DE972832C - Weichen von auf Pelze zuzurichtenden Fellen - Google Patents
Weichen von auf Pelze zuzurichtenden FellenInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C14—SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
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Description
- Weichen von auf Pelze zuzurichtenden Fellen Es ist bekannt, Enzyme der Bauchspeicheldrüse als Weichmittel in alkalischer Lösung für Pelzfelle zu verwenden. Dabei hat es sich jedoch gezeigt, daß das Arbeiten in alkalischer Lösung die Lockerung der Haare begünstigt, so daß sich dieses Verfahren für die Vorbehandlung von Fellen für die Pelzzurichtung nicht einführen konnte.
- Es wurde nun gefunden, daß diese Nachteile vermieden werden, wenn man in schwach saurer Lösung in Gegenwart von Ammoniumsalzen und reduzierenden Verbindungen arbeitet. Man kann dabei nicht nur Enzyme der Bauchspeicheldrüse, sondern auch andere proteolytische Enzyme, wie Pilztryptasen und Bakterienproteasen, verwenden. Die letzteren haben sich sogar als besonders wirksam erwiesen. Zur Erzielung bestimmter Effekte können auch Enzyme verschiedener Herkunft kombiniert werden. Bei getrockneter Rohware bietet das erfindungsgemäße Verfahren die Möglichkeit, die Weichdauer ohne Nachteile für die Haut erheblich abzukürzen. Die Haut wird dabei so gründlich durchgeweicht, daß die Aufnahme der Gerbstoffe bei der Pelzzurichtung wesentlich erleichtert wird. Diese Vorteile treten aber auch bei der Anwendung des Verfahrens beim Weichen gesalzener Rohware in Erscheinung. Durch die besondere Art der Weiche wird sowohl bei getrockneten als auch bei gesalzenen Fellen die Hautstruktur ohne Schaden für das Haar- und Wollkleid so weit aufgelockert, daß man zu weicheren und zügigeren Pelzfellen kommt als beim Weichen mit Wasser allein oder unter Zusatz von Netzmitteln.
- Zusammen mit den angeführten Enzymen kann man auch mit diesen verträgliche I\Tetzmittel verwenden, vornehmlich nichtionogene Netzmittel, wie Polyglycoläther, oder andere enzymverträgliche Produkte, wie N-substituierte Aminocarbonsäuren. Die Kombination mit Netzmitteln unterstützt die Enzymwirkung und wirkt zudem günstig auf die Emulgierung von Naturfett.
- Es ist zwar für ein enzymatisches Entwollungsverfahren bereits vorgeschlagen worden, trockene Schaffelle ohne vorhergehende Weiche unmittelbar in die Enthaarungsbrühe aus Pilztryptase und Natriumbisulfit einzubringen, sie nach i bis 2 Tagen aus diesem Bad heraus zu strecken und sie in das gleiche Bad zurückzugeben, bis sie wollässig sind. Abgesehen davon, daß dabei Ammonsalz, ein wichtiger Bestandteil des erfindungsgemäßen Weichverfahrens, nicht mitverwendet wird, kann daraus nicht geschlossen werden, daß die Kombination von eiweißspaltenden Enzymen, Ammoniumsalzen und reduzierend wirkenden Verbindungen in schwach saurer Lösung in ausgezeichneter Weise zum Weichen von Pelzfellen verwendbar ist. Die Tatsache, daß eine schwach saure Lösung von eiweißspaltenden Enzymen und Natriumbisulfit als Enthaarungs- bzw. Entwollungsbrühe geeignet ist, müßte eher davon abhalten, eine schwach saure Lösung von eiweißspaltenden Enzymen, Ammoniumsalz und reduzierend wirkenden Verbindungen als Brühe zum Weichen von Pelzfellen, d. h. also Fellen, bei denen sorgfältigst auf völlige Erhaltung des Haar- und Wollkleides zu achten ist, zu verwenden. - Es ist weiterhin bekannt, Proteasen zusammen mit Natriumbisulfit und Ammoniumsulfat als Beizmittel für Blößen, also bereits enthaarte und geäscherte Felle und Häute, zu verwenden. Da unter Zusatz von Kalk geäscherte Felle und Häute alkalisch reagieren, wird die Brühe, für die im übrigen ein pH-Wert von 7 bis 8 vorgeschrieben ist, in neutralem bis schwach alkalischem Medium zur Einwirkung kommen. Es handelt sich also hierbei nicht nur um einen anderen pH-Bereich, sondern zudem auch um eine völlig andersartige Anwendungsart der eiweißspaltenden Enzyme, insofern die zu behandelnden Felle als Blößen vorliegen und also bereits einen sogenannten Äscherprozeß durchgemacht haben, enthaart worden sind und auf Leder verarbeitet werden sollen.
- Ferner ist bereits beschrieben worden, Pelzfelle mit Lösungen eiweißspaltender Enzyme in saurer Lösung, gegebenenfalls zusammen mit Neutralsalzen, zu beizen. Unter einem Beizprozeß für Pelzfelle versteht man einen Vorgang, bei dem zunächst fertiggeweichte Pelzfelle nachträglich einem enzymatischen Prozeß unterworfen werden, um die kollagene Faserstruktur aufzulockern, bevor die Felle zur Gerbung kommen. Im Gegensatz dazu dient das erfindungsgemäße Verfahren zum Weichen der Rohfelle, um diese überhaupt erst in den Zustand zu versetzen, in welchem sie dem angeführten Beizprozeß unterworfen werden können.
- Beispiel z Trockene Schaffelle werden in der Grube mit z000°/0 Wasser, i0/0 Pankreastryptase, 1% Natriumbisulfit, i % Ammoniumsulfat 2 Tage bei pH 6 geweicht. Beispiel e Gesalzene Kalbfelle werden in der Grube mit 5oo% Wasser, 0,5°/o Pilztryptase, 0,3% Natriumbisulfit, 0,3% Ammonsulfat über Nacht geweicht. Beispiel 3 Trockene Lammfelle werden mit iooo% Wasser, i 11/o Pilztryptase, o,5 % Natriumhyposulfit, o,5 % Ammoniumacetat 2 Tage geweicht.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verwendung einer schwach sauren wäßrigen Lösung von eiweißspaltenden Enzymen, Ammoniumsalzen und reduzierend wirkenden Verbindungen zum Weichen von auf Pelze zuzurichtenden Fellen. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 656 872, 710 789, 721 885, 767 o61; deutsche Patentanmeldung R 2o88 IVd/28a (bekanntgemacht am 15. 11. 1951); österreichische Patentschrift Nr. 155 132; französische Patentschrift (Zusatz) Nr. 49 233, Zusatz zu Nr. 80i 661; Referat der Arbeit von I. P. Stefanowitsch im Chem. Ztrbl., 1939, Bd. II, S. 16i9.
Priority Applications (1)
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Applications Claiming Priority (2)
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1952
- 1952-07-16 DE DER9477A patent/DE972832C/de not_active Expired
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