Haeuten und Fellen